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Simba
Routinier




Dabei seit: März 2002
Herkunft:
Baden-Württemberg (DE)
Beiträge: 310
Simba ist offline
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Der Skandal schlechthin war dann ja, dass man die Eisbären an einen der grausamsten Deutschen Dompteure abgegeben hat. Begründet wurde es damit, dass man sich vom guten Ruf des Dompteurs überzeugt habe, obwohl die Medien bereits negativ über diesen Berichtet hatten. Eine PETA-Kampagne hat bekanntlich vor kurzem erreicht, dass die Bären letztendlich aus einem Mexikanischen Zirkus herausgeholt wurden und in US-Zoos unterkamen.

21.12.2002, 20:26
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Panther
Pantherkönig




Dabei seit: Juni 2002
Herkunft: Camargue/France
Camargue (F)
Beiträge: 734
Panther ist offline
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ich weiss nun gar nicht recht, was ich soll sagen hier. die geschichte ruehrt mich. die frau sagt auch an eine stelle, mit zwang nix sei zu erreichen bei diesen tieren ...

und doch wir wissen doch alle wie vil zwang da geschieht ...

ich kann aber auch sie verstehen mit so eine geschichte ... ich kann verstehen, dass sie nun ist traurig, kann verstehen, dass nicht lustig war, wie die tiere wurden verkauft hier und dort. vermutlich sie hat die tiere doch auch gern auf ihre art und dann auf einemal sie hat sie nicht mehr um sich. und all das doch war einfach schlicht und einfach ihr leben.

ist nicht einfach zu sehen, was ist hier gut oder nicht, aber es ist auf jede fall eine interessante geschichte, die ausgegraben hat shir khan mit fleiss. er findet immer wider ganz tolle dinge, gibt sich so gross muehe spannendes an die member zu servieren. danke mal dafuer. und kleine hinweis: wer will wissen, alles ueber tiger, bitte seine seiten sind sehr sehr gut gemacht, dort ist schlicht alles an wissen zu finden.

mit vil liebe zu den tigern und mit vil fachwissen wird alles gekonnt vermittelt. darum verzeiht mich diese kleine werbung hier *gg*

zuruek zu geschichte: was denken denn die anderen in forum ueber die geschichte von diese dompteuse?


__________________
Panther Koenig Jamie oder auch CJP ...

21.12.2002, 14:11
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Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Deutschland
Bayern (DE)
Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
Themenstarter Dieses Thema wurde von Sesshoumaru gestartet
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Zitat:
Die Zeitrechnung der blonden Dompteuse ist eine andere als die gewöhnlicher Sterblicher. 20 Jahre sind nichts. Fast so lange mussten die Dresdner jeweils warten, um die zierliche Frau mit den Eisbären wieder zu sehen. Beim letzten Heimspiel zum Jahreswechsel 1998/99 wurde die Böttcher gefeiert. Das habe ihr richtig gut getan, sagte sie später, als das Tauziehen um ihre geliebten Tiere kräftig an den Nerven zerrte. Noch mit über 70 Jahren stand die agile und sensible Frau mit den gefährlichsten Raubtieren der Welt ("Eisbären zeigen keinerlei Mimik. Wenn man erkennt, dass sie gereizt sind, ist es meist schon zu spät") in der Manege.

Dabei war der Starruhm keinesfalls in die Wiege gelegt. Die Mutter war arm und nicht sehr gesund. Ihre drei Kinder musste sie allein durchbringen. Nach Volksschule und Pflichtjahr radelte die quicklebendige "Uschi" zunächst als Telegraphenbotin durch die Stadt und arbeitete dann im kaufmännischen Bereich. Doch richtig schön war es nur im Zirkus. Das Mädchen half im Stall, fand Freunde. Da sie Tiere aller Art liebte - nur vor Spinnen fürchtet sie sich noch heute - und reisen wollte, gab es kein Zurück. Analog zur amerikanischen Tellerwäscher-Story startete Ursula Böttcher ihre Weltkarriere (von der sie damals nicht mal zu träumen wagte) 1952 als Putzfrau. Ein Jahr später heiratete sie den Dompteur Erich Böttcher. Die Ehe wurde 1965 geschieden.

Millionärin ist die Dresdnerin nicht geworden. Dafür sorgte schon der Staat, der die im "kapitalistischen Ausland" verdienten Devisen abschöpfte. Mit ihrem sechsjährigen USA-Gastspiel soll sie die Mittel erbracht haben, die für die DDR-Vertretung in Washington nötig waren. Eine Berühmtheit ist die 1,58-Meter-Person mit ihren weißen Riesen ganz sicher. Die Amerikaner liebten die kleine Sächsin, gaben ihr die besten Arenen und setzten sie auf die Titelseiten. 1974 erhielt Ursula Böttcher als erste und bisher einzige Dompteuse den Zirkusoscar. Die DDR ehrte sie mit einer Sonderbriefmarke und dem Nationalpreis. Bis der sogenannte Todeskuss das Publikum den Atem anhalten ließ, waren ungeheuer viel Fleiß und Disziplin nötig - nicht zuletzt aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Ein Eisbär, der das Zehnfache seiner "Herrin" wiegt, spürt früher als diese, wenn irgendetwas nicht stimmt. Mit Zwang sei gar nichts zu machen, erklärt Ursula Böttcher das Arbeitsprinzip, das auf Belohnung basiert. Auch Braunbären, Leoparden oder Pumas folgten ihren Befehlen. Ganz ohne Narben ging es nicht ab. Als sie von der Eisbärin Nixe in die Schulter gebissen wurde, kam die Hilfe ihres (Lebens-)Partners Manfred Horn gerade rechtzeitig. Er selbst konnte sich bei einer Weltpremiere mit jungen Kodiakbären nicht retten. Den Verlust hat Ursula Böttcher noch immer nicht verwunden.

Aber mit 28 Jahren guckt man dem Schicksal mutig ins Auge. Die große Chance kam mit dem Holländer Gaston Bosman. Er suchte nach einer weiblichen Hand für drei Löwen. Kein Mädchen traute sich. Da forderte er die damalige Platzanweiserin auf: "Nimm' Gabel und Stock und versuch' es." Diese Worte vergisst Ursula Böttcher nicht. Am 19. Juli 1955 führte sie in Dresden bei Circus Barlay ihre erste Löwennummer vor. Blumen durfte man nicht bringen. Die spätere Königin der Manege hatte Angst, sich zu blamieren.

Blumen gab es auch nach ihrem letzten Auftritt am 25. Juli 1999 in Cuxhaven nicht. Diesmal hätte sie sie gern angenommen. Keine Abschiedsfeier, dafür Tränen beim Abbauen. Nach langen Querelen sind ihre Tiere vom Liquidator der Berliner Circus-Union (Nachfolger des abgewickelten DDR-Staatszirkus') an Zoos und einen mexikanischen Zirkus abgegeben worden. Ihr Dompteur-Vertrag mit dem Circus Busch-Roland wurde vorzeitig gelöst. Nach 47 Zirkusjahren kehrt die Weitgereiste jetzt in ihre Heimatstadt zurück.


von: Genia Bleier
erschienen in den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.2.2000 in der Reihe „Die 100 Dresdner des Jahrhunderts“


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

20.12.2002, 18:15
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