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Tigerforum » Presseboard » Sonstiges » Anti-Jagd-Demo in Leer am 16.06.2007 » Hallo Gast [registrieren|anmelden]
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sanne
Eroberer




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sanne ist offline
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Soooo, nun kann ich auch mal aus eigener Erfahrung sprechen.
Also, erstens, wenn Katzen von ihren Besitzern so gefüttert werden würden, wie es sein sollte, würden Katzen niemals so weit weglaufen, das sie in den verdacht kommen zu wildern ( wer lachen will, ist aufgefordert dies hier zu tun ), aber : ich habe sieben Katzen auf meinem Hof, diese bekommen jeden tag ihr fresschen und ich brauche nur rauszugehen, zu rufen und nach ca. zehn Minuten sind alle versammelt und jetzt kommt es : Wir haben einen Jäger in unserer unmittelbaren Umgebung, mit dem führte ich mal ein Gespräch unter anderem auch über meine Katzen, da meinte er, er hätte es gar nicht nötig ein Auge auf meine Katzen zu werfen, entweder sieht er sie nur am haus bei uns oder mal am Wegrand vor einem Mauseloch, wenn alle solche Katzen hätten, gäbe es gar keinen Grund überhaupt hinterher zu sitzen....Da finde ich haben wir echt Glück mit unserem Jäger.

Auf der anderen Seite ist die Jagd auch grausam, meistens ehr grausam, statt das es ein spaßiges Hobby ist.
Wird ein Tier angeschossen und kann noch über die Reviergrenze fliehen, so darf der Jäger nicht hinterhersetzen um das Tier zu erlösen. Enweder der Jäger des anderen Reviers ist da und die beiden einigen sich, wer das Tier erlöst, oder aber das Tier verendet elendiglich, so wurde auch das mir gesagt....

Heckenausräumer Katzen ?, wir haben hier etliche Nester mit Jungvögeln, Jungdrosseln, im Garten und alle die ich gesehen habe leben, ich hab auch nicht einen Hinweis auf irgendeinen toten Vogel gefunden.....Also so über einen Kamm scheren kann man auch nicht alle und die anderen jagen einfach nur, weil sie nichts anderes oder nicht viel zu futtern bekommen, da sollte man auch schon mal mit dem Finger auf manche Besitzer zeigen.
Ich mag alle Tiere und will hier nicht nur die Katzen in Schutz nehmen, aber auch in der Natur gibt es Nesträuber, zb. Elstern ( aber gegen die hab ich auch nichts, folgen auch nur ihrem Instinkt ) oder den Kuckuck, der schmeißt auch die Jungen aus dem Nest, finde ich von daher genauso schlimm ( hab ich aber auch nichts gegen, Natur ist Natur

Trophäenjagd : ja das stimmt, da hat mich auch mal ein Jäger ein kleines bisschen drüber informiert...
Ich fand bei meinen Ausritt mal einen toten Fuchs ohne Schwanz, ich traf beim weiterreiten dann auf einen Jäger und erzählte ihm das, er meinte nur ungerührt "Tja meine Nichte wollte einen Fuchsschwanz für ihre Autoantenne, jetzt bekommt sie einen. Jetzt brauchen wir nur noch den bau mit den Jungen finden und schon gibts auch einige Schädlinge weniger"
Das fand ich sehr makaber und so selbstgefällig wie der Mensch das sagte, war das auch kein spass.

Ich bin einfach der Meinung, viele Jäger nutzen ihre Berechtigung zur Jagd schamlos aus, ich für mich persönlich, bin also dagegen........


Das ist mal wieder nur meine Meinung, die ich niemandem aufzwingen will und kann...., ich sage sie nur


__________________
Man hat einen Menschen noch lange nicht ÜBEZEUGT oder BEEINDRUCKT, nur weil er zu schweigen beschlossen hat...

15.05.2007, 11:44
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Mainhard
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@nettwork Die Jagd ein Sport. Da bekommt der Spruch von Winston Churchill "Sport ist Mord" eine ganz neue Fassette. Hirzu empfehle ich den von mir unten aufgeführten Link.


