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Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
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Bayern (DE)
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Sesshoumaru ist offline
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Hallo Steelwolf,

obwohl ich die Zahl 10 freilebende Amurtiger für doch etwas zu pessimistisch halte, kann ich Dir bei allem anderen nur zustimmen. Egal in welchem Bereich.

Alles redet nur über Wachstum, Wachstum und Wachstum, als wäre es der neue Mesias. Und es ist leider wahr, daß man mit Tier- und Naturschutz kaum noch jemanden begeistern kann. Selbst unter den "Tierschützern" ebbt die Diskussion, egal worum es geht, ab.

Fadenscheinigste Gründe, nach der Ernsthaftigkeit des Themas, über Nebensächlichkeiten wie trivialer Zustimmung wird philosohiert. Die Hände immer schön in den eigenen Schoss gelegt, und über die Anderen lamentieren. Und das schlimme ist, daß dieser Trend nirgens halt macht und sogar durch Passivität noch gestützt wird, die Motive der Einzelnen in Achtung gestellt ist es trotzdem ehrlos.

Es wird weder dem Amurtiger noch anderen Tieren oder Platzen (der Natur als Ganzem) helfen, wenn man sich aus eitlen selbstherrlichen Motiven gegen Diskussionen oder einfacher Zustimmung versperrt.


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

23.07.2002, 14:35
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Steelwolf
Lykos




Dabei seit: Juni 2002
Herkunft: Königswinter (bei Bonn)
Nordrhein-Westfalen (DE)
Beiträge: 141
Steelwolf ist offline
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So, da bin ich mal wieder, nach Wochen voll Streß und Anspannungen. Hab zwar momentan mit fürchterlichen Hardwareproblemen zu kämpfen, aber die ignorier ich jetzt mal.

Zu Helmuts Beitrag: Hab mir die Seiten mal zu Gemüte geführt, die Du da angibst. Sieht wirklich so aus, als mache die Profitgier vor niemandem halt.

Habe vor einiger Zeit schon einen Bericht im Netz gelesen (unter tierinformation.de; schrieb das auch schon mal hier ins Forum), daß es nur noch etwas mehr als 10 Sibirische Tiger in freier Wildbahn gäbe.
Ich habe den Eindruck, daß solche traurigen Tatsachen kaum jemanden interessieren. Bestes Beispiel: Politik. Egal welcher Partei die Damen und Herren da angehören, überall labern die nur von Wirtschaft, Markt, Finanzen, Wachstum und und und. Und schaut doch nur mal in die Medien: Talkshows, in denen sich jeder Schwachmat produziert und sich nicht zu schade ist, die intimsten Peinlichkeiten vor Publikum zum besten zu geben, guckt sich eine erschreckende Anzahl gerade junger Menschen an. Mit Naturschutz kann man aber niemanden begeistern.
Es ist echt zum Heulen...

23.07.2002, 00:12
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Tigerfreund
-




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Rate doch mal...

Beiträge: 206
Tigerfreund ist offline
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Information:

Alles was der WWF schreibt ist mehr oder weniger dazu gedacht, Spendengelder mit Tränendrüsendrückerei zu kassieren. Geld hat Vorrang vor allem! Die Aktionen die vor Ort durchgeführt werden, sind mehr als armseelig, wenn man bedenkt, wieviel Knete die schon eingesackt haben.
Vergleich: Stellt Euch vor, ich würde ein Tierheim betreiben, welches 10 Tiere beherrbergt. Mit den 10 Tieren würde ich soviel Werbung machen, daß ich es auf jährlich 10 Mio. € bringe. Dazu das Personal (Viel zu wenig Leute), welches ich mit einem Hungerlohn abspeise, so daß es gerade einmal davon leben kann.
Der WWF prahlt mit seinen Schutztruppen, wie es in Wirklichkeit um die Leute bestellt ist, die dort unter Lebensgefahr arbeiten, könnt Ihr hier sehen:
(Link ist kostenpflichtig geworden. Muß erst einmal ein Update machen. Ändere ich hier später ab.)

Ich habe ein paar Tieren u.U. geholfen, sacke aber den Rest des Geldes ein, um z.B. Urwald davon zu kaufen, welchen ich nachher zu Höchstpreisen an die Holzindustrie verschachern kann.
Jetzt werdet Ihr Euch fragen "Was will der denn jetzt"...
Schaut Euch dazu bitte einmmal folgenden Link an. Das ist keine Juxseite, sondern krasse Realität: http://www.pweb.de/global/deutsch/wto013.html

