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Sesshoumaru
sama




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Der Tiger in der FalleAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Der Tiger in der Falle

Indonesien besaß drei Tigerarten. Zwei davon wurden ausgerottet. Auch die dritte Art, der Sumatra-Tiger, kämpft ums Überleben

Kenner sagen, von allen Großkatzen sei der Sumatra-Tiger die schönste. Seine schwarzen Streifen sind besonders dicht, der Grundton des Fells ist ein mattes Goldbraun. Die Aufnahme des abgebildeten Tieres stammt aus einem Zoo, denn Sumatra-Tiger in freier Wildbahn vor die Kamera zu bekommen, ist ein schwieriges Unterfangen, weil sie so selten geworden sind. Wissenschaftler wollen die herrliche Katze einer eigenen Art zuordnen. Bislang war man davon ausgegangen, dass es sich bei Tigern um eine einzige Spezies handelt, deren Unterarten, der Sibirische, Chinesische, der Indochina-, Bengal- und Sumatra-Tiger, sich genetisch kaum unterscheiden. Untersuchungen an 34 Sumatra-Tigern in zoologischen Gärten ergaben jedoch vor wenigen Jahren, dass diese Tiere sich in drei Gen-Merkmalen von den kontinentalen Tigern wesentlich unterscheiden und somit eine eigene Art darstellen. Als Ursache vermuten die Forscher geologische Vorgänge in der Vergangenheit. Nach der Eiszeit wurde Sumatra durch den Anstieg des Meeresspiegels vom asiatischen Festland getrennt. Die Tiger auf der riesigen Insel waren isoliert, sie konnten sich zu einer eigenen Art entwickeln.

Dasselbe Schicksal hatten die Tiger auf Java und Bali. Sie sind in den vergangenen 60 Jahren ausgestorben. Genauer: Sie wurden vom Menschen ausgerottet. Somit hat Indonesien nur noch eine Tigerart. Und auch die ist gefährdet. Die Zahl der noch frei lebenden Tiere wird auf etwa 400 Exemplare geschätzt. In Tiergärten befinden sich weltweit noch etwas mehr als 200 Exemplare des Sumatra-Tigers. An Schutzmaßnahmen fehlt es nicht. Es gibt mehrere und teilweise sehr große Reservate und Nationalparks auf Sumatra mit Schwergewicht auf Tiger-Erhaltung. Der Bevölkerungsdruck auf diese Gebiete wächst beständig. Der 1300 Quadratkilometer große Way Kambas National Park im Süden Sumatras ist ein Beispiel dafür. An seinen Grenzen leben mittlerweile mehr als eine halbe Million Menschen, teilweise bis zu 700 pro Quadratkilometer. Die Zahl der Tiger dort beträgt derzeit etwa 20 Exemplare. Sie sind isoliert und werden es bleiben. Zum nahe gelegenen Nationalpark Bukit Barisan Selatan gibt es für diese Tiger keinen Weg mehr. Sie sind zwar geschützt, dennoch sitzen sie in der Falle - auch genetisch. Inzucht ist bei solchen Bedingungen vorprogrammiert.

Der Konflikt zwischen Mensch und Tiger geht immer zu Gunsten des Menschen aus. Er vermehrt sich schneller und gestaltet das Land nach seinen Vorstellungen um. Der Raubkatze wird die Existenz durch Verlust des Lebensraumes genommen. Zudem treten Mensch und Tiger bei der Jagd auf Fleisch als Nahrungskonkurrenten auf. Die Folge: Das Wild wird knapp, vor allem junge Tiger verhungern, weil die Mütter keine Milch mehr geben. Eine immer noch große Gefahr sind Wilderer, weil Tiger-Produkte in der ostasiatischen Heilkunst eine bedeutende Rolle spielen. Die Strafen für die Täter sind streng, auch in Indonesien, doch da ein einzelnes Tier dem Schützen ein Vermögen einbringt, werden die Großkatzen in den Nationalparks weiterhin gejagt. Eine Meldung des WWF vor wenigen Tagen belegt das: "Der vom Aussterben bedrohte Sumatra-Tiger wird nach Ansicht von Naturschützern in zehn Jahren in seiner Heimat ausgerottet sein, wenn er weiterhin illegal gejagt wird. Ein erlegter Tiger lasse sich für umgerechnet 7300 Euro verkaufen." Diese Voraussage mag übertrieben sein. Intensiver Schutz hat durchaus Erfolg, wie das Beispiel Indien zeigt. Dort haben die Bestände des im Vergleich zum Sumatra-Tiger weit größeren Königs- oder Bengal-Tigers in den vergangenen zehn Jahren sogar wieder zugenommen, auf etwa 4000 bis 5000 Exemplare.


Quelle: http://www.welt.de/daten/2002/04/28/0428vtr329036.htx (vom 08.November.2002)


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

08.11.2002, 13:46
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