Zu den Katzen: "Katzen kommen in unserer Landschaft in einer unnatürlich hohen Dichte vor" Ähh wir Menschen allerdings auch.... Auch in Österreich.

Und im Gegensatz zu unseren Hauskatzen sind die Katzen die eigentlich die Wälder bevölkern sollten fast ausgerottet. Die Wildkatzen. Und von wem wurden sie ausgerottet? Und was würden die Wildkatzen den so alles fressen? Etwa nur Mäuse und keine Vögel, Kaninchen (Hasen) etc.? Und was ist mit Madern, Luchsen, dem Dachs usw. Was futtern die den so? Und gibt es in der Eigentlichen Heimat unserer Hauskatzen denn keine Kaninchen oder am Boden brütende Vögel? Sicher gibt es in Österreich oder Deutschland eine sehr hohe Dichte an Katzen, aber Vögel oder Hasen usw. sind bestimmt nicht wegen Katzen vom Aussterben bedroht.

"denn die Katze ist ein harter Konkurrent".Das denkst Du nicht wircklich oder?

"Und natürlich will der Jäger auch den Erfolg seiner Arbeit sehen (und ernten), wer kann ihm das verübeln."

Ich. Denn wenn ich einen Jäger mal dabei erwischen würde wie er eine in einer Falle gefangene Katze erschlägt, erschießt oder sonst was macht dann kann er auf sehr sehr viel Schmerzensgeld von mir hoffen. Ganz zu schweigen davon was wäre wenn es eine von meinen Katzen wäre.

Ich liebe Tiere, und soweit es möglich ist versuche ich alles in diesem sinne zu leben. Menschen die ohne Not ein Tier töten sind bei mir unten durch. Egal aus welcher Motivation.

Bin auch nicht perfekt, aber es gibt Dinge die müssen nicht sein. Wo das Anfängt und Aufhört muß jeder selber für sich entscheiden. Aber bei oben genannter Situation hört der Spaß auf. Vielleicht stellt mich das dann in den Augen mancher auf die selbe Stufe wie die Jäger selbst oder noch darunter, aber wenn ich z.B. das Leben meiner Katze dadurch retten kann interessiert mich das herzlich wenig.

So long und "Waidmannsheil"


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Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.

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Dieser Beitrag wurde von Mainhard am 15.05.2007, 12:48 Uhr editiert.

15.05.2007, 10:58
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nettwork
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zu meinem a)
Vielleicht habe ich mich etwas zu weit von der Praxis wegbewegt. Ich weiß, dass diese Argumente noch immer benutzt werden. Sie sind aber für mich in einer sachlichen Diskussion kein haltbarer Standpunkt.

Ich bleibe dabei, dass die Jagd eine Wirtschaftsform ist. In unserer Gesellschaft gibt es jede Menge seltsame Auswüchse, weil man denkt man könnte es noch besser. Siehe Legebatterien. Auch hier war der Ausgangspunkt ein Huhn, das um den Hof scharrte und ein Ei legte; später pferchte man Millionen von ihnen auf engestem Raum zusammen, um leichter und schneller an eben diese Eier zu kommen.

Ich hab auch schon Jäger mit hochrotem Kopf aufspringen sehen, weil sie dachten der zurückkehrende Luchs würde ihre kapitalen Böcke reißen. Die Trophäenjagd ist leider ein Sport, dem viele (Hobby-)Jäger nachgehen.

Auch wenn ich sonst Meinhard zustimme, so muss ich wegen der Hauskatzen doch widersprechen. Das ist wohl wieder ein Kapitel für sich. Katzen kommen in unserer Landschaft in einer unnatürlich hohen Dichte vor und wenn sie nicht gerade braver Stubentiger spielen, räumen sie im Umkreis von ca. 500m jede Hecke aus. Betroffen sind alle bodenbrütenden Vögel und Hasen in nicht geringem Ausmaß. Da hilft auch ein gute Struktur in der Landschaft wenig. Die Jäger sind sauer, denn die Katze ist ein harter Konkurrent. Und natürlich will der Jäger auch den Erfolg seiner Arbeit sehen (und ernten), wer kann ihm das verübeln.


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15.05.2007, 09:53
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Mainhard
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@david Sehr guter Beitrag da lohnt das lesen des textes!

