Registrierung Kalender Tigerforum-Chat Häufig gestellte Fragen Suche Mitgliederliste Moderatoren und Administratoren Statistik Database Galerie TopListe Glossar Startseite
Tigerforum » Allgemeines » Tierschutz und Umweltschutz » Artenschutz, CITES, Redlist » Auf Großwild in Afrika » Hallo Gast [registrieren|anmelden]
« Vorheriges Thema Nächstes Thema » Druckvorschau | An Freund senden | Thema abonnieren | Glossareintrag vorschlagen
Antwort erstellen Neues Thema erstellen
Autor
Beitrag
Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Deutschland
Bayern (DE)
Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
Themenstarter Dieses Thema wurde von Sesshoumaru gestartet
Spiegel der TatenAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Für mich hat die Geschichte einen surealen Hauch. Ich habe sie in einer Newsgroup gefunden und fand auch, daß diese er Wert wäre hier gepostet zu werden. Ich kann die Emotionen die Spiritus und Panther heraugelesen haben nachzuempfinden.

Ich sehe in allem einen Spiegel der Taten, nicht einen Spiegel der Gesellschaft. Ich bin mir auch nicht so sicher ob es etwas wie die Gesellschaft überhaupt gibt. Jeder wird individuell für seine Taten verantwortlich gemacht und der Ansatz von "in dubio" kann ab einer gewissen Schwelle eben nicht mehr glasklar ausgelegt werden.

Die Handlungsweise der Geschichte ist wirklich etwas altbacken geschrieben und scheint mir als klassische Parabel nach biblischem Vorbild. Natürlich lasse ich mir gerne vom Gegenteil überzeugen. Zumal mir die Konfrontation mit der Unwirklichkeit des Seies und der Bewertung der eigenen Emotionen wie Dr. Kimbel auf der Flucht erscheint. Teilweise gleichen die entdeckten kleinen Spitze der Suche nach Livingston im Gewissen der Seele eines jeden Lesers. Deswegen glaube ich, daß diese Geschichte Erkenntnis mit Leuten ohne Seele nur begrenzt bieten wird, alle die jedoch kritisch und offen sind, werden ihre individuell-richtigen Schlüsse ziehen können.


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

23.12.2002, 13:50
Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Sesshoumaru senden Homepage von Sesshoumaru Schicke Sesshoumaru eine ICQ-Nachricht  
Panther
Pantherkönig




Dabei seit: Juni 2002
Herkunft: Camargue/France
Camargue (F)
Beiträge: 734
Panther ist offline
  Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

ich habe also nun gelesen endlich diese geschichte. ich hatte etwas muehe damit, denn sie ist nicht nur geschriben in fremdsprache, ich fand sie auch komisch geschriben. nun weiss ich was es war. sie ist geschriben in eine alte weise. ist es eine alter geschcihte von frueher?

die ganze zeit ich war hin- und hergerissen da. ich mag jagd nicht, aber ich habe teilweise gesehen bei diese jaeger achtung vor den tieren, in dem sie ihnen auch eingeraumt haben, sie zu toeten, wenn sie koennen und nciht deswegen haben angesehen tiere als wirklich ungeheuer. ich mich hab gefreut, als wolf liess loewin an leben und gleichzeitig ich mich habe gewundert darueber: warum ergreift einen jaeger bei grossartigen anblik und der schoenheit und anmut und kraft eines tieres der drang und die grosse freude, dieses wunderbar wesen zu toeten? warum?

ich bin nicht jaeger und werd nie sein, darum ich kann wol nicht verstehen das vorgehen in die herzen von ihnen.

dann es wird geredet von traum eines lebens zu toeten ein grossartiges tier? es wird geredet von tollen trophaen. das mich auch macht wutend. und doch ist da andere seite, doch seltsamer weise eine gewisse feinheit in gedanken. die unglaublichste kontraste ich erlebte in diese geschichte. achtung und begeisterung? und doch ausloeschung gerade davon? wenn diese geschichte spilt in fruhere zeit, wie ich vermute, diese menschen konnten beinah nicht anders handeln, weil war zu tief in ihnen drin. heute ich koennte mir vorstellen, dass gerade leute wie wolf gehen auf safari mit foto apparat und nicht mit gewehr, denn ich hab gesehen nicht nur rein schlechtes in diese mensch hier.

in andere leider ist vorhanden nur spass an toeten. hier in diese wol doch alte geschichte war mehr drin. heute wolf wuerde nicht mehr toeten. er wuesste mehr und wuerde bedenken das alles.

non nimand kann hassen menschen, wenn er liebt tiere und niemand kann hassen tiere, wenn er liebt menschen. wir gehoeren zusammen und das wird bleiben so ... menschen, die verachtend mit tieren umgehen, gehen dies auch mit ihre mitmenschen. gukt euch doch um. wenn also menschen die menschen achten und respektieren, werden sie es auch tun bei tiere, wenn sie das noetige wissen auch haben. und das wissen wir alle wir koennen vermitteln in unsere umfeld. auch mit schreiben einfach oder mit reden einfach. aus all diesem wissen um die dinge, dann wird entstehen eine aenderung.

es nicht hat sinn zu jammern und schimpfen. anpaken auf diese art, anpaken, indem wir informieren und hoffen auf aenderungen und nicht immer nur mekern, aenderungen kommen sowiso nicht. das nutzt keinem. es nutzt keinem zu sehen alles nur imer negativ und hoffnungslos. klar, so sich aendert nix. stimmt. aber es geht auch anders. resultate sind oft nicht gleich zu sehen, aber sie werden kommen.


__________________
Panther Koenig Jamie oder auch CJP ...

23.12.2002, 11:20
Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Panther senden Homepage von Panther Schicke Panther eine ICQ-Nachricht AIM Screenname: keinen YIM Screenname: keinen MSN Passport: jamiemorand@hotmail.com  
Spiritus, der Panther
Träumer




Dabei seit: Oktober 2002
Herkunft:
Nordrhein-Westfalen (DE)
Beiträge: 892
Spiritus, der Panther ist offline
  Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Hab mir das also gestern durchgelesen, bis mir die Augen wehtaten und ich den Text kaum noch entziffern konnte. Leider ist das erhoffte Happy End nicht gekommen... Die leben ja immer noch!
Nen kurzen Moment dacht ich ja echt dieser Wolf hätt ne Erleuchtung gehabt, als er über die Sinnlosigkeit seiner Jagd nachdachte, und dann hat er doch weitergemacht, auch wenn er die Löwin verschont hat. Hätt der nich unter dem Elefanten verrecken können, oder der Büffel nochmal nachtreten können?
Ja, ich hasse Jäger! Und ich ertrage den Tod nicht!
Wenn mir jetzt jemand nen Strick drehen will, weil ich oben um den Tod der Typen gradezu bettel... es gibt 6000000000 Menschen, oder mehr! Wie viele Elefanten gibt es, wieviele Nashörner, Löwen, Tiger, ...? Wie sollen Menschen bitte einschätzen können, was eine gesunde Bestandszahl ist?

Und so bleibe ich dazu verdammt unter Menschen zu leben, auch wenn ich einräume, das manche doch okay sind, aber das sind die wenigsten. Aber es sind halt auch nicht alle anderen, die das ganze spaßeshalber oder der Profitgier wegen machen, den meisten ist es einfach egal...

S, d P
...doch die Leoparden kriegten sie nie


__________________
In Gedenken an Jamie Morand a.k.a. Pantherkönig
Vom 31.07.1975 bis 22.02.2003
Don't know where you are, but I'm whit you..

Das Leben ist der Sinn...

22.12.2002, 20:23
Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Spiritus, der Panther senden  
Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Deutschland
Bayern (DE)
Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
Themenstarter Dieses Thema wurde von Sesshoumaru gestartet
Auf Großwild in AfrikaAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Seit Monaten stand nun die Neusiedlung im Wituland verlassen am Weg. Wo waren die Eggerts geblieben, waren sie doch noch auf ihren Jagden verunglückt? Die Eingeborenen des Landes gaben Trommelsignale von Stamm zu Stamm. Einige Häuptlinge schickten Späher aus, und die englische Regierung gab ihren Askaris und Wildhütern Befehl, nach den deutschen Jäger Wolf und Peter Eggert und nach dessen Frau zu suchen, die seit fast neun Wochen verschwunden waren. Auf der Polizeistation Kilifi am Indischen Ozean liefen bald Nachrichten ein, die vom schweren Existenzkampf der Berufsjäger berichteten. Man erfuhr, daß Peter Eggert und seine Frau zunähst die Siedlung im Wituland gegründet und erbaut hatten, bis dann später der jüngere Bruder Wolf oder Wolfi, wie die Eingeborenen ihn nannten, aus der Heimat zu ihnen gekommen war. Das Leben der Berufsjäger wurde bald allgemein bekannt. Auf den Pflanzungen erzählte man sich ihre Abenteuer, die sie mit den Tieren der Wildnis gehabt hatten. In den Hotels besprach man das unheimliche Los der Weißen, aber nie wurden die vielen Gerüchte vom Tod durch Giftpfeile, oder vom Unglück auf der Jagd bestätigt. Natürlich vermutete man in dieser Zeit, daß die drei Deutschen vielleicht von Lichtscheuen Elfenbeinräubern überfallen seien, wie es vor Jahresfrist einer Expedition im nordöstlichen Kenya passiert war. Man glaubte, daß vielleicht auch Schlangen oder das Fieber ihren Tod herbeigeführt hatten. - Genaueres wußte man zur Zeit noch nicht.

