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Wolfsbruder
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  Wolfstod in HellabrunnAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Münchener Tierpark Helabrunn Pressemeldung von heute
Todesfall bei den Wölfen

Am 16.1.06 kam es bei unseren beiden Wolfsrüden, die als Geschwister seit 12 Jahren friedlich zusammen gelebt hatten, zu einem kurzen Kampf, der mit einem tödlichen Kehlbiss endete. Getötet wurde dabei der in der Rangordnung höher stehende Rüde von seinem Bruder, ohne dass zuvor irgendwelche Rivalitätskämpfe oder Beissereien beobachtet werden konnten. Für Rivalitätsverhalten war insofern kein Anlass, weil die beiden Tiere seit Jahren allein auf der Anlage lebten, so dass Rivalitätsgründe wie Kampf um Weibchen oder Jungtiere bzw. Rudelvorherrschaft absolut fehlten.

Die pathologisch-anatomische Untersuchung des Rüden im Institut für Pathologie der Tiermedizinischen Fakultät der LMU München ergab bei dem Tier einen hochgradigen Tumor, der einen größeren Teil der Brusthöhle, beide Lungenflügel und sogar die Brustwand nach außen durchdrungen hatte, was im Winterpelz nicht sichtbar war.

Die Tatsache, dass todkranke Tiere wie dieser Wolfsrüde von den eigenen Familienmitgliedern oder Tieren aus einem Rudel sogar gemeinsam getötet werden, ist bei verschiedenen Wildtieren (Steinbock, Gams, Mhorrgazelle) sowie beim Hausschwein bekannt. Wie es zu dieser eigenartigen Verhaltensweise kommt, ist bisher ungeklärt, sicher ist nur, dass der finale Zustand des Opfers auf eine für uns bisher ungeklärte Weise von den anderen Tieren wahrgenommen wird (Pheromone?). Die von Konrad Lorenz bei Wölfen beschriebene Beißhemmung, demzufolge der Angreifer reflexartig am Zubiss gehindert wird, wenn der Unterworfene in Demutshaltung seinen Hals zum Biss frei anbietet, trifft dann ebenfalls nicht zu. Aus der Sicht der Verhaltensforschung liegt hier vor uns ein weites Feld, das noch weiterer Grundlagenforschung bedarf.

18.01.2006, 17:35
 
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