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Shayla
Wolfswelpe




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Beiträge: 2
Shayla ist offline
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@ shadow

ich hab die selbe ansicht wie du über tierparks
aber generell haben nicht viele diese ansicht.
Außerdem wäre diese "Arche-Noah"- Funktion kaum durchsetztbar, da der tierpark immer noch ein Unterhaltingsmedium ist
(so grausam das auch klingt)

auf jeden fall finde ich das der zoo in basel absoluten mist gebaut hat.

11.11.2009, 11:46
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shadow
Wolfswelpe




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Beiträge: 32
shadow ist offline
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Hey miteinander
entschuldigt, dass ich nun auch mal meinen Senf dazugebe, auch wenn ich noch nicht so lange dabei bin:

Meiner Meinung nach sollte das oberste Gebot jedes zoos, tierparks oder wasauchimmer sein, die Arterhaltung sicherzustellen. Ich meine dabei aber nicht nur in Gefangenschaft, sondern auch die möglichkeit der auswilderung sollte dabei nicht ausser Acht gelassen werden. Was nutzt es, reihenweise nachwuchs zu "erzeugen" wie in einem produktionskomplex wenn keines der jungen annähernd natürlich aufwächst oder in der lage ist, in freier wildbahn zu überleben, weil es auf den menschen geprägt ist ?
versteht mich bitte nicht Falsch, auch mir ist der Tierschutz sehr wichtig aber Tiere müssen in freiheit leben .
Zoos sollten meiner meinung nach nur eine Art "Arche Noah" darstellen , die die durch den Einfluss des Menschen geschädigten, natürlichen bestände einer tierart aufrecht erhalten damit es nicht zu einem "genetischen Zusammenbruch und damit zu einem aussterben der betreffenden tierart kommt.
Auch wenn sich das nun etwas hart anhört das Schicksal des einzelnen ist , solange die art überlebt, eher unwichtig und vorallem Löwen gehen von Anfang an in eine harte Schule. Viele der in freiheit geborenen Jungen sterben weil sie einfach zu schwach zu überleben sind .


__________________
.....wo der Mensch die Hölle schuf.....

17.02.2007, 16:16
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PetraB.
Alpha-Wolf




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PetraB. ist offline
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nettwork,

ich persönlich ärgere mich nicht, dass man ein Löwenjunges, das von seiner Mutter nicht angenommen wurde, getötet hat. Mich ärgert es, dass man sich Moral und Ehtik, ja sogar die Wissenschaft zurechtbiegt, wie man sie gerade braucht. Das Löwenjunge (Basel) wurde eingeschläfert, das überlebende der zwei Lippenbärenjungen (Leipzig) wurde zunächst in menschliche Obhut genommen und versorgt, danach wurde beschlossen, es zu töten, obwohl es die Chance zum Überleben gehabt hätte. Ein Eisbärenjunges (Berlin) wird von Menschenhand aufgezogen und soll unter allen Umständen überleben. Ja was denn nun?

Lippenbären sind genau wie Eisbären Einzelgänger, aber eine Handaufzucht soll bei Lippenbären für ihr späteres Leben im Zoo wesentlich problematischer sein, als bei Eisbären? Während man im Berliner Zoo alles tut, damit die Handaufzucht des Eisbärenjungen gelingt, lässt der Zoo Leipzig verlauten, die Entscheidung des Zoomanagements, das Lippenbären-Jungtier zu töten stünde im Einklang mit international anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen und Empfehlungen für die Haltung und Aufzucht von Wildtieren. Ja was denn nun?

Entweder es werden gar keine Jungtiere in Zoos von Hand aufgezogen, oder man gibt allen Jungtieren die Chance zu überleben. Dieses "Hüh-Hott-Gemache" soll wissenschaftlich fundiertes, biologisch korrektes Zucht-/Populationsmanagement sein? Nicht wirklich, oder?

Sesshoumaru,

Zitat:
Es reicht für eine Art nicht aus zu überleben, wenn das Leben nicht Lebenswert ist. Vielleicht sollte man statt der Tiere lieber ihren Lebensraum schützen.


ich kann Dir hier fast komplett zustimmen, wobei ich ergänzen möchte: "... statt manipulativ auf ethisch nicht vertretbare Art und Weise künstliche Zootierpopulationen, ohne das Ziel der Auswilderung aufzubauen, lieber die verbliebenen wildlebenden Tiere und ihren Lebensraum schützen."

Die Auswilderung einiger Steinkäuze und Przewalski-Pferde, rechtfertigt nach meiner Meinung nicht die immer wiederkehrende "Überproduktion" beispielsweise von Grosskatzen in Zoos, denn ich kenne kein Projekt, an dem sich deutsche (europäische) Zoos beteiligen, das zum Ziel hat, Leoparden, Löwen oder Tiger auszuwildern. Davon, dass eine "Überproduktion" tatsächlich stattfindet, bin ich überzeugt und diese Überzeugung wurde durch das in diesem Thread angeführte Argument der aus Platzmangel "notwendigen" Tötungen genetisch wertloser oder wertlos gewordener Grosskatzen sogar bestätigt.


__________________

... and yesss ... my rage ...
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Dieser Beitrag wurde von PetraB. am 17.02.2007, 15:53 Uhr editiert.

17.02.2007, 15:41
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nettwork
Panthera leo




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Zuerst einmal freue ich mich, dass hier seit langem wieder mal eine anständige Diskussion stattfindet.