Eines Tages war Peter Eggert in den Steppenbusch des Witulandes gekommen, um zu siedeln. Auf der neunzehnten Meile lenkte er sein Fahrzeug vom Hauptweg durch die Gräser, und da, wo seit Ewigkeiten nur Tiere und Regendächer den Wechseln folgten, entstand ein Weg für Fahrzeuge und Menschen. - - Solange die Welt bestand, hatte hier der Zufall das Leben geführt - jetzt aber regierte der Mensch. Ein Grashaus entstand, man baute sich Betten aus Zweigen und Laub, und zum ersten Male gingen hier Kühe um, die nicht frei waren, sondern sich nach dem Willen der Menschen bewegten und ihren Hirten folgten. Die Büffel und Antilopen verließen damals ihre Heimat. Die Wildherden beugten sich vor der Witterung des Menschen und zogen in die Wälder, um frei zu leben. Lärmend verließen auch die Affen bald ihre Verstecke. Dann aber ging ein Wandel um. - Ducker und Zwergantilope zogen in die nähe der Menschlichen Behausung zurück, um Schutz vor den Raubtieren zu finden, Schlangen und Eidechsen wohnten bald im Wetterschutz des Grasdaches, und viele Vögel umschwirrten die Kühe, um Insekten zu picken. Der Löwe dieses Gebietes fürchtete sich aber nicht vor der Nähe der Menschen. In dunklen Nächten umschlich er das Haus des siedelnden Jägers und suchte Einlaß durch die Dornenwälle. Zitternd stöhnten dann Kühe und Ziegen. In diesen Nächten wurde der Siedler von seiner Frau geweckt, leise entsicherten sie Pistole und Büchsen, flackernd fiel der Lampenschein durch das Dachgeflecht der Fenster. Die Frau stand im Schutz der Waffen. Sie wich nicht von der Stelle ihres Mannes, bis das Raubtier unsicher abzog, um am Rande des Hochwaldes schauerlich zu brüllen.

Plötzlich führte der Mensch nicht mehr das Leben dieses Gebietes an. Eines Abends griff der Wille des Löwen mächtig ein in den Beginn der Zivilisation. Dieses Afrika wollte nicht freiwillig weichen, um das Land den Tiersklaven und den Menschen zu lassen. Der Hirte, ein junger Mwanyka-Boy, kam ängstlich in das Grashaus gerannt und schrie, noch halb erstarrt vom Geschehen im Busch: "Ei" Löwe, Herr, ein großer Löwe hat die Mutterkuh und ihr Kalb gerissen." Und der Boy verschloß in seiner Angst die Tür, als ob er sich vor dem Räuber fürchtete, der ihn vielleicht für den Verrat töten würde. Der Jäger nahm seine große Büchse. Ernst lud er Hohlspitz Kugeln, und seine Frau folgte ihm mit der Waffe. Diese Menschen waren gemeinsam in die Wildnis gezogen, um sich eine Heimat zu Schafen. Jetzt galt es, gemeinsam zu kämpfen. Zaghaft deutete der Mwanyka seinem Heeren den weg sichernd und vorsichtig umgingen sie die dichten Grasinseln dann standen sie unter einer einsamen Sumpfpalme beim toten Kind, das bereits von Fliegen umschwärmt wurde. Ein mächtiger Prankenschlag hatte die Halswirbel der Mutterkuh gebrochen, und Bißwunden am Kopf zeigten, daß der Löwe seinem Opfer den Schädel eingedrückt hatte. "Er kommt in dieser Nacht zurück," flüsterte Peter Eggert der Jäger, "wir müssen ihn töten, wenn unsere Siedlung gedeihen soll." Da die Dämmerung schon im Osten stand, eilten die Menschen zurück zum Grashaus, um Gerüststangen und eine Leiter zu holen. Sie bauten einen Hochsitz über der toten Kuh. Im Lichtschein der trüben Petroleumlampe drehten sie Baststreifen und Kokosseile, mit denen sie die Gestänge befestigten. Bevor der Mond sein Licht durch die Abendnebel am Horizont fand, bestieg das Siedlerpaar den Ansitz.

Sagt nicht, daß ein Jäger wahnsinnig ist, der seine Frau mit in die Gefahren der Tropennacht hinaufnimmt. Sagt nicht, das seine Frau besser zu hause bliebe. Diese Menschen haben noch keine Massive Wohnung, sondern leben im Grashaus. Nur aus dünnen Maschendraht sind die Fenster gemacht. Natürlich hat die Frau große Angst, ihre Knie zittern, sie hält sich fürchtend im Gestänge des Hochsitzes und wartet neben dem Jäger auf dem Löwen. Es ist aber gut, daß sie nicht allein hinter den trockenen Graswänden ihres Hauses liegt, denn der Räuber könnte kommen und sie aus den Decken zerren. Was soll der Siedler anderes tun als seine Frau mit hinausnehmen gegen den Feind ihres Lebens? Es ist nicht möglich, daß sie zum Nachbar geht er wohnt fern auf der siebenten Meile am Hauptweg zur >Stadt. "Ich fürchte mich," flüsterte die Frau," aber ich will ihn erschießen, wenn er kommt." Nun ist es so im Land der Steppen, daß der Löwe um Mitternacht brüllt, wenn er zur Jagd die Herden treibt. Aber zum geschlagenen Opfer kommt der König der Tiere schweigend zurück. Immer heller wurde die Nacht. Schon oft brach ein Zweig, es raschelten die Gräser, und der Jäger suchte überall zwischen den wogenden Halmen den Mörder seines Tieres. Kein Riedbock warnte, wo waren die Ducker geblieben? Weil die Witterung des Löwen im Wind stand, hatten sich die Antilopen längst verzogen und suchten Schutz auf nacktem Grund, wo weite Sicht sie schützte. Die tote Kuh war vom Hochsitz nicht zu erkennen. Oft glaubte Peter Eggert unten die Bewegung des Raubtieres zu vernehmen. Einmal sogar entsicherte er leise sein Gewehr aber immer hatte er sich getäuscht.

Plötzlich halt ein verhaltener Laut durch gleitende Halme. Der Mähnenlöwe kommt. Der Mann sucht den Kopf des Mörders über dem dunklem Visier seiner Waffe. Er weiß nicht, daß seine Frau krampfhaft den Angstschrei unterdrückt, er ahnt nicht, daß sich die tapfere Siedlerin gegen eine Ohnmacht wehrt. Der Mann beugt sich weit vor und schiebt den Büchsenlauf vorsichtig aus dem Schatten, um besser zu sehen. Die Frau fühlte jetzt nur noch das runde Holzgerüst, immer dunkler lastet die Nacht auf ihren Augenliedern. Der starke Mähnenlöwe steht am Fleisch, jetzt umschnürt er das Aas und tupft widern die Gräser ab, er ahnt plötzlich eine Gefahr. Da kantet hartschlagend die Büchse aus den Händen der Siedlerin, zwei weitestgehende Lichter äugen von unten auf, die Büchse fällt, und im Augenblick liegt das Raubtier flach am Boden und ist noch im ersten Schrei unschlüssig zu Flucht. Der Jäger ist jetzt so erregt, daß er nicht gleich alles erfaßt, er schaut schnell zur Seite, und würgt plötzlich selbst an einen Schrei. Die Frau schwankt und gleitet durch die Stäbe. Erstarrt blickt der Jäger ihr nach in die Tiefe. Der Löwe packt zu. Jetzt flüchtet das Raubtier und schleift schleift eine schwere Last durch das gleißende Gras. Da brüllt Eggert so verzweifelt auf, daß der Räuber noch einmal verhofft, er verliert sein Opfer, jetzt springt er vor gegen die Witterung des Jägers und äugt selbst erschreckt in die dunkle Krone der Sumpfpalme. Schüsse schneiden ihre Stichflammen durch den Schatten. Das Gras rauscht und weht, ein dritter Knall verhallt über der weite. Noch weiß der Siedler nicht, was geschehen ist. Er merkt nicht, wie sich sein Büchsenriemen oben im Antlitz verhackt, er fühlt nicht mehr die Leitersprossen unter seinen Füßen er sieht nur immer noch das Bild des schleppenden Löwen und hofft, daß das Raubtier mit dem toten Kind flüchtete. Die Frau liegt wirklich noch ohnmächtig unten am Stamm der Palme. Der Jäger wirft sich schnell über sie, um ihren Herzschlag zu vernehmen sie lebt ist sie verletzt? Ganz nahe hinter ihm fauchte es plötzlich im Gras.

Der Löwe kommt wohl zurück? Die Büchse ist oben. Irgendwo im Gebälk des Ansitzes hängt sie, unerreichbar. Deutlich und nah faucht das Raubtier vor dem Jäger in der Deckung. Die Waffe der Frau liegt wohl hinter dem Stamm? Ein Griff, die Mündung ist frei, entsichert. Der Mann steht jetzt neben der Siedlerin und wartet auf den Absprung seines Feindes. Es faucht gleichmäßig weiter im Versteck. Röchelt ein Tier? Liegt der Räuber angesogen am Boden? Das monotone Röcheln verschluckt sich und verstummt. Jetzt gurgelt es noch einmal wieder auf, und durch das Schweigen der Mondnacht entflieht der letzte Lebenslaut des Tieres. Die Frau ist dann plötzlich erwacht. Trotz ihrer Schwäche richtete sie sich mutig auf, um weiter zu helfen, aber der Jäger sieht schon, wie sich hinten am Dornrnkrall seiner Siedlung eine Lampe aus dem Gezweig löst. Sein Diener Rabiabu und der Hirte kommen mit einer Fackel, um zu sehen, ob der Heer den Feind tötete. Da ruft die Frau dem erregten Eingeborenen zu, daß der Löwe gefallen sei. Am nächsten Tag bewegte sich das Leben auf der Siedlung im Wituland wieder nach dem Willen des Menschen. Weiter regierte Peter Eggert, und die Siedlerin stand an der Seite ihres Mannes im Schutz seiner Waffe. In den folgenden Tagen hatten sie sich dann mit ihren Eingeborenen eine Dornenmauer um ihr kleines Anwesen gebaut, und es schien fast so, als ob die Wildnis ihnen ein en Platz frei gab, um zu Leben. Schon hatte man mit einigen angeworbenen Mwanykamännern Bohnen und Maisfelder angelegt. Die Ananas Stecklinge gediehen, und im saftigen Grün leuchteten junge Bananentriebe am Weg vor einem hundert Kokospalmen, die Peter Eggert von einem Araber gekauft hatte. Eines Tages entdeckte man jedoch am Ziegen und Rindviehkral mächtige Trittsiegel, diesmal eines Leoparden. Kam wirklich noch Einmal die Wildnis zurück, um die Menschen wieder zu vertreiben? Sollte der Jäger und Siedler noch einmal um sein Gastrecht kämpfen müssen?

