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Umfrage: Wie stehst Du zur Todesstrafe
Dagegen - verstoesst gegen die Menschenrechte
Dafuer! Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Nur bei ganz schweren, eindeutig nachgewiesenen Verbrechen
unentschlossen
Ergebnis
Autor
Beitrag
Tirica
Ozelopardin




Dabei seit: November 2002
Herkunft: Österreichs Regenwald / Costa Rica

Beiträge: 795
Tirica ist offline
  in Gedanken an JamieAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Wie ich nicht zum ersten Mal beteuere, ich bin 100% Gegnerin der Todesstrafe ! Das Leben, dieses wundervolle Geschenk ist für mich absolut unantastbar! Punkt.



Erst dann beginne ich, über andere Einwände nachzudenken.
Dass die Todesstrafe als Mittel zur Abschreckung versagt, wurde hier ja schon angesprochen.

Mord als Strafe einzusetzen ist meiner Meinung nach nicht gewinnbringend. Als Befriedigung diverser Bedürfnisse (Rache, Macht, ...) dient er sehr wohl, aber eine "gute" Strafe hat immer einen pädagogischen Anteil auch für den Bestraften! Wohingegen die Todesstrafe... - das muss ich wohl nicht ausformulieren. Eine Strafe sollte auch immer mit dem Vergehen in einem möglichst angemessenen Zusammenhang stehen. Sie soll ein Bewusstsein für den Fehler schaffen, die Möglichkeit der Reue und eine ansatzweise oder ganze Wiedergutmachung in der einen oder anderen Form beinhalten. (Was bei schweren Verbrechen ohne Zweifel sehr eingeschränkt ist.)

Ich bin vom Prinzip von Reue, Besserung und Vergebung überzeugt. Diese Chancen, diese Möglichkeit der positiven Weiterentwicklung darf man einem Menschen nicht nehmen. Ebenfalls nicht zu vergessen ist das positive Potential, das in einem ehemaligen Verbrecher steckt. Er kann mit seinen Erfahrungen daran arbeiten, dass in Zukunft weniger Verbrechen stattfinden. Man denke an den verurteilten Mörder, der sich in der Todeszelle eines Besseren besann und Kinderbücher gegen Gewalt schrieb und dennoch hingerichtet wurde - der Gouverneur Schwarzenegger vereitelte das nicht.

Unverzeihlich und leider offenbar unvermeidlich sind Verurteilungen von Unschuldigen, aus welchen Gründen auch immer. Alleine die Tatsache dass es völlig unschuldig zum Tode Verurteilte gibt, die dann auch hingerichtet werden, ist für mich ein Argument, das die Todesstrafe absolut unakzeptabel macht.

Schutz der Gesellschaft vor gefährlichen Personen - Natürlich, nicht alle Verbrecher sind einsichtig, viele zeigen keine Reue oder es ist nicht auszuschließen, dass sie noch einmal einen Mord begehen könnten. Diese Personen müssen zum Schutz der Gesellschaft von dieser isoliert werden, bis durch sie keine Gefahr mehr besteht. Dass dafür eine Todesstrafe nötig sein könnte ist für mich nicht nachvollziehbar.
Nun gibt es das Argument, dass lebenslängliche Haft unhuman sei. Ehrlich gesagt, das ist ein sehr schwieriges Kapitel zu dem ich (auch aufgrund fehlender persönlicher Erfahrung) noch keine befriedigende Antwort gefunden habe. Aber angenommen ich könnte dieses Argument als pro Todesstrafe werten, es könnte gegen die anderen Argumente nichts ausrichten.

Wir Menschen sollten demütig sein vor dem Leben und vor unseren Mitmenschen. Wer von uns kann es sich erlauben über das Leben eines anderen Menschen zu entscheiden?

An dieser Stelle möchte ich ein Zitat aus dem Herrn der Ringe wieder geben, das J.R.R. Tolkien dem weisen Zauberer Gandalf in den Mund legt, und das ich lange Zeit in dieser Form in meiner Signatur hatte:
Viele, die leben, verdienen den Tod und viele, die sterben, würden das Leben verdienen. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch mit deinem Todesurteil nicht so schnell bei der Hand!
(Wobei zu hinterfragen ist, ob jemand tatsächlich den Tod "verdienen" kann)

In diesem Sinne viele Grüße!

