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Umfrage: Welche Wesenszüge haben eurer Meinung nach Wercreaturen?
Sie sind stets böse und blutrünstig
Das Wesen des Tieres ist abhängig von dem des Menschen
Ich habe keine Meinung
Ergebnis
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TM982
Omega-Wolf




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TM982 ist offline
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Zitat:
Original von Phantom
Therianthrop: ganz kurz und grob gesagt: jemand, der sich in ein Tier verwandeln kann.

Therianthrop


Ah, also eine Art Überbegriff zu Werwolf? Oder anders, ein Werwolf ist ein Spezialfall eines Therianthropen?

Zitat:
Original von Phantom
"alte Seele": ist wirklich eher "esoterisch" und hat nicht sehr viel mit dem Thema zu tun. Ist einfach eine Seele, die schon öfter auf Erden gewandelt ist.


Ach, du meinst Reinkarnation? Ich glaube da ehrlich gesagt nicht dran. Ich weiß nicht, was nach dem Tod kommt, und ich kann mir schwer vorstellen, dass dann einfach alles vorbei ist. Aber ich persönlich empfände es als unschöne Vorstellung, wenn der ganze Zirkus einfach wieder von vorne los ginge. Umgekehrt kann ich mir auch überhaupt nicht vorstellen, einmal ein anderer Mensch gewesen zu sein. Allerhöchstens noch ein Tier, ein Wolf z. B. oder ein Hund. Aber auch das ist vielleicht eher Wunschdenken. Naja, letzten Endes ist es sicherlich eine Glaubensfrage, über die man viel reden, aber nicht streiten kann.


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Panta Rhei

03.08.2011, 01:35
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Phantom
Panthera lupus




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Therianthrop: ganz kurz und grob gesagt: jemand, der sich in ein Tier verwandeln kann.

Therianthrop


"alte Seele": ist wirklich eher "esoterisch" und hat nicht sehr viel mit dem Thema zu tun. Ist einfach eine Seele, die schon öfter auf Erden gewandelt ist.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

02.08.2011, 19:42
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TM982
Omega-Wolf




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Ui, da ist ja während meiner Abwesenheit wieder ein ganz schön alter Thread ausgegraben worden, den ich bisher nicht kannte. (Ist kein Vorwurf, das Forum ist voller alter Threads, da ist es meiner Ansicht nach nicht schlimm, mal ein bisschen "archäologisch" tätig zu sein.)

Ich habe lange überlegt, ob ich etwas dazu schreiben soll, da es eigentlich nicht wirklich mein Thema ist. Aber da hier im Forum ohnehin so wenig geschrieben wird, habe ich mich nun entschieden, es doch zu tun, zumal ich im Grunde meiner Seele etwas neugierig bin auf Dinge, mit denen ich eigentlich nichts zu tun habe.

Und mit der Furry-Szene habe ich nichts zu tun, selbst wenn ich manchmal Gedanken habe, die man vielleicht als irgendwie furry-mäßig ansehen könnte. (Z. B. denke ich mir gerne Geschichten aus mit sprechenden Wölfen usw., die ich gerne aufschreiben würde, wenn ich mich nur dazu zwingen könnte (werde es mal wieder versuchen) und versuche mich dann auch in die Charaktere hineinzuversetzen, wie sie denken und fühlen, und was sie für ein Weltbild haben, dass sich z. T. deutlich von Menschlichen Weltbildern unterschiedet. Ich weiß, klingt irgendwie albern, aber ich habe eben viel Phantasie, und die muss beschäftigt werden.)

Aber um zum Thread hier zurückzukommen: Verzeiht mir meine dummen Fragen und meine Neugierde, aber was versteht ihr unter einer "Doppelseele" (Selena) bzw. unter einer "alten Seele" (Phantom)? Selena hat ja schon versucht, das zu erklären, aber ich fürchte, so ganz nachvollziehen kann ich es immer noch nicht; irgendwie klingt es für mich "esoterisch". Das ist jetzt nicht abwertend gemeint, ich kann es nicht nachvollziehen kann. Aber vermutlich ist es auch nichts, was sich mit Worten beschreiben ließe?

Und was ist ein Theriantrop? Das Wort habe ich noch nie gehört.

Ich hoffe, es ist OK, dass ich euch hier mit meiner Unwissenheit was solche Dinge angeht nerve, aber ich wie gesagt manchmal etwas neugierig.