Die Nachrichten über den Leoparden mehrten sich. Rabiabu der Diener sah auf dem Weg zum Ozean wirklich einen ganz großen. Eines Tages kam sogar ein Junge aus dem Busch und berichtete, daß sie beim Holzschlagen eine Leopardenmutter mit großen Jungen sahen. Im Mwanyka Dorf hatten die Bestien Hühner und Hunde geraubt und Jussuf erzählte immer wieder, wie der Leopard, den er kürzlich sah, die Pfoten geleckt hätte. Als Peter Eggert aber eines Abends von der Stadt kam und selbst einer dieser königlichen Räuber im Scheinwerferlicht erkannte, beschloß er, diese gefährlichen Tiere unschädlich zu machen. Sechs Tage versuchte man, sie zu fangen. Sie legten zwei und drei eisen aus, warteten, bis die Fallen den Geruch des Waldes angenommen hatten, und streuten Fleischstücke von einer Ziege dazwischen vergebens. Wer war nun der Mann ihn zu fangen? Das konnte allein Rabiabu der Fischer und Hausboy. Auf einem dicken Affenbrotbaum am Weg zum Ozean baute er einen Hochsitz im dunklen Wald. Die Strickleiter, die sie noch vom Brunnenbau hatten, reichte bis auf die erde. Zwei Nächte legte der Boy Ziegenfleisch unter den Baum, und jedesmal war es am Morgen gefressen. Endlich war alles richtig. Der Mond kam erst spät am Abend. Rabiabu, Eggert, das schwere Jagdgewehr, eine Blendlaterne und eine lebende Ziege zogen vor Sonnenuntergang zum Hochsitz, um den Leoparden zu schießen. Es war der alte weg zur Küste. Im Arbeiterlager der Siedlung saßen die Leute schon zur Nacht vor ihren Hütten und kochten Maisbrei und Bohnen. Ein Mwanyka Vater legte die Nachtfeuer um seine Maispflanzung. An und hinter seinen Feldern tobte eine Affenherde durch die Bäume. Ein Perlhuhnvolk rief sich ratternd zusammen und suchte für die Nacht einen dunklen Laubbaum.

Die kleine Ziege trotte artig am Kokosseiel hinter Rabiabu her und rief ihr Unglück in den Abend, - - ganz in der ferne antwortete das Muttertier im Kral. An der Grenze des Hochwaldes lagen vier dicke Bündel aus Palmenblättern im Gras, die Rabiabu schon vor tagen wickelte und die inzwischen verregnet waren und daher nicht mehrt nach seinen Händen rochen. Diese dicken Pantoffeln schnürten sie unter ihre Füße, um möglich wenig Menschegeruch auf dem Weg zurückzulassen. Unter dem Affenbrotbaum lag auf einer freien Stelle ein anderes Kokostau, das an einer Wurzel verknotet war. Schnell hatte Rabiabu die Ziege daran befestigt und band das Seil , an dem er sie führte, an seinen Gürtel. "Riecht nach Menschen, "flüsterte er, "wir müssen es mit nach oben nehmen." Zwei Wildwechsel, die man vom Hochsitz aus nicht überwachen konnte, waren mit schweren Leopardeneisen verlegt. Starke Leute hatten die Stahlfedern Rabiabu gespannt, und die runden Bügel auseinandergebogen. Schon die geschlossenen Fallen sahen unheimlich aus die Eisenzähne fasten lückenlos ineinander. Nachdem Rabiabu die Lage der Eisen beschrieben hatte, erstiegen Eggert und er die Strickleiter, zogen Büchse und Graspantoffeln nach oben und legten sich auf einen breiten Ast. Eine sorgfältig verschnürte Holzgabel aus feinsten Zweigen war so angebracht, daß Eggert seine Büchse hineinlegen konnte. Der klagende ruf der Ziege halte durch den dunklen Wald, und es war sicher, daß der Leopard kommen würde, um sie zu schlagen.

Der Hochsitz war so gewählt, daß die kühlere Brise ihre Witterung über den Wald wehte, und die Luftströmung durch die Wärme der Korallen über der Küste aufstieg. Rabiabu sollte die Blendlaterne bedienen. "Wir warten, bis er die Ziege gerissen hat," flüsterte er. Die Ziege zog am Seil hin und her. Der Jäger erkannte den weißen Schimmer ihres Körpers auf dem dunklen Boden, oft sprang sie mitten im Schrei gegen den Stamm des Affenbrotbaumes, dann schnürte das Seil ihre Stimme, und ihr Ruf erstickte gurgelnd im Hals. Das arme Tier tat Eggert leid, er flüsterte Rabiabu zu, daß er früh genug die Lampe anleuchten müsse, damit der Leopard vor dem Sprung den tödlichen Schuß erhielt. Sie saßen vielleicht zwei Stunden reglos auf ihren Plätzen. Durch die Öffnung in der Baumkrone sah man nur den hellen Schimmer des Himmels. Eggert hoffte, daß die Ziege bald ruhiger werden würde, so ertrug er die Angst des Tieres nicht mehr lange. Er war immer bereit, vor Mittleid vom Hochsitz zu steigen; aber er hoffte, daß sie bald ruhig werden würde. Sie stand jetzt schon ganz still, sprang nicht mehr hin und her, sondern rief nur noch mit zitternder Stimme. Sie wurde heiser. Der Jäger sagte sich auch, daß sie vielleicht das Leben der ganzen Herde retten würde, wenn ihm der Abschuß des Leoparden gelang. Plötzlich hörten sie das brechen eines trockenen Zweiges im Wald. Es konnte nicht weit gewesen sein, denn der Schall kam vom Ozean her, und die Küste war nahe. Warten geduldig warten! Da brach es ganz laut und deutlich im Busch. Jetzt kam der Schall vom Berg und Eggert drückte den Büchsenschaft an die Schulter, um Bereit zu sein. Deutlich vernahm er das Rascheln im Laub. Ein Zweig schlug durch die Luft, und die Zweige wurden plötzlich wieder unruhig. Es war ganz windstill geworden, der Ozean dröhnte weit, weit. Seine Knie zitterten vor Aufregung. Gleich wie der Lampenschein hinabfallen und die Lichter des Raubtier werden nach oben glühen. Sein Finger lag am Stecher.

Jetzt sprang die Ziege verzweifelt gegen das Seil und ihre Füße stampften den Boden. Da neigte sich Rabiabu vor und flüsterte: "Bwana, nicht Schießen, es ist ein Mann." Das Lampenlicht fällt im Kegel durch die Dunkelheit, und Eggert erkennt wirklich neben der Ziege einen Kerl in zerrissener Kleidung. Sofort denkt er an einen Eingeborenen, kann ihn aber nicht erkennen. Der Mann hält sich seinen Hut vor die Augen und sucht sich tastend einen Weg in den Schatten. Rasselnd fällt die Strickleiter vom Hochsitz, schlägt unten auf. Die Ziege zerrt am Seil. Die Augen des Kerls haben sich jetzt schon soweit an das Licht gewöhnt, daß er plötzlich die Leiter erkennt, er merkt , das jemand an diesem Seil herunterklettert, um ihn zu halten. Wie ein aufgejagtes Steppentier springt er in den dunklen Wald, fällt über scharfe Korallen, läuft gegen Äste und Bäume und drückt sich knackend in die sichere Finsternis. Rabiabu hängt mit einem Arm an der schwankenden Leiter: "Wart!" ruft er, "steh! Da sind Fallen!" brüllt er laut. Es ist der Goanese, der verrückte Goanese aus der Palmenpflanzung," sagte er zu Eggert, "der läuft jetzt in unsere Schlageisen!" Das Licht gleitet mit dem gewandten Rabiabu an der schwankenden Leiter nach unten. Wie ein Scheinwerfer fällt es durch die Schatten der Baumkronen, kreist dann über den Boden, klebt wie eine runde Scheibe, am knorrigen Stamm, schwangt, folgt dem Seil und beleuchtet die Ziege. Endlich ist Rabiabu unten, für einen Augenblick blendet das Licht, und dann wird alles dunkel und still. Jetzt steht Rabiabu hinter dem dicken Stamm, um den flüchtenden Kerl zu leuchten, aber das Unterholz nimmt das Licht, es dringt nicht zu den gespannten Schalgeisen auf den Wildwechseln. Eggert ruft, so laut er kann, um den flüchtenden vor den Eisen zu warnen.