Der WWF ist keine Umweltschutzorganisation, sondern ein zusammenschluß multinationaler Industriekonzerne. Der Umweltschutz dient nur der Geldeinnahme. Umwelt ist wichtig, also kann man die Leute prima melken. Bestes Beispiel Krombacher. Komisch, daß bei Jauch nicht andere Umweltschutzorganisationen genannt wurden, bei denen man ebenfalls Regenwald kaufen kann, nur das man dort für sein Geld wesentlich mehr Land, dafür aber kein Bier bekommt...
http://home.t-online.de/home/muhmilch/2/...nes.htm#Betreff
Auch sehr merkwürdig, daß der WWF einen auf Artenschutz macht, gleichzeitig aber die Großwildjäger unterstützt und dessen "Tierschutzfunktionäre" selber Jaguare in Bolivien abknallen. Andere Artenschutzvereine, die das herausbekamen, werden jetzt mit allen Mitteln kaputtgemacht. Merkwürdig oder? Sollte man nicht zusammenhalten, gerade in diesem Gebiet? Im Gegenteil! IM Gegenteil. Es könnte einem ja ein Stückchen "Besitz" entgehen.
Hier ein paar Links, falls Ihr Interesse habt.

http://home.t-online.de/home/muhmilch/sc....htm#PARADOXXON
http://home.t-online.de/home/muhmilch/hammerhart.htm
http://home.t-online.de/home/muhmilch/01/wwf-eu.htm

Wühlt Euch mal durch. Ich habe zuerst auch Bauklötze gestaunt, bis ich Leute kennengelernt habe, die mir das ganze Mafiaähnliche System erst einmal erklärt haben.
Es ist ein relativ unbekanntes, in sich eigenes System der reichen Oberschicht. Dort stecken viele unter einer Decke. Von Zoo+ Zirkusbetrieben über Tierschutzorganisationen, Politik, Industriekonzernen (Krombacher) bis hin zur Lufthansa ist so gut wie alles vertreten, was bei diesen miesen Spielchen mitmacht. Umwelt und Tiere sind dabei nur in sofern wichtig, solange man mit ihnen abstauben kann.

Liebe Grüße Helmut


__________________

12.07.2002, 22:11
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Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
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Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
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Ich gebe Dir Recht Shilok, die Angaben des WWF sind wohl zu hoch gegriffen. Ich glaube aber nicht das es an der falschen Zählmethoden liegt, sondern auch an der Verlegenheit der lokalen russischen Regierungen, es so aussehen lassen zu wollen, als wäre der Schuztz besser als er ist.

Die Angabe der "BigCat Specialist Group (BCSG)" sind da schon realistischer. Die Rede ist von etwas 250 Amurtigern in der gesamten Ost-Sibirischen Umgebung. Dies Zahl ist beängstigend nah an der minimalen Genpoolgröße für eine Art. Zu diesem Thema habe ich auch auf meiner Homepage (Link zum Thema) einiges stehen. Kurzum geht man davon aus, daß wenn die Anzahl der Individiuen einer Art unter 120 Fällt, keine langfristge Überlebenschace besteht.

250 "frei" lebende Amurtiger sind gerade mal das Doppelte dieses Wertes. Natürlich sollten wir die etwa 1.500 in Gefangenschaft lebenden Amurtiger nicht vergessen, aber ein Grund zum Aufatmen ist dies noch lang nicht.

Privat gehe ich von folgendem Verauf aus: In etwa 5-8 Jahren wird der chinesische Tiger (Amoytiger) ausgestorben sein. Hoffnung gibt es noch für den Sumatratiger (ca. 500 in freier Wildbahn), den Corbetttiger (ca. 1.500) und den Bengaltiger (ca. 2.500). Für den Amurtiger ist es denke ich zu spät, noch 20 Jahre denke ich wird es ihn noch geben. Auch wenn ich inständig hoffe, daß ich mich irre, sieht es ehr düster aus. Die wirtschaftliche Lage in Russland, China und Südkorea fördert bestimmt nicht den Tigerschutzgedanken.


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

12.07.2002, 09:41
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Shilok
Tigerin




Dabei seit: Juni 2002
Herkunft: Amur- und Ussurigebiet
Nordrhein-Westfalen (DE)
Beiträge: 311
Shilok ist offline
Es ist zum Heulen ...Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