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Panta Rhei

02.08.2011, 14:33
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Selena
Leopard(in)




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Selena ist offline
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Danke, daß es mir nicht krumm nimmst, aber ich habe mich über diese Leute auch einfach so aufgeregt.
Ich bin Theriantrop seit ich denken kann und ich empfinde es als Geschenk, daß ich nicht in die ganze Welt hinausposaunen muss.
Und dann sehe ich diese Leute, im ersten Leben Bürokaufleute mit Schlips und Kragen und im zweiten Leben beschließen sie, daß sie doch eigentlich Tiere sind, was sie vor der ganzen Welt ausleben müssen. Und dann sind sie Heute Wolf und morgen Tiger und übermorgen eierlegende Wollmilchsau und alles mit der gleichen Tiefenüberzeugung vortgetragen, daß ich diese Menschen (und ich betone hier Menschen ) spätestens nach dem dritten Tier einfach nicht mehr ernst nehmen kann.
Gleichzeitig habe sie so eine Leere in ihrer Seele, die sie aber mit allen Mitteln zu übertünchen versuchen und damit, den Kern dessen, was es heißt, eine Tierseele zu haben in den Dreck ziehen.
Das sind die Furrys, die ich kenne.
Kidogo, du bist anders. Also entweder bist du kein Furry, oder diese Leute sind es nicht.
Übrigens war nicht ich es, die auf der sexuellen Komponente herumgeritten ist. Solange es niemanden schadet, ist es ziemlich egal, was andere Leute im Bett, oder auch sonstwo, miteinander treiben

Liebe Grüße Selena


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Willst du auf den Grund eines Sees blicken, reicht es nicht seine Oberfläche zu betrachten

21.07.2011, 19:47
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Kidogo Gepard
acinonyx jubatus




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Zitat:
Ich habe einfach nur von den Furrys gesprochen, die ich persönlich erlebt habe… Es tut mir Leid, wenn du dich von mir irgentwie auf die Pfoten getreten gefühlt hast. Ich wollte niemanden persönlich beleidigen.


Da muss man sich doch fragen, was du für Leute kennst und ob man Bedauern aussprechen sollte. *ganz tief duck* Aber angegriffen fühle ich mich bei all dem nicht, da ich ja weiß, wo die meinungsbildenden Quellen entspringen und letztlich ist’s ja nicht so, dass man sich angesprochen fühlt.

Aufgrund der fehlenden Konvention, kann man aber nicht mal ausschließen, dass gerade jene, mit denen du gesprochen hast, den eigentlichen Furry verkörpern. Vielleicht ist ja gerade die unverhohlene, beinahe mit Stolz geführte Promiskuität Merkmal des Ur-Furrys. Vielleicht ist eine lockere, eher rollenspielartige Verbindung zu seinem Tier maßgebend um sich mit dem Terminus des Furrys zu kleiden. Vielleicht ist das persönliche Zurschaustellen mit tierischen Accessoires wie etwa Halsbändern oder den aufwendigeren Fursuits eher als animalisches Cosplay ohne tiefere Emotionen denn als Ausdruck seiner selbst zu sehen?
Vielleicht sind im Umkehrschluss jene, die dem Begriff des Furry viel mehr als das abverlangen, die eigentlichen Spinner und fehl am Platze. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist dem sicher nicht so, aber ganz ausschließen kann man es nicht.

Zitat:
Leider wurde das Feld der Öffentlichkeitsarbeit eben dieser "lauten, extrovertierten Minderheit" überlassen


Ich würde nicht mal sagen, dass man das Feld der Öffentlichkeitsarbeit anderen überlässt. Vielmehr bietet man durch diverse Foren reichlich neuen Rede- und Selbstdarstellungsplatz frei Haus, den man nur bedingt administrieren kann. Als Hauptproblem stellen sich mir allzu unbedachte Nutzer dar, die diese Plattformen stellenweise selten dämlich und über das gesunde Maß offenherzig nutzen, gerade so als befände man sich in einem unbeobachteten Raum, während man Gedanken teilt, die innerhalb der Community zwar generell vertraut sind, demnach eine gewisse Normalität suggerieren, jeden anderen aber eher verstören dürften. Es scheint so, als rühme man sich ob seiner unverschuldeten Andersartigkeit. Es ist ja nicht so, dass Google nicht auch regelmäßig die Seiten durchsucht und alles fein indiziert. Das hierdurch „gewonnene“ Suchbild beschreibt demonstrativ das Image eines Furry.