@Myril Du spricht die Problematik verschiedener anderer Ernährungsformen an. Sehr gut, nur was hat das mit der Jagd zu schaffen?

Das sich auch ohne die Jagd nicht Tierschonend ernährd wird ist klar. Das macht die Jagd aber auch nicht besser.

Das die Jagd in einer "Natürlichen" Umgebung etc. stattfindet hilft auch nicht viel. Oder möchtest Du 82 Mil. Deutsche nur mit Wildfleisch versorgen? Dann probier das mal. Nicht das jetzt ein falscher Eindruck geweckt wird, ich bin absolut gegen Massentierhaltung und versuche seit längeren meine Ernährung dementsprechend umzustellen. Ich verzichte freiwillig auf Fleisch und ernähre mich z.Z. in Bezug auf Proteine hauptsächlich von Bio Milch, Bio Hüttenkäse, Eiern vom Nachbarn :-) sowie leider noch von Sardinen. Für mich sind das schon Fortschritte. Im vergleich zu früher: Viel Rind, Pute sowie Thunfisch :-( Zumal ich seit ca. 15 Jahren Leistungssport mache.

Jetzt bitte keine Vorträge über Milch, Hüttenkäse und Co. Wie gesagt ich versuche mein bestes.

Noch eins zu den Jagd beführwortern: Erklärt mir mal bitte wie Ihr rechtfertigt das Tiere wie Birkhahn, Mader, Dachs, Fasan usw. geschossen werden? Weil die so lecker sind oder was? Und was ist mit Hauskatzen? Werden die etwas auch gegessen? Oder gehören Katzen etwas nicht in den Wald?! Auf solche schwachsinnigen Argumente gehe ich jetzt lieber nicht ein.

Und für alle die meinen die meißten Jäger seien doch an Tierschutz interessiert hier mal ein toller Link!

http://www.lima-wiederladetechnik.de/

Hier schilderd unsere Jägerschaft ganz ohne rot zu werden wie man welche Tiere am besten abknallt, fängt, erschlägt usw. Und zwar bis ins Detail und mit voller Freude! Viel spaß beim lesen.


Und für die ganz schlauen: wer Rechtschreibfehler bzw. Tippfehler findet, der darf sie behalten.


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15.05.2007, 09:07
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david
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david ist offline
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in den vergangenen 24 stunden seit meinem letzten besuch wurden hier dutzende argumente pro und kontra jagd aufgeführt - teilweise richtige, teilweise falsche.

wie man meinen postings weiter unten entnehmen kann, habe ich zwar mühe mit der jagd und sie wäre meiner meinung nach nicht nötig, ich anerkenne jedoch auch, dass es gute argumente dafür gibt. schon allein die tatsache, dass der mensch seit seiner entstehung vor 200'000 jahren jäger ist, spricht dafür, dass es sich um einen natürlichen vorgang handelt. manche denken darob wohl ich sei eine gespaltene persönlichkeit... (und beim thema jagd bin ich das vermutlich auch )

obwohl ich natürlich zu allen eingebrachten argumenten meine meinung habe, gehe ich hier möglichst nur auf eines ein: die jagd als ökologische notwendigkeit.

wie unten bereits erwähnt, wird häufig das argument genannt, die jagd müsse die ausgerotteten grossraubtiere ersetzen. da muss ich nettwork entschieden widersprechen, der behauptet, das argument werde heute nicht mehr ernsthaft gebraucht. ich kenne sehr viele jäger persönlich (und habe ein wirklich gutes verhältnis mit ihnen) und habe festgestellt, dass so gut wie alle von ihnen behaupten, das fehlen der grossraubtiere mache die jagd notwendig. auch manche nichtjagenden naturschützer behaupten dies.

