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Umfrage: hat der Schneeleopard noch Chancen
ich glaube ja
ich hoffe ja
leider nicht
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Steelwolf
Lykos




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Ja, ja, ich meinte etwas anderes!

Schon klar, man kann nicht abstreiten, daß es da natürlich Parallelen gibt zu Einrichtungen, die für zahlende Touristen Tiere "bereitstellen". Doch irgendwie ist es schon was anderes, wenn auch die traurige Gemeinsamkeit da ist, daß Tiere zum Spaß getötet werden:
Wenn ein Herrscher in seinem Forst auf Jagd geht, dann ist es nämlich dann doch ein Unterschied, ob er es selbst tut oder ein zahlender Tourist aus irgendeinem Land. Ich denke (meine persönliche Meinung), ein Diktator würde "sein" Wild nicht einfach an denjenigen freigeben, der am meisten zahlt. In dieser Denkweise liegt wohl etwas zutiefst Archaisches; nur der Herrscher hat das Recht zu jagen, was symbolisieren soll, wie hoch seine Stellung eigentlich ist. Seinesgleichen - etwa unterstützende Regimeführer aus dem Ausland - wird dann so sicherlich ebenso ein gerngesehener Jagdgast sein.

Natürlich wird das in Diktaturen der Moderne zweifelsohne zur Farce, denn der Mensch braucht solch ein "Symbol" nicht mehr, um seine Überlegenheit zu beweisen.
Bitte verstehe mich nicht falsch, ich will nicht sagen: "In einer Diktatur gibt es immer genügend Wildtiere, weil der Diktator ab und an welche jagen will. Deshalb ist eine Diktatur für die Natur und die Tierwelt gut, denn sie erhält die Bestände."
Nein, das soll nicht der Schluß aus allem sein. Ich hatte es dann wohl nicht ganz deutlich ausgedrückt.
Ich bin tatsächlich der Meinung, daß Wilderei in einer Diktatur weniger floriert als in einer jungen und wirren Demokratie (denn von einer solchen sprechen wir ja, wenn wir die Länder speziell des ehemaligen Ostblockes betrachten, die ja nun erst seit relativ kurzer Zeit demokratisch sind - bzw. die Demokratie auf ihre Fahnen schreiben). Doch der Preis dafür ist hoch, denn es ist eben eine Diktatur, und Wild für den Herrscher zu exklusivem Töten bereitzustellen ist schlichtweg pervers.
Das hatte ich aber eigentlich schon erwähnt: "Pluspunkt [...] ist aber doch unabstreitbar, daß Wilderei, die das für den Herrscher "reservierte" Wild - was schon an sich ziemlich pervers ist - traf, wohl recht effektiv unterbunden wurde."

Es ging mir lediglich darum zu zeigen, daß unkontrollierte Wilderei, die nun einmal zur Ausrottung vieler Tierarten führt, in einer Diktatur nicht annähernd so viele Chancen zur Blüte hat - wenn sie überhaupt welche hat, wie ich behaupten will! - wie in einer gerade erst erstehenden (was ich wohl hätte deutlich hinzufügen sollen) Demokratie.
Daß ein Schutz des Tierbestandes zum Zwecke des "Vergnügens" des Diktators (der tatsächlich bestand, jedoch wohl ausschließlich zu diesem Zwecke) nicht im entferntesten ideal ist, das will ich niemals bestreiten!

Dieser Beitrag wurde von Steelwolf am 07.01.2003, 22:59 Uhr editiert.

07.01.2003, 22:56
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Shirarch





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Also SteelWolf, ich glaube Du hast Dich da ziemlich verrannt. Obwohl Du immer wieder betonst, daß Diktatur fraglich ist, so nimmst Du die Diktatur doch immer wieder als Beispiel für "gepflegten" Wildtierbestand.

Das, was Du da als Beispiel anführst, ist nichts anderes, als das ws in Afrika passiert. Nämlich das großfüttern von Löwen, Leoparden und Geparden für die reiche Gesellschaft aus Übersee. Diese darf dann nämlich je nach Höhe des gezahlten Geldes, Tiere in eingezäunten Gehegen abknallen. Und anschließend natürlich für das Erinnerungspfoto als mutiger Löwenbezwinger posieren. Wirklich tolle Methode, den Tierbestand zu erhalten!