Alles in allem ist das hausgemacht und ungünstig für den eigentlich sehr spirituellen Kern des Begriffs. Auf der anderen Seite haben Weres, Anthros oder reale Menschentiere nicht allzu viel davon das Image eines bloßen Begriffes zu korrigieren, denn es ändert ja nichts an deren Selbst und den Empfindungen bzw. kann man mit schönen Worten auch nicht alles gerade biegen, was „Lifestyle-Furries“ im ersten Enthusiasmus kaputtkloppen, ohne je die tiefere Bedeutung dessen für andere zu erkennen oder zu respektieren.

Dieser Beitrag wurde von Kidogo Gepard am 21.07.2011, 18:55 Uhr editiert.

21.07.2011, 18:46
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Selena
Leopard(in)




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Selena ist offline
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Olala, nach diesem Plädoyer muss ich mir aber erstmal den Pelz schütteln.

Zitat:
Original von Kidogo Gepard
Ich meine die Seelengebundenheit - sei es als Wer-Kreatur, sei es als Mensch mit einem Seelentier oder als ein Tier in menschlicher Form. Aus meiner Sicht unterscheidet sich die Empfindungstiefe wie sie zum Beispiel Weres innewohnt gar nicht so sehr von den Menschentieren. Die Emotionen, Gedanken und Sehnsüchte müssten aus meiner Sicht ziemlich ähnlich sein. Von „einer leichteren Vorstellung des inneren Tieres“ kann nicht die Rede sein.


Soweit gehen unsere Ansichten über das eigene Selbst hier gar nicht auseinander. Ich habe einfach nur von den Furrys gesprochen, die ich persönlich erlebt habe. Wenn mir hier nun Einer begegnet, der das alles völlig anders sieht, werde ich seine Argumente in mein Gesamtbild miteinbauen und danke ihm für die Horizontserweiterung.

Es tut mir Leid, wenn du dich von mir irgentwie auf die Pfoten getreten gefühlt hast. Ich wollte niemanden persönlich beleidigen.
Aber ich freue mich hiermit noch einen der einen von der Forengeneration vor mir angelockt zu haben
Ganz liebe Grüße Selena


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20.07.2011, 22:02
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Phantom
Panthera lupus




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Phantom ist offline
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Ich muß gestehen, ich hatte insgeheim gehofft, dass der Thread den ein oder andern wieder herlockt.


Und zu den Furrys kann ich nur sagen, dass es ihnen scheinbar ähnlich ergeht wie Hartz IV-Empfängern. H4ler sind alles faule Schmarotzer, Furrys sind einfach nur verrückt und/oder "pervers".

So suggerieren es die Medien, also wird es wohl so sein...


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20.07.2011, 21:47
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PattWór
Crond'Llor




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PattWór ist offline
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Herzlich willkommen zurück, Kidogo. Du hast mich mit deinem unerwarteten Erscheinen doch sehr überrascht − zugegeben, positiv überrascht. In diesem Sinne erst einmal ein herzliches Willkommen zurück von meiner Seite.

Dein, wie gewohnt, sehr eloquenter und ausführlicher Beitrag erklärt Vieles und hilft, Missverständnisse zu beseitigen und unvollständige wie einseitige Bilder über das Furry-Fandum zu vervollständigen. Auch lieferst du eine Erklärung dafür, dass das Bild des Furry-Fanduns in den letzten Jahren so gelitten und viele seiner Facetten verloren hat.

Leider wurde das Feld der Öffentlichkeitsarbeit eben dieser "lauten, extrovertierten Minderheit" überlassen, die ja das Furrybild maßgeblich bestimmt hat. Die von dir beschriebene Majorität hat sich stattdessen angewiedert von dieser Minorität abgewendet und sich aus der Öffentlichkeit in die Stille der Verborgenheit zurückgezogen. Wen wundert es da, dass dann Wertungen und Interpretationen wie die von dir zitierten Textstellen entstehen?

Noch einmal, danke für dieses vorbildliche Posting, Kidogo.


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Homo lupo lupus est.
Scisne, homo, quod lupum essendum profecto significat?


20.07.2011, 14:10
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Kidogo Gepard
acinonyx jubatus




Dabei seit: Februar 2002
Herkunft: Serengeti, hinten links

Beiträge: 518
Kidogo Gepard ist offline
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Mag das zwischenzeitliche Furrythema einschließlich meines jetzigen Beitrags ein wenig vom eigentlichen Thread-Inhalt abweichen, möchte ich manche der jüngeren Aussagen dennoch nicht unkommentiert stehen lassen, da diese aus meiner bescheidenen Sicht entweder sehr einseitig und demnach unvollständig oder schlicht weg nicht richtig sind.