Jamie, ich werd meinen Meinung nicht aufgeben!


__________________
Viele, die leben, verdienen den Tod und viele die Sterben würden das Leben verdienen. Kannst du es ihnen geben? Dann sei auch mit deinem Todesurteil nicht so schnell bei der Hand!

Gandalf/ J.R.R. Tolkien

21.03.2007, 23:40
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david
Omega-Wolf



Dabei seit: März 2005
Herkunft: Schweiz

Beiträge: 284
david ist offline
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die todesstrafe war nie ein lösung, ist keine lösung und wird auch nie eine sein.

weder lässt sich damit die kriminalität (jeder art) besser bekämpfen als ohne todesstrafe, noch ist sie aus menschenrechtsgründen akzeptabel. wer die todesstrafe befürwortet, hat kein höheres niveau als "normale" mörder.

mord ist und bleibt immer mord, selbst wenn der staat ihn anordnet.


__________________
ERST WENN DER LETZTE BAUM GERODET, DER LETZTE FLUSS VERGIFTET, DER LETZTE FISCH GEFANGEN, WERDET IHR MERKEN, DASS MAN GELD NICHT ESSEN KANN.

20.03.2007, 15:58
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Scorpio
Kleinkatze



Dabei seit: März 2007
Herkunft:

Beiträge: 17
Scorpio ist offline
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Ich bin absoluter Gegner der Todesstrafe. Das einzige Argument, das sie rechtfertigen könnte, das der Abschreckung läßt sich aus kriminalhistorischen und soziologischen Studien nicht nachweisen. Im Gegenteil, es ist erwiesen, daß mit der Humanisierung der Justiz auch die Gewaltkriminalität beträchtlich zurückging. Darüberhinaus sind überall wo sie existiert, überproportonial Angehörige von sozialen und ethnischen Minderheiten Opfer der Todesstrafe.

20.03.2007, 12:47
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TamedTigress
Amurtigerin




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Ich wuerde jeden mit dem Tod bestrafen der weithin eine Gefahr fuer das Leben anderer darstellen wird. Dies schliesst den Affektmoerder aus der seine Frau mit einem anderen Mann erwischt hat, betrifft aber auf jeden Fall Serienkiller, Ueberzeugungsmoerder oder Sexualmoerder.

Denn Gefaengnis- oder Todesstrafe ist nicht nur eine Chance zur Besserung fuer den Taeter (oder auch nicht) sondern dient auch dem Schutz der Allgemeinheit...

TamedTigress

07.11.2006, 22:27
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Moccaprinz
Tiger




Dabei seit: Februar 2005
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Beiträge: 547
Moccaprinz ist offline
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ich bin eindeutig gegen die todesstrafe.


das argument, dass die todesstrafe billiger sei als lebenslange haft, ist nicht eindeutig, finde ich. zwar gibt es sicherlich staaten, in denen die todesstrafe schnell und ohne viel wenn und aber durchgeführt wird und dort wird wohl wirklich eine finanzielle einsparung bestehen, doch ist dies nicht zwingend in jedem fall der todesstrafe so (ich denke dabei gerade an die usa). ferner überzeugt mich der finanzielle aspekt nicht besonders, da es um das leben von menschen geht. dieses zu beenden und dies mit finanziellen aspekten zu begründen, ist für mich absurd.

erstens hat der mensch - denke ich - gar nicht das recht dazu. zweitens würde eine solche argumentation noch viel weitreichendere folgen haben. kann jemand sich eine behandlung im krankenhaus in akuten fällen nicht leisten, muss er sterben. in vielen ländern dieser welt wird das so praktiziert und im prinzip ist es auch nur eine (perverse) form des kosten-nutzen-paradigmas nach dem die welt momentan zu funktionieren scheint, aber trotzdem weigere ich mich soetwas zu glauben bzw. zuzulassen. nennt mich einen träumer. ;-)



ein weiteres problem das ich bei der todesstrafe sehe, ist die abgrenzbarkeit. ab wann wird ein mensch zum tode verurteilt und wann nicht? wann ist ein fall "eindeutig" bewiesen, wann ist eine tat so schwer, dass sie mit dem tode bestraft werden muss? ab wann? ein einfachmord, der besonders grausam war oder eine reihe politischer morde oder ab wann? die abgrenzungsprobleme sind für mich dann doch erheblich. öffnet man die tore für die todesstrafe bzw. lässt die tore für die todesstrafe offen, öffnet man gleichzeitig tore zur politischen justiz. das mag in rechtsstaaten in westeuropa befremdlich klingen, aber die welt ist nun mal viel größer als westeuropa. politische justiz besteht ohne frage auch ohne die todesstrafe, nur besteht ein unterschied. verrottet ein politischer gegner oder eine person im knast, ist das anders als wenn sie getötet wird - diese tat ist nämlich auf jeden fall final.

und wenn man auf die welt außerhalb westeuropas blickt, komm ich schon zu meinem nächsten argument, das nicht unbedingt gegen die todesstrafe spricht. wir sind alle von unserer umwelt (westeuropa) sozialisiert und nehmen somit in gewisser form bestimmte werte an und verwerfen anderes wieder. so verstehen wir auch unter "strafe" etwas, was den betroffenen büßen lassen soll, aber sehen dennoch die möglichkeit zur resozialisierung bzw. wollen diese sehen. die entwicklung dahin hat übrigens in westeuropa ne ganze weile gebraucht.

in anderen staaten ist nicht das moment der resozialisierung das wichtigste, sondern eher der grundsatz "strafe als abschreckung". so werden exempel statuiert, die für uns unverständlich sind, aber für personen, die in den entsprechenden staaten und gesellschaften aufgewachsen sind völlig normal und auch richtig sind. diesen gesichtspunkt berücksichtigend ist es dann doch nicht mehr so leicht die todesstrafe zu verurteilen. für uns ist sie möglicherweise verabscheuend (und für mich bleibt sie es auch), aber für personen aus anderen gesellschaften ist und bleibt sie "legitimes" mittel der rechtsprechung.



pace,

Mocca


__________________
Pakistans letzte Leoparden

07.11.2006, 19:18
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Fitnesssocke
Balitigerin




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Fitnesssocke ist offline
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Ich bin ebenfalls gegen die Todesstrafe.
Wie viele Menschen muss jemand umgebracht haben, um Todesstrafe zu kriegen? Einen? Gut. Wie bestraft man ihn, wenn er zwei, fünf, zehn oder noch mehr umbringt?
Der Staat kann dem Volk nicht etwas verbieten, was er später selbst anwendet.
Außerdem wird das Prinzip "Strafe" vollkommen verdreht: Man bestraft eine Person, weil sie etwas falsch gemacht hat und um ihr zu zeigen, dass sie es das nächste Mal besser machen soll- Todeskandidaten haben nie eine Chance auf Besserung..


__________________
Ihr geht mit der Welt um, als hättet ihr eine zweite im Keller!

07.11.2006, 16:52
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Marina
Pantherkönigin




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Marina ist offline
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Ich habe mich dazu ja schon an dieser anderen Stelle geäussert. Ich bin dagegen. Es hat nicht nur mit den Menschenrechten bei mir zu tun, es ist ein Nachdenken darüber über viele Jahre, die mich zu diesem Schluss gebracht haben.

Ich sagte ja schon. Töten ist für mich Töten, ob legal oder illegal. Es macht keinen Unterschied für mich, darum habe ich das entsprechende Kästchen angekreuzt.

07.11.2006, 08:40
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TamedTigress
Amurtigerin




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Beiträge: 2187
TamedTigress ist offline
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Also ich haette ja schwoeren koennen, dass es hier bereits einen Tread zur Todesstrafe gab den ich nun nach oben geholt haette wo das Thema ja woanders wieder diskutiert wird.

Da ich aber keinen gefunden habe (wahrscheinlich wars wieder ne OT-Diskussion die ich irgendwann mal besonders mit einem Mitglied hatte), eroeffne ich hier nun eine Umfrage in dem jeder seine Meinung zur Todesstrafe kund tun kann.

LG
TamedTigress

PS: Ich habe das dritte angekreuzt. Eher dass ich jemand lebenslang einsperren wuerde faende ich es humaner und (Mund zu!) kostenguenstiger, die Deliquenten auf *humane und wuerdige Art* hinzurichten. Damit meine ich sowas wie eine Spritze anstatt Galgen, elektrische Stuehle oder sonst welche grausamen Spektakel.

Es gibt ja Laender in denen heute noch gesteinigt wird, da gruselt`s mich ja echt...

06.11.2006, 23:47
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