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tiger-lilly
Tiger




Dabei seit: Juni 2004
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Hessen (DE)
Beiträge: 1318
tiger-lilly ist offline
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Wale weinen nicht!

Alle Wale in den weiten Tiefen, heiß sind sie, wenn sie voranstürmen und nahe den Eisbergen tauchen.
Die Bartenwale, die Pottwale, die Hammerhaie, die Orcas,
dort blasen sie, dort blasen sie, heißen wilden weißen Atem aus der See!

Und sie schaukeln, sie schaukeln durch die wollüstigen zeitlosen Zeiten
über den Tiefen der sieben Meere,
und durch das Salz taumeln sie mit trunkener Freude
und in den Tropen zittern sie vor Liebe
und wälzen sich mit massigem, starken Verlangen, wie Götter.
Dann liegt der gewaltige Bulle auf seiner Braut
in dem blauen tiefen Bett des Meeres,
wie Berg gepresst an Berg, im Arom des Lebens
und aus dem inneren Brüllen des inneren roten Walblutmeeres
drängt kräftig, intensiv, der lange Zipfel, wie die Mahlstromspitze, und ruht
in der Umarmung und dem sanften, wilden Griff des gründlichen Leibs der Walkuh.

Und über die Brücke des starken Walphallus, der das Wunder der Wale verbindet,
wandern hin und her unterm Meer die brennenden Erzengel,
wandern die Erzengel der Wonne
von ihm zu ihr, von ihr zu ihm, mächtige Cherumbim,
die auf dem offenen Ozean die Wale erwarten und in den Meereswellen den großen Himmel für die Wale in die Wasser hängen, alte Ordnungen.

Und gewaltige Mutterale liegen verträumt, ihr Waljunges säugend und träumen mit fremden, weit in die Wasser des Anfangs und des Endes
geöffneten Augen.

Und Walbullen sammeln ihre Frauen und Walkälber im Kreis,
wenn Gefahr droht, an der Oberfläche der unablässigen Flut,
und stellen sich wie große grimmige Seraphim gegen die Bedrohung,

ihre gedrängten Ungeheuer der Liebe umkreisend
Und diese ganze Fröhlichkeit im Ozean, im Salz,
wo Gott auch Liebe ist, aber ohne Worte:
und Aphrodite die Frau der Wale,
überaus glücklich, glücklich sie!

und Venus springt zwischen den Fischen und ist eine Delphinfrau,
sie ist der fröhliche, vergnügte Tümmler, mit Liebe und Meer scherzend,
sie ist der weibliche Thunfisch, rund und glücklich zwischen den Männchen
und voller glücklichem Blut, dunkle Regenbogenwonne im Meer.

"Whales weep not" von DH Lawrence (Deutsche Übersetzung: Jürgen Brocan)

27.09.2004, 23:22
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tiger-lilly
Tiger




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The Beatles "The Continuing Story of Bungalow Bill" (deutsche Übersetzung):

He , Bungalow Bill,
was hast du getötet Bungalow Bill ?
Er ging auf Tigerjagd mit seinen Elefanten und Gewehren.
Für Zwischenfälle war seine Mama dabei.
Er ist das amerikanische Knallkopf-Sachsenmuttersöhnchen
Alle Kinder singen.
He , Bungalow Bill,
was hast du getötet Bungalow Bill ?
Tief im Dschungel wo der mächtige Tiger haust,
wurden Bill und seine Elefanten überrascht und zersaust.
Also knallte Captain Marvel ihm eins zwischen die Augen.
Alle Kinder singen.
He , Bungalow Bill,
was hast du getötet Bungalow Bill ?
Die Kinder fragten ob es nicht eine Sünde sei zu töten ?
Nicht wenn er so grimmig schaut , sprach seine Mutter.
Wenn Blicke töten könnten hät’s uns erwischt , nicht ihn.
Alle Kinder singen.
He , Bungalow Bill,
was hast du getötet Bungalow Bill ?

by John Lennon / Paul Mc Cartney (c) 1968 "The White Album"

27.08.2004, 22:45
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Kaysha
Katz




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Ich hab hier auch noch etwas gefunden...