Allen ungläubig Dreinblickenden sei versichert, dass ich tatsächlich noch lebe - nicht mehr taufrisch aber noch fit genug um mich an meine Account-Daten zu erinnern

Der Begriff des Furrys hat für mich eine ähnlich verallgemeinernde Veranlagung wie der des Trekkies oder des Gothics und beschreibt erst einmal ganz vage den Bezug zum Tier ohne eine Wertung zuzulassen oder eine nähere Beschreibung zur einzelnen Person abzugeben. Die krasse Verallgemeinerung und die resultierende Verschiedenartigkeit der hierin zusammengefassten Individuen erlaubt überhaupt kein Generalurteil.

Tatsächlich hat ein jeder Furry ein anderes Gefühl von dem was ihn als diesen kennzeichnet und hat auch folglich ein subjektives Bild von dem was furry bedeuten müsste. Ist die seelische Verbundenheit zum/zu seinem Tier die Gemeinsamkeit, unterscheidet sich Ausprägung der Verbundenheit innerhalb des Fandoms doch sehr. Hier reicht die unvollständige Palette von Wesen, die sich als reales Tier begreifen, jene, die sich als anthropomorphe Gestalt (vom Aufrechtgehenden Realtier, hin zum Sprachbegabten und Toon) ansehen, wieder andere erkennen sich als Wer-Kreatur, andere haben Totems oder Krafttiere.
Dem aufmerksamen Wer werde ich jetzt vermutlich auf die Pfoten treten, da sich diese gern von Furries distanzieren (zum Teil verständlich). Meiner Begriffsauffassung geschuldet, unterwerfe ich sie als Untergruppe aber dennoch dem Furry-Überbegriff.
Die Liste möglicher Fandomanhänger wird ergänzt durch Leute, die an der Zeichenkunst Gefallen finden, durch Autoren, die das Tier in jeglicher Form zur Grundlage ihrer Fiktionen machen, durch Menschen, die fern einer sexuellen Mensch-Mensch-Ausrichtung Gleichgesinnte suchen und Sympathisanten, die das bunte Treiben in der Community interessant finden.

Zitat:
Furrys sind eine niedliche Modeerscheinung, aber nicht mehr. Man sucht sie sich nicht aus, seine Tiernatur. Sie ist da, immer stets neben dir wie ein zweites ich von Lebensanfang an ..[].. Es ist einfach eine zweite Seele, die man hat, die bewirkt das man die Welt durch vier Augen sieht, anstatt durch zwei und damit auch viel mehr wahrnimmt als andere Menschen.


Lassen wir der Subjektivität freien Lauf und legen meine Empfindung des Furryseins (ich erkenne mich selbst als reales Tier) als Definition fest. Ich bezeichne das im Verlauf des Textes einfach mal als Menschentier. Ausgehend hiervon ist ein Furry keine Modeerscheinung, Furry ist eigentlich nur eine junge Bezeichnung dessen was man ist – es gibt Furries nicht erst seit dieser Begriff verwendet wird. Weder sucht sich ein Furry sein Tier aus noch wechselt er es. Das Tier ist dabei kein Begleiter, kein zweites Ich oder Schutzgeist, man selbst ist dieses Tier – von Geburt an. Dieses zu wechseln dürfte nur schwerlich möglich sein.

Zitat:
Ich habe noch einmal ein bisschen über Furrys nachgedacht und glaube, daß denen ihr Menschsein einfach zu langweilig ist. Sie wünschen sich Tiere zu sein, um ihre animalische Seite auszuleben zu können.


Fast hätte ich gesagt, dieser Ausspruch sei eine Unterstellung, da er schlecht recherchiert ist.
In der Tat lässt sich nichts davon auf den Furry anwenden. Es ist keine Frage der Langeweile, streng genommen ist es zu keiner Zeit je eine Frage, da es ja nicht so ist, als könne man es sich aussuchen, was man ist und ob man es überhaupt sein möchte. Ich denke, hier muss unbedingt noch einmal von den Empfindungen des Einzelnen (für mich der Kern als Furry) und den möglichen Erscheinungs- und Ausdrucksformen in der Community getrennt werden.

Manches Menschentier belässt es bei seiner Selbsterkenntnis, mancher trägt sein Selbst auf T-Shirts nach außen, wieder andere drücken ihre Gedanken und Gelüste in Form von Zeichnungen aus, gehen des Vollmonds durch die Wälder. Mancher überträgt es in seine Paarungsgewohnheiten und der Nächste tingelt von einer Convention zur anderen um endlich wieder seinen Fursuit auszuführen, in dem er das versinnbildlichen darf, was er nach außen eigentlich sein müsste.