Bitte lies noch mal Deine Postings, ordne Deine Gedanken und fange noch mal von vorne an. Ich bin mir sicher, Du meintest es etwas anders...

07.01.2003, 22:18
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Steelwolf
Lykos




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Nun ja, also das mit der Hinrichtung Ceausescus, die - soweit ich mich erinnere - eigentlich nichts anderes als die Folge von Lynchjustiz gewesen war, und der Erleichterung, das will ich jetzt mal so verstehen, wie Du es hoffentlich eigentlich gemeint hast. Hinrichtung jeder Art ist von Grund auf ein Übel, und ob ein Mensch nun auf gut Deutsch ein perverses Schwein war oder nicht, ihn hinzurichten rechtfertigt nichts, schon gar nicht, wenn es durch Lynchjustiz geschieht. Tyrannentötung wäre da etwas anderes, das würde ich nicht als Hinrichtung im eigentlichen Sinne aufassen. Aber bitte verherrliche nicht eine scheinbar "nur gerechte" Untat.
Aber ich glaube schon zu wissen, wie Du es meinst, wollte es nur noch einmal erwähnt haben.

Zum Punkt: Natürlich wurden viele Tiere zu Zeiten jedweder Diktatur geschossen, das ist schon richtig. Doch wurde der Bestand auch gehütet und gehegt, denn der Diktator wollte ja was zu ballern haben. Das ist allerdings tatsächlich eine Kehrseite der Medaille, und zwar eine schwerste. Pluspunkt (wenn auch nur ein angesichts mit einer Diktatur einhergehender Grausamkeiten im höchsten Grade fraglicher) ist aber doch unabstreitbar, daß Wilderei, die das für den Herrscher "reservierte" Wild - was schon an sich ziemlich pervers ist - traf, wohl recht effektiv unterbunden wurde.
Eine Diktatur, wie man sie im allgemeinen heute versteht, ist natürlich deswegen kein Segen, ganz und gar nicht! Aber der Punkt ist, daß mit wiedergewonnener Freiheit der Menschen auch die Freiheit und wohl auch die angesichts ihrer Situation bestehende Notwendigkeit einherging, in hohem Maße zu wildern.
Um das abzuschaffen, sollte es eigentlich nicht erst einer Diktatur (im heutigen Sinne) bedürfen, das ist klar. Aber Fakt ist nun einmal, daß mit Einführung der freien Marktwirtschaft und unverhohlenem Kapitalismus die Natur das deutliche Nachsehen hatte.
Gegenbeispiele wären hier allerdings China und die enormen Zerstörungen und Verschmutzungen durch atomare Abfälle in der ehemaligen Sovietunion.
Ist das alles kompliziert... und anscheinend ziemlich hoffnungslos.

07.01.2003, 20:59
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CleanerWolf
Wolf




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Steelwolf, Du hast nicht ganz Unrecht, aber mit der Behauptung, Tiere hätten es unter Diktaturen besser, das war wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen, und ausgerechnet Ceausescu zu nennen war ein tiefer Griff ins Klo. Dieser Mann war einer der größten Tierschlachter aller Zeiten, keine Ahnung wie viele Bären und Wölfe dieser Mann auf dem Gewissen hatte, jedenfalls waren die Bilder, die ich von ihm im TV gesehen habe, auf denen er über einem Berg ermorderter Bären posierte sehr "beeindruckend". Die Nachricht über seine Hinrichtung habe ich mit Erleichterung und Genugtuung zur Kenntnis genommen.
Heute, ohne Ceausescu, geht es den Wildtieren in Rumänien eigentlich ganz gut. Dank des "Carpatian Large Carnivore Projects" werden nur wenige Wölfe und Bären gejagt, sodaß sich die Bestände gut erholt haben und selbst die Schafzüchter kommen gut damit klar. Hier kommt das Geld durch Öko-Touristen ins Land, die sich an den wilden Tieren erfreuen und nicht durch Pelzhandel. So muss das sein.