Dann steigt er an der schwankenden Leiter in die Tiefe. "Der Goanese folgt dem Wechsel," sagte Rabiabu, "gleich, gleich wird das Eisen ihn schlagen." Gequält und heiser blökt die Ziege am straffen Seil hinter dem Affenbrotbaum. Im dunklen Wald knackt ein Stock, ja, der Ganese folgt dem Wechsel. "Herr er wollte die Ziege nehmen, er hat sie von seiner Pflanzung aus gehört und glaubte, unser Hirte sei ein schlechter Hüter seiner Tiere und hätte sie im Wald verloren. Dieser Goanese kommt oft am Abend in das Lager, er verkauft am Zahltag Palmwein an die Leute und gibt nur Kupfercente zurück, wenn er roten wechselt. Du weißt, sie behandeln uns wie Hühner, die nicht rechnen können, wie Hühner." Rabiabu macht dabei mit der Hand die flüchtende Bewegung eine Huhns. Traurig setzt er hinzu: "Nun müssen wir Tage warten, der Leopard wird in den nächsten Nachten nicht klommen, wir brachten zuviel Lärm in seinen Wald." Plötzlich durchschneidet ein stahlharter Schlag die Dunkelheit. Der Laut klirrender Ketten legt sich um alle Bäume und Ranken, und es scheint, als ob Schloß und Eisen die Vegetation gefangennähme. Eggert und sein Boy lauschten erstarrt in den Wald. Ängstlich rennt die Ziege im Kreis und umschnürt mit der Leine die Knie Rabiabus. Während er sich von der Kokosschnur befreit, die Ziege wieder an der Baumwurzel befestigt und dann lange in den Wald horcht, Sagt er: "Der Mann hat sich gefangen, der Goanese liegt im Eisen." Du kannst es nicht wissen, er mag den Ast zwischen die Bügel gestoßen haben nein, er wird nicht gefangen sein, hörst du ihn rufen hörst du ihn rufen Rabiabu!" "Bwanna, ich hörte, das die Bügel auf Fleisch und Tuch schlugen. Bwanna, horch, wie die Ketten klirren, der Goanese ist gefangen." Sie gingen näher und erkannten im Lampenschein das braune Lendentuch und den Arm eines Kakihemdes im Busch. Sie sahen die scharfen stahlharte an den Bügeln, die fest geschlossen das hielten, was sie faßten. Die Glieder der kette schimmerten auf schwarzem Boden, und lose Erde lag aufgewühlt umher. Unter der Spannung der Greifer sahen sie auch den mageren Fuß des alten Gaonesen im Eisen.

Wie ein gefangenes Tier, das sich reglos und Stumm seinen Schicksal ergibt, so lag der Goanese auf dem Boden. Sie sprachen ihn an, Eggert faßte seine Hand, Rabiabu beleuchtete sein Gesicht, aber kein laut entfloh den Schmerzverzerrten Lippen des Gefangenen. Mit funkelndem Augen sah er in das Licht. Blätter und Erde bedeckten seine Brust, die sich heftig hob und senkte. Dann legten sie den Alten flach auf den Rücken, beugten ihn die `Knie und schoben das Eisen gegen seinen Körper. Sie stellten sich dann auf die Gespannten Stahlfedern und erkannten, das die Bügel nicht nur das Bein, sondern auch den Ast hielten und dadurch dem Mann der Knochen erhalten war. Eggert klemmte seine Lampe in die Gabel eines jungen Baumes, und während Rabiabu mit aller Kraft die Eisen auseinander hielt, schob er den Kolben der Büchse quer zwischen die Bügel. Der Goanese erhob sich, befreite sein Bein und humpelte, ohne sich umzublicken, stöhnende Nordwärts in die Dunkelheit. Auf dem Weg zum Lager trottete die Ziege hinter dem Siedler her. In einer Sumpfpalme schrie ein Nachtaffe, und durch den Lichtkegel der Lampe schwirrten Tropenfalter. Mäuse huschten über den Weg, und die Augen großer Vögel glühten über den Radspuren. Sie flogen verstört mit einem Warnruf auf, um sich weit Voraus wieder zu setzen. "Bwanna, du mußt jetzt immer auf den Goanesen achten, er wird sich rächen, "sagte Rabiabu, bevor er zum Schlafen in das Boyhaus ging. Peter Eggert fürchtete die Rache dieses Mannes kaum. In dieser Zeit dachte er immer nur an den Leoparden, und in langen Nächten umleuchtete er immer wieder den Kral seiner Tiere aber ließ Feuer anlegen, um den Räuber seinen Mut zu nehmen. Da stand eines Tages ein Mann am Zaun der Siedlung und wartete auf eine Unterredung, "was willst du?" ruft Eggert ihn an. "Ich nehme Arbeit Herr." Wie heißt du?" "Ich heiße Mandole, Herr, ich bin ein Fleischjäger, ich esse die Fährten und rieche Wild." Wieviel möchtest du verdienen?" "Gib mir achtzig Schling, Herr, oder soviel., wie du mir geben willst!" "weißt du, wieviel Geld du verlangst?" "Nein, Herr, ich kenne die Zahlen nicht genau, aber ich möchte für dich Arbeiten." Mandole wurde für zwölf Schilling im Monat bei Maismehl und Fleischrationen eingestellt. Er schien stark und zuverlässig zu sein, und da Eggert hoffte, dieser Mann würde ihn an den Leoparden bringen, wollte er ihn bald auf einer Jagd an der Küste prüfen.

Da die Eingeborenen aber in Ostafrika vor ihrer Anstellung ihre Kräfte über alles rühmen, um dann doch auf der Expedition zu versagen, beschloß er, diesen Mandole gleich in der kommenden Nacht mitzunehmen. Ehe er den Leoparden weiter nachstellte, galt es Warzenschweine zu erlegen. In der Nähe einer Fährte hatte er wiederholt starke Warzenschweinfährten gefunden, die aus einer Sisalplantage über den Treibsand der Küste führten, und ohne viel Anordnungen zu geben , überließ er Mandole die Jagdvorbereitungen. Der neue Mann sollte ein Korallenriff, das vor dem Treibsand aus dem Indischen Ozean ragte, als Antlitz herrichten, und sie wollten dann im Vollmondlicht vom Riff aus zunähst einige Warzenschweine schießen. Am Abend stellte es sich heraus, daß der Platz gut vorbereitet war. Auf dem scharfrandigen Korallenriffs hatte der Eingeborene volle Säcke mit Seegras ausgelegt, so daß ein aushalten auf dem Lager bis zur nächsten Ebbe möglich war. Noch vor Büchsenlicht hörten sie bald das austreten der Warzenschweine. Laut brachen sie einige von Krebsen bewohnten Nuscheln auf. Egget erkannte durch das Glas die massigen Schatten der Tiere am Waldrand, aber der Mond stand noch zu tief, um ihn gute Einsicht zu geben. "Was werden wir tun? Glaubst du, daß wir hier einen starken Keiler schießen?" flüsterte der deutsche leise, und Mandel war wohl wirklich Jagdkundig, denn er machte Zeichen, das die Tiere bald in die Sisdafelder wechseln würden, um gegen Morgen über den Sand zurückzukommen.

Nun dunkelte eine unheimliche Nacht aus höher steigendem Wasser zu ihnen herauf. Die Wogen, die sich zuerst noch an einer äußeren Koralenwand gebrochen hatten, überfluteten bald die Hindernisse und warfen sich so mächtig gegen den einsamen Felsen, das er jedesmal erbebte und rauschend sein Wasser aus den Schluchten in die Wellentäler zurückschüttete. Die Jäger vernahmen keine Laute mehr, ihre Ohren rauschten, und die brodelnde Flut glühte im Meeresleuchten von millionenfachen Phosphorschimmer. Wie ferne Bogenlampen flammten Qualen in der Tiefe auf, und lang treibende Seetangstreifen zerrissen im Strudel und vereinigten sich über weißschimmernden Schaum. Langsam stieg der Mond in den schwachen Glanz der Sterne. Jetzt erkannten sie wieder deutlich ihren Antlitz, auf dem alle Korallenvorsprünge von großen tastenden Krebsen klebten. Immer, wenn eine Woge hinauf in das scharfe Gestein leckte, huschten diese ekelhaften Tiere bis an ihren Lagerplatz heran, und die langen, Spinnenhaften Beine der Tiere hielten sich sogar an den Büchsenlauf oder hackten in die Säcke. "Der Teufel soll dieses treiben und alle Warzenschweine holen, verhext ist diese Nacht, die jetzt Wolken aus dem Osten holt, um uns die Sicht zu nehmen. " Es schien diesmal nichts zu werden mit der Jagd auf diese seltsamen Schweine. Die Jäger fühlten, das die Wogen immer höher in die Schluchten griffen, und zitterte der Fels so stark, daß Eggert seine Büchse aufnahm, und sie fest zwischen die Säcke an die Seite des Boys Mandole legte. Plötzlich fällt Eggert ein, das gerade nach der ersten Vollmondnacht hier an der Küste eine hohe Springflut einsetzen kann, und als der Mond wiedereinmal sein Licht durch die friedlichen Wolkenbänke warf, erkannte er, daß ihr Lager schon umspült wurde. Vor ihnen tauchten Schildkröten auf, tauchten unter, und hinter ihnen im tiefen Fahrwasser, schimmerte das Lichtermeer eines Passagierdampfers, der sicher Post von seinem Bruder Wolf an Bord hatte.

