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tiger-lilly
Tiger




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Beiträge: 1318
tiger-lilly ist offline
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Nun so genau kann ich das nicht sagen. Aber ich denke mal, es liegt an der Art, wie der Indische Dschungel und der Amazonas-Urwald aufgebaut sind. Der Tiger ist ein am Boden lebendes Tier. Am Boden bietet vor allem das Unterholz einen perfekten Hinterhalt und somit sind Streifen besser, weil diese damit verschmelzen. Beim Jaguar ist es so, daß er sich eher zwischen Baumblättern aufhällt und für Blätter sind Rosetten am besten zur Tarnung geeignet.

12.06.2004, 13:33
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PantherinPat
Jaguar



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PantherinPat ist offline
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Zitat:
Original von tiger-lilly
Der Tiger ist, denke ich, eine entwicklungsgeschlicht ziemlich junge Tierart und der da derbevorzugte Lebensraum dichte Wälder oder Dschungel sind, sind hier Streifen die bessere Tarnung.


Dann Frage ich mich, warum der ebenfalls im Dschungel lebende Jaguar Rosetten hat?

12.06.2004, 13:19
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tiger-lilly
Tiger




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Hessen (DE)
Beiträge: 1318
tiger-lilly ist offline
  KatzenevolutionAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Ich denke um zu verstehen, warum Wildkatzen die eine oder die andere Fellzeichnung haben, sollten wir in die Zeit des Quartär oder des Tertiär zurückgehen. Die mächtigsten Raubkatzen dieser Zeit waren gefleckte Katzen mit großen Säbelzähnen. In Afrika haben sich eher gefleckte Katzen entwickelt, während die Katzen in Nordamerika eher ein einfarbiges Fell hatten. Lebensräume dieser Katzen waren entweder Prärien oder Steppen, wo die Fleckenfärbung die bessere Tarnung gibt. Interessant finde ich allerdings die Entwicklung des Pumas. Wenn sie geboren werden, haben sie Flecken und als erwachsene Tiere sind sie fleckenlos. Der Tiger ist, denke ich, eine entwicklungsgeschlicht ziemlich junge Tierart und der da derbevorzugte Lebensraum dichte Wälder oder Dschungel sind, sind hier Streifen die bessere Tarnung.

12.06.2004, 12:51
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Black Panthera
the SilverDragon




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Black Panthera ist offline
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die fellzeichnung hat ja seine funktion...
aber ist schon interessant zu wissen wixo tiger streifen haben und andere nicht...

aber könnte man durch genmanipulation eines tigers icht hingehen...
(ich denke jetzt abartig)
und das gen für die streifen so ändern...
das kreise oder punkte draus entstehen???


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In Memory: J A M I E


Weiss wie Schnee, wandelt meine Seele dahin,
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Lange Zeit soll gehen, bevor ich dich wieder sehe,
solange werd ich im Untergrund vor Schmerz vergehen!

19.12.2002, 20:42
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PattWór
Crond'Llor




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PattWór ist offline
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Tja, wieso sind Tiger gestreift und der Rest der Großkatzen nicht?
Turing postulierte für die Erstehung der Fellzeichnung einen chemisch-physikalischen Prozeß, der auf Diffusion sog. Morphogene beruht.
Nun, ich weiß ja nicht, welche Eigenschaften die o.g. Morphogene haben sollen (und das wußte Turing wohl auch nicht), aber Diffusion ist ein physikalischer Prozeß, in dem sich unterschiedliche Konzentrationen einer Lösung in einer bel. Umgebung ausgleichen. Das können beispielsweise zwei Kammern innerhalb eines Gefäßes sein, die eine mit blauer Flüssigkeit gefüllt, die andere mit sagen wir mal gelber. Wir ziehen jetzt die Trennwand heraus und warten ab, was geschehen wird. Der 2. Hauptsatz der Thermodynamik sagt aus, daß die Entropie innerhalb eines physikalischen Systems ein Maximum annehmen muß. D.h. die Wahrscheinlichkeit, daß ein sich die beiden unterschiedlich farbigen Flüssigkeiten gleichmäßig vermischen und eine grüne Flüssigkeit bilden, ist der wahrscheinlichste Endzustand. Daher kann ich der Aussage, daß die Diffusion zu einem Ungleichgewicht der Konzentration der Morphogenen herbeiführt, nur schwerlich Glauben schenken. Wie sonst sollte der Prozeß der Osmose (eine einseitige Diffusion herbeigeführt durch eine semipermeablen Membran) oder das der Plasmolyse, was zum sprichwörtlichen verbrennen einer Pflanze bei Überdüngung (Quasi die Umkehrung der Osmose) führt?
Zitat:
Wenn nun etwa der Inhibitor schneller diffundiert als der Aktivator, kann eine Insel mit hoher Konzentration des Aktivators entstehen: ein Fleck also.

