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Kidogo Gepard
acinonyx jubatus




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killerspiele...
was mich dabei ein wenig irritiert ist die verwendung eines neu erfundenen wortes, dessen bedeutung ich überhaupt nicht verstehe. was genau ist denn ein "killerspiel" nun schon wieder? ab wann ist ein spiel überhaupt ein killerspiel und wie kann ein killerspiel furchtbar böse sein, wenn der zweite wortbestandteil "spiel" alle von dem wort ausgehende, suggerierte boshaftigkeit negiert, weil wir am ende eben doch nur von einem spiel sprechen?

was mich dabei verwundert sind die nie verstummenden stimmen um ein verschärftes waffengesetz, wann immer etwas passiert. vielleicht will man es ja nicht sehen, aber könnte es nicht vielleicht doch sein, dass das wafffengesetz funktioniert hat, oder gibt es sonst eine erklärung für die verwendung von altertümlichsten waffen, die ungefährlicher sind als muttis (wurf)messerblock?

was mich dabei noch mehr wundert sind die gewählten interessenvertreter, die lauthals ein verbot fordern und dabei offensichtlich die einzigen sind, die den gesichtspunkt eines spieles aus dem fokus verlieren. Es wirkt beinahe so, als machten sie ein computerspiel realer als es das je für die sonst so spielsuchtgetriebenen schäfchen werden könnte und so gibt es dafür nur eigentlich nur zwei gründe.

denkbar wäre nun, dass man bis zum hals in der aktionismusscheisse steckt, weil man sich nicht vorwerfen lassen will nichts gegen die böse gefahr getan zu haben, gleichwohl man überhaupt nicht verstanden hat, was ein computerspiel ist. in diesem falle müsste ich mir ernsthaft gedanken um das wohl unserer politiker machen, denn letztlich wären sie die opfer solcher computerspiele, die im gegensatz zu anderen eben nicht wahren, dass es sich bei computer- und videospielen hauptsächlich um geschicklichkeitsspiele handelt (sieht man mal von vom adventure- und strategiegenre ab), die einen mit neuen levels oder goodies belohnen, wenn man die kurve nach dem tunnel auf dem deep forest track in der viper doch noch mal 5km/h schneller durchsemmeln konnte, weil man vorher noch mal nen gang runter geschaltet hat und die kiste ins kontrollierte driften gerät. es geht nicht darum mit dem skateboard alle polizeifahrzeuge zu schrotten, sondern darum die halbe stadt in einer einzigen kombo durchzufahren. und wenn dabei ein paar bullenkarren kaputt gehen, dann sind das kollateralschäden und nicht ziel des spieles. und wenn man mit weiteren drei leuten versucht ein gegnerisches team mittels geschicktem waffengebrauch zu eleminieren, dann geht es dabei nicht im den mord selbst, sondern darum schneller zu sein als die anderen, es geht darum mit strategie und schnellen mausbewegungen sein ziel zu erreichen bevor man selbst 'erreicht' wird.
am ende läuft es immer auf die geschicklichkeit hinaus, auf die skillz eben.
wenn es nun ausgerechnet unsere führungselite sein soll, die das nicht begreift oder in genereller themenbezogener ahnungslosigkeit gar nicht wissen kann, dann ist das bedauernswert. vielleicht sollte man erst dann etwas verbieten, wenn man weiss was man da überhaupt verbieten möchte. frei nach nuhr: "einfach mal die fresse halten."
wenn man lust am (hinein)interpretieren hat, dann empfehle ich sich einfach mal dem lyrikzirkel anzuschliessen. dort werden jeden dienstag von 19:00 - 21:00 uhr gedichte rezitiert, die im nachgang besprochen werden. dort kann man sich auslassen und seinen assoziativen gedanken allen freiraum lassen und muss nicht die öffentlichkeit mit gedanken belästigen, die sie nichts angeht. nebenbei: nächste woche ist goethe-abend. sollte man darüber hinaus lust verspüren mehr zu sehen, als da vielleicht drinnen ist, empfehle ich ein kaleidoskop.

eine andere möglichkeit wäre - ich hoffe mal, dass dies die wahre intension ist, denn lieber habe ich ä.rsche in der regierung als idioten - dass man einen sündenbock für den amoklauf sucht, noch bevor sich das schuld suchende spotlight auf die politik und deren gesellschaft lenkt. ehe man sich wieder die perspektivlosigkeit der leute vorwerfen lässt, fehler in der familienpolitik vorwerfen lassen muss, macht man lieber counter strike zum alleinschuldigen. das ist in sofern geschickt als man es hier mit einem spiel zu tun hat in dem gott sei dank geschossen wird, es sich in seiner grundveranlagung also gut für die "sache" eignet und es durch den massiven online-support, nicht zuletzt durch den günstigen preis (stellenweise gab und gibt es das ja sogar kostenlos) in jedem haushalt zu finden ist. dass die beliebtheit von dem perfekt ausbalancierten gameplay und der einfachheit jederzeit mit alles und jedem im team spielen zu können ausgeht und sicher auch im zusammenhang mit den niedrigen hardware-anforderungen steht, wird bewusst vernachlässigt. wichtig ist allein die weite verbreitung.
ok, auf diese weise könnte man selbst klopapier zum schuldigen eines amoklaufes machen, weil ich mal annehme, dass die mehrzahl aller klobesucher gern auf eben dieses zurückgreift. aus persönlicher erfahrung würde ich das 4-lagige aber als potentiell gefährlicher einstufen.
ärmer noch finde ich es, wenn auf das unvermögen, ein spiel nicht von wirklichkeit trennen zu können, des amokläufers herumgetrommelt wird, wenn selbst 7-jährige differenzieren können was real, was fiktion ist. wenn jemand nicht einmal das vermag, ist er nicht nur von "killerspielen" fernzuhalten, er ist dann vom generellen, öffentlichen leben auszuschliessen, weil das fehlende abstraktionsvermögen in jeder lebenslage eine gefahr für andere bedeutet. viel, viel ärmer noch ist es, wenn im abschiedsschreiben die wahren (gesellschaftlichen) gründe offen gelegt werden, man sich aber weiter an der eh sehr wackeligen killerspiele-sind-böse-theorie festklammert, obwohl einmal die eltern, das umfeld und schule "versagt" haben... nuja, letztlich ist es wie beim pokern. wenn man seinen bluff durchbringen will und vor dem flop erhöht hat, kann man jetzt nicht mittendrinnen checken (auch wenn die ersten drei gemeinschaftskarten nun irgendwie ungünstig sind), denn sonst wissen die anderen, dass man nichts auf der hand hat. aber es hilft nichts, die kohle ist man dennoch los

mal ehrlich, wer sonst sollte die schuld tragen als die mitmenschen? ah ja... moment... klopapier... kloooopapier. schon wie das klingt. *brrr* rosinen... rosiiiinen >.<

nein, nein, so geht das nicht. entweder lassen sich die herren politiker nun mangelnde sachkenntnis vorwerfen oder eine gesunde portion falschheit. sollen sie sich selbst heraussuchen, was ihnen besser zu gesichte steht. erbärmlich bleibt es letztlich immer.

was genau ist denn ein "killerspiel" nun schon wieder? ein werbeslogan, mehr nicht.

Dieser Beitrag wurde von Kidogo Gepard am 18.12.2006, 15:12 Uhr editiert.

18.12.2006, 15:06
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TamedTigress
Amurtigerin




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Vor 3 Jahren hat hier im Walt jemand ein 14jaehriges Maedchen umgebracht.

Obwohl es noch einen anderen Verdaechtigen gibt, sitzt ihr Freund im Knast.

Hauptindiz: Der Junge (und auch der andere Verdaechtige!) ist Gruftie und Marilynn Manson-Fan. Marilynn Manson hat anscheinend irgendwo ein Bild gemalt wo eine ermordete Frau auf eine ganz bestimmte Art verstuemmelt war. Genau so war das Opfer hier auch verstuemmelt. Ergo - Marilynn Manson laedt mit seinen Zeichnereien zum Mord ein.

Dabei hatten beide (Junge und Opfer) mit staendig mit zwielichtigen Gestalten Umgang, nahmen Drogen, der Junge kam aus einem zerruetteten und ehemals gewalttaetigen Elternhaus.

Aber Schuld an allem ist Marilynn Manson...

tsssss TamedTigress

18.12.2006, 08:23
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Rul
Tjololo




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Rul ist offline
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Ich muss zugeben, dass ich ein großer Fan der "Killerspiele" Resident Evil 2 und Resident Evil 4 bin.

Und ich spüre ihn schon, diesen Hass der in mir hochkommt ...
Nein nicht auf meine Umwelt (ausgeschlossen sind natürlich die Leute, die Tiere aus Spass oder ohne Grund töten bzw. quälen, aber das ist ja ein anderes Thema...) sondern auf diese "Pseudo" Jugendschützer der FSK / USK.

Kaum sieht man Blut, wird das Spiel (oder auch ein Film) in die Altersstufe "ab 18" oder "ungeprüft" gesetzt, oder besser noch, das Spiel wird überhaupt indiziert...

Diese Altersbegrenzungen sind mittlerweile so sinnlos geworden ... wenn ein Jugendlicher so ein Spiel will findet er schon irgendeinen Weg, es zu bekommen.

Komischerweise werden bei solche Amokläufen immer mit Metal Musik und Gewalt in Form von Spielen und Filmen in Verbindung gebracht. Aber auf das Soziale Umfeld das Täters wird nie eingegangen ... In welchen Verhältnis steht er zu Verwandten? Wie ist sein Freundeskreis? Wie war seine Kindheit? .... Fragen über Fragen, auf die aber nie so richtig eingegangen wird, hauptsache mann kann die Spiele dafür verantwortlich machen...
Aber wenn das der Fall ist, sollte man auch "Super Mario" und Co. beschuldigen, da wird ja auch reienweise gestorben...



LG Rudi


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Ruhe in Frieden Tjololo.

Nato al lume guizzante della candela, scritto in tempi oscuri sulla vecchia pergamena ,scorre la penna.
E dal suo braccio nasce il disegno delle volte celesti. È l'inizio dei tempi. E cambierà il mondo!!
(Eppur si muove / Haggard)


Mein Myspace
Würde mich für den ein oder anderen add freuen

17.12.2006, 22:24
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TamedTigress
Amurtigerin




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TamedTigress ist offline
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Ich finde, indem sie alles auf die Killerspiele schieben, machen sie es sich ein bisschen zu einfach. Ob sie nun einen Vorwand brauchen um die Spiele abzuschaffen oder (meines Erachtens wahrscheinlicher) den Leuten Sand in die Augen streuen und von sozialen Problemen ablenken moechten, sei mal dahin gestellt.

Ja, ich kann mir vorstellen dass jegliche Darstellung von Gewalt (das schliesst auch das Fernsehen mit ein) auf Menschen anregend wirken kann wenn sie bereits dazu praedestiniert sind Amok zu laufen, etc. und vorher schon Gewaltfantasien hatten.

Das ist wie mit den Magermodels. Ja, ich bin sicher dass sie bei jemand der von vornerein die "richtigen" Voraussetzungen hat, Magersucht ausloesen koennen. Aber kategorisch zu sagen, die Models sind an Magersucht schuld, stimmt nicht. Das faengt naemlich im Umfeld an.

Dennoch wuerde ich persoenlich sagen, keine Killerspiele unter einem bestimmten Alter. Ich finde die Kinder sind heutzutage genug Gewalt ausgesetzt, dass man diese Einfluesse minimieren sollte so weit es geht. Sie sollen nicht denken was sie kennen und als normal empfinden, ist akzeptabel.

TamedTigress

16.12.2006, 09:43
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PetraB.
Alpha-Wolf




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Wa ich an diesem Fall besonders erschreckend finde, ist die Tatsache, dass so gar nicht auf die psychologischen Hintergründe der Tat eingegangen wird/wurde. Der Täter hat mehr als deutlich zum Ausdruck gebracht, dass er unter dem jahrelangen Mobbing an der Schule, unter den Zwängen unserer (Konsum)gesellschaft und seiner eigenen Perspektivlosigkeit gelitten hat.

Die Tat wird einzig auf das Spielen des Spiels X zurückgeführt und ich komme mir von Medien und Politik so unglaublich verars**t vor, dass ich platzen könnte. Natürlich ist es bequem, die Augen vor den Problemen an Schulen oder den möglichen Folgen unserer manchmal schon grotesk anmutenden Konsum/Leistungsgesellschaft zu verschliessen, aber das kann es ja wohl wirklich nicht sein.

Selten ist es mir so bewusst geworden, dass ich dazu gezwungen werden soll, ohne selbst zu denken einfach nur das zu schlucken, was Medien und Politik mir vorgekaut haben. Man versucht, alle Spuren des Täters im Internet zu eleminieren. Warum? Um das Bild des amoklaufenden Killerspiel-Spielers aufrecht zu erhalten?(!) Um die verstümmelte und verfälschte Berichterstattung über seinen Abschiedsbrief und seine Motivation zur Tat zu verschleiern?

Dass der Täter bereits im Jahr 2004 in einem Hilfe-Forum u.a. geschrieben hat: „Für die, die es noch nicht genau verstanden haben: Ja, es geht hier um Amoklauf! Ich weiß selber nicht woran ich bin, ich weiß nicht mehr weiter, bitte helft mir.“ wurde, wie fast alle seine übrigen Spuren im Netz, weggelöscht (hier ein Mirror des Threads incl. eines weiteren Beitrags des Täters aus diesem Jahr, der die Berg-und-Talfahrt seines Gemüts verdeutlicht).

Hier kommt mir gerade "1984" von George Orwell in den Sinn:

Zitat:
Winston (Smith) - Mitglied der äußeren Partei - arbeitet im Ministerium für Wahrheit und ist damit beschäftigt, die Geschichte im Sinne der aktuellen Parteilinie umzuschreiben, das heißt Quellen zu fälschen.
[...]
Im Ministerium beschäftigt man sich auch damit, das Andenken an politisch Unliebsame, die vom System liquidiert wurden, wozu man in Ozeanien "vaporisiert" sagt, zu löschen.

Orwell: 1984, Inhalt, http://www.janvonbroeckel.de/literatur/sf/1984frameset.htm, [Stand 2006-12-15]


Irgendwie sind Parallelen aber auch nicht von der Hand zu weisen ... leider ...


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15.12.2006, 11:01
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Animal





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Ich halte dieses Verbot ebenfalls für Sinnlos.

Passend dazu: Kids affected by PC-Games


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Nichts ist besser als Gott! Aber ich bin immer noch besser als Nichts!

Gäste haben eine hohe Meinung von mir :

Zitat:
Animal, DU schreibst da absoluten Müll.

14.12.2006, 20:45
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SirLeo
Sir Leo von Pard




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Ich kann mich da den Vorrednern nur anschließen.
Ein solches Verbot würde einen weiteren Amoklauf nicht verhindern. Wie TT schon sagte, wer ernsthaft Amok laufen will, und sich das vornimmt, wird das auch tun.

Mich regt es direkt auf, dass jedes mal wenns sowas passiert, und bei dem Amokläufer dann allgegenwärtige Gewalt beinhaltende Computerspiele gefunden werden, gleich alles darauf abgewälzt wird.
Gerade der Aktuelle Fall zeigt doch deutlich die Hilflosigkeit, nein, die Feigheit der Politik mit solchen Trägödien umzugehn, bzw. sie zu hinterfragen.
Mir will doch keiner erzählen, dass niemand von denen die diese "Killerspiele" Diskussion jedesmal aufs neue in Rollen bringen diesen Abschiedsbrief nicht kennt, ihn gelesen hat, oder zumindest Einzelheiten daraus kennt. Und wie oft hört man doch nach solchen Amokläufen dass der/die Täter Einzelgänger waren, oder mit der Gesellschaft nicht klar kamen.
Diese Debatte über ein Verbot von "Killerspielen" ist nichts weiter als ein Versuch öffentlichkeitswirksam etwas zu unternehmen, in dem man es vorantreibt etwas zu Verbieten, was bei einem grossen Teil der Gesellschaft nur durch eben solche "Vorfälle" bekannt ist.
Ich hab noch keinen sagen hören, "verbietet James Bond um 20:15 inkl. Wiederholung am Samstag Nachmittag", "Verbietet kleinen Kindern sich an Fasching als Cowboy zu verkleiden, und mit Spielzeugknarren rum zu rennen" usw. und überhaupt...

Die alltägliche und selbstverständliche Gewalt welche für jedermann wahrnehmbar, und dadurch schon normal geworden ist... Diese egoistische, karrieregeile, macht, und konsumverpestete Einstellung welche in vielen Köpfen herrscht, und durch die Medien nur zu unterstützt wird... Diese Feigheit von Politikern sich Versäumnisse einzugestehen....
...sind hauptverantwortlich für so einen Schwachsinn wie ein "Killerspiele" Verbot. Und nicht zuletzt für die Ursachen, die solche Verbote erst inspirieren.

Schnell gehandelt, egal wie, aber man hat ja was getan, um nicht dumm da zu stehn. Mehr steckt in dieser ganzen Debatte nicht drin.

Und achja, wie lange wird es noch dauern, bis die ganze Sache wieder so lang zurück liegt, dass sich keiner mehr dafür interessiert, die Medien ihre Story hatten, die Politik gscheid dahergeredet hat, aber am Ende wie schon oft genug erlebt NICHTS passiert ist?

So traurig es ist, aber am Ende wird und kann man nichts verhindern. Denn wer etwas wirklich will, der macht es auch. Ob er jetzt Killerspiele spielt oder nicht.


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Es sind immer nur Kleinigkeiten

14.12.2006, 19:21
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TamedTigress
Amurtigerin




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Ich mag solche Spiele ueberhaupt nicht, aber sie fuer Amoklaeufer verantwortlich zu machen, finde ich ein wenig heftig. Warum koennen die meisten Menschen solche Spiele spielen und bestimmte Filme anschauen und Musik anhoeren ohne Amok zu laufen?

Wer sowas nicht bereits von Anfang an in sich hat, wird durch solche Medien kaum zu derlei Handlungen inspiriert werden. Vielleicht mag es "hilfreich" sein, aber wer Amok laufen wird wird wohl Amok laufen, mit oder ohne Killerspiele...

TamedTigress

14.12.2006, 14:18
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Marina
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Meiner Meinung nach ist mit diesem panischen Verbot keines der Probleme gelöst, die wirklich vorhanden sind. Wenn man diesen Abschiedsbrief liest, wird einem kalt, aber es macht auch nachdenklich. Viel von den wirklichen Problemen kommt darin deutlich zum Vorschein. Es ist ein Aufschrei! Zu extrem und zu radikal, nicht gut zu heissen, die Taten oder die Tat, aber es ist ein Aufschrei!

Wie aber können die Probleme wirklich angegangen werden? Oft fühlt sich auch jemand wie ich vollkommen eingeengt in allem, in diesem elenden ewigen gleichen Trott. Wut kann daraus entstehen, es gibt kaum noch Möglichkeiten, sich auszutoben, alles ist reglementiert, alles ist verboten. Weitere Verbote?

Dadurch wird es nicht gelöst. Alles frei entfalten lassen? Auch nicht. Nein. Aber es müssen Wege gefunden werden. Diese hilflosen Sprüche, die oft kommen, von der Politik, helfen nichts. Es ist das reinste Dilemma.

Und ist es nicht wirklich so? Geld regiert die Welt. Stimmt das etwa nicht? Leistung zählt nur noch, Leistung, die einigen nützlich ist und andere ausbrennen lässt. Alle werden doch tatsächlich in einen gleichen Anzug gewungen und können kaum noch sich selbst sein.

Bei den Jungen, die noch heftiger in ihren Reaktionen sind, kann dann so etwas heraus kommen. Bitte versteht das nicht als Aussage, dass ich so etwas gut heisse. Das ist nicht so.

Aber mir kommt die Reaktion darauf nicht viel anders vor, als wenn man Tiere abschiesst, die stören. Verbote oder gleich etwas abschiessen, damit wieder angeblich Ruhe ist? Im Fall der Tiere können die leider nicht viel dagegen tun, sind den Menschen ausgeliefert, die entscheiden, Wolf gehört weg z.B.

Wie ist es im Fall der Menschen? Anders? Oder eigentlich gleich. Ist hier nicht wieder deutlich, dass es bei beiden verquer läuft und irgendwie eben doch zusammen hängt? Na ja, ich schweife aus, aber ich denke nicht, dass Verbote der Spiele etwas bringen werden.

Und auch nicht, dass sie die Ursache sind. Die Ursache liegt wirklich tiefer. Dieser Brief zeigt es deutlich.

14.12.2006, 12:04
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PetraB.
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Hallo Miteinander,

wie sicherlich mancher User aus den Medien erfahren hat, wird von Seiten der Politiker ernsthaft erwogen, s.g. "Killerspiele" in Deutschland zu verbieten. Als Grund führt man den Amoklauf eines 18-jährigen an, der sich vor 3 Wochen in Emsdetten ereignet hat.

Nun, ich spiele selbst solche "Killerspiele", die da beispielsweise wären: Half-Life, Half-Life 2 und Counter-Strike.

Letzteres wurde bereits beim Amoklauf eines 19-jährigen im Jahr 2002 in Erfurt als tatbegünstigendes Element ins Medieninteresse gerückt. Nach meiner Meinung sehr leichtfertig und nicht wirklich berechtigt.

Beide Täter hatten soziale und schulische Schwierigkeiten und beide Täter hatten im realen Leben mit Waffen zu tun. Der Eine war Mitglied in einem Schützenverein, der Andere war Mitglied in einem Airsoft-Team.

Es wird allerdings im Traum nicht daran gedacht, das Sportschiessen oder den Airsoft-Sport in Deutschland zu verbieten, wobei ich auch diese Aktivitäten nicht für ursächlich in Bezug auf die erwähnten Amokläufe empfinde.

Der Abschiedsbrief des Täters aus Emsdetten findet sich HIER. Diese Seite ist ein Mirror der Website des Täters. Wie lange dieser online sein wird, ist fraglich, denn die Behördern lassen/liessen bereits die Website des Täters, sowie etliche Mirrors sperren.

Ich finde aber gerade diesen Abschiedsbrief sehr wichtig, denn aus ihm geht klar hervor, WAS den 18-jährigen zu seiner Tat bewegt hat. Ich bin absolut kein Freund der "Täter-sind-Opfer"-Phrase und kann der sehr schwierigen Situation des Täters zum Trotz keinerlei Verständnis für diese Tat aufbringen, ich möchte mir aber ebensowenig vorgaukeln lassen, dass "böse" Computerspiele zu solchen Amokläufen führen, erst recht dann nicht, wenn verhindert werden soll, dass die Bevölkerung den ungekürzten, unverfälschten Abschiedsbrief ebenfalls lesen darf, um sich eine eigene Meinung zu der Tat bilden zu können.

Nun bin ich zwar auch ein potentieller Amokläufer ^^ aber vielleicht traut sich ja dennoch jemand, in diesem Thread etwas zu schreiben ;)

Übrigens hat der Verein Medialog e.V. (Verein zur Förderung von Medienkompetenz) eine Website mit einer Online-Protestaktion zum Thema ins Netz gestellt. HIER findet Ihr die Website. Besonders interessant finde ich den sachlich kompetenten offenen Brief und ich habe mich natürlich auch an der Protestaktion beteiligt :)

Vorenthalten möchte ich Euch auf gar keinen Fall, die Story "Tag der offenen Tür im Schützenverein", die es bereits seit dem Amoklauf in Erfurt gibt, die inzwischen einen Teil 2 hat und die jedermann deutlich vor Augen führt, wie überaus nützlich doch das Spiel Counter-Strike für einen professionellen Umgang mit Waffen ist ;) Auch wenn man sich nicht mit dem Spiel aus- und nicht alle Grotesken erkennt, ist der Text einfach nur gut. :) LINK


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14.12.2006, 09:03
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