fakt ist, dass dieses argument mehrfach wiederlegt wurde. beispielsweise konnte beim reh eine selbstregulation nachgewiesen werden, die unabhängig von der präsenz von grossraubtieren ist. d.h. dass mit oder ohne grossraubtiere ähnlich viele rehe im wald leben. daher muss die jagd hier auch nichts ersetzen. ich kritisiere stark, dass von jägerseite immer dieses argument des raubtierersatzes vorgebracht wird, sobald dann aber wirklich grossraubtiere im revier sind, werden sie schnell zu schädlingen erklärt, welche das wild in seiner existenz gefährden... das zeigt mir eigentlich v.a., dass die jäger selbst wissen, dass dieses argument falsch ist. sie braucen es nur als rechtfertigung.
zur verteidigung der jäger muss ich jedoch auch gestehen, dass dieses argument nur entstanden ist, weil viele leute (z.b. naturschützer) kritisiert haben, die jagd diene nur der fleischbeschaffung (eben der irrsinn, jäger wegen des tötens zu kritisieren, im nächsten moment aber gedankenlos in eine bratwurst zu beissen...). vermutlich deshalb wurden andere argumente für die jagd gesucht und so kam man darauf, man müsse jagen um zu regulieren.

was würde mit dem wald passieren, wenn nicht mehr gejagt würde? mehr oder weniger gar nichts. vermutlich würde der verbiss an junguchs tatsächlich zunehmen, doch die wälder wären immer noch wälder und würden nicht verschwinden. kein wirklicher experte (auch von seiten der jägerschaft) hat mir gegenüber jemals ernsthaft behauptet, unsere wälder würden ohne jagd verschwinden. dass mit der jagd die forstwirtschaftliche nutzung verbessert wird, ist logisch. aber das ist ein rein wirtschaftliches argument und kein ökologisches. im gleichen atemzug muss ich aber auch sagen, dass diesbezüglich die jagd nicht negativ ist. wohl wird durch den stress der tiere der verbiss gefördert, was jedoch durch die etwas niedrigere individuenzahl kompensiert wird.

zum thema wildfütterung: diese ist wirklich unnötig und hat auch auf die forstwirtschaft stark negative folgen. in der schweiz wurde noch vor wenigen jahrzehnten fast flächendeckend zugefüttert, auch mit dem argument, forst- und landwirtschaftliche flächen zu schützen. das andere argument der jäger war, man müsse doch die armen kreaturen über den winter bringen. und im frühling wurden sie abgeschossen...
heute wird in 97% der schweizer wildräume (also 97% der landesfläche) nicht mehr zugefüttert - und die schäden an land- und forstwirtschaftskulturen nahmen nicht zu. in vielen gegenden war sogar das gegenteil der fall. die zufütterung von wildtieren sorgt dafür, dass auch die schwachen und kranken tiere durch den winter kommen, welche sonst gestorben wären. das erhöht die population der betreffenden art teilweise sehr stark. mit der zufütterung wird also bloss der natürliche regulationsmechanismus ausgeschaltet, was mehr negative als positive folgen hat (eben auch für forst- und landwirtschaft). in unserem kanton gibt es keine einizige wildfutterstelle mehr - und das wird von den jägern einhellig begrüsst. sie haben offensichtlich gelernt, dass nicht alles, was sie früher getan haben, wirklich richtig war. das macht mir hoffnung, dass sie dies in anderen bereichen (namentlich bei grossraubtieren) auch noch lernen werden.

interessant ist folgende tatsache: bis weit ins 19. jahrhundert hinein war immer klar, dass die beutetiere die beutegreifer regulieren. die anzahl beutetiere hängt demnach vom lebensraum ab und sobald es viele beutetiere hat, kommen auch viele beutegreifer. v.a. im 20. jahrhundert kam dann die theorie auf, dass die nur die beutegreifer die beutetiere regulieren. sobald die beutegreifer weg seien, würden die beutetierpopulationen ins unermessliche wachsen. was natürlich ein schwachsinn ist... heute hat man in der wildbiologie wieder teilweise umgedacht und es ist anerkannt, dass in erster linie der vorhandene lebensraum die anzahl der beutetiere bestimmt. beutegreifer haben aber durchaus einen einfluss auf die population und können deren wachstum verringern. dieser einfluss der beutegreifer spielt sich aber in einem engen bereich ab und hat nur bedingt einen einfluss auf die gesamtpopulation. interessanterweise konnte nachgewiesen werden, dass beutegreifer nicht in erster linie regulieren, sondern stabilisieren.