Vielleicht träumte der Jäger länger diesen Brief aus der Heimat entgegen, die ihn die Nachricht vom Eintreffen Wolfs Eggerts bringen würde. "Wie willst du, wahnsinniger Buschneger, jetzt ein Fahrzeug besorgen, das uns hier retten kann?" Aber Mandole schien es zu wissen. Er schnürte seinen Gürtel fester, verstaute die dünnen japanischen Leinenschuhe zwischen den Steinen, und bevor der Deutsche ihn halten konnte, glitt er vom Fels in die leuchtende tobende Flut. Deutlich erkannte Eggert ein Funkensprühen des Meeres um den Körper des Schwimmers, und als endlich der Mond wieder schien, sah er, wie sich Mandole mit aller Kraft gegen den Strom hielt, um gegenüber den Pfad zur Fähre zu erreichen. Hatte der Boy sich vielleicht doch zuviel zugetraut? Waren etwa Haifische in der Nähe? Natürlich kannte dieser gebürtige Hochlandneger nicht die Heftigkeit der Springflutströmung, die ihn mit zäher Gewalt abtrieb. Zum Glück schien der Mond jetzt länger durch ein großes Loch in der Wolkendecke, aber auch das Wasser stieg immer schneller, und rollte Woge auf Woge über den Felsen. Ein Sack nach dem anderen riß sich unter Eggerts Knie los, das Salzwasser brannte in vielen Wunden, die er sich überall gerissen hatte, sein Glas beschlug, und daher erkannte er nur undeutlich die Umrisse des schwimmenden Eingeborenen. Schließlich fand der Deutsche eine Stelle, an der seine Füße guten halt hatten. Er richtete sich vorsichtig auf, und versuchte nun den Schwimmer drüben an der Sandbank mit dem Zielfernrohr seiner Büchse zu finden.

Zum Glück hatte der tapfere Boy fast die Küste erreicht. Eine schwere Last viel von Eggert ab, und er dachte gerade, das er den guten Mandole zum Aufseher seiner Leute ernennen wollte, als er plötzlich erkannte, das der Boy im seichten Wasser am Ufer stand, und anscheinend völlig erschöpft war. Was, geht er nicht bis zum Weg, um sich auszuruhen? Da erkannte Eggert glühende Lichter, erkennt plötzlich Tierformen vor den Mangroven im Sand, und wie ein Blitz alle Gedanken zersticht, sieht er zwei Leoparden, die den Müden Mandole gestellt haben, und sich jetzt sogar tastend Vorrücken. Schreckliche Sekunden Quälten ihn endlos. Die Nadel seines Zielfernrohr schwankt über dem Neger, sie schiebt sich, zwischen die Körper der Raubtiere, und er wartet den Druck einer Welle ab, um sicher zu schießen. Immer wieder zeigen sich Mangrovenzweige im Glas, jetzt liegt wieder der Körper seines Boys vor dem gestochenen Schuß im Kreis der Linse, und wieder zwingt eine Woge den Jäger in die Knie. Wenn nur das Mondlicht bleibt! Nun schieß doch, du mußt deinen Boy durch einen Knall befreien. Aber Augenblicklich weiß Eggert auch, das die Kugel Treffen muß, denn von Warnschuß erschreckt, kann eines der Tiere sich ins Wasser stürzen und den Boy töten.

Eine unerwartete Ruhe gibt Eggert endlich die Sicherheit zum Schuß. Mandole hat sich tief in das Wasser gekauert. Frei steht ein Leopard im leuchtenden Sand Klick - die Munition versagt, zu naß ist wohl die schon die Patrone. Wieder zittern des Jägers Hände. Was jetzt geschieht, weiß nur noch das Glück, er selbst stößt in das Magazin der Waffe und sucht nach einer Blechschachtel mit trockener Munition unter dem Tropenhut. Das Mondlicht bleibt! Hinter dem Deutschen drohen schwere Wellen heran. Warte! Jetzt bebt der Stein nur noch schwach, er wird vom hohen Wasser gehalten aber die Strömung der Wogen hat den Jäger inzwischen so sehr umfaßt, das er sich völlig durchnäßt erhebt. Nur sein Hut, und die letzte Munition ist noch trocken. Das Schloß springt endlich zu. Er leuchtet den Sand am Ufer ab, Mangroven wehen noch im licht. Wo bleibt Mandole, wo sind die Raubtiere? Der Deutsche wagt nicht, das Gewehr abzusetzen. Suchend dringt sein Blick durch das Zielfernrohr ins Gesträuch, schnell überfliegt er den Sand, jetzt folgt er dem Patt zur Küste, und eine entsetzliche Ahnung drängt sich ihm auf. "Mein guter Mandole ist nicht mehr, fort sind auch die Leoparden," flüsterte er leise. Nur noch zerrissene Schaumfelder und Seetangstreifen treiben dahin. Die Flut fällt jetzt schnell. Eggerts Mund verzerrt sich zu einem nervösen Lächeln. Er kennt dieses starre, krampfhafte Gefühl, er beißt sich die Lippen wund und verflucht das Tropenland mit seinen jähen Überraschungen.

Wie lange starrte er schon auf die Zeiger seiner Leuchtuhr? Die trüben Zahlen glühen und verschweigen ihm die Zeit, ertrunken ist selbst das kleine Werk an seiner Hand. "Fällt jetzt das Wasser, damit ich trockenen Fußes den Weg zum Ufer gehe, den Mandole für mich in den Tod schwamm?" Da schnaufte es plötzlich unter ihm am Fels, ein dunkler Schimmer nährt sich dem Riff, ein Arm greift empor, "Mandole?" "Bwana!" antwortete die Stimme des Totgeglaubten. Eggert packt zu, er reißt seinen guten Boy herauf, jetzt hält er ihn fest am Gürtel, und ohne die Angst zu Ahnen, sagte Mandole leise; "Herr, warum hast du die Leoparden nicht geschossen, als sie vor mir am Ufer standen?" "Du lebst, wo kommst du her, wo blieben die Tiere?" "O Herr, ich tauchte wie eine Schildkröte in die Tiefe, die Leoparden sind sicher zurück in den Wald gewandert." Wolf Eggert war auf die Siedlung in das Wituland gekommen. Der junge zwanzigjährige Bursche arbeitete trotz Hitze und Sonnenbrand und vergrößerte mit einigen Mwanyka Leuten die Felder der kleinen Wolf Eggert war auf die Siedlung in das Wituland gekommen. Der junge zwanzigjährige Bursche arbeitete trotz Hitze und Sonnenbrand und vergrößerte mit einigen Mwanyka Leuten die Felder der kleinen Besitzung. In der Trockenzeit rodeten und verbrannten sie den Wald, pflanzten Mais, vergrößerten die Herden und hielten sich Hühner, die eingeführt aus Europa, im Klima glänzend gediehen. Bald zeigte es sich, daß die Siedlung mehr aufbrachte, als die drei Deutschen zum Leben verbrauchten.

An langen Abenden planten die Männer größere Jagdunternehmen in das Hochland. Sorgfältig errechneten sie die Unkosten gegen die Gewinne, die ihnen eine Elefantenjagd bringen würde. Natürlich war der Abschluß eines schweren Elfenbeinträgers sehr teuer, da aber die Prämien in Tanganjika niedriger waren als in Kenya, beschäftigte sich Wolf Eggert mit dem Gedanken, zur Großwildjagd an den Kilimandscharo zu reisen. Mit allen Farmern und Bekannten besprach er die Aussichten, bis man ihn überall verspottete und ihn nur noch den Elefanten Eggert oder Elefanten Wolf nannte. Dieser Hohn kränkte den jungen Deutschen so sehr, daß er schließlich heimlich seine Expedition in die fernen Reviere vorbereitete. Eines Tages kamen erfahrene Safarimänner auf ihrer Durchreise auf die Siedlung, und bald hatte Wolf Eggert sie in tausend Fragen verwickelt. "Wie geht es deiner Büchse zeig uns mal dein Steilfeuergeschütz!" sagten die Männer zu ihm, und Wolf ging zum Schrank, strahlte vor Glück, holte seine geliebte Waffe und reichte von Mann zu Mann. Der Tabak Schulze lobte das Gewehr auch Herr Bohlmann von der Kaffeeplantage sagte das ihm das "Geschütz" liege nur der Jäger sei zu leicht. "Bist viel zu klein für dieses Kalieber, ha ha ha!" Weil Wolf Eggert dann wohl traurig und ernst die große Meinung vertrat, daß nur starke Gewehre einen Tiereisen umlegen würde, nannten auch sie ihn halb den Elefantenwolf. Der junge litt unter diesen Name, sparte Geld um Geld, und als eines Tages Eingeborene aus dem Hochland kamen und Bericht gaben, daß starke Elfenbeinelefanten auf 3000 bis 4000 Meter Höhe am Kilimandscharo umherzogen, trug er heimlich sein Geld zur Behörde. Mit zitternden Händen legte er seine Ersparnisse auf den Zahltisch, erwarb den teuren Abschluß und durchwachte eine Nacht vor Jagdfieber und Angst.

Er bat Peter um Urlaub. Er sprach nur von einer Reise in das Gebirge und hütete sein Geheimnis. Ohne Begleitung zog er aus. Sein Rucksack war nach einem längst erprobten Plan gepackt. Acht Tage reichte sein Vorrat aus Hartbrot, und Tee. Für drei Schilling kaufte er Meißel und Hammer, um vielleicht mit ihnen Stoßzähne auszumeißeln, und zwanzig Schilling gab er einen Inder für die Fahrt bis Marangu. Er wohnte eine Nacht im Hotel eines Deutschen auf 1800 Meter Höhe und legte am Morgen eilig sechs Schilling auf sein Bett. Bevor der Tag erwachte, nahm ihn der Pfad zum Hochwald auf. Wenn ein Jäger allein durch den Urwald eines Berrgriesen pirscht, wenn Wolken fallen, und wenn die Schneefelder und subtropischen Zonen dieses Kilimanscharos seine reviergrenzen sind, dann ist er wohl noch kleiner, viel , viel weniger als ein Insekt, obgleich er halt an seiner guten Büchse findet. Wolf Eggert steigt und steigt auf schmalen Felsweg gegen den höchsten Berg des afrikanischen Erdteils. Er will das größte Wild der Welt erlegen, weil man ihn den Elefantenwolf nennt. Wartet mit euren Hohn, der junge Jäger hat lange für diese Jagd gearbeitet und gebart. Dünner wird die Luft, Wolken treiben. Es leuchtet der Schneekrater des Ribo durch die Baumkronen, und es glüht in der Tiefe die flammende Steppe mit winzigen Seen und grauen Buschreifen. Der Wald ist finster. Quellen gurgeln in den Schluchten. Plötzlich findet Wof Eggert mächtige Bruchstellen im Holz, es ging wohl ein Sturm durch den Wald, der die Äste zerbrach und ihr Laub abstreifte. Da sieht der Jäger graubraune Losungshaufen, fest umpackt er das Gewehr. Sein Mut versinkt, und mit einem Mal fühlt er, wie winzig klein sein Geschoß ist, und wie groß und stark ein Jäger sein muß, um ein Tier zu töten, das Bäume spielend zerbricht, um ihr Laub zu fressen.