Wenn man doch nur die Menschen im Himalaja ebenfalls von einem solchen Konzept überzeugen könnte...
Ansonsten habe ich auch keine Lösung parat, aber ich wünsche mir wirklich, daß der Schneeleopard nicht ausgerottet wird.
Es ist diese Machtlosigkeit, die einen fertigmacht...


__________________
Menschen haben trotz der Kraft ihrer Vernunft nicht die instinktive Weisheit der Wölfe.
Dr. Erich Klinghammer

07.01.2003, 12:37
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Steelwolf
Lykos




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Ich denke, daß auch der Schneeleopard Opfer des im stärker werdenden "Wohlstandsgefälles" geworden ist. Wenn sich Wilderei lohnt, dann werden in den armen Ländern der Welt, in denen viele Tiere vor der Ausrottung stehen, weiterhin Tiere gewildert. Da schrecken auch kaum harte Strafen ab. Die Möglichkeit, mit einem auf dem Schwarzmarkt verkauften, illegal erlegten Tier seine Familie über vielleicht schon mehrere Jahre bringen zu können, ist das Risiko doch allemal wert.
Klingt zwar irgendwie paradox, aber seitdem gerade in den Ländern des ehemaligen Ostblockes die Marktwirtschaft und die Demokratie Einzug hielten, geht es vielen Tierarten schlechter. In Rumänien beispielsweise gab es unter dem Regime Ceausescus kaum Wilderei. Auch in der Sovietunion waren die Probleme noch nicht so massiv, wie heute in Rußland. Und ich behaupte mal, ein Grund dafür wird nicht nur die in einer Diktatur höchst effizient und kompromislos arbeitende Exekutive gewesen sein, die jedes Vergehen hart ahndete, sondern auch, daß gerade in kommunistischen Diktaturen die Leute zumindest etwas hatten. Natürlich waren sie unterdrückt worden, wurden kontrolliert und ausgenommen; aber zu Sovietzeiten gab es auch noch in Yakutien funktionierende Kolchosen, die den Menschen Arbeit und Nahrung brachten. Wildern mußte nicht sein, war gar nicht nötig.
Vielleicht habe ich das jetzt allzu sehr vereinfacht (und vielleicht entspricht es gar nicht der Wahrheit, bin jederzeit für heftigen Widerspruch offen), aber Demokratie hat, zieht sie mit Kapitalismus einher, auch ihre Schattenseiten.
Kurzum: Auch die Leute in Kirgisien sind arm und müssen täglich um ihr Überleben kämpfen. Und solange sich das nicht ändert und die "1. Welt" immer noch nur für sich bunkert, dann wird es die "3. Welt" kaum verstehen, warum sie nicht ein Tier schießen sollen, daß ihnen das Überleben sichert. Außer vielleicht, man macht ihnen klar, daß langfristige Nutzung ja dann doch besser wäre. Aber ich denke, das ist natürlich weit hinter dem Horizont eines jeden, der in der Steppe kurz vor dem verhungern ist... was ja auch nur allzu verständlich ist.

30.12.2002, 22:36
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Alex
Tiger




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Alex ist offline
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Wenn so weiter an Geld gespart wird (jedenfalls in solchen Gelegenheiten wie Schneeleoparden schützen) dann werden wir wohl Leider bald auf diese Tiere verzichten müssen (ich hoffe nicht) Und wie auch Panther sagte man kann die ganzen Politiker u.s.w. leider nicht beinflussen


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Alex

28.12.2002, 18:47
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Panther
Pantherkönig




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ich hab in der abstimmung oben "ich hoffe ja" angeklikt, denn das entspricht meiner empfindung. aber ich leider seh ein wenig schwarz fuer dieses schoene lebewesen. shirarch hat das schon ganz gut formuliert. auch das mit die geld ausgeben fuer total unnuetze zeugs und es so falsch einzusezten wie es oft wird getan in letzter zeit. ich kann nicht beeinflussen die politiker und wirtschafts bosse, dass sie es sich anders ueberlegen und einmal ihr hirn einschalten ... leider ... wenn ich koennte, ich wurde ihnen gerne machen feuerchen ... und was ich kann machen, tu ich auch, aber

ja ... aber ... hilft das wirklich frueh genug dem schoenen schneeleoparden im fernen himalaya? das ich wage doch zu bezweifeln. ich kann sagen, wacht auf herrschaften, ich kann sogar mit gross und drastisch aktionen aufmerksam machen, aber ...

non ich hasse es schwarz malen ... bin nicht eigentlich so .. ehem ... meistens nicht, aber leider die situation ist mehr als brenzlig in diese geschichte.