als beispiel sei hier die isle royal in kanada genannt. auf der insel kommen als grosssäuger nur elch und wolf vor (am rand auch biber, ist aber unwesentlich). bevor die wölfe natürlicherweise auf die insel kamen, schwankte die elchpopulation mehr oder weniger stark. seit die wölfe dort sind, hat sich aber die population stabilsiert und es kommt nur noch zu sehr kleinen schwankungen.

wie relativ häufig der fall, liegt die wahrheit also irgendwo in der mitte. raubtiere haben also durchaus einen einfluss auf die populationen der beutetiere, allerdings ist dieser einfluss nicht so gross, wie lange zeit behauptet. das macht die jagd in diesem bereich nicht zu einer absoluten notwendigkeit, da wie erwähnt auch noch ganz andere faktoren als beutegreifer auf beutetiere einwirken. dies belegen übrigens auch beispiele aus diversen jagdfreien nationalparks, wo grossraubtiere fehlen. keines dieser ökosysteme ist wegen dem fehlenden prädationsdruck kollabiert, wie oft angekündigt.

ich hoffe, dass ich trotz der länge dieses postings etwas klarheit schaffen konnte. wie erwähnt: ob man für oder gegen die jagd ist, fest steht, dass sie keine ökologische notwendigkeit darstellt.


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ERST WENN DER LETZTE BAUM GERODET, DER LETZTE FLUSS VERGIFTET, DER LETZTE FISCH GEFANGEN, WERDET IHR MERKEN, DASS MAN GELD NICHT ESSEN KANN.

Dieser Beitrag wurde von david am 14.05.2007, 22:04 Uhr editiert.

14.05.2007, 21:58
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Wolfstocher
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a) Zumindest in fast allen Diskussionen über Jagd Pro & Kontra in denen ich bisher mitgeredet habe, wurde das Argument meiner Erfahrung nach mindestens einmal von Jägern oder Jagdbefürwortern eingeworfen.

b) Naja, aber ich frage mich wozu diese "Bewirtschaftung" führt. Ich meine, wir haben nunmal zu viel Wild, das ist mir klar und es richtet Schaden an, was die Jäger zum Argument nehmen. Und dann ist es wohl das absolut Umgekehrteste, was sie tun können, die Tiere zu füttern. Entweder sie tun nun etwas dafür, dass der Bestand zurückgeht, oder sie füttern sie, damit der Bestand steigt. Aber erst füttern und dann abschießen, weil es zu viele gibt, ergibt für mich keinen Sinn.

c) Mmmh, habe ich das geschrieben? Ich habe meinen Beitrag jetzt dreimal durchgelesen und es nirgends gefunden. Würde mir aber ähnlich schauen

14.05.2007, 20:37
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nettwork
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a) Das Argument, dass Jäger die Beutegreifer ersetzen sollen stammt aus dem vergangenen Jahrhundert. Niemand behauptet das heute ernsthaft (hoffentlich).

b) Da Jäger das Wild füttern und schießen ist es eine Form der Bewirtschaftung (daher auch Jagdwirtschaft). Es ist eine Form der Landnutzung wie Viehzucht und Ackerbau.

c) Wer ''die Jagd'' mit ''t'' schreibt disqualifiziert sich für diese Diskussion, sorry.

ad b: Natürlich meine persönliche Auffassung. Diese Form der Wirtschaft bringt genauso Vor- und Nachteile, wie etwa die Viehzucht. Es gibt genauso schwarze Schafe und die Ergebnisse sind manchmal schockierend. Ich verteidige das nicht, akzeptiere aber eine gut geregelte Nutzung von Wild. Natürlich ist der Bestand zu hoch und die Schäden werden absichtlich in Kauf genommen. ''Schäden'' an was? An den armen Bäumen. Hier beeinflussen sich schlicht verschiedene Wirtschaftsformen gegenseitig.
Auch der Anbau von Feldfrüchten beeinflusst unser Grundwasser und unsere Umwelt negativ und wird viel intensiver und großflächiger betrieben als die Jagdwirtschaft. Warum schreit da keiner?