In einem Juwelierladen konnten zwei Freunde sich nicht satt genug an den Edelsteinen sehen.
Sie staunten über die Vielfalt der Steine, über ihr Leuchten und Gliztern. Plötzlich aber stutzten sie.
Vor ihnen lag ein gewöhnlicher Stein, matt und ohne Glanz.
Wie kommt denn der hierher?
Diese Frage hörte der Juwelier und musste lächeln. Nehmen sie diesen Stein ein paar Augenblicke in ihre Hand.
Er tat es.
Als er später die Handfläche öffnete, strahlte der vorher glanzlose Stein in herrlichen Farben.
Wie ist das möglich?
Der Fachmann wusste die Antwort: Das ist ein Opal, ein sogenannter sympathetischer Stein.
Er braucht nur die Berührung mit einer warmen Hand, und schon zeigt er seine Farben und seinen Glanz.
In der Wärme entzündet sich lautlos und leise sein Licht.
Dieser Stein ist ein tiefes Symbol für alles Gutsein und alles Zarte in unserem Leben.
Es gibt so viele Menschen auf der Erde, arm und reich, klein und groß, gebildet und einfach, die alle nur der Berührung einer warmen Hand, eines lieben Wortes, einer kleinen Zärtlichkeit, einer wohlwollenden Geste, eines teilnehmenden Blickes, einer helfenden Tat bedürfen, um aufzustrahlen im Licht der Freundlichkeit, um das Wunder der Zuneigung zu erfahren, um hell zu werden im Glanz einer leisen Begegnung.

Verfasser unbekannt


__________________


01.08.2004, 21:59
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tiger-lilly
Tiger




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Hier sind ein paar Gedichte, die mir so in den letzten Jahren eingefallen sind:

Hundeaugen

Sie schauen uns an vertrauenvoll
doch was wir mit ihnen machen ist grauenvoll
Wir verschreien sie als Bestien und Mörder
und vergasen zur Strafe ihre wehrlosen Körper
Maulkörbe sind plötzlich vorgeschrieben
nur um ihre Seelen zu verbiegen
In der Urlaubszeit werden sie ausgesetzt
woanders werden sie aufeinander gehetzt
Gefesselt an einer Kette nimmt man ihnen ihre Freiheit
nur um sie zu trimmen auf Gefährlichkeit
Ein Hund ist des Menschen bester Freund
doch daran zu denken haben viele versäumt.

Extinction is forever

Irgendwann in 10 oder 20 Jahren....

Ein Kind fragt mich "Was ist ein Bambusbär"?
Traurig schau ich es an und sag "Den gibt es nicht mehr"
Eine Robbe stirbt blutend im weißen Schnee
Tote Fische schwimmen im See.
Ein Orang wird aus dem Armen seiner Mutter gerissen
und die Mutter dafür sogar ihr Leben lassen müssen
Wale tötet man aus reinem Profit
Schmetterlinge weil es sie so selten gibt
Ein Tiger streift hungrig durch den Wald
doch schon bald macht ihn ein Jäger kalt
Die Tierwelt ist in großer Gefahr
Viele Tiere verschwinden Jahr für Jahr

Wenn Wale weinen

Blitzschnell steuern die Mörder auf ihr Opfer zu
Verzweifelt versucht er zu fliehen
aber seine Chancen schwinden mehr und mehr
schließlich holen sie ihn ein
und die Lanze der Vernichtung bohrt sich in sein Herz
Er windet sich im Todeskampf
und er weint
nur seine Tränen sieht man nicht
Der Wal singt sein letztes Lied
eine Melodie des Untergangs übertönt die Wogen
Die Mörder zerfetzen seinen Körper
Sein Blut hinterläßt eine rote Wüste.
Der König der Meere ist tot.
Die Mörder erfinden Lügen
Leben wollen sie,
aber auch Wale wollen leben
Untersuchungen wollen sie machen,
für was?
Wale sind echte Engel. Ihre Gesänge erfüllen
meine Seele mit Freude.
Wollen wir sie sterben lassen?


Wolfsgeheul

Ein lauter Schrei ertönt durch die Nacht.
Die einsame Wölfin ist in ihrer Höhle erwacht.
Traurig blickt sie das Mondlicht an.
Und ihr Geheule zieht mich in ihren Bann.
Hallo Wölfin, warum bist du allein?
Ist es so schlimm, verliebt zu sein?
Hallo Wölfin, wonach steht dir der Sinn?
Rufst du nach einem Partner oder einer Partnerin?
Möchtest du eine liebe Freundin finden?
oder eine Familie gründen?
Wölfin, du bist für mich ein Mysterium
und dein Anblick haut mich einfach um.


Gorillas im Nebelwald

Nebelschwaden ziehen durch die Baumwipfel
eine Gruppe von schwarzen Geschöpfen
sitzt bedächtig auf einer Lichtung.
Sanfte Riesen liebkosen zärtlich ihre Babies
himmlische Ruhe wie im Paradies

aber dann...

lautes Geschrei , Gewehrschüsse, Brutalität...
niemand hat das Gemetzel überlebt
Der Tod hat das Paradies zerstört

29.06.2004, 08:59
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TamedTigress
Amurtigerin




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Beiträge: 2187
TamedTigress ist offline
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Wow,

koennt Ihr alle schoen dichten!