... wenn ich mir vorstelle, dass die größte Raubkatze der Erde mit nur noch 450 Exemplaren (zumindest in freier Wildbahn) auf unserem Planeten vertreten ist und in vielleicht 10 oder 20 Jahren ausgestorben sein wird, wenn sich nicht grundlegend etwas in der Einstellung zur Natur ändert. Hoffentlich stimmen diese Angaben des WWF überhaupt, man kennt ja die ungenauen Zähl- bzw. Schätzarten, um die Anzahl der Tiere festzustellen (Pfotenabdrücke zählen, von Beutetieren auf Beutegreifer schließen, …).
Wie viele Tiere sind überhaupt notwendig, um die genetische Vielfalt und somit die Population zu erhalten? Reichen 450 Individuen aus (abgesehen von den Tigern im Zoo)? Bei den Geparden war es doch auch so (falls ich mich richtig erinnere), dass zu einem bestimmten Zeitpunkt nur eine ganz geringe Anzahl von Geparden vorhanden war und sich deshalb die Tiere nicht allzu sehr genetisch unterscheiden. Oder ?
Laut dem Buch „Raubkatzen in Farbe“ (Guido Badino, 1975) wurde der Bestand zu diesem Zeitpunkt in den Gebieten des Amur-Ussuri auf höchstens 140 Exemplare geschätzt.
Es ist doch eine positive Tendenz, die Hoffnung macht, wenn es heute trotz der TCM, die in letzter Zeit verstärkt auf dem Amurtiger abzielt anstatt auf den Bengaltiger (nicht, dass das besser wäre …), trotz der Wilderei, trotz der Umweltzerstörung durch Abrodung und trotz der (von Menschenhand gelegten !) Waldbrände, der Bestand seit dem letzten Jahr stabil sein und es tatsächlich noch 450 Tiger geben sollte.
Hoffnung gibt natürlich auch die Vergrößerung des Naturschutzgebietes. Handelt es sich dabei um das Sichote-Alin-Gebirge in der Primorski Region? Andererseits ist das auch nicht soooo riesig, wie es auf den ersten „Blick“ aussieht, wenn man bedenkt, dass die Häufigkeit von erwachsenen Tigern einschließlich der Jungtiere im Sichote-Alin Nationalpark in Ostsibirien pro 100 km² nur 0,13 bis 0,86 Tiere beträgt ! Wenn wir also von 0,5 Tigern im Schnitt pro 100 km² und von einer Vergrößerung des Naturschutzgebietes um etwa 3 Millionen ha (100 ha = 1 km²) ausgehen, dann würde das Platz für 150 weitere Tiger bedeuten (hoffe, ich hab mich nicht verrechnet).
Sibirien ist zwar kein „qualitativ hochwertiger Lebensraum“, in dem die Beutedichte hoch ist und dementsprechend die Anzahl von Tigern (adult + juvenil) auf 100 km² zwischen 7 und 12 Tiere betragen kann, aber Platz für weitere 150 Amurtiger wäre doch schon mal ein ganz guter Anfang.
Nun ja, was kann man da tun, für meine Süßen, außer beten und den Tierschutz kräftig unterstützen !?

Die Hoffnung stirbt zuletzt …heul.

Shilok

P.S.: Habe dazu eine schöne Dreisatz-Matheaufgabe aus der obigen Rechnung erstellt:
Im Naturschutzgebiet des Sichote-Alin-Gebirges in Ostsibiren leben im Durchschnitt 0,5 adulte und juvenile Amurtiger auf der Fläche von 100 km². Insgesamt leben (im Jahre 2002) nur noch maximal 450 Exemplare der größten Katze der Welt in freier Wildbahn. Das Naturschutzgebiet soll nun - dank den Bestrebungen engagierter Tierschützer - um 3 Millionen Hektar ( 1 km² = 100 ha) erweitert werden. Wie viele weitere Amurtiger würden dort einen Platz zum Leben finden ?


__________________
"A-o-ung"

12.07.2002, 01:05
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Sesshoumaru
sama




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Sesshoumaru ist offline
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Seit April dieses Jahres wüten im Tigerland immer wieder schlimme Waldbrände. Zumeist sind diese Brände von Menschenhand gelegt. In Chabarowsk und anderen sind über 150.000 ha Land verbrannt. Das dezimiert nicht nur den Lebensraum des Tigers, sondern auch den seiner Beutetiere. Ein Teufelskreis.

Laut Angaben des WWF ist die Tigerpopulation in diesem Jahr stabil, bei 450 Tigern, geblieben. Der Bestand ist aber immer noch bedenklich niedrig. Die Patrouillen die Wilderei stoppen sollen sind zwar ausgebaut worden, aber der Schutz ist noch zu löchrig. Auch wenn dies den Angaben des WWF widerspricht bin ich dieser Auffassung. Auch der illegale Holzeinschlag in Russland ist auf einem kritischen Niveau. Hierfür wird der "Hunger" nach Holz in China, Südkorea und Japan. Die Forderungen an die G8 Staaten nur noch Holz aus ausgewiesenen forstwirtschaftlichen Gebieten zuzulassen scheinen noch auf taube Ohren zu stoßen.

Jedoch gibt es auch einen kleinen Lichtblick bei den Naturschutzgebieten. Deren größe soll aufgestockt werden. Der Gouvaneur von Primorje hat zugesagt bis 2005 ca. 18% der Privinzfäche aufzustocken, dies entspräche einer Schutzfläche von 2,95 Mio ha. Der Gouvaneur der Region Amur möchte sogar 3,6 Mio ha seiner Provinz zum Naturschutzgebiet ausrufen (ebenfalls bis 2005).

Dies ist jedoch nur eine indirekte Hilfe für die sibirischen Tiger. Die Durchsetzung des Schutzes ist das Problem der Zukunft. Auch die trad. chineische Medizin setzt den Tiger zu. Hier muß, hier müssen wir, noch viel Arbeit leisten, damit die Größte der Großkatzen auch in 20 Jahren noch die Wälder Russlands durchstreift.


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

11.07.2002, 13:59
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