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14.05.2007, 19:11
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Wolfstocher
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Zum Thema Jagd möchte ich mal äußern: Soweit ich weiß, gibt es kein wirklich begründetes Argument dafür. Zuviel Wild richtet Schaden an, ja, aber kann mir dann jemand erklären, warum die Tiere dann noch gefüttert werden? Ja, zu allem anderen auch noch an der Futterstelle erschossen werden? Warum mästen die Jäger denn das Wild, wenn es eh schon viel zu viel davon gibt? Damit sie mehr schießen können! Bei so etwas wird mir richtig übel. Es heißt auch immer, dass die Jäger das machen "müssen", weil es ja keine Wölfe, Luchse und Bären mehr gibt. Aber nun, wo es in Deutschland wieder Wölfe gibt, ist keine Spur von Freude bei den Jägern zu erkennen. Im Gegenteil, alles wird daran gelegt, die Tiere wieder ausrotten zu dürfen, damit sie wieder uneingeschränkt ihrem "Hobby" fröhnen können!

14.05.2007, 17:25
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Myril
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Zitat:
Ich meine Ökologisch begründbare Argumente die sich nicht auf Probleme beziehen die der Mensch selbst zu verantworten hat.

Ganz einfach: Der Mensch ist ein heterotroph und muss, um zu überleben, nun einmal töten.

Für den verantwortungsvollen Menschen ist es heutzutage in unseren Breiten sehr schwierig, an Nahrungsmittel zu gelangen, die nicht unnötige Leben kosten und die nicht auf Massenproduktion beruhen.

Eine Vegetarische Ernähung ist keineswegs tierschonend. Milch wird nicht für den Menschen produziert, sondern für den Nachwuchs. Ich denke, dass weiß hier auch jeder.
"Abfall"produkte in Form von Jungtieren werden dann eben auch entsprechend weiterverwertet.
Eierproduktion? Nur Hennen legen Eier, auch bei deren Produktion entsteht Abfallprodukte in Form von Hähnen. Diese werden entsorgt, normalerweise gleich nach er Geburt da sich die Aufzucht nicht lohnt (hierfür gibt es spezielle Rassen).

Lösungsmöglichkeit wäre selbst solche Tiere zu halten, so dass man dies selbst überwachen kann. Nur hat diese Möglichkeit nicht jeder.

Veganische Lebensweise? Der Mensch benötigt als Allesfresser eine entsprechende Ernährung, normalerweise ist diese auch rein pflanzlich Möglich. Allerdings nicht für jeden.
Aber auch die veganische Lebensweise ist nicht unbedingt tierschonend und umweltschonend.
Viele Tiere lassen ihr Leben auf den Feldern, viel Natur wird dadurch zerstört.
Gerade Veganer die auf Soja zurückgreifen, schaden Natur und Tieren. Fängt an mit Genverändertem Soja, der immer häufiger wird. Auswirkungen sind bisher kaum bekannt. Dazu kommt, dass die Erträge mit Soja sehr niedrig sind und die Verarbeitung sehr viel Energie verbraucht.

Auch hier ist die Lösungsmöglichkeit eigener Anbau, eigene, schonende Landwirtschaft bzw. Nutzung von Pflanzen. Aber wer hat diese Möglichkeiten?

Gejagt hingegen werden Tiere, die in artgerechter Umgebung aufwachsen. Die sich von natürlichen Pflanzen ernähren (Sprich es wird nichts für sie angebaut), die keinen Weg zum Schlachthof durchmachen müssen. Man kann den Jagdschein machen und selbst dafür sorgen, dass sein Wild einen schnellen Tod stirbt. Dafür muss man glücklicherweise nicht hauptberuflich Jäger sein, sondern kann es nebenher machen. Somit steht fast jedem diese Möglichkeit offen.

Natürlich kann man jede Möglichkeit gut oder schlecht meistern. Aber warum wird die Jagd so verteufelt? Weil Lebewesen dabei sterben? Darum wirst du nun mal nicht herumkommen, wenn du überleben willst. Dann doch lieber die Töten, die vorher ein schönes Leben hatten und für die möglichst wenig leiden mussten.

Es gibt natürliche Räuber nun mal nicht mehr überall und ob es sie jemals wieder überall geben wird, ist äußerst fraglich.
Die Jagd einstellen und alles sich selbst überlassen wäre wohl ziemlich unproduktiv.