Ich verneige mich tief und ziehe meinen Hut vor Cat und ganz besonders Lucky. Kann es einer schoener sagen?

TT

28.06.2004, 21:52
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Lucky Lion
Löwe




Dabei seit: Februar 2003
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Lucky Lion ist offline
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Eigentlich war es gar nicht dafür gedacht dass ich es veröffentliche. Wenn ich mich recht erinnere dann hatte ich es mal kurz gepostet aber wieder herausgenommen, denn es ist ein tiefer Einblick in meine Seele. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Ich habe mich nun von jemanden überreden lassen es hier im Tigerforum zu verewigen. Ich denke, hier ist es gut aufgehoben.


Der Tiger
(ein poetisches Gedicht)

Oh Tiger, der du bist das wundervollste auf der Welt,
Wo gar die Sonne vor Ehrfurcht vor dir versinkt;
Und kein anderes Tier sich vor dich stellt,
Möcht auch ich mich vor dir verneigen, ich kleines Menschenkind.

Tiger, der du stets so lautlos schleichst durch das Land,
Und du immer verborgen bleibst, trotz deiner Macht!
Hat kaum ein Aug´ dich auf deinem Weg je erkannt,
Bis du dann stehst dort, in deiner vollen Pracht.

Tiger, der du dich so elegant und kraftvoll über alles hinwegsetzt,
Und gar selten ein Hindernis dich zu stoppen vermag;
Warum muss es der Mensch sein, der doch glaubt er ist Intelligent,
Und dich trotzdem jagt, bis hin zu deinem letzten Tag.

Oh Tiger, der du bist für viele als Bestie verschrien,
Weil kaum einer deine Seele hat gesehen, nur deine Zähne und Krallen;
Doch sieh ihn genauer an und es sei dir verziehn,
Wenn du respektierst ihn, er wird dir gefallen.

Und wenn das letzte dieser anmutigen Geschöpfe,
Unter grauenvoller Hand des Menschen seinem Schicksal erliegt;
Dann wird die Menschenrasse sich fassen an die Köpfe,
Und merken, dass er es nicht wert war, dieser unwürdige Sieg.

Der Tiger, so grausam er manchem erscheinen mag,
Ist so liebevoll und gar zärtlich zugleich;
Doch der Mensch der sich vermehrt und zerstört Tag für Tag,
Ist die wahre Bestie, denn er vernichtet sein Reich.

Lucky Lion


__________________
"Die Menschen sind intelligent - Jedoch oft zu dumm ihre Intelligenz zu nutzen"

28.06.2004, 19:49
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Cat
Streunerin




Dabei seit: März 2002
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Rheinland-Pfalz (DE)
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Cat ist offline
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Abschied

Ein letztes Mal
Sehe ich dir nach
Du gingst so plötzlich.
Ohne Grund.
Ohne es mir zu sagen.
Du bist weg.
Und kommst nicht wieder.
Nie mehr.
Du bist aus meinem Leben verschwunden,
ganz plötzlich,
war dein Mund stumm,
deine Augen geschlossen,
deine Ohren taub.
Ganz plötzlich,
habe ich dich verloren.
Ein letztes Mal
Sehe ich dir nach,
wie du gehst,
in der Ferne verschwindest
und doch da bist.
Ein letztes Mal
Sehe ich dein Antlitz in der Sonne erstrahlen.
Ganz plötzlich…
Bist du weg.

Copyright bei Cat

27.02.2004, 18:32
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Lucky Lion
Löwe




Dabei seit: Februar 2003
Herkunft: Okavango Delta
Bayern (DE)
Beiträge: 736
Lucky Lion ist offline
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Eine sehr schöne Geschichte. Nett erzählt, leicht zu lesen und sie regt zum Nachdenken an. Danke dass du sie uns gepostet hast, Tamed Tigress (und dazu noch an meinem Geburtstag *knuffel*).