Wolf Eggert setzt sich ängstlich an den ausgetretenen Wechsel und schaut zurück ins tiefe Land. Wie lacht man wohl jetzt aus der Siedlung. Sein Geld ist weg, und aus den Jagdträumen seiner Kindheit ist eine haltlose Jägerangst geworden. Es ist wohl besser, umzukehren, um die Jagd mit einem Führer noch einmal zu versuchen. Der Jüngling erkennt die Höhe der Tiere an den Bruchstellen im Gezweig und weiß, das die Kolosse die Kraft und die Intelligenz eine Jahrhunderts haben. Wie unheimlich und fremd ist dieses Revier für einen, der nur die Jagd seiner Heimat kennt. Aber sein Rucksack sagt, daß er acht volle Tage hier Leben kann, und seine Ehre verbietet ihm, umzukehren. So folgt er jetzt dem Wechsel der Elefanten und will sich einen Baum suchen, einen großen sicheren Hochsitz, um tagein, tagaus aufzupassen. Vielleicht gelingt ihm der Abschuß. Er denkt an die Kanzel seines Vater im Rheinischen Rehrevier. Wie ist der Urwald dagegen wild und finster! Paviane melden blaffend, daß ein Fremdling umhergeht, bunte Vögel schreien, und einmal bricht es wild und lärmend im Geäst, aber die Dämmerung beschützt ihr Tierreich vor den Augen des Menschen. Der junge Jäger ersteigt einen Baum und durchwacht die Nacht im heulenden Bergwind. Er denkt an ein Rabel an seinen Vater: "Kapitalen Elefanten erlegt." Am dritten Tag. Unter ihm liegt der finstere Wald. Grell leuchten die Schneefelder oben am Krater, und zersetzte Wolken jagen unter ihm über die Baumkronen. Sein Herz springt vor Freude, so leicht, so unendlich schön ist diese Einsamkeit. Jetzt packt ihm eine aufbäumende Angst, der Sturm zerdrückt sein Stöhnen, bewegungslos preßt sich seine Brust an den Boden. Elefanten sind in bedrohlicher Nähe! Neun Urgewaltige Tiermassen stehen vor ihm im kümmernden Busch. Ein mächtiger Bulle kommt heran und bricht durchs Gezweig. In der Schlucht stehen graue Tierleiber im Schatten, überall schwanken Elefanten mit greifenden Rüssel und flammenden Stoßzähnen.

Der junge Jäger springt entsetzt in Deckung. Jetzt erreicht er eine Wasserrinne, rennt Bergab, Steine rollen dröhnend voraus, aber dann findet er sich und faßt sein entsichertes Gewehr. "Elefanten!" Er wollte einen dicken Tierriesen abschießen, nun waren es so viele, daß er kaum wagte, aufzuschauen. Die Zeit half ihm. Sie brachte ihm langsam den Mut zurück. Er flüsterte das verhaßte Wort seiner Freunde: Elefanten Wolf. Er verlacht schon die Deckung und geht aufrecht in den Tod um ein Jäger zu sein. Schon erkennt er die Schatten der Schlucht. Schnell betet er um den großen Sieg und sieht schon die grauen Massen am Hang. Nur nicht denken! Die Sonne scheint warm. Sie ruhig, Wolf Eggert! Deutlich unterscheidet er Bullen und Kühe an der Länge ihrer Stoßzähne. Die Tiere haben ihn wohl noch nicht eräugt und schlendern gelangweilt weiter. Noch erkennt er, wie die Leitkuh der Herde durch die Steile Schlucht wandert, und weiß, daß alle Tiere diesen Wechsel nehmen. Der Jäger hat die Schlucht unterhalb der Herde erreicht und wartet. Plötzlich hellt es auf. Die gegenüberliegende Wand schimmert im licht. Wolf springt vor, um die Wand im Rücken zu haben, damit ihm kein Tier von hinten anfallen kann. Über ihm durchquert ein altes weibliches Tier vertraut die schmale rinne. Der Jäger Volt ihm mit der Büchse, er wartet. Wann kommt der große? Wieder jagt eine Wolke durch das tiefe Himmelblau und wischt ihre Schatten über den grellen Schnee. Im Nebel rollt dröhnend ein Stein aus dem Wechsel der Tiere, und bricht an dem Jäger vorbei tief und tiefer zu Tal. Die Elefanten tasten dahin. Ein Riese nach dem anderen durchquert jetzt die Schlucht. Zwei Jägeraugen starren in den Dunst.

Grell fallt neues Licht herab und blendet, es zersticht die Augen. Die Schlucht ist leer, nur Halme bewegen sich im Wind. Da schieben sich leuchtende Stoßzähne vor. Der große Bulle erkennt den Fremdling, quer stellen sich mächtige Lauscher, sein Rüssel tastet im Wind, und das Untier verharrt, um gleich die Herde zu warnen. Ein drohender Knall. Hinter dem Ohr sitzt das schwere Vollmantelgeschoß aus der guten Büchse. Langsam, Ruck um Ruck fällt das Riesentier auf den Boden. Ohne das entsetzliche geschen zu begreifen, steht der junge Jäger gespannt am Fels. Seine Füße kleben am Boden. Erstarrt ist seine Kraft. Der getroffene Elefant überschlägt sich, bricht vor und rollt mechanisch stoßend tiefer heran, Direkt auf den gelähmten Jäger zu: Schlagende Laufsäulen ragen empor, es windet sich ein schwerer Rumpf, und schneller drückt es bergab. Steine schreien Nacht. Wolf Eggert fühlt, wie ein Tierleib ihn in die Bucht der Steinmauern preßt. Eine Zähe warme Wand hält seinen Körper zitternd umfangen. Jetzt erkennt der Jäger das Unglück. Der tote Riese war mit seiner ganzen Masse in die Enge Schlucht gerollt und klemmte den Jäger fest in den Spalt der Rückwand. Der rechte Fuß Eggerts brannte, auch sein Arm war schon festgepresst, daß alle kraft nicht ausreichte, um sich zu erheben. Das Schloß der Büchse hatte sich über dem Gürtel verhackt, kein halt an der wand half ihm bei der Befreiung. Immer schmerzhafter drückten sich die Steinkanten in sein Rücken. Zunähst gelang es dem unglücklichen Jäger, unter drückenden Schmerzen seine Füße ein wenig zu bewegen, und auch seine Hand preßte er freier, um sie unter sein Gewehr zu legen, aber die zeit verrann, und die Muskeln des Tieres umschlossen hart und fest alle Glieder des Jägers.

Die Sonne brannte aus tiefblauen Himmel auf den Schnee und strahlte über den großen Sieg des Jungen. Wolf Eggert lag nach allen Strapazen der letzten Tage in einer tiefen Ohnmacht. Rotglühend verdämerten die Schneefelder in die Nacht. Als der Jäger vor schmerzen erwachte, verwischte die angst schnell seine Müdigkeit. Es gelang ihm, beide Arme zu befreien. Bevor die Blähgase den Elefanten auftrieben, hatte er den Meißel in seinem Rucksack erreicht. Dieses Werkzeug gab ihm die Freiheit. Mit letzter Kraft zerrte er mühsam Stück um Stück aus der zähen Decke, und die Sonne stand wieder hoch am Himmel, als er wie eine Ameise endlich über sein großes Wild kroch und die mächtigen Elfenbein Trophäen leuchten sah. Lang lag der Jäger erschöpft und dankbar vor seinem Tier. In seinem großen Glück war er wohl viel, viel kleiner als ein Insekt zwischen den Schneefeldern und Tropenzonen des Klilimandscharo. "Kapitalen Elfenbeinträger erlegt!" kabelte er einige Tage später an Peter und seinen Vater nach Deutschland. Er unterschrieb die Depeschen mit "Elefanten Wolf". Nach diesem großen Erfolg mietete er sich den Boxboywagen und einen Eingeborenen von einem Bekannten Pflanzer und fuhr Rastlos umher, um seinen vierzehntägigen Jagdschein auszunutzen.

Schon in den ersten Tagen fielen bei Tavetea nacheinander seine Buschböcke, Grants und Ornyx. Ohne sich zeit zu gönnen, fuhr er in Nächtlicher Autofahrt in die Serrengetti, um die seltenen Säbelantilope zu erlegen. Dann brachte ihm sein Jagdglück einen Wasserbock vor die Büchse, und nebenbei so in den Zwischenzeit fielen kleine Ducker, Moschusböckchen und selbst ein Warzenschwein, das er vom Wagen aus auf einer Buschlichtung entdeckte. Rastlose Jagd vom Norden in den Süden, von Gnusteppen zum Kudubusch vom Schwarzfersenrevier in die Zebrasteppe. Nachts lag er ruhend in seinem Fahrzeug, während sein schwarzer Fahrer ihn in ein anders Jagdgebiet fuhr. Des Tages aber zog er, von dem Boy begleitet, pirschend umher, zwölf Tage schon, zwölf Tage schon voller Nervenanspannung, mit schmerzendem Handgelenk, vom steten Tragen der schweren Büchse. Jede Sekunde konnte ein Büffel ihn im dichten Wald annehmen, Riesenschlangen lagen auf Ästen im Sumpfgebiet, sein Boy erschlug eine schwarze Mamba, Nervenanspannung vom grauen Morgen bis zum Sternenlicht, Gefahren durch Skorpione, Malariamücken und Stechfliegen. Schließlich war seine Kraft zu Ende, traurig lag er am Morgen im Boxbody, weil er die Hoffnung auf die schönste Trophäe seiner Jagd, einen Löwen, aufgab. Der Jäger Wolf Eggert, gönnte sich am Letzten Tag seiner Jagderlaubnis Ruhe. Das Rastlose hin und her hatte ihn an einen Steppensee gebracht, dessen Brackwasser in dieser Zeit alle Vögel der ausgetrockneten Gegend an sein Ufer lockte.