Wie sollten Aktivator und Inihibitor diffundieren und vor allem wohin, um so einen Effekt zu erzeugen?

Muster als Tarnung?
In einem anderem Thread wurde schon über die musterauflösende Wirkung von Streifen und Flecken referiert. Und demnach stellt sich sehr wohl ein Tarnungseffekt ein, der die Erfolgsshancen bei der Jagd erhöht und somit wohl ein selektiver Faktor ist.


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Homo lupo lupus est.
Scisne, homo, quod lupum essendum profecto significat?


21.07.2002, 01:48
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Sesshoumaru
sama




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Sesshoumaru ist offline
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Wieso Jaguare gefleckt und Tiger gestreift sind

Die Muster der Raubkatzen sind nicht nur für Tierfreunde, Zoologen und Kürschner interessant, sondern auch für Mathematiker. Ein Exkurs über Flecken, Rosetten und Streifen.



Aus traurigem Anlaß wird derzeit viel über Raubkatzen gesprochen - und auch über die Muster, die ihre Felle zieren. Es sind ja im Prinzip alle Arten der Familie Felidae (Katzen) gemustert. Bei Löwen sind zwar die Erwachsenen einfarbig, die Jungen aber sind gefleckt - und zwar ganz ähnlich wie ihre nächsten Verwandten, die Leoparden (Panther). Bei einigen Arten gibt es auch schwarze Individuen: Bei Leoparden wird die Schwarzfärbung, auch Melanismus genannt, rezessiv vererbt, bei Jaguaren dominant. In ein und demselben Wurf können schwarze und gefleckte Jaguare vorkommen. Für die Beobachtung, daß etwa schwarze Panther aggressiver sind als andere, gibt es eine nette psychologische Erklärung: Da die Schwarzen in den Würfen meist in der Minderzahl sind, werden sie scheel angesehen, müssen mehr um Rang und Futter kämpfen und entwickeln höhere Aggressivität.


Grundsätzlich wird die Farbe der Fellhaare von Pigmentzellen (Melanocyten) bestimmt, die unter der Haut liegen und den Farbstoff Melanin bilden, den sie an das Haar abgeben. Dabei unterscheidet man zwei Sorten: Eumelanin, das die Haare braun bis schwarz färbt, und Phaeomelanin, das eine gelbe bis rötlich-orange Färbung bewirkt. Tiere mit Melanismus erzeugen mehr Melanin; wenn man genau hinsieht, erkennt man aber auch bei ihnen die typische Zeichnung.


Tränenstreifen des Geparden

Wie kann man nun die Raubkatzen an ihrem Muster erkennen? Tiger sind leicht zu identifizieren, da gestreift. Geparde haben vergleichsweise kleine Flecken, charakteristisch sind die "Tränenstreifen", die sich von den inneren Augenwinkeln hinab zu den Mundwinkeln erstrecken. Bei Jaguaren und Leoparden spricht man nicht von Flecken, sondern von Rosetten: In deren Mitte sind hellere Bereiche. Bei Jaguaren sind die Rosetten größer als bei Leoparden und tragen in ihrer Mitte einen schwarzen Punkt, aber der Unterschied ist für den Laien nicht leicht erkennbar. Da hält man sich besser an den Körperbau - der Jaguar ist schwerer und massiger - oder an die Kopfform.


Für Mathematiker sind tierische Muster seit langem eine Herausforderung. Schon Alan Turing, Vater der modernen Computertheorie, befaßte sich damit. 1952 postulierte er einen chemischen Mechanismus für die Entstehung von Fellzeichnungen. Danach werden die Muster durch die Konzentration von - ihm völlig unbekannten - "Morphogenen" geprägt. Und zwar können diese Morphogene diffundieren und auch miteinander reagieren. So läßt sich - bei zwei Morphogenen - ein System von zwei Differentialgleichungen aufstellen. Man spricht von Reaktions-Diffusions-Gleichungen. Ohne Diffusion würden die Morphogene bis zur Erreichung des chemischen Gleichgewichts miteinander reagieren - und zwar überall gleich; Musterbildung wäre unmöglich. Die Diffusion wirkt gegen die Einstellung eines Gleichgewichts und stabilisiert daher Instabilitäten.


Blinkende Reaktionen

Reaktions-Diffusions-Modelle beschreiben auch rein chemische Prozesse gut: Ein spektakuläres Beispiel sind die oszillierenden Belousov-Zhabotinsky-Reaktionen, bei denen eine Lösung etwa alle zwei Minuten von Blau nach Rot oder umgekehrt umschlägt. Hier ist allerdings die Zeit eine Variable; Blinken ist ja sozusagen das zeitliche Pendant zu räumlichen Streifen.