Es ist, ob es gefällt oder nicht, Tatsache, dass viele Wälder genutzt werden. Holz ist ein begehrtes Produkt, ich denke die meisten hier werden es auch in ihrem Haus benutzen. Das muss irgendwo produziert werden. Um eine möglichst hohe Produktionsrate zu erzielen, müssen mögliche Feinde möglichst ferngehalten werden, in dieser Hinsicht ist es also sinnvoll, Wild zu füttern und Schäden zu vermeiden. Dadurch entfällt wiederum ein Teil der natürlichen Auslese, was durch gezielten Abschuss ausgeglichen wird. Dies bringt noch zusätzlich „gute“ Nahrung.

Warum sollte es keine Schonzeit geben? Es ist sinnvoll zu warten, bis das Wild schlachtreif ist und nicht sinnlos Muttertiere (und damit ihre Jungen) sterben müssen oder unter Stress stehen. Man will schließlich auch das Wild möglichst effektiv nutzen, was ja dazu führt, möglichst viel „gutes“ Fleisch zu produzieren.

Natürlich denkt nicht jeder so, natürlich handelt nicht jeder in diesem Sinn, das ist allen bewusst. Aber das Thema Verallgemeinerungen hatten wird ja bereits...

Entweder man sieht sich als einen Teil der Natur und benimmt sich auch entsprechend (sprich keine Nahrungsmittel aus Massenproduktion, egal ob Tier oder Pflanze) oder man akzeptiert, dass dies eben nicht mehr Möglich ist, wodurch Pflanzen und Tiere möglichst produktiv genutzt werden. Bei letzterem sind wohl die Methoden vorzuziehen, die mit Umwelt und Tieren möglichst schonend umgehen.

Was spricht also gegen die verantwortungsvoll ausgeübte Jagd?

@Susi
Du schreibst ja:
Zitat:
Rund 80 % der Menschen sind grundsätzlich gegen die Jagd.

Ich kann diese Aussage aus der von dir aufgeführten Umfrage nicht entdecken? Woher nimmst du diese Zahl?


__________________
Gruß
Myril

14.05.2007, 16:53
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Mainhard
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@ Susi Ich finde es gut das es Menschen wie dich gibt die sich offen gegen die Jagt stellen!

Wenn ich Begriffe wie "Schonzeit" "Hege" usw. lese wird mir übel. Auch wenn man emotional kein Jag-Gegner ist so sprechen alleine die Fakten gegen die Jagt. Wir sollten uns doch mal fragen was denn bitte für die Jagt spricht? Sicher es gibt Regionen (auch wenn es sehr wenige sind) wo der Mensch noch zur Nahrungsbeschaffung jagen muss. Diese Form der Jagt ist meist Ressourcen schonend da sich die meißt Ursprünglichen Lebensweise dieser Menschen sich nicht die eigenen Lebensgrundlagen, nämlich ein intaktes Ökosystem ruinieren wollen. Dies hat aber nicht mehr mit der Jagt bei uns oder anderen Industrienationen zu schaffen. Hier wird nicht wegen Nahrungsmangel sondern Just for Fun gehetzt, gejagt, gefangen, vergiftet und sonst was. Und dann immer die wirklich sehr schlüssigen Argumente
wie es gäbe ja keine „natürliche“ Regulierung da wichtige Beutegreife fehlen. Klar das die ja auch kontinuierlich ausgerottet wurden und werden. Dazu noch die Vernichtung der Lebensräume und schon haben die fröhlichen Jagt Fritzen Argumente die für sie sprechen 

Ich möchte wirklich gerne nur ein einziges schlüssiges Argument für die Jagt z.B. hier in Deutschland hören? Mit schlüssig meine ich allerdings nicht irgendwelche Wirtschaftlichen begründeten Phrasen von z.B. Landwirten oder „Waldbauern“. Denn wenn es um Geld geht ist fast alles begründbar. Ich meine Ökologisch begründbare Argumente die sich nicht auf Probleme beziehen die der Mensch selbst zu verantworten hat.

Was sagte Theodor Heuss noch in Bezug auf die Jagt?

"Jägerei ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit!"
(Theodor Heuss)


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