Wolf Eggert benutzte diesen letzten Jagdtag, um, einst im reinigen Revier, Hühner aller Art zu Jagen, die hier zu Tausenden lebten. Als sein erbeutetes Federvieh schwer am Gürtel hing, fühlte er plötzlich die Sinnlosigkeit seines Tuns. Wofür schoß er, wer würde sich nach der Jagd über seine Beute freuen? Sein diener vielleicht der noch Fleischberge im Vorrat vom letzten Wasserbock hatte? Zog er etwa hier mordend umher, um Wild zu schießen, für das er, weit entfernt von aller Kultur, keine Verwendung hatte? Wolf Eggert dachte daran, wie man sich zu Hause freute, wenn er Fasanen und Rebhühner auf den Küschentisch warf. Mochten jetzt noch so starke ketten vor ihm aufsteigen, es rannten Perlhühner ratternd durch das Gras, der Jäger nahm seine Schrotflinte nicht mehr von der Schulter, sondern hielt nun Richtung auf die Felswand IM Westen, um von da sein Fahrzeug leichter zu finden. Sie folgten einem Wildwechsel, sahen Ginsterkatzen und Klippdachse, zogen weiter. Pfefferhacker fielen schwer durch die Luft, als sie eine Hügel entstiegen, der mit gewaltigen Findlingen bedeckt war. Plötzlich erstarrte der Jäger im Schauder. Wolf Eggert zog, jeder Bewegung vermeinend, Fuß um Fuß zurück, drückte sich an den Stein, bückte sich langsam und fand gute Deckung. Der diener hatte am Blick seines Herrn erkannt, das die Ursache jener plötzlichen Bestürzung weiter Voraus im Geröll der Findlinge zu suchen sei, aber eine ihm angeborene Vorsicht ließ auch ihn jetzt zurücktasten.

Und immer noch sprach der Jäger kein Wort. Nie sah der Eingeborene so blitzend blaue Augen bei einem Europäer. Am Nordhang des Hügels steckte Wolf Eggert dann seine kleine Pistole zurück in den Gürtel, und stockend sprach er zu Juma, dem diener: "Du sollst wie ein Wind zum Wagen Rennen und in deiner rechten Hand die Kugelbüchse bringen, links aber trage viel Munition, laufe um diese Dinge , um beides, zwei Teile Büchse und Kugelgeschoße." "Was wirst du schießen?" fragte juma noch bestürzt, aber er merkte, das es besser sei, sofort loszurennen, ohne die Antwort abzuwarten. Der Herr war totenblaß. Ich will dir zehn Schilling geben, wenn du wie ein Blitz durch den Bori eilst." Der Jäger war allein. Er drückte seine feuchten Händezitternd gegen sein Gesicht und flüsterte ergriffen: "Nun laßt mir noch dieses Glück, dieses einzige große Glück, und ich will ein ganzes Leben der Vorsehung dankbar sein." Unauslößlich stand vor ihm das Bild der kapitalen Löwin, die er plötzlich am Fels in seiner Nähe entdeckt hatte. Noch sah er das auffallend hell leuchtende Fell, sah den teilnahmslosen Blick der halb geschlossenen Lichter im Sonnenschein, und eine unwiderstehliche Macht zwang ihn jetzt noch einmal, um den Hügel zu schleichen, damit er das friedlich ruhende Tier beobachtete. Mit seiner kleinen entsicherten Pistole ging er um die Findlinge herum vermied jedes Geräusch und schob etwa brechendes geäst vorsichtig mit dem Fuß auf die Seite. Jetzt hält er sich mit aller Kraft an einem Spalt, er klettert einen vorspringenden Fels wagt sich an den Rand und sieh von hier den ruhenden Kopf des Raubtieres, dessen Körper von Gräsern und Gerölle verdeckt ist. Der Wind kommt so günstig, daß Wolf Eggert länger verweilte.

Wird er schon in wenigen Stunden den kapitale Trophäe in seinen Händen halten soll er am letzten Tag seiner Jagderlaubnis noch soviel Glück haben und den Traum seines Lebens in einigen Stunden erfüllt sehen? Da erhebt sich das Raubtier tritt hervor, schüttelt sich locker im Fell. Nicht die Angst einer drohenden Gefahr, sondern die furcht, die Löwin könnte abgehen, erfüllt den ergriffenen Jäger. Dieses Bild! Dieser unauslöschliche Eindruck! Wie leicht könnte er ihr jetzt die Kugel antragen unfehlbar ein ganz sicherer Schuß auf vierzehn Schritte. Die Löwin reckt sich streckt graziös rechts und links den Voderlauf, äugt weit zu Tal reckt sich wieder und wendet sich erneut zum Lager. Sie hat sich zurück in den Schatten gelegt, so das der Jäger nur noch einen gelbschimmernden Teil ihres Kopfes erkennen kann. ",Brav königliche Hoheit gut so, mein Tier," haucht der erlöste Beobachter gegen die rauhe Felssplatte und zieht sich sachte Zug um Zug am Stein zurück. Tauben rufen ta - ta - ta ta ta im typischen Klang des afrikanischen Morgens, Perlhühner rattern, und weit in der Ferneebras sind, leben Löwen, ein altes Gesetz der Steppe. Das ungeduldige warten auf Munition und Büchse macht den Jäger fast Wahnsinnig. Seine zitternden Hände greifen immer wieder in die dürren Gräser, er malt sich aus, wie er noch schießen will, wenn sich die Bestie zum Angriff erhebt. Darfst nicht unvorsichtig deine Munition vergeuden, warte bis zum Angriff, redet er sich zu. Aber alles bleibt still. Da erkennt er weit, weit am Waldrand die schlanke Gestalt seines laufenden Boys. Juma, sein Fahrer, Juma heißt Tag in der Sprache seines Stamme, und wie ein kommender Tag, der ein langersehntes Glück bringt, eilt der eingeborene heran und trägt Büchse und Munition für einen offenen Kampf, der auch dem Jäger das Leben kosten kann.

Wird Wolf Eggert nun nicht gut schießen und die Löwin verwunden, dann soll sie ihm mit dem Schlag ihrer Pranke dumme Gedanke. "Hier sind deine Wünsche in deinen Händen - Herr", spricht Juma leise, und während er sich müde an einen Stein setzt, knirschen schon die Patronen in Magazin und Lauf. Es knickt das Schloß, und ohne zu sichern, pirscht sich der Jäger zurück zur Felssplatte an die Sonnenseite des Berges. Wieder schiebt sich ein grauer Tropenhelm in Sicht, seine Augen suchen , verzweifelt schaut er weit umher, dann möchte er aufschreien, hält seine bebende Brust zurück und erkennt dann doch wieder den Kopf seiner Löwin im Schatten des Felsens. Weiter tastet er sich in guter Deckung jetzt durch ein wildes Geröll. Diesmal hält er die Kugelbüchse fest in den Händen. Noch zum Vorsprung, zum Dornenbusch, nun mußte er höher, um gute Sicht zu bekommen. Fiebernd zwängt er sich noch den Platz, den er vorher schon für seinen Schutz wählte. Im Aufrichten ist er bereit und weiß, daß gleich sein Schuß fallen muß, denn auch die Löwin wird ihn sofort erkennen, wenn er sich ihr offen stellt. Da zerschlägt ihn ein ungeahnter Anblick Freude und Mut, sein stampfendes Herzerreißt in jäher Verzweiflung vor einem Bild, das sich Machtvoll in seine Empfindung gräbt. Plötzlich Jagd dann ein Freudenschauer durch seinen gespannten Körper, und mit gesicherter Büchse drückt sich Wolf Eggert von Fels zu Fels, durch Schlucht und Geröll zurück zu Juma, seinem Boy! "Willst du nicht Schießen und mir eine Belohnung geben?" fragt der Eingeborene seinen Herrn, und der Herr antwortet in lachender Freude: "Es liegt eine Mutterlöwin mit ihren Jungen am Fels, diese Trophäe geht als Erlebnis ein Leben lang durch meine Tage."