__________________
"Die Menschen sind intelligent - Jedoch oft zu dumm ihre Intelligenz zu nutzen"

22.01.2004, 18:33
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TamedTigress
Amurtigerin




Dabei seit: April 2003
Herkunft: Edinburgh
Rheinland-Pfalz (DE)
Beiträge: 2187
TamedTigress ist offline
  Katzen-WeihnachtsgeschcihteAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Bisschen spaet aber viel zu suess um sie nur fuer mich zu behalten ist folgende Geschichte die ich heute per Email bekam:


Die Fragen einer Katze zu Weihnachten

„Mami?“ fragte die kleine getigerte Katze die Große neben ihr, „warum feiern die Menschen Weihnachten?“
Die große Katze gähnte ein wenig, dann lehnte sie sich entspannt auf den Rücken und streckte ihre vier Beine nach oben.
„Das weiß ich auch nicht, Kind“, sagte sie.
„Aber Mama, du hast doch so lange bei den Menschen gewohnt, da musst du das doch wissen!“
„Nein, mein Kind. Ich weiß nur: Sehr viele Menschen sind traurig, wenn es Weihnachten ist.“
„Mami, aber warum sind denn die Menschen traurig, wenn es Weihnachten ist?“
„Ach Kind, du immer mit deinen Fragen. Lass uns lieber ein wenig die Stille genießen und träumen.“
„Mami?“
„Ja, was ist denn jetzt noch?“
„Gestern hast du zu mir gesagt, Kind frag ruhig, es gibt keine dummen Fragen, heute sind meine Fragen mit einmal dumm. Ich verstehe das alles nicht.“
„Komm her zu mir, du kleiner getigerter Miez, du hast ja recht, deine Fragen sind nie dumm. Das ist meine Ausrede, wenn mir die Antwort nicht so schnell einfällt.“
Mamamiez drehte sich im Kreis und ließ sich dann entspannt neben ihren neugierigen, klugen Sohn nieder. Sie gurgelten und miauten in einem Laut, Mutter und Sohn, vor lauter Glück sich aneinander schmiegen zu können, die Möglichkeit zu haben sich in ihrer Sprache durch die Vielfalt ihrer Miau`s und Gurrlaute auszudrücken. Ja, das Katzenleben, wie sie es lebten, war wunderbar. Das Schnurrduett wurde viel zu schnell wieder zum Solo, nur die Körpernähe blieb, als Sohnemiez sein Kinderstimmchen erneut für eine Frage frei machte:
„Mami, warum sind die meisten Menschen denn nun zu Weihnachten traurig?“
Ungern stellte Mamamiez auch ihren Motor ab, legte sich verträumt eine Pfote über Augen und Nase, ließ das rosa Mäulchen jedoch frei für ihre Antwort. Glücklich spürte sie das Schnurren , das ihr kleiner Sohn nicht länger zurückhalten konnte, während er auf ihre Antwort wartete. Noch enger drückte er seinen zarten Körper an ihren und suchte verstohlen und nur aus alter Gewohnheit eine Zitze. Er begann zu saugen und seine kleinen Pfoten bearbeiteten ihren Bauch im ständigen auf und ab als wäre er auf einem Laufband. Mamamiez drehte sich so, dass ihr Sohn noch besser an ihren Bauch herankam. Sie sah wie in einem Film Bilder in ihrem Kopf ablaufen, sie sah die drei Weihnachtsfeste mit ihren Menschen genau vor sich, aber warum über allem ein Gefühl der Traurigkeit lag, wusste sie eigentlich nicht. Schnurremiez hatte zu saugen aufgehört, drängte sich ganz nah an sie und während ihre Augen sich kurz öffneten und in seine fragenden hellblauen schauten, traten sie in die wahre Ebene der Katzenkommunikation. Sie brauchten keine Laute mehr, sie konnten sich tonlos nur über ihre Gedanken verständigen. Mamamiez begann sich zu erinnern und mitzuteilen:
„Das erste was mir auffiel, mein Sohn, war in der Weihnachtszeit eine allgemeine Hektik im Haus. Meine Menschen wurden unruhig und besonders laut. Du weißt, wie wenig ich das abkann. Sonst war es gern gesehen, wenn ich vor ihnen saß, auffordernd miaute, um dann auf ihren Schoß zu springen, wo ich mich zusammenkringelte, während die Menschenhände mich im Rhythmus meiner Schnurrmusik zärtlich streichelten. Ich tat so, als ob es das Schönste für mich sei, dabei spürte ich allein durch die Bewegung ihrer kosenden Hände, wie Ruhe über die Menschen kam und sie am liebsten auch geschnurrt hätten. Aber ich schweife ab, mein Sohn.
Was ich sagen wollte, das erste wozu keine Zeit mehr da war, war mich zu streicheln oder mit
mir zu sprechen, während ich um ihre Beine strich. Sie sahen mich gar nicht mehr. Sie rannten statt zu gehen. sie schrien statt zu sprechen und das schlimmste was ich sah, sie kuschelten
nicht mehr miteinander, berührten sich kaum, es lag ein Hauch von „Eis“ in der Luft. Verstehst Du mein Sohn?“
„Ja,“ erwiderten seine Gedanken, „aber warum?“
„Das weiß ich nicht und sie wissen es auch nicht, sonst würden sie es ja ändern. Sie sehnen sich nach ihren eigenen Kindheitsweihnachten zurück. Denken durch mehr Lichter, mehr Musik und besonders durch noch mehr Geschenke können sie ihr altes Weihnachtsgefühl zurückerhalten. Aber Gefühle kann man nicht kaufen, ihre Häuser und Hände füllen sich so schnell, wie ihre Herzen sich leeren, darum sind sie glaube ich zu Weihnachten so traurig. Verstehst Du auch das mein Kleiner ?“
Schnurremiez löste sich aus der Umarmung seiner Mutter, reckte und streckte sich, um danach ganz sanft und leicht wieder neben sie zu fallen. Zeitgleich mit seinem Fallen, fiel ihm die rechte Antwort ein.
„Mama, ich weiß es“ maunzte er nun. „Die Menschen verstehen einfach nicht zu leben . Sie müssten es so machen wie wir. Nicht immer in die Vergangenheit schauen, sie sollten jeden Moment genießen und nur im Hier und Jetzt leben. Sie müssten ihre Sinne schärfen und einfach sinnlicher werden. Mehr Genuss, mehr Zärtlichkeit. Wir brauchen doch auch kein Weihnachten. Wir sind glücklich, wenn wir uns haben. Wenn wir schmusen wollen tun wir es, wenn wir nicht mehr wollen, gehen wir davon. Ist doch ganz einfach.“
„Na, na,“ meinte Mamamiez, „so einfach ist das glaube ich auch nicht. Wir brauchen doch auch ein warmes Plätzchen und unsere Fressen, oder?“
„Ja, ja, aber trotzdem, ich war noch nie traurig, Mami, und wenn Weihnachten traurig macht, brauche ich es nicht. Ich brauche jetzt deine Wärme, deine Nähe, deine Milch und deine Antworten auf meine vielen Fragen. Mehr brauche ich nicht um glücklich zu sein.“
„ Du hast ja so Recht mein Liebling“, dachte Mamamiez, „die Menschen wären viel glücklicher, wären sie wie wir. Vielleicht sollten sie sich zu Weihnachten nur eins wünschen.....“
„Was denn Mami?“
„Zu leben wie wir mein Sohn!“
Er rückte ganz nah an sie heran und wollte gerade zustimmend miauen, als er plötzlich eine kräftige Backpfeife von Mama bekam. Er stand ganz ruhig auf und legte sich ein Stückchen weiter weg hin. Die Zeit der Fragen und Antworten waren für den Moment vorbei, wusste er. Sie waren eben Katzen . Es war ganz unkompliziert, warum verstanden die Menschen nicht auch das Leben so einfach zu nehmen? Kurz bevor er in seinen kurzen Erholungsschlummer sank, hörte er zuerst lauten Menschenstreit, dann verzweifeltes Weinen aus der Wohnung über ihnen.


Weihnachtstraurigkeit, er würde es nie verstehen.

http://www.club-leon.de/x/weihmiez.htm

21.01.2004, 21:50
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Cat
Streunerin




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Cat ist offline
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Der normale Mensch

die letzte kraft beraubt,
hab an das gute geglaubt.
so schleiche ich in der welt umher.
versuche mich nicht zu zeigen,
versuche nicht zu schreien.
ein dicker mantel schützt mich.
er zeigt meine wunden nicht.
ein sturm zieht auf,
es wird dunkel.
es ist kalt, wie immer.
ich gehe meinen weg weiter.
ich halte nicht an,
obwohl der wind auf mein gesicht prallt.
ich kann nur schwer atmen.
ich kämpfe mich durch die dunkle nacht.
Ich schreie nicht um hilfe,
niemand würde kommen.
ich sehe menschen stürzen.
ich gehe weiter.
ich höre menschen schreien.
ich gehe weiter.
ich fühle menschen sterben.
ich gehe weiter.
ich hätte gern geholfen,
wäre gern stehen geblieben.
aber mir wurde nicht erlaubt,
es zu tun.
so schlendere ich weiter.
blind, doch mit offenen augen,
die auf mein ziel gerichtet sind.
schweigend, meine tränen unterdrückend und langsam,
hinterlasse ich die welt,
wie sie war.


An alle Menschen, die sich nicht trauen zu handel, wenn es nötig ist. Schaut nicht einfach weg!
Von Cat

Dieser Beitrag wurde von Cat am 31.10.2003, 19:43 Uhr editiert.

31.10.2003, 18:15
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