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Sesshoumaru
sama




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ZahlenspieleAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Mal abgesehen von einer sehr eigenartigen Art und Weise wie im Artikel von CleanerWolf die Tiere eingeteilt werden, gibt es denke ich auch Rechte die nichts mit der Intelligenz eines Lebewesens zu tun haben. Im Idealfall sind dies alle Gesetzte, aber wann war die Welt schonmal ideal.


Amerika ist ein Land voller Gegensätze. Auf der einen Seite legale Huntingfarms die vom Staat toleriert werden und auf der anderen Seite solche Urteile. Dennoch finde ich das Urteil natürlich sehr gut *gggg*.... jeder sollte wissen das Aktionen Gegenaktionen nach sich ziehen. Und beim US-Recht kann man nie wissen was einen wofür trifft...


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

14.06.2004, 18:46
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CleanerWolf
Wolf




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  Tiere aus "juristischer Subhumanität" befreienAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Der US-Jurist Steven Wise will Tiere aus ihrer "juristischen Subhumanität" befreien

Der an der Princeton University tätige Bioethiker Peter Singer hat 1975 in seinem Aufsatz "Befreiung der Tiere" argumentiert, dass nur das fundamentale Lebensinteresse als Richtmaß aller Moral gelten könne. Folglich mache sich schuldig, wer es unnötig verletze. Das möge ja stimmen, meint US-Jurist und Vegetarier Wise, doch: "Philosophische Argumente nützen mir wenig. Ich brauche juristische Begründungen, die eine Chance haben, vor Gericht gehört zu werden." Wise lehrt seit Jahren an so renommierten Universitäten wie der Harvard Law School und verteidigt immer wieder auch Tiere vor Gericht. 2002 hat er eine Streitschrift mit dem Titel "Drawing the Line. Science and the Case for Animal Rights" veröffentlicht ("Eine Grenze ziehen. Naturwissenschaft und das Tierrechte-Projekt", Perseus-Verlag), in der er sich mit der für ihn zentralen "Grenzfrage" befasst: Wo wäre die Grenze zu ziehen, wenn erst einmal Affen Grundrechte eingeräumt worden seien?

Mit Peter Singer würden gewiss auch viele Tierschützer, gewiss aber aller Tierrechtler, ohne Zögern die Rechte - über die Primaten hinaus - auch auf andere Tiere ausweiten. Doch geht das "grenzenlos"? Und wenn nicht, wo liegen dann diese Grenzen? Jurist Wise weiß, dass ihm Kritiker diese Gretchenfrage stellen. So zum Beispiel sein in Washington praktizierender Kollege William P. Horn, der regelmäßig die Interessen von Jagd- und Anglerverbänden vertritt: "Warum sollten wir, haben wir erst einmal Affen Rechte zuerkannt, diese nicht auf Hunde, Füchse und Vögel ausweiten?" Und warum dann nicht auch auf Fische, Würmer, Insekten etc.? Auch diese haben schließlich ein "fundamentales Lebensinteresse", folgt man Singers philosophischem Ansatz. Aber Richter pflegen nun einmal primär juristisch zu denken.

Jede wissenschaftliche Disziplin hat ihre vertrackten Besonderheiten und "Fußangeln". Was damit gemeint ist, soll an einem kurzen Zitat aus dem gestrigen "Südwest magazin" der "Geislinger Zeitung" (NWZ) verdeutlicht werden, das sich mit der nach Theologenmeinung "eigenartigsten Erzählung im Neuen Testament" befasst, dem zweiten Matthäus-Kapitel - die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland: "Wir wissen nicht, ob es drei waren. Wir wissen, dass sie keine Könige waren und nicht heilig gesprochen wurden. Wir wissen, dass sie nicht an der Krippe waren. Wir wissen, dass es sie nicht gab. Und schließlich wissen wir, dass ihre Gebeine in Köln liegen. So ist Theologie."
Man mag es Dialektik nennen - ein Dilemma ist es allemal.

Diesem Phänomen versucht Wise mit der Formel "Gleiches Recht für Gleiche" juristisch beizukommen und meint damit, geistige Fähigkeiten als Messlatte zu setzen: "Wenn ein Affe geistig auf derselben Stufe wie meine dreijährigen Zwillinge steht, warum sollten wir dem Tier elementare Rechte verweigern?" So betrachtet, wäre nicht die Leidensfähigkeit, sondern ein rudimentäres Bewusstsein, die Fähigkeit, Wünsche zu haben und das Leben bedingt zu verstehen der anzuwendende Maßstab. Wer damit ausgestattet sei, so Wise, verdiene zwei elementare Grundrechte zuerkannt: den Anspruch auf körperliche Unversehrtheit und Freiheit.

Um die "geistigen Fähigkeiten" bestimmen und damit Grenzfälle ausloten zu können, hat Jurist Wise eine Skala von 0 bis 1 entwickelt, auf der er die "praktische Autonomie" der Tiere in drei Kategorien einteilt. Tiere der ersten Gruppe von 0,9 bis 1,0 schließen Menschen ein (1,0), Gorillas (0,93) oder auch Delfine (0,90). In Kategorie zwei fallen beispielsweise Papageien, Elefanten (beide über 0,7) und Hunde (0,6 und selbst die Honigbiene (0,59); die meisten anderen Tiere seien der Kategorie drei zuzuordnen. "Tiere mit Werten von über 0,7", erläutert Wise die Arithmetik seines erweiterten Rechtsbegriffs, "haben eine Würde, die unantastbar ist."

Doch im Hinblick auf die gravierenden Folgen weiß Wise auch, dass die Realisierung seines Anliegens - die Beseitigung der "juristischen Subhumanität" der Tiere - höchst ungewiss ist: Mit Affen ließen sich keine Laborversuche mehr durchführen, ihre Haltung in Käfigen wäre illegal, und niemand dürfe sie mehr als sein Eigentum betrachten. Affen als Rechtssubjekte zögen auch zwangsläufig für den Menschen die Verpflichtung nach sich, sich ihnen gegenüber in einer bestimmter Weise zu verhalten. Doch in welcher Weise, scheint auch dem Juristen Wise noch nicht so recht klar zu sein, denn er gibt vorsichtig zu verstehen: "Uns fehlen viele Antworten."

Besonders eine Antwort fehlt noch - nämlich die auf die Frage: Welche Rechte sollen - von Affen einmal ganz abgesehen - diejenigen Tiere erhalten, die in den drei Kategorien von Wises "praktischer Autonomie" ja schließlich auch noch vorkommen?

In Anlehnung an Marcel Reich-Ranickis Brecht-Zitat am jeweiligen Schluss seines legendären "Literarischen Quartetts" wird wohl auch am Ende dieses Essays das Fazit gezogen werden müssen: Und so ziehen wir betroffen den Vorhang zu - und alle Fragen bleiben offen.

© "der fellbeißer" (Volker Wöhl) vom 05.01.2003

Jo richtig, da bleiben viele Fragen offen. Typisch Juristen, wollen alles in Zahlen ausdrücken können. Wie kommt man auf einen Wert von 0,68 für Hunde, die damit knapp "Unantastbarkeitswürde" verfehlen?
*Grübel*


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Menschen haben trotz der Kraft ihrer Vernunft nicht die instinktive Weisheit der Wölfe.
Dr. Erich Klinghammer

07.01.2003, 13:16
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