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TamedTigress
Amurtigerin




Dabei seit: April 2003
Herkunft: Edinburgh
Rheinland-Pfalz (DE)
Beiträge: 2187
TamedTigress ist offline
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Die Frage ist in der Tat sehr schwierig und interessant.

Wenn man bedenkt wie und wofuer die Tiger dort gehalten werden, muesste man sie ablehnen.

Dann wiederum: die Chinesen konsumieren sowieso Ti(g)erprodukte, mit oder ohne Farmen. Die Farmtiger retten den wilden das Leben, so wie auch die meisten Menschen hier nicht mehr in der Wildnis jagen, weil sie sich Hausschweine halten und die essen koennen.

Und irgendwann koennen die Tiere vielleicht ausgewildert werden. Nicht diese Generation, aber vielleicht die naechste oder uebernaechste?

Kann man ueberzeugt *fuer* Zoos und *gegen* Farmen sein?

Bin unschluessig...

TamedTigress

28.09.2009, 20:48
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Kaspi tiger
Tiger




Dabei seit: August 2009
Herkunft: Trier - einstmals
Rheinland-Pfalz (DE)
Beiträge: 65
Kaspi tiger ist offline
Themenstarter Dieses Thema wurde von Kaspi tiger gestartet
Tigerfarmen in ChinaAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

WWF, CITES und eine menge Organisationen sind dagegen.
http://www.endtigertrade.org/
Was haltet Ihr davon?
Inwieweit würde es den wilden Tigern helfen wenn alle Tigerfarmen samt 4000 Tiger geschlossen würden?
Haltungsbedingungen könnten doch besser kontrolliert werden als die Wilderei in der Natur. Die Verhandlungen sollten doch in die Richtung gehen, dass die Chinesische Regierung bessere Haltungsbedingungen, die Führung von Zuchtbüchern (für die Erhaltung der Unterarten), usw. vorschreibt. Die Tiergärten, Safari-Parks geben ja genug Richtlinien für artgerechte Haltung.

Man könnte ja eines Tages vielleicht die historischen Tigerzahlen erreichen. Wiedereinbürgerung der Tiger würde auch leichter gehen von tausenden Farm-Tiger als von einem Paar Zootiger. Außerdem wurden ja schon viele Wildtiere aus China gerade in der Gefangenschaft gerettet; Beispiele: Mi-lu Hirsch, Przewalski Pferd.

Wilderei kann man ja offensichtlich nicht kontrollieren, die Jahrtausende alte Gewohnheiten von Milliarden Menschen auch nicht umkrempeln, sonst würden ja die Populationen in streng geschützten indischen Reservaten und in den Restbeständen anderswo nicht dahin-schmelzen. Es leben etwa 40 Millionen Chinesen in der Diaspora, 23 Millionen Chinesen auf Taiwan. Selbst wenn die Regierung der VR China die eigene 1,3 Milliarden überzeugen könnte, würden Tigerprodukte noch genug Abnehmer finden und nicht nur Chinesen konsumieren den Tiger.

Tiger sind ja vielerorts ausgestorben wo eigentlich noch Platz für sie wäre - es gibt immer noch genug Pappelwälder am Tarim, die Mischwälder der Kaukasus sind nicht kahlgeschlagen, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Kaspischer_Hyrcania-Mischwald.
Elburs, Tienshan, Altai sind noch bewaldet und haben immer noch Hirsche und Wildschweine, dasselbe gilt auch für Korea und die Mandschurei, die Regenwälder von Ujung Kulon und Meru Betiri auf Java wurden nicht gerodet, und auch Bali hat ja noch Wälder- die jeweiligen Tiger-Unterarten sind trotzdem längst ausgestorben, weil man ihnen bis in die entlegensten Gebiete nachgefolgt ist und sie dort gezielt getötet hat.

Ich glaube, dass in China der Tiger in freier Wildbahn ausgestorben ist; die letzte zuverlässige Beobachtung des Amoy-Tigers stammt aus dem Jahre 1964 - das ist mehr als zwei Tiger-Generationen her. Man will sich nicht eingestehen den eigenen Maskottchen ausgerottet zu haben, stattdessen wird die Zahl 20-30 genannt und der Tiger außerhalb von China weitergejagt. Die paar Amur-, Bengalische und Corbett Tiger, welche an den Grenzen existieren mögen, haben ja auch kaum Überlebenschancen, China ist Waffenexporteur, es gibt 2,3 Millionen Militärs und 10 Million Paramilitärs. Insgesamt sind 100 Millionen Reservisten bei der Volksmiliz registriert, die mit Waffen umgehen können - genug potenzielle Kandidaten für die Wilderei.

Die Zeit ist knapp – es gibt genauso viele Tiger in freier Wildbahn wie auf diesen Farmen – wenn die Farmtiger ausgelöscht werden, wird der Bedarf aus dem Wildbestand gedeckt.

Ich selbst bewundere ja die Aufnahmen die von Tiger in freier Wildbahn gemacht wurden, und würde ja mich freuen wenn dies noch lange so bleiben würde, aber die Tatsachen scheinen dieses Idealbild zu widersprechen.

***

Anderseits versteht man nicht, was da vor sich geht: DER TIGER WIRD DOMESTIZIERT. Zwar aus anderen Gründen und ein bisschen später als der Hund oder die Katze, aber diese Tigerfarmen sind eindeutige Beispiele dafür. Etwas, das uns kostbar ist und Nutzen bringt wird in Massen gehalten, weil der Wildbestand sich ja total verringert.

In Europa und im Nahen Osten und Ägypten, war damals das Rind heilig (Gottheit Apis, Goldene Kalb-aufgehende Sonne, Mithras-Kult, Stier-Attribut von Lukas, "der Markt ist bullisch", Totemtier der Börse usw.) - in Indien ist er heute noch. Trotzdem wurde er überall ausgerottet als Wildform - obwohl es nur den Königen und Fürsten erlaubt war, Auerochsen zu jagen und diese Tiere wurden ja auch geschützt und die Welt war damals ein bisschen dünner besiedelt und es gab auch keine Feuerwaffen! Es ist jedoch geschehen.

Die Chinesen und Asiaten im Allgemeinen haben eine ähnliche Liebe für den Tiger - er ist im Kalender usw. wird angehimmelt, man sagt ihn magische Kräfte nach und wird trotzdem gejagt. Urvölker wie die Giljaken im Sibirien beteten zum Bären, entschuldigten sich vor der Jagd und töteten den heiligen Totemtier. Und hielten zahme Jungtiere, die sie schlachteten. Ainu pflegten auch diesen Bärenkult. Chinesen huldigen eben den Tigerkult.

Degenerationen (weiße, Albino, goldene Tiger usw.) treten auf, die sogar bevorzugt werden -siehe die vielen Fans von diesen Tiger-Farbvarianten. Wir müssen es einsehen das der Tiger schon halb-domestiziert ist, und Farm-Tiger deshalb als Nutztiere betrachten und diese Frage entsprechend behandeln.

Dieser Beitrag wurde von Kaspi tiger am 27.09.2009, 05:52 Uhr editiert.

21.09.2009, 21:08
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