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Spiritus, der Panther
Träumer




Dabei seit: Oktober 2002
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Spiritus, der Panther ist offline
  Eingriffe des MenschenAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Tja, ich bin ja im Gala-Bau beschäftigt, daher krieg ich des öfteren mit, was die eingriffe des Menschen anstellen.
Was sich so mancher Gartenfreund in den selbigen pflanzt, weil es schön ist, glaubt man kaum. So gelangte Polygonum saccharinum=Knöterich, nach Deutschland und steht heute an fast jeder Straße. Genauso wars mit Heracleum mantegazzianum=Bärenklau, der zu seiner ernormen Vermehrung auch noch Hautreizend ist.
Dies sind nur Beispiele für Gewächse, die unsere heimischen Pflanzen verdrängen. Wobei der Begriff heimisch widerum diskutiert wird. Die einen sagen, heimische Arten sind jene, die seit der letztwen Eiszeit bei uns leben, andere sagen, wenn sich ein Lebewesen in dritter Generation hier befindet, ist es heimisch.
Tja, und den Pflanzen folgen die Tiere. Kennt ihr die Gespinnstmotte? Noch nie gehört? Aber wahrscheinlich schon gesehen, zumindest die Raußen. Wenn ihr einen Baum seht, komplett kahl, von weißen Fäden/Netzen eingehüllt, ist es eine japanische Kirschenart. Am anfang haben sich die Raupen auf die Pflanzen konzentriert, mittlerweile fressen die aber alles, was in dessen nähe steht.
Die Minirmotte ist dieses Jahr groß rausgekommen. Bei mir hier in der Gegend waren so ziemlich alle Aesculus hippocastanum=Roßkastanien befallen und sahen schon im Sommer aus, als wäre der Herbst da. Die Jungtiere der Motte befallen das Laub, die Motte die daraus entsteht legt ihre Eier in das tote Laub, in dem diese Überwintern, und im nächsten Jahr beginnts von vorn.
Zwei Beispiele von eingeschleppten Tieren, die hier keine natürlichen Feinde haben, ebenso wie die weiter oben genannten Pflanzen.
Ich könnt noch mehr schreiben, aber für den Anfang dürfte es reichen.

Spiritus, auf der ewigen Suche... was ist der Ausgleich für den Menschen?


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In Gedenken an Jamie Morand a.k.a. Pantherkönig
Vom 31.07.1975 bis 22.02.2003
Don't know where you are, but I'm whit you..

Das Leben ist der Sinn...

17.11.2002, 16:08
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nettwork
Panthera leo




Dabei seit: Januar 2002
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nettwork ist offline
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Im Beitrag 'Katzenmord-Skandal' war kurz die Rede von Katzen, die Singvögel fressen. Wir freuen uns doch alle, wenn wir wieder mehr Singvögel sehen. ABER:

Vor 150 Jahren war die Amsel ein scheuer Waldvogel, erst später ist sie zu den Menschen gezogen.
Das gleiche passiert auch mit der Elster. Sie ist nach einer EU-Richtlinie (FFH) geschützt und scheint sich rasend zu vermehren. Dabei verdrängt sie durch ihr Verhalten viele andere Vögel, teilweise durch Ausräumen von Nestern. Wir schließen: Elster schadet Singvögel, weniger Singvögel = schlecht.

Da jetzt aber die Dichte der Singvögel nachläßt, ist eine Erholung in manchen Insektenpopulationen zu beobachten. So kommt zB das Große Nachtpfauenauge (immerhin der größte Schmetterling Mitteleuropas) wieder häufiger vor. Seine Raupe ist sehr groß und wird von Vögeln leicht gefunden.

Wieder einmal ziehen wir eine Grenze zwischen sympathischen Arten und vergessen jene, die wir vielleicht bloß nicht so gut kennen. Ich bin der Ansicht, dass jede Art gleich viel Wert ist. Sie spielt ihre Rolle in der Natur und wir sollten alles Mögliche tun, um eine hohe Artenzahl zu erhalten. Alles hat in der Natur einen Sinn und wir wissen nicht, was wir anrichten, wenn wir eine Art ausrotten - sei es versehentlich, oder bewußt.

Wie bedeutend Insekten für unsere Umwelt sind, brauch ich euch ja nicht erklären. Ohne Insekten würde diese Welt nicht mehr lange sein!

Der Titel dieses Beitrags heißt bewußt 'Gleichgewicht'. Obwohl in der Natur ein mörderischer Konkurrenzkampf herrscht, so leben doch Millionen von Arten nebeneinander. Erst wenn der Mensch wieder mal etwas verändert und sich das Gleichgewicht zu Gunsten einer Art verschiebt, dann fangen die Probleme an. Die Lösung kann nicht sein, die dominante Art zu bekämpfen. Vielmehr sollte man den anderen Arten wieder auf die Beine helfen und sie dann ganz in Ruhe lassen.
Wieso leben wir immer noch gegen die Natur und nicht mit ihr?


__________________
Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
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17.11.2002, 09:49
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