Man ärgert sich, dass ein junger Löwe, der von seiner Mutter nicht angenommen wurde eingeschläfert wurde. Man weiß, dass Erstlingsgeburten bei den meisten Säugetieren problematisch sind. Hier bevorzugt man die Tierquälerei auszudehnen und zu warten bis das schwache Junge von alleine zu Tode kommt; hab ich falsch verstanden, nicht wahr? Handaufzucht wäre die ultimative Lösung!
Man schreit also nach Tierschutz und setzt alle Gesetze der Natur außer Kraft, damit ein Individuum überlebt.
Jeder Versuch des Populationsmanagements seitens eines Zoos wird als schlecht dargestellt. Geldhungrige Einrichtungen ohne Sinn seien diese Zoos, die Publikumslieblinge hinterrücks ermorden - ohne Ziel und pseudo-wissenschaftlich. Viel lieber sollten sie der Natur ihren Lauf lassen, aber wieder nur solange, bis etwas passiert: Dann muss man helfend eingreifen, damit kein Tier zu Tode kommt.

Es gibt (nicht nur) meiner Meinung nach 2 Ansätze:
HANDS-OFF: Lass alles seinen Lauf nehmen. Niemand schützt in der Natur einen kleinen Löwen davor, von seiner Mutter verlassen zu werden und später auf grausame Weise zu Tode zu kommen.
HANDS-ON: Der Mensch entscheidet sich zB. in einem Zoo der Natur dreinzupfuschen. Aus dieser Entscheidung muss man allerlei Konsequenzen ziehen. Ressourcen und Möglichkeiten sind beschränkt und Entscheidungen müssen oft schnell und hart sein. Dass auch Zoos dabei Fehler machen oder an Grenzen stoßen leugne ich nicht.

Natürlich ist es ein Fehler Zucht zuzulassen und dann die Jungtiere als gentisch nicht wertvoll auszusondern. Aber auch die Pille bei Löwinen wirkt nicht zu 100%.

Zuletzt nochmal ein Hinweis: Es gibt einen grundsätzlichen, tiefgreifend Unterschied zwischen Tierschützern und Artenschützern. Diese Kluft wird man nicht wegdiskutieren können und wahrscheinlich ist es gut, dass es beide Typen von Menschen gibt.


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Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
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17.02.2007, 11:56
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Sesshoumaru
sama




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Sesshoumaru ist offline
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Erstens, ein Zuchtbuchkoordinator ist eine Person die mitunter ein weltumspannendes Netz von Zoos und Einrichtungen koordiniern muß. Wer behauptet bei dieser imensen Aufgabe nicht zum Technokraten zu gedeihen, der ist zu seiner eigenen Natur nicht ehrlich. Wieso fasst sich nur das Volk bei machen Entscheidungen von Politikern so sehr an den Kopf? Vielleicht weil je mehr Verantwortung man hat, desto weniger Zugang zum Einzelnen vorhanden ist??

Zweitens, ein oft angeführtes Zitat ist das "Das Wohl vieler über dem Wohl weniger, oder eines Einzelnen steht". Das bedeutet, daß man zu Gunsten einer Gesamtheit (Genpool) entscheidet und das Individuum vernachlässigt. So haben schon viele Imperien und Reiche und Regierungen gehandelt. Jedoch liegt hier ein kapitaler Irrtum vor. Das Wohl der Gesamtheit ist nicht die Summe der Befindlichkeiten aller Individuuen, sondern baut wie eine Pyradmide aufeinander auf. Das Wohlbefinden weniger kann also eine Lawine auslösen und das Wohl der Gesamtheit beeinflußen - stärker als das einfache Modell vorhersagt. Das mag insbesondere für sozial organisierte Spezies, wie den Menschen, anwendbare Logik sein. Ein Wesen, daß jedoch die alleinige Herrschaft und Wissen über Ethik und Moral einfordert - diese Begriffe sogar in ihrer selbst definiert - von der sollte man mehr erwarten können. Es reicht für eine Art nicht aus zu überleben, wenn das Leben nicht Lebenswert ist. Vielleicht sollte man statt der Tiere lieber ihren Lebensraum schützen. Das alles mag die heutigen Probleme nicht lösen, aber sollte uns verdeutlichen in welche Lage dieser Planet gebracht wurde und das Technokratie ihr einziger Ausweg aus dieser Misere zu sein scheint. Diesen Fakt zu leugnen und sich auf peusdo-Wissenschaft zu berufen und die große Glocke von Moral und innerer Verbundenheit mit dem Schicksal von Tieren, die man wahrscheinlich noch nie persönlich gesehen hat, zu leuten ist das selbstgerechteste und widerwärtigste Verhalten zu dem eine soziale Spezies nur möglich ist.

Man verzeihe mir diese direkten Worte und lagen Sätze zu später Stunde.


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

17.02.2007, 02:04
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Maik
Kleinkatze



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Zitat:
Original von PetraB.
[FONT=verdana]Hallo Miteinander,

als lächerlicher, unwissenschaftlicher, unprofessioneller Tierfreund hier nun trotzdem meine 2 Cent zu diesem Thema:


Das möchte ich nun wirklich nicht diskutieren.



Zitat:
Koordinierte Zucht bedeutet für mich, nur Nachzuchten zuzulassen, wenn gesichert ist, dass diese Nachzuchten dem Genpool Nutzen bringen und für diese Nachzuchten Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden sind, ohne dass vorhandene Tiere dafür getötet werