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TM982
Omega-Wolf




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Zitat:
Original von Phantom
Wenn das Kind von Klein auf unter Tieren groß wird, sind diese Tiere seine "Artgenossen" und nicht die anderen Menschen. Bis zum 12-18. Monat erkennt sich ein Kind ja z.B. nicht im Spiegel. Woher soll es dann wissen, dass es ein Mensch ist, wenn es in der Zeit in die Wildnis geriet?
Ein Kind wird daher in so einer Situation sicher nicht ständig denken "ich gehöre hier nicht hin, ich bin kein Tier" - wie man vielleicht auch am tierischen Verhalten, welches die Kinder annehmen - ja sieht, dürfte eher das Gegenteil der Fall sein. Warum sonst sollte es so schwer sein, diesen Kindern klar zu machen, dass sie keine Tiere sondern Menschen sind? Diese Kinder denken einfach ganz anders, auch das wohl eher wie Tiere. Und auch "Glück" ist für sie wohl etwas gänzlich anderes als für uns.


Ja, es stimmt sicherlich, dass man sich schlecht bis gar nicht in die Gedanken eines solchen Kindes hineinversetzen kann. Und vielleicht nehmen sie sich auch wirklich gar nicht als mensch war, weil sie keine Menschen kennen, sondern nur die Tiere, zwischen denen sie aufwachsen. Aber trotzdem unterscheiden sie sich sowohl körperlich als auch von den Instinkten her unterscheiden sie sich schon, je nach Art vermutlich sogar recht stark. Und das lässt mich zweifeln, ob ein längerfristiges Zusammenleben wirklich gut funktionieren würde.

Zitat:
Original von Phantom
Und ob so ein Kind, das da herausgeholt wird, später mal denkt: "gut, dass ich gerettet wurde" oder "wieso habt ihr mich da weggeholt? Ich will zurück!" kann man vorher natürlich auch nicht wissen.


Ja, das ist das schwierige an dieser Art von Problemen: Ob das Kind später darüber glücklich oder unglücklich sein wird, dass man es gerettet hat, erfährt man bestenfalls erst hinterher, und vorher lässt es sich vermutlich nru sehr schlecht abschätzen.


__________________
Panta Rhei

22.08.2010, 00:42
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Phantom
Panthera lupus




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Hab dazu bisher irgendwie nur das gefunden:

Zitat:
Nach dem erstgenannten Gutachten (...) sind Gehege für Großkatzen durch glatte Wände oder Gitter mit Überhang oder Elektrosicherung, für Löwen und Tiger 4 m hoch mit Überhang, für Geparden 2 m hoch mit Überhang, zu begrenzen; bei Löwen, Tigern und Geparden sind auch Wassergräben mit einer ausreichende Sicherheit bietenden Außenkante möglich.


Heißt für mich: das wird wohl auf jeden Fall auch in Augsburg so sein, dass die Tiger da nicht so einfach raus könnten, wenn sie wollten.

Wie schon gesagt, gerade Großkatzen dürfen wohl kaum so gehalten werden, dass sie theoretish ausbrechen könnten, dies aber einfach nicht tun, weil sie ihre Grenzen respektieren oder nicht wissen, wozu sie in der Lage sind.

Die Verantwortung, wenn mal doch was passieren sollte, würde wohl kein Zoo übernehmen wollen. Das Risiko wäre viel zu hoch.

Ich denke eher, es ist so, wie ich das auch mal in nem Bericht gesehen habe: für die Besucher sieht es von ihrem Standort aus so aus, als wäre da keine große Absperrung, aber vom Gehege aus ist da durchaus noch was, was man so - von der anderen Seite - einfach nicht sieht.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

21.08.2010, 20:41
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specagent
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Ach ja, und was die Grenzen angeht: Ich hab mich mal heute im Augsburger Zoo umgesehen, und dabei festgestellt, dass weder das Löwen- noch das Tigergehege mit einer ernsthaften Absperrung oder mit einem Elektrozaun gesichert sind. (Gut, beim Löwengehege dürfte der Wassergraben die Funktion der Absperrung übernehmen, da, soweit ich weiß, Löwen keine sonderlichen Schwimmer sind, aber dass beim Tigergehege, obwohl Tiger ja bekanntlich weit und hoch springen und auch gut schwimmen können, an manchen Stellen als letzte Linie nur ein ewa 50-75 cm hoher Rand und eine etwa bauchhohe Absperrung aus Glas dienen, wohlgemerkt mit einem Stück Boden dazwischen, auf den sich ein Tiger im Falle einer Flucht aus dem Graben hochziehen könnte, um dann problemlos übers Glas zu springen, hat mich ziemlich erstaunt. Ich denke mal, entweder die Tiere schätzen sich als weit schwächer ein als sie eigentlich sind, da sie noch nie die Gelegenheit/Notwendigkeit hatten, ihre Kraft einzusetzen, oder aber sie akzeptieren wirklich die Grenzen ihres Geheges als Reviergrenzen und wollen ger nicht raus, selbst wenn sie es könnten.) Das Leopardengehege ist übrigens relativ klein, hat keinen Wassergraben und ist sogar nach oben hin mit einem Gitter gesichert. Was ich auch für sinnvoll erachte, da Leoparden ja bekanntlich sehr gute Springer und Kletterer sind.

21.08.2010, 19:48
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Phantom
Panthera lupus




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Zitat:
Original von TM982
Das stimmt sicherlich, wobei das natürlich nur bedingt vergleichbar ist, weil es da ja unter "Artgenossen" ist.


Ich glaube einfach, du hast ein wenig falsche Vorstellungen.
(Und natürlich ist es einfach schwer vorstellbar.)

Wenn das Kind von Klein auf unter Tieren groß wird, sind diese Tiere seine "Artgenossen" und nicht die anderen Menschen. Bis zum 12-18. Monat erkennt sich ein Kind ja z.B. nicht im Spiegel. Woher soll es dann wissen, dass es ein Mensch ist, wenn es in der Zeit in die Wildnis geriet?
Ein Kind wird daher in so einer Situation sicher nicht ständig denken "ich gehöre hier nicht hin, ich bin kein Tier" - wie man vielleicht auch am tierischen Verhalten, welches die Kinder annehmen - ja sieht, dürfte eher das Gegenteil der Fall sein. Warum sonst sollte es so schwer sein, diesen Kindern klar zu machen, dass sie keine Tiere sondern Menschen sind? Diese Kinder denken einfach ganz anders, auch das wohl eher wie Tiere. Und auch "Glück" ist für sie wohl etwas gänzlich anderes als für uns.

Und ob so ein Kind, das da herausgeholt wird, später mal denkt: "gut, dass ich gerettet wurde" oder "wieso habt ihr mich da weggeholt? Ich will zurück!" kann man vorher natürlich auch nicht wissen.

Kann sein, dass zutrifft: Wie mans auch macht, man machts verkehrt.
Wie du schon sagtest: "Eine richtige Lösung scheint es da nicht zu geben."


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

21.08.2010, 17:22
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TM982
Omega-Wolf




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Zitat:
Original von Phantom
Das Kindchenschema ist praktisch immer das gleiche, bei Mensch und Tier.

Gro�e Kulleraugen, undüberhaupt die Proportionen, etc. Darum finden wir ja auch junge Tiere so niedlich, weil sie bei uns eben das Kindchenschema auslösen.


OK, ich hatte gedacht, es gäbe da größere unterschiede zwischen den Tierarten.

Aber es stimmt: Die meisten jungen Tiere wirken auch auf Menschen irgendwie niedlich.

Zitat:
Original von Phantom
Warum also nicht zumindest die Kinder, denen es scheinbar unter den Tieren gut geht und an nichts fehlt (man sieht ja, ob so ein Kind unterernährt erscheint, etc) und die längst mehr Tier als Mensch sind, einfach dort belassen? Dort werden sie vielleicht auch nicht viel älter als ihre tierische Familie, aber unter Menschen sterben sie ja vielleicht noch eher. (Von all den Fällen, die belegt sind, kenne ich nur vllt 2-3, wo wirklich mal ein kind noch einige Jahre gelebt hat, vllt sogar erwachsen wurde. Das sind dann aber auch wohl eher die, die nicht lange unter Tieren waren und evtl. schon ein wenig älter waren, sich vllt noch ein wenig an ihr Leben zuvor erinnern können.)


Ja, vielleicht hast du recht, auch wenn ich nicht weiß, ob ein Kind wirklich glücklich wird, wenn es weiterhin "nicht artgerecht" unter Tieren lebt, auch wenn es nichts anderes gewöhnt ist.

Was ist besser: Wenn das Kind in der Wildnis aufwächst, wo es früher oder später gefressen wird oder sonst wie zugrunde geht, oder ob man es da "rausholt", was dazu führt, dass es unglücklich ist und überhaupt nicht mehr klarkommt? ich weiß es nicht.

Zitat:
Original von Phantom
Das Problem liegt mMn einfach auch darin, was ich schon schrieb: jemand sieht ein Kind unter Tieren und denkt: oh gott, das müssen wir sofort zurück unter unsereins holen! Das geht doch nicht, dass das unter Tieren lebt!


Ja, vermutlich geht es mir da ähnlich. Ich finde es einfach schwer vorstellbar, zu sehen, dass ein Kind zwischen Tieren lebt und nichts dagegen zu tun.

Zitat:
Original von Phantom
Dass so ein Kind evtl. gar nichts anderes kennt und es für das Kind ein schwerer Schock sein kann, von "seiner" Familie von jetzt auf gleich getrennt zu werden, evtl. noch ansehen zu müssen, wie diese getötet wird, begreift wohl kaum wer.


Stimmt, das ist eigentlich nachvollziehbar. Trotzdem kann ich mir schwer vorstellen, das Kind da einfach zu lassen.

Zitat:
Original von Phantom
Ein "normales" Kind, das bei seiner (menschl.) Familie glücklich ist, gut behandelt wird, würde sicher auch die Welt nimmer verstehen, wenn plötzlich wer kommt und es einfach von seiner Familie trennt.


Das stimmt sicherlich, wobei das natürlich nur bedingt vergleichbar ist, weil es da ja unter "Artgenossen" ist. (Trotzdem ist es leider auch in manchen Fällen notwendig, Kinder von ihrer Famile zu trennen, weil sie da ebenüberhaupt nicht gut behandelt werden, aber das ist eine andere Geschichte.)

Zitat:
Original von Phantom
Auch wenn der Vergleich vllt etwas hinkt: Im Gegensatz dazu kenne ich hier mehrere Pferde, die viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden. Die Tiere sind teils kränklich, in der Entwicklung zurückgeblieben, etc.pp. Und trotzdem gibts noch immer genug Pferdezüchter, die meinen, für ein Fohlen seis das Beste, es einfach schnell von der Mutter zu trennen, von jetzt auf gleich und zwar allerspätestens mit 6 Monaten. Dass die Tiere dabei (nicht nur) seelische Schäden erleiden ist längst bewiesen, aber vielen wohl egal.


Hm, von Pferden habe ich nicht viel Ahnung, fürchte ich. Aber auch da geht es dir ja daraum, dass die Fohlen bei ihrer Mutter aufwachsen, die ja logischerweise zur selben Art gehört, und nciht zu einer ganz anderen, sodass ich nicht weiß, ob das Beispiel wirklich passt,

PS: Ich finde schön, das hier im Forum zumindest wieder ein bisschen was los ist, vielleicht ist das "Sommerloch" ja endlich vorbei.


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Panta Rhei

Dieser Beitrag wurde von TM982 am 21.08.2010, 16:59 Uhr editiert.

21.08.2010, 16:53
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Phantom
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Zitat:
Original von TM982
Insbesondere muss das Kind das "Kindchenschema" der jeweiligen Art entsprechen, ich denke nicht, dass es ein individuelles "Kindchenschema" gibt, das für alle Arten gilt, dafür sind die einzelnen Tierarten doch zu unterschiedlich.


Das Kindchenschema ist praktisch immer das gleiche, bei Mensch und Tier.

Große Kulleraugen, und überhaupt die Proportionen, etc. Darum finden wir ja auch junge Tiere so niedlich, weil sie bei uns eben das Kindchenschema auslösen.

Kindchenschema


Zitat:

Die Kinder in der "Wildnis" lassen, wo sie vermutlich auch keine wirklich hohe Lebenserwartung haben?


Warum nicht? Wenn sie dort glücklich sind?

Zitat:
Andererseit wird sich ein Kind, dass längere Zeit von Tieren aufgezogen wurde, vermutlich ab einem gewissen Alter kaum noch an ein Leben unter Menschnen gewöhnen und da vermutlich auch nie wirklich Glücklich.


Eben, das ist es ja, wieso so viele jung gestorben sind. Sie konnten sich einfach nicht umgewöhnen und waren ohne ihre tierischen "Eltern" im wahrsten Sinn des Wortes "todunglücklich".

Zitat:
Eine richtige Lösung scheint es da nicht zu geben.


Denke ich auch.

Warum also nicht zumindest die Kinder, denen es scheinbar unter den Tieren gut geht und an nichts fehlt (man sieht ja, ob so ein Kind unterernährt erscheint, etc) und die längst mehr Tier als Mensch sind, einfach dort belassen? Dort werden sie vielleicht auch nicht viel Älter als ihre tierische Familie, aber unter Menschen sterben sie ja vielleicht noch eher. (Von all den Fällen, die belegt sind, kenne ich nur vllt 2-3, wo wirklich mal ein kind noch einige Jahre gelebt hat, vllt sogar erwachsen wurde. Das sind dann aber auch wohl eher die, die nicht lange unter Tieren waren und evtl. schon ein wenig Älter waren, sich vllt noch ein wenig an ihr Leben zuvor erinnern können.)


Das Problem liegt mMn einfach auch darin, was ich schon schrieb: jemand sieht ein Kind unter Tieren und denkt: oh gott, das müssen wir sofort zurück unter unsereins holen! Das geht doch nicht, dass das unter Tieren lebt!
Dass so ein Kind evtl. gar nichts anderes kennt und es für das Kind ein schwerer Schock sein kann, von "seiner" Familie von jetzt auf gleich getrennt zu werden, evtl. noch ansehen zu müssen, wie diese getötet wird, begreift wohl kaum wer.

Ein "normales" Kind, das bei seiner (menschl.) Familie glücklich ist, gut behandelt wird, würde sicher auch die Welt nimmer verstehen, wenn plötzlich wer kommt und es einfach von seiner Familie trennt.

Auch wenn der Vergleich vllt etwas hinkt: Im Gegensatz dazu kenne ich hier mehrere Pferde, die viel zu früh von ihren Müttern getrennt wurden. Die Tiere sind teils kränklich, in der Entwicklung zurückgeblieben, etc.pp. Und trotzdem gibts noch immer genug Pferdezüchter, die meinen, für ein Fohlen seis das Beste, es einfach schnell von der Mutter zu trennen, von jetzt auf gleich und zwar allerspätestens mit 6 Monaten. Dass die Tiere dabei (nicht nur) seelische Schäden erleiden ist längst bewiesen, aber vielen wohl egal.


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21.08.2010, 14:03
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TM982
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Zitat:
Original von Phantom
Tja, was die "wilden Kinder" angeht, müßte man wahrscheinlich einfach mal die Zahlen vergleichen, wieviele Kinder überhaupt in der Wildnis, unter Tieren überlebt haben und wieviele im Gegensatz dazu wilden Tieren einfach zum Opfer fielen.


Ich füchte nur, es wird schwer, an verlässliche Zahlen zu kommen. Einerseits ist es zwar traurig, wenn irgendwo ein Kind von Raubtieren gefressen wird, aber keine so große Senstion, als wenn ein Tier von wilden Tieren aufgezogen wird, einerseits, weil letzteres interessanter und faszinierender ist, und andererseits, weil es vermutlich sehr viel seltener ist. Wenn irgendwo in der Welt ein Kind von Raubtieren gefressen wird (beides geschieht ja immer weit weg, schon allein weil es hierzulande keine geeigneten Raubtiere gibt), landet das hierzulande, falls es überhauptinternational bekannt wird, in der Zeitung vielleicht als Randnotiz auf der letzten Seite, und die Leute, die es lesen, denken: "Traurig, was ein Glück, dass wir hier sowas nicht haben." Und schon vergessen sie es wieder. Wenn hingegen tatsächlich ein Kind gefunden wird, das von Tieren aufgezogen wurde, kann es das durchaus bis ins Fernsehen schaffen (wenn es genügend Filmmaterial gibt, dass man dazu zeigen kann).

Außerdem werden die Kinder ja oft erst einige Jahre später gefunden. Wären sie vorher gefressen worden, hätte man davon vermutlich gar nichts gemerkt.

Zitat:
Original von Phantom
Das Alter ist ja auch entscheidend. Sie dürfen nicht zu jung sein und nicht zu alt. (Die Chancen eines z.B. wenige Tage alten Säuglings dürften sehr schlecht stehen.) Und wenn mit den Jahren das "Kindchenschema" verschwindet, dürfte es auch gefährlich werden. (Außer wohl, das Kind hat vorher genug tierisches Verhalten gelernt, um sich perfekt unterordnen zu können. Dann hat es vllt ne relativ gute Chance, je nach Tierart.)


Ja, es hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Insbesondere muss das Kind das "Kindchenschema" der jeweiligen Art entsprechen, ich denke nicht, dass es ein individuelles "Kindchenschema" gibt, das für alle Arten gilt, dafür sind die einzelnen Tierarten doch zu unterschiedlich. Wobei ich insgesammt nicht glaube, dass die Chancen wirklich gut sind, ich denke, die Fälle, von denen man hört, sind eher die Ausnahme als die Regel.

Zitat:
Original von Phantom
Ich finde es aber weitaus schlimmer für solche Kinder, wenn sie einfach aus dem Rudel gerissen bzw. von ihren tierischen Eltern getrennt werden, weil sie ja Menschen sind und unter Menschen zu leben haben. Es ist ja leider traurige Wahrheit, dass die wenigsten von ihnen in der "normalen" Welt lange überlebt haben. Etliche überlebten ja nichtmal das erste Jahr wieder unter Menschen. Und oft behielten sie ihre tierischen Angewohnheiten bei.


Ja, das scheint aber eins der Probleme zu sein, bei denen es nur falsche Lösungen gibt. Denn was sollte man sonst machen? Die Kinder in der "Wildnis" lassen, wo sie vermutlich auch keine wirklich hohe Lebenserwartung haben? (Warum sind es denn so gut wie immer Kinder, die gefunden werden, und keine Erwachsenen? Vielleicht überleben sie, wie von dir schon angesprochen, spätestens dann nicht mehr, wenn sie zu alt oder zu groß werden, um von der jeweiligen Art noch noch als Junges der eigenen Art angesehen zu werden.)

Andererseit wird sich ein Kind, dass längere Zeit von Tieren aufgezogen wurde, vermutlich ab einem gewissen Alter kaum noch an ein Leben unter Menschnen gewöhnen und da vermutlich auch nie wirklich Glücklich.

Eine richtige Lösung scheint es da nicht zu geben. (Es gibt übrigens noch mehr solche Fälle, über die ich nachgedacht habe, ohne zu einer Lösung zu kommen, was richtig und was falsch ist, und vermute, dass es keine gibt.)

So faszinierend solche Geschichten auch sind: Für die betroffenen Kinder ist es sicherlich schrecklich, so oder so.

Zitat:
Original von Phantom
Verhungern würden diese Kinder wohl nicht unbedingt in der Wildnis. Vor ner Weile war z.B. ein Junge in der Presse, der genauso rohes Fleisch riss wie die Tiere, unter denen er gelebt hatte. Sein Gebiss war wohl auch um einiges stärker als ein "normales". Andere Kinder lernten wohl, welche Beeren, etc essbar sind. Von einem der Leoparden-Jungen heißt es, dass er unheimlich schnell auf allen Vieren laufen konnte, usw.


Ja, es ist faszinierend, wie anpassungsfähig Menschen und ganz besonders Kinder sind. Wobei ich mich immer noch frage, ob soetwas nicht eher die Ausnahme als die Regel ist.


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Panta Rhei

21.08.2010, 11:38
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Tja, was die "wilden Kinder" angeht, müßte man wahrscheinlich einfach mal die Zahlen vergleichen, wieviele Kinder überhaupt in der Wildnis, unter Tieren überlebt haben und wieviele im Gegensatz dazu wilden Tieren einfach zum Opfer fielen.

Das Alter ist ja auch entscheidend. Sie dürfen nicht zu jung sein und nicht zu alt. (Die Chancen eines z.B. wenige Tage alten Säuglings dürften sehr schlecht stehen.) Und wenn mit den Jahren das "Kindchenschema" verschwindet, dürfte es auch gefährlich werden. (Außer wohl, das Kind hat vorher genug tierisches Verhalten gelernt, um sich perfekt unterordnen zu können. Dann hat es vllt ne relativ gute Chance, je nach Tierart.)

Ich finde es aber weitaus schlimmer für solche Kinder, wenn sie einfach aus dem Rudel gerissen bzw. von ihren tierischen Eltern getrennt werden, weil sie ja Menschen sind und unter Menschen zu leben haben. Es ist ja leider traurige Wahrheit, dass die wenigsten von ihnen in der "normalen" Welt lange überlebt haben. Etliche überlebten ja nichtmal das erste Jahr wieder unter Menschen. Und oft behielten sie ihre tierischen Angewohnheiten bei.

Verhungern würden diese Kinder wohl nicht unbedingt in der Wildnis. Vor ner Weile war z.B. ein Junge in der Presse, der genauso rohes Fleisch riss wie die Tiere, unter denen er gelebt hatte. Sein Gebiss war wohl auch um einiges stärker als ein "normales". Andere Kinder lernten wohl, welche Beeren, etc essbar sind. Von einem der Leoparden-Jungen heißt es, dass er unheimlich schnell auf allen Vieren laufen konnte, usw.


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21.08.2010, 01:33
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Hm, so unschön es sein mag, Tiere nur "Hinter Gitter" zu sehen: Ich will doch hoffen, dass zumindest diejenigen Tiere, die für menschen Gefährlich werden können (und Großkatzen wie Löwen und Tiger können das sicherlich) so untergebracht sind, dass sie nicht einfach rauskommen, statt nur darauf zu hoffen, dass sie ihre "Grenzen" akzeptieren.

Es mag vielleicht sinnvoll sein, die "Grenzen" so zu gestalten, dass die Tiere sie als "natürliche", unüberwindbare Hindernisse wahrnehmen, und daher nicht versuchen, sie zu "überwinden". Aber alleine darauf würde ich mich nicht verlassen, das Riskiko wäre einfach zu groß.

Was die Sache mit der "Adoption" angeht: Auch wenn es verschiedene Geschichten in die Richtung gibt, würde ich davon ausgehen, dass die Chance für die menschlichen Kinder, nicht früher oder später gefressen zu werden, zu verhungern oder sonst wie zu sterben ziemlich gering einschätzen. (Es hängt natürlich auch sehr stark von der "adoptierenden" Art ab, und natürlich, wie lange die Kinder "in der Wildnis" bleiben.)


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Panta Rhei

21.08.2010, 00:47
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Zitat:
Original von specagent
Was die E-Zäune angeht: Ich denke, dass eine Großkatze diesen problemlos überspringen könnte, sie tut es nur nicht weil sie die Grenzen, die ihr vom Menschen gesetzt wurden, als Grenzen ihres Reviers akzeptiert.


Gerade bei den Großkatzen bezweifel ich, dass es da möglich wäre. (außer, der Zoo hätte da womöglich wo geschlampt.) Das Risiko wäre einfach zu groß, dass es mal passieren könnte und dann könnte der Zoo ganz schnell seine Zulassung verlieren.

Zitat:
Dass die Tiere im Winter drinnen gehalten werden, wäre mir neu. Auf der Website des Zoo Augsburg kann ich jedenfalls Bilder von Großkatzen finden, die aufgenommen wurden, als Schnee lag und die Tiere trotzdem draußen waren.


Ich sprach davon, dass die Tiere drinnen bleiben, wenn die Gräben zugefroren sind. Nicht, dass sie grundsätzlich im Winter drinnen sind, wenn Schnee liegt.
Wie das nun im Zoo Augsburg ist, weiß ich nicht. Da war ich noch nie. Ich weiß nur, dass es normale Praxis in Zoos ist, die Gräben Eisfrei zu halten und wenn das nicht mehr gelingt, die Tiere nicht mehr rauszulassen, bis die Gräben wieder frei sind. (Notfalls müssen da dann auch schonmal die Tierpfleger ran und die Gräben freihacken. Hab ich jedenfalls schon gesehen.


Zitat:
Und noch eine Frage: Welches Verhalten müsste ein Kind an den Tag legen, damit ihn Löwen oder andere Großkatzen als Kind betrachten, und nicht als Beute/Bedrohung/ungebetenen Gast/einfach nur ein Lebewesen, das kein besonderes Interesse verdient? Waren meine laienhaften Überlegungen völlig daneben oder steckte doch etwas Wahrheit darin? Was müsste es noch tun?


Guck dir doch einfach mal Tippis Geschichte an, oder ähnliche Fälle.

Erstmal muß das Kindchenschema sehr ausgeprägt sein. Und der "Mutterinstinkt" wird wohl nur greifen, wenn ein Tier gerade Mutter ist und evtl. nen Junges verloren hat. Dürfte von Tier zu Tier aber auch unterschiedlich sein. Nicht jedes Tier hat Mutterinstinkte, wenns ein fremdes "Junges" sieht. Eher würde da wohl der Beuteinstinkt greifen.
(Kann man wohl auch mitunter in Zoos sehen, wo es Glasscheiben in Löwen- und Tigergehege gibt. Da startet dann auch schonmal ein Tier einen "Angriff" auf ein Kind, wenn das vor der Scheibe steht.)

Wieso das eine Kind als "Junges" angesehen wird und ein anderes eher als Beute, wird wohl zumindest teilweise ein Rätsel bleiben. Manche Kinder haben wohl einfach ein unglaubliches Gespür für Tiere. Ich konnte das früher zum Teil auch mal, mit Katzen auf ihre Art "kommunizieren", oder mit Hunden. Ich habe die Tiere einfach sehr genau beobachtet. Bei meinen "Hauskatzen" und einem Wachhund hat das gut geklappt, aber bei nem Löwen oder Tiger hätte ich das nie gewagt.


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20.08.2010, 23:53
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