Als Wolf Eggert nach seinen Jagden aus Tanganiska zurückkam, gab es große Freude auf der Siedlung im Wituland. Peter Eggert folgte gespannt den Berichten seines Bruders, und man beschloß schließlich, nach der Ernte einen Lastwagen zu kaufen, um gemeinsam in das Hinterland auf Großexpidition zu Fahren. Die Reise sollte bis zur Regenzeit dauern, aber man machte die Pläne ohne die Tiere der Wildnis. Die gefährliche ostafrikanischen Kaffernbüffel unterbrachen diese Expedition und hielten die Deutschen im Land zurück. Lange suchten viele Askari im Auftrag der Regierung nach den Jägern, bis schließlich ein Wildhüter im Gebirge bei Risigau ihr Lager fand. Hier lag Peter Eggert vor seinem Zelt. Er hatte sich in seiner Verzweiflung in den heißen afrikanischen Boden gescharrt, und seine schwarzen Diener standen ratlos umher. "Der kleine Herr soll den Weg zum Zelt finde, der kleine Her kann nicht getötet sein. Die Tiere des Waldes dürfen ihn niemals zerreißen, den guten kleinen Herrn." So flehte der Missionsschüler Rabiabu um Wolf Eggert, der seit langer Zeit verschollen war. Peter Eggert, der Ältere, hatte sich in die Erde vergraben, weil er die Zeltwände nicht ertrug. Seine Diener sollten mit ihm Wachen, um die Rotschüsse seines Bruders zu hören, wenn der Steppenwind in die schlafenden Gräser fiel. "Er lebt sicher noch, "rief Peter Eggert laut, "Wolf, mein Bruder, lebt, er kommt in dieser Nacht zurück." Graugrün schlich der Tag im Osten auf. Nun wird es Zeit! Jussuf und Mandole sollen in die südlichen Berge gehen und nicht von der Spur des Vermißten weichen. Oh Herr die puren sind längst verweht." "Salim und Hassan, Männer mit Erfahrungen, ihr findet vielleicht den Bruder am Flußlauf im Westen," sagt Peter Eggert, der selbst mit dem Auto an der Bahnlinie suchen will. Plötzlich starrte Rabiabu in die klare Weite, Jussuf und Mandole rennen zum Zelt: "Sie kommen, Herr, schau am Abhang hinten den Steppenbrand, Herr, sie haben das Gras entzündet, um leichter zu gehen."

Peter Eggert preßt sich sein Glas vor die Augen schaut atemlos zu den Rauchschwaden am Hang und erkennt den alten Seelemani, der seinen Bruder Wolf auf der Schulter trägt. Schreiend rennen die Diener, Peter Eggert springt ins Auto Rabiabu aufs Trittbrett alles eilt, um die Vermißten zu empfangen. Bald sind sie bei ihnen. Der alte Seelemani packt seine Last in das Gras, eine schwere traurige Last, die er da eine lange Zeit durch alle Gefahren der Steppe getragen hatte. "Büffel" , sagt dann noch der ermattete Boy, "ein schwerer Rjatibulle hat deinen Bruder angegriffen." Weit in fremder Wildnis seht nun ein einsames Zelt mit einem Kranken. Sie haben den Hochplatz fern unter die Schattenbäume verlegt, die Lieder der Eingeborenen verstummten, und die Schläge der Buschmesser erklingen gedämpft, Bwana Wolf liegt im Fieber und braucht ruhe. Die Wunden heilen langsam. Peter Eggert verbindet dem Bruder die Fußgelenke und kühlt die Beulen am Hinterkopf. Massaifrauen aus fernen Kral bringe Milch in Kürbisflaschen und gute Kräuter, die alle Entzündungen von den Lippen des kranken nehmen, bis er sprechen kann. Endlich sagt Wolf Eggert zu Peter: "Die Tiere der Wildnis haben dieses Recht." Dann liegt erneut Schweigen im Zelt, und die Brüder denken darüber nach das der Büffel, denn der Mensch töten will, auch das recht hat, einen Menschen uz töten. Seelemanai, der Begleiter des Verwundeten, hat sich ausgeruht und macht nun großes Palaver und erzählt schon seit acht Tage dieselbe Geschichte: "Der Büffel, der Hestige , oh!" Aber er hatte selbst nicht viel gesehen, weil er im Laubbaum saß. "Überall bissen mich Ameisen, aber ich bin im Baum geblieben. Der Büffel, der Hestige! Sein schwarzer Leib brach einen Baum um, und die Luft war dick vom roten Staub. Er hat den weißen Herr hochgeworfen ganz hoch, und ließ ihn liegen, weil er ihn für tot hielt.

In den Gesprächen langer Abendstunden fanden die Brüder Anerkennung und Achtung vor diesem Tier, das reglos im Busch steht den Jäger herankommen läßt und ihn dann mit der Wucht seines Nackens durch die Luft schleudert. Es liegt wohl Größe in dieser Ansicht, die dem Tier ein Recht zur Verteidigung gibt. Wochen vergingen. Endlich standen die Brüder wieder vor ihrem Zelt und rüsteten sich, um Büffel zu erlegen. Nun hört de alten Seelemani, er will nicht mit? Will er seinen Herr nicht den Nashornwechsel zur Tränke zeigen, an dem der Angreifer steht? " o Bwana, der hesige Büffel, Bwana, ich habe Mut und Kraft, ich bin ein allestöter, aber den Büffel, Herr, nein, den will ich am Tag nicht wiedersehen, weil er im Traum zu mir kommt und brummt." Alles lacht am Lager, und Jussuf, der Zeltboy, wetzt sein Messer. Jussuf legt Mut in seine Handtierung und ist bereit, den Büffel abzustechen, wenn er seinen Herrn angreifen will. Sie Ziehen zum Buschwald, den Abhang hinan, durch schneidendes Gras Bwana Wolf führt und zeigt den Weg. Jussuf bleibt weit zurück. Sie halten Marschrichtung nach der Schneekuppe des Klimanscharo, dessen Formen in den Morgenstunden verschwimmen. Keiner spricht ein Wort, Peter Eggert deutet mit dem Gewehrlauf auf die Fährten der Giraffen, die im Abdruck an Büffel erinnern. Einmal bricht es auch im Busch, es kracht schwer durch dürres Geäst, aber sie erkennen nicht den Dickhäuter, der vor ihnen flüchtend abgeht. Jussuf, der Mutige, hält sich jetzt nahe an die Jäger. Es ist nun mal so, das sich auch Wolf und Peter Eggert fürchten. Sie wissen, daß augenblicklich der Einzelgänger durch den Busch brechen kann, und das die gefährlichste Jagd der Erde die Büffeljagd im Buschwald ist. Auf den Wechsel riecht es nach Rindvieh. Büffellosung liegt überall. Zerbrochenen Äste am Weg sind vom steten reiben der Tierleiber bölankgescheuert und glänzen. Jetzt erreichen sie die Stelle auf der Wolf Eggert angegriffen wurde. Sie finden die aufgewühlte erde, und lächelnd nimmt Wolf einige Patronen und auch einen ausgerissenen Knopf vom Boden.

Jussuf will seinen Mut beweisen und steigt auf den Ameisenbaum, den er aus den Erzählungen des alten Seeelanami kennt. Hoch oben ist er sehr sicher und dann er hat Aussicht. Jussuf macht erregte Zeichen, er fällt fast vom Baum, und berichtet, das vor ihnen eine Büffelherde durch eine Lichtung heranzieht. "Es sind Kühe und Kälber dabei!" Schnell klettern nun auch die Träger in die Höhe. Sie wissen, daß es gut ist, ein wenig von ihrem Mut zu lassen. Auch kommen sie wohl nur von oben aus zum sicheren, tötenden Schuß. Und die Büffel ziehen unendlich dahin. Man erkennt nur eienen Teil der Tiere, denn die Hauptmasse der Herde liegt im Staub. Kälber, Kühe, schmales Gehörn wuchtige Körper, wie Rinderherden der Massai ziehen sie heran. Es läßt sich nicht schätzen, ob es hundert, ob es tausend Tiere sind. Plötzlich bricht es im Wald staub zieht jetzt träge aus dem Laub des Unterholzes diese kleine bescheidenen Staubwolke wirbelt rot auf. Wolf Eggert sieht dann durch Zweige und Äste die schwarze Wand eines Tierleibes. Der Angreifer! Der Einzelgänger, mit dem abgesprungenen Horn er kommt zurück, er überquert seinen alten Kampfplatz und wittert gleich die frischen Fährten der Menschen. Reglos steht er, lauernd wartet ersetzt um loszubrechen, wenn sich ihm ein Mensch nähern sollte. Da hebt Wolf Eggert sein Gewehr, drückt es gegen seine noch schmerzende Schulter und siegt im Kampf. Der Büffel war gefallen.

Dröhnende Trommelzeichen der Eingeborenen verkündeten bald, daß die Deutschen am Leben seien, und die Akari und Wildhüter brauchten nicht weiter nach den Abenteurern zu und Erlebnissen der Eggerts vom Wituland zu forschen. Oft zogen die Gebrüder später noch auf Großexpedition. Weidgerecht erlegte sie noch manchen Löwen und jagtet Büffel und Elefanten, aber stehst gaben sie den Tieren ihr recht, indem sie auch ihr eigenes leben einsetzten, im ehrlichen Kampf mit der Waffe. Lange suchten viele Askari im dienst der Regierung nach den Jägern, bis schließlich ein Wildhüter im Gebirge bei Risigau ihr Lager fand. Hier lag Peter Eggert vor seinem Zelt. Er hatte sich in seiner Verzweiflung in den heißen afrikanischen Boden gescharrt, und seine schwarzen Diener standen ratlos umher. "Der kleine Herr soll den Weg zum Zelt finden, der kleine Herr kann nicht getötet sein. Die Tiere des Waldes dürfen ihn niemals zerreißen, den guten kleinen Herrn." So flehte der Missionsschüler Rabiabu um Wolf Eggert, der seit langer Zeit verschollen war.


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

20.12.2002, 19:24
Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Sesshoumaru senden Homepage von Sesshoumaru Schicke Sesshoumaru eine ICQ-Nachricht  
  « Vorheriges Thema Nächstes Thema » Standard | Brettstruktur | Baumstruktur
Antwort erstellen Neues Thema erstellen
Gehe zu:

Powered by: Burning Board 1.1.1 © 2001 WoltLab GbR
Code-, Style- und Templateanpassung © 2004 by Sesshoumaru
Seitenabrufe pro Tag im Durschschnitt: 14751.57
.: Kontakt :. | .: Impressum / Disclaimer :.