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28.12.2002, 12:38
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Shirarch





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Shirarch ist offline
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Seit mehreren Jahren propagiert man, wie sehr der Schneeleopard vor der Ausrottung (nicht vor dem Aussterben!!!) steht. Und leider ist nicht viel passiert, unter anderem, weil wieder mal das Geld fehlt, um ein paar gut ausgerüstete Ranger zum Schutz der letzten Schneeleoparden anzustellen.

Allerdings haben wir genügend Geld um Krieg zu führen, ein Weltraumwaffenabwehrsystem zu installieren, Atomwaffentests durchzuführen, um Premiere mit noch mehr Programmen gucken zu können, Spitzenmanagern die Knete selbst für Fehlleistungen in den Ar... blasen zu können und dutzende Projekte wegen Fehlplanung in den Sand zu setzen.

Außerdem hat die Welt zu viele andere Probleme, um sich auch noch um eine unbedeutende Katze am Rand des Himalaya kümmern zu können. Zum Beispiel erfrieren jedes Jahr tausende von Modemodels, so daß man einen besseren Schutz gegen die Kälte braucht. Hier bietet sich das Fell einer unbedeutenden Katze am Rande des Himalaya an. Das is schön warm.

Der Schneeleopard hat die längste Zeit gelebt. Ich hoffe zwar auch noch, daß ein Wunder geschieht, aber so richtig glaube ich nicht daran. Der Schneeleopard lebt in einer so ziemlich unwirtlichsten Gegend die man sich für eine Jagd vorstellen kann. Trotzdem hat er es nicht geschafft, dem Menschen zu entgehen. Geldgier, Armut, Desinteresse und Schönheitswahn sind eben stärker als Idealismus, Raubkatzenliebe und ein paar Tierschützer...

Dieser Beitrag wurde von Shirarch am 25.12.2002, 02:51 Uhr editiert.

25.12.2002, 02:49
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Sesshoumaru
sama




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Schneeleopard in GefahrAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Nach den jüngsten Schätzungen leben in Kirgisistan nur noch 260 Schneeleoparden. In nur wenigen Jahren fielen 50 bis 80 Prozent des Bestandes der Wilderei und dem illegalen Handel zum Opfer. Alleine ein Mantel kostet 16 Schneeleoparden das Leben.

Daher hat der NABU im Januar 1999 eine Wildhütertruppe zum Schutz des Schneeleoparden ins Leben gerufen. Zusätzlich zur äußerst erfolgreichen Arbeit der Gruppe werden seit Herbst 2000 Umweltbildungsmaßnahmen im gesamten Land durchgeführt.


Der NABU stellt als erster international tätiger Umwelt- und Naturschutzverband einen Bericht über den illegalen Handel mit Schneeleoparden vor. „Ein unerfreuliches Ergebnis dieser jahrelangen Studie ist, dass sich sowohl immer mehr Kleinkriminelle als auch die organisierte Kriminalität am lukrativen Geschäft mit Schneeleoparden beteiligen“, sagte Birga Dexel, Leiterin des NABU-Projektes Schneeleopard. Die Gewinnspanne im Handel mit bedrohten Arten ist die zweithöchste hinter dem Drogenhandel bei vergleichsweise geringem Risiko und Strafen.

In allen 11 Ursprungsländern des Schneeleoparden – Afghanistan, China, Indien, Kasachstan, Kirgisistan, Mongolei, Nepal, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan – wird illegal mit Fellen gehandelt. Die nach derzeitigen Erkenntnissen größten Märkte befinden sich in Russland und insbesondere in China, wo sowohl mit Fellen, Knochen, als auch mit lebenden Tieren und sogar mit Fleisch gehandelt wird. „Die Felle aus der früheren Sowjetunion gelangen über Osteuropa auch in die Europäischen Union“, betont Dexel.