Manches wirkt albern, manches grotesk und doch ist es allenfalls eine Form des Ausdrucks, so wie jedes Fandom eine Form der Selbstdarstellung hat. So haben die Trekkies ihre Uniformen, die dunkle Fraktion ihre düst‘ren Outfits und Furries ihre Fursuits und Halsbänder.

Alles Sichtbare gibt keinerlei Einblick in die Seele des Furrys, über das Tiersein und dem einhergehenden Konflikt mit sich, der Umwelt, der ewigen Sehnsucht nach etwas, was man äußerlich nie sein wird, der ewigen Sehnsucht nach etwas, dem man nie begegnen wird. Kein angeheulter Mond, kein Fursuit gibt Aufschluss über die Empfindungen. Weder wird die Authentizität der Empfindungen gemindert noch wird deren Tiefe verstärkt. Es ist lediglich eine Form des Ausdrucks, manchmal ist es zum Teil Kompensation.

Zitat:
Das erinnert mich an einen gewissen Schlag von Spießbürgern, die sich allsamstäglich betrinken weil sie nun die Legitimation haben, ihre Versteckten Säue rauszulassen, um am nächsten Tag zu tun, als nichts gewesen.


Jene hier angesprochenen Personen sind allenfalls eine Begleiterscheinung einer jeden Interessensgruppe. Ich bin mir sicher, dass sich in der Gothic-Ecke reichlich Sympathisanten herumtreiben, die die Szene als sexuelle Spielwiese für sich missbrauchen und ihren gewohnten Paarungsritualen noch ein, zwei Spielarten mehr zugestehen. Ist es schlimm? Nein. Sind es Gothics. Nein.
In der Furry-Community ist das nicht viel anders und ich würde sogar so weit gehen, dass es auch nicht wirklich schlimmer als in anderen Fandoms ist. Zugegebenermaßen sind gerade diese Leute in einschlägigen Foren besonders laut und werden entsprechend wahrgenommen. Zudem schwingt beim Thema der Freizügigkeit stets der Gegenstand sexueller, gattungsübergreifender Ausrichtungen mit, der dem Ganzen noch ein wenig mehr Gehör verleiht. Sind das Furries? Nein.

Zitat:
Lifestyle-Furrys stellen sich, das mit dem inneren Tier leichter vor, als es ist, können aber auch nicht an diesem inneren Reichtum teilhaben.


Wenn ich von Furries spreche, dann meine ich keinen, der Mal einen Wolf gesehen hat, seitdem Wölfe cool findet und sich dabei noch wünscht, selbst einen zu verkörpern. Ich meine damit keinen, der die sexuelle Offenheit mancher Furries unter dem Deckmantel der Seelenverwandschaft für sich nutzt um alles ins Bett zu zerren, was er bekommen kann. Ich meine damit auch keinen, dessen Interesse allein dem bisweilen pornographischen Portfolio der Fandoms-Kunst gilt. Ich meine damit keinen, der sich wöchentlich am Glücksrad ein neues Seelentier erdreht und sich je nach Laune das passende aussucht. Sprich – ein Großteil derer die sich Furry wähnen, würde ich nicht als solche begreifen.

Ich meine die Seelengebundenheit - sei es als Wer-Kreatur, sei es als Mensch mit einem Seelentier oder als ein Tier in menschlicher Form. Aus meiner Sicht unterscheidet sich die Empfindungstiefe wie sie zum Beispiel Weres innewohnt gar nicht so sehr von den Menschentieren. Die Emotionen, Gedanken und Sehnsüchte müssten aus meiner Sicht ziemlich ähnlich sein. Von „einer leichteren Vorstellung des inneren Tieres“ kann nicht die Rede sein.

Furry ist nicht Furry. Vielleicht sollte man auch mal den Wikipedia-Artikel zum Thema umarbeiten, da dieser aufgrund seiner Einseitigkeit nur mäßig zutreffend ist und das, was das Furrysein (für mich) ausmacht, gar nicht erst wiedergibt.

Dieser Beitrag wurde von Kidogo Gepard am 20.07.2011, 13:25 Uhr editiert.

20.07.2011, 13:13
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Selena
Leopard(in)




Dabei seit: Juli 2011
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Zitat:
[I]Original von Phantom
@Selena: ne, sowas kenn ich zum Glück nicht.


Da hast du wiklich Glück gehabt, ist mir aber auch nur einmal passiert und damals war ich dreizehn.
Mit den besten Grüßen Selena


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17.07.2011, 20:34
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