Im Fall der Fellzeichnungen ist eines der beiden Modell-Morphogene ein Aktivator, der die Bildung von Melanin anregt, das andere ein Inhibitor, der die Produktion von Melanin stoppt. Wenn nun etwa der Inhibitor schneller diffundiert als der Aktivator, kann eine Insel mit hoher Konzentration des Aktivators entstehen: ein Fleck also.


Manche neuen Modelle, etwa das "Clonal Mosaic Model", gehen nicht von antagonistischen Morphogenen aus, sondern von der Wanderung von Zellen, die Abkömmlinge ("Klone") einer gemeinsamen Vorgänger-Zelle sind. Die Ergebnisse sind erstaunlich ähnlich.


Einer der ersten, die konsequent versuchten, mit Hilfe von Reaktions-Diffusions-Modellen die Fellzeichnungen zu verstehen, war James D. Murray, mathematischer Biologe an der University of Washington. Ein wesentliches Ergebnis seiner Simulationen: Nur durch Änderung der Größe und Geometrie der zu "bemusternden" Fläche lassen sich sehr unterschiedliche Muster erzeugen. Das ist für Mathematiker nicht ganz so verblüffend: Sie wissen, wie wichtig Randbedingungen für die Lösungen von Systemen von Differentialgleichungen sind. Man denke an die Schwingungen diverser Trommeln: Nur durch Variation von Größe und Form entstehen bei denselben Materialen nicht nur verschiedene Tonhöhen, sondern auch ganz verschiedene Klänge.


Bei Tieren werden die Muster bereits in der embryonalen Phase angelegt. Daher ist es entscheidend, wann in der Embryogenese dieser Prozeß aktiviert wird. So sollten laut Murrays Rechnungen kleine Tiere mit kurzen Tragzeiten einheitlich gefärbt sein. Das sind sie meistens auch. Wenn der Embryo zur Zeit der Aktivierung schon etwas größer ist, können die Tiere etwa halb schwarz und halb weiß werden - wie der Honigdachs und die Walliser Ziege. Dann steigt die Komplexität der Muster mit wachsender Fellfläche zur Zeit der Aktivierung stetig - bis zu den Giraffen. Und ganz große Tiere sollten wieder einheitlich gefärbt sein: Elefanten, Nashörner und Nilpferde stehen für diese These gerade.


Murray konnte mit seinen Simulationen auch erklären, warum die Schwänze von Leoparden fast bis zur Spitze gefleckt sind, während sie bei Geparden und Jaguaren am Ende gestreift sind. Bei Leoparden ist nämlich - im Gegensatz zu den anderen Raubkatzen - der Schwanz im embryonalen Stadium spitzkegelig und vergleichsweise kurz.


Selbst wenn man die Bildung von Mustern noch so gut erklären kann, es bleibt die Frage: Sind die Muster mehr oder weniger zufällige Nebenprodukte notwendiger Schritte in der Embryonalentwicklung, oder sind sie selbst durch Selektion entstanden? Daß die Melaninproduktion insgesamt mit den Breitengraden variiert, weil Melanin die UV-Strahlen abfängt, ist bekannt. So hat der Sibirische Tiger ein helleres Fell als seine Verwandten in wärmeren Regionen. Und bei allen Raubkatzen sind Körperteile, die der Sonne weniger ausgesetzt sind - Innenseiten der Beine, Unterseite des Halses - heller als der Rest.


Muster als Tarnung?

Aber wozu könnten die Muster gut sein? Naheliegende Antwort: zur Tarnung. Allerdings wird es schwer fallen, die Zeichnungen der Giraffen daraus zu erklären, daß sie vor ähnlich gefleckter Umgebung weiden. Bei Zebras gibt es die Erklärung, daß die Anophelesmücken, die die Malaria übertragen, eher auf einfarbige Tiere ansprechen als auf gestreifte. Es fragt sich allerdings, warum die Mücken, deren Generationsdauer ja viel kürzer ist als die der Zebras, sich nicht schon längst so entwickelt haben, daß ihre Vorlieben besser ihrem Vorteil dienen.


Oft hört man auch, daß Schwarze Panther besser in der Nacht jagen können, da man sie schlechter sieht. So groß kann dieser Effekt aber nicht sein, sonst hätte sich der Melanismus längst durchgesetzt.


Mit der natürlichen Selektion kommt man bei der Erklärung der Muster offenbar nicht sehr weit. Eine nicht zu unterschätzende Rolle dürfte die sexuelle Selektion spielen: Es ist naheliegend, daß die gut sehenden Raubkatzen ihre Sexualpartner auch an ihrer Zeichnung erkennen oder sie nach deren Ausformung aussuchen. Das könnte ein konsolidierender Faktor für die Muster der Felle sein, die - zumindest in vom lebenden Tier losgelöster Form - auch die ästhetischen Wünsche mancher Menschen befriedigen.

Quelle: Spectrum


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

18.07.2002, 14:47
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