Weitere wachsende Absatzmärkte für Felle sind Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Dubai. Die höchsten Preise für Felle werden in den Handelsmetropolen Russlands (5.000-15.000 US-$) sowie in den USA (9.000-15.000 US-$) erzielt, wo sie für Mützen, Mäntel oder Wandbehänge verwendet werden. Dagegen werden lebendige Schneeleoparden in Kirgisistan, Tadschickistan, China und Pakistan gefangen und für bis zu 11.000 US-$ an Privatpersonen, Zirkusbetriebe und Zoos verkauft. „Zunehmend kommt die Bedrohung aber auch von Trophäenjägern aus den westlichen Ländern, die mit illegal erworbenen Lizenzen den Schneeleoparden in der Mongolei und in Tadschikistan nachstellen“, warnt Dexel.

„Die Bedrohung der Schneeleoparden war noch nie so groß“, so Dexel. Der NABU fordert daher die vom 3. bis 15. November in Santiago de Chile tagenden Vertreter der Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens auf, umfassende Schutzmaßnahmen einzuleiten. „Der Einsatz von speziellen Anti-Wilderei-Einheiten wie die NABU-Wildhüter-gruppe Bars in Kirgisistan hat gezeigt, dass der illegale Handel und damit das Töten wesentlich eingedämmt werden können“, erklärte Dexel. Die deutsche Delegation aus dem Bundesumweltministerium soll dazu die Initiative ergreifen.
Deutsche Zusammenfassung des Hintergrundberichtes
Hintergrundbericht:Link zum Thread.
Der NABU fordert grenzüberschreitende Schutzmaßnahmen für den akut vom Aussterben bedrohten Schneeleoparden. „Die maximal noch 7.000 freilebenden Schneeleoparden sind ökologische und politische Grenzgänger“, sagte Birga Dexel, Leiterin des NABU-Schneeleopardenprojektes, auf der Bonner Vertragsstaatenkonferenz zum Schutz wandernder Tierarten (CMS). Der Schneeleopard wurde bereits 1985 auf Vorschlag Deutschlands auf den Anhang I der UN Konvention zum Schutz der wandernden Tierarten gesetzt.

NABU-Expertin Dexel bezeichnete die Schneeleoparden als Biodindikatoren für den ökologischen Zustand der von ihnen bewohnten Hochgebirgsregionen Asiens. Mit der Ausnahme des tibetischen Plateaus befinden sich alle Schneeleopardenpopulationen genau in den Hochgebirgszügen, die sowohl die natürlichen als auch die nationalstaatlichen Grenzen zwischen den 12 Herkunftsländern bilden: Himalaja, Hindukusch / Karakorum, Tien-Shan und Altai. „Im gesamten Schneeleopardeneinzugsgebiet fehlt es eklatant an transnationaler Kooperation“, sagte Dexel. In den Grenzregionen sind Schneeleoparden durch Wilderei und den Mangel an Beutetieren bedroht. Darüber hinaus häuften sich die Hinweise, dass in den Grenzregionen Angehörige des Militärs und Grenzposten sowohl Beutetieren als auch Schneeleoparden nachstellten.

Der NABU begrüßt die Initiative Tadschikistans, im Rahmen der Vertragsstaatenkonferenz konkrete grenzüberschreitende Schutzmaßnahmen in einem Abkommen festzuschreiben. Regionale und multilaterale Abkommen sind die Arbeitsinstrumente der CMS zur Umsetzung von artspezifischen Schutzmaßnahmen. „Im UN-Jahr der Berge kann der Schneeleopard zum Symboltier für den Schutz der Hochgebirgsregionen werden“, so Dexel. Die Bundesregierung soll die tadschikische Initiative sowohl politisch als auch materiell unterstützen.
Für Rückfragen:
Birga Dexel
Leiterin NABU-Projekt Schneeleopard
Tel. 030-284984-0 oder 0162-7283319
Quelle: Nabu


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

20.12.2002, 18:28
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