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Simba
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Stellungnahme des Tierheim Siegen (http://www.tierheim-siegen.de):

Kamel von Zirkusbetreibern verantwortungslos missbraucht

Am Samstag, den 28. Juli 2002, gipfelte das verantwortungslose Verhalten der Betreiber des Zirkus Liberty (nicht zu verwechseln mit Zirkus Liberta) darin, zwei Kamele zu Werbezwecken in der Mittagshitze am Auto angebunden durch die Stadt Freudenberg zu ziehen. Eines der Kamele erlitt einen schweren Kreislaufzusammenbruch und musste tierärztlich mit kreislaufstabilisierenden Infusionen notbehandelt werden. Das Kamel wurde nach Zeugenaussagen noch meterweit hinter dem Fahrzeug hergeschleift. Die beiden Tiere waren an kurzen Stricken an das Heck eines Kleintransporters gebunden und wurden dabei zusätzlich mit Plastikdecken abgedeckt, damit es "orientalisch" aussah. Ziel dieser Aktion sollte sein, Passanten auf die nahende Zirkusvorstellung aufmerksam zu machen. Heißer Asphalt, Autoabgase, bedeckt mit nicht atmungsaktiver Plastikfolie und das alles mit Tieren, die alles andere als durchtrainiert sein können, da ihre Hauptbeschäftigung in ihrem traurigen Zirkusdasein herumstehen ist. Dass dies unweigerlich zuviel für die Tiere sein muss, sollte sogar dem Laien klar sein. Unverantwortliches Handeln auf dem Rücken der Tiere, von Zirkusbetreibern inszeniert.
Unser Vereinsvorsitzender war zufällig vor Ort; der Tierschutzbeauftragte kam wenig später hinzu. Nachdem der Kreislauf des Tieres mit viel Mühe von einer Tierärztin stabilisiert werden konnte, gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen uns und den Verantwortlichen. Das Tier musste leider wieder in die Obhut des Zirkus gegeben werden. Unser Meinung nach haben Tiere in den Händen dieser Menschen nichts verloren, ein solcher Vorfall zeigt deutlich die Unvernunft und Skrupellosigkeit derjenigen, denen es entweder an Sachverstand mangelt, oder die das Leiden der Tiere zu ihrem eigenen finanziellen Vorteil in Kauf nehmen und sogar vorsätzlich verursachen. Bei einem solchen Verhalten in aller Öffentlichkeit kann man sich vorstellen, wie man mit den Tieren hinter verschlossenen Türen umgeht.
Dieser Vorfall dokumentiert lediglich ein Beispiel der grundsätzlich unerträglichen Situation für Zirkustiere. Es ist nicht neu, dass exotische Zirkustiere von den Betreibern nicht artgerecht gehalten werden. Ein ständiges Umherziehen verhindert bereits im Ansatz die Möglichkeit den Tieren eine annähernd artgerechte Bleibe zu bieten. Zirkustieren werden bereits die grundlegendsten Bedürfnisse vorenthalten. Von notwendigem Auslauf, angemessenen Gehegen, Schutzeinrichtungen, usw. kann in einem Zirkusbetrieb nicht einmal ansatzweise gesprochen werden. Zirkustiere leiden unerträglich wie kaum ein anderes Tier zur Belustigung einiger weniger Menschen, die durch ihre Besuche im Zirkus diesen Missstand auch noch unterstützen. Daher unsere Bitte: Besuchen Sie keinesfalls einen Zirkus, der mit exotischen Tieren arbeitet, oder auch mit einheimischen Tieren von Stadt zu Stadt zieht.
Die Haltung der Tiere im Zirkus verstößt fast immer gegen geltende Verordnungen, welche das Halten von Tieren regeln. Für drei Kamele beispielsweise sieht der Gesetzgeber eine Gehegegröße von mind. 300 qm vor, zusätzlich müssen Schutzhütten von 4*4 Metern vorhanden sein. Die drei Kamele im Zirkus Liberty hatten bei unseren Kontrollen lediglich ca. 30 qm zur Verfügung. Die gesetzlichen Anforderungen sind bereits viel zu schlaff, aber die Realität ist trotzdem selbst davon noch weit entfernt. Pferde waren auf einem Wagen angebunden, ein Lama musste in einem etwa 3*3 Meter Gehege sein Dasein fristen.
Das Schlupfloch der Zirkusbetreiber liegt darin, dass sie nur wenige Tage vor Ort bleiben und dann weiterziehen. Selbst bei Anzeigen beim zuständigen Kreisveterinäramt wird es immer bei Ordnungsbußen bleiben, da es zuerst einmal lediglich eine Ordnungswidrigkeit ist. Erst wenn diese Zustände nicht abgestellt werden, oder solche Misshandlungen wie oben beschrieben mehrfach auftreten, sieht der Gesetzgeber Wegnahmen der Tiere und mögliche grundsätzliche Tierhaltungsverbote vor. Dies ist aber nicht zu kontrollieren, da beim nächsten Mal eine andere Behörde zuständig ist. Ordnungswidrigkeiten können nirgends zentral registriert werden, Vorfälle in anderen Kommunen bleiben dem Kreisveterinär verborgen. Das Kreisveterinäramt in Siegen wird daher die zuständigen Stellen benachbarter Kreisgebiete von dem Vorfall in Kenntnis setzen.
Wir wissen nicht einmal genau wohin der Zirkus Liberty, der seinen Hauptsitz in Wiesbaden hat, nun ziehen wird, bzw. gezogen ist. Daher unsere dringende Bitte: Melden Sie uns unbedingt den Aufenthaltsort von Zirkus Liberty, sollte er sich in Ihrer Gegend aufhalten. Nur mit immer wieder dokumentierten Vorfällen besteht die Chance diesen Leuten das Handwerk zu legen. Bilder, Berichte und Zeugenaussagen über die Haltung der Tiere, oder sonstige Vorfälle sind überaus wichtig, um den Betreibern des Zirkus Liberty den Straftatbestand von sich "wiederholenden erheblichen Leiden" für Tiere nachweisen zu können (Tierschutzgesetz §17 Abs.2b). Nur nach einer solchen Verurteilung ist es den Gerichten möglich den Umgang mit Tieren dauerhaft zu unterbinden.
Natürlich werden wir der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen des oben beschriebenen Vorfalles zukommen lassen. Ob dies alleine ausreichend ist um diesen Betrieb zu schließen, müssen wir aus unseren bisherigen Erfahrungen heraus leider bezweifeln. Ein Verbandsklagerecht würde hier vieles mehr ermöglichen, derzeit kann man leider nur gegen den Einzelfall klagen. Daher gibt es derzeit unter anderem von unserem Dachverband Anstrengungen einen Verbandsklagerecht durchzusetzen. In Kombination mit der jüngsten Verfassungsänderung könnte man dann diesen Machenschaften einen Riegel vorschieben. Bis dahin sollten wir weiter im Einzelfall versuchen Verbesserungen herbeizuführen. Bitte helfen Sie dabei.

30.07.2002, 01:13
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Sesshoumaru
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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
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28.07.2002, 22:21
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Simba
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Gestern spielte sich in Freudenberg/Südwestfalen eine aussergewöhnliche Form der Tierquälerei ab. Ein Kamel des Zirkus Liberty wurde hinter einem LKW angekettet, während der LKW am Fahren war und dann sogar die Höchstgeschwindigkeit überschritten hatte. Das Tier musste (für Werbezwecke) hinterherrennen, dies schon seit drei Tagen, immer wieder durch die Stadt und ist dann vor Anstrengung und wegen der Hitze mit Kreislaufzusammenbruch umgekippt. Doch damit nicht genug, denn der LKW fuhr noch ein Stück weiter, schleifte das Kamel mit und hätte es fast durch das Seil stranguliert, an dem es festgebunden war. Als der LKW dann anhielt, wurde das Tier losgebunden,ein herbeigerufener Tierarzt legte sofort eine Infusion und stellte fest das es total überhitzt war. Jetzt ist es auf dem Weg der Besserung.

**************
Es ist immer wieder schockierend mit welch neuen Methoden Tiere im Zirkus missbraucht werden...

28.07.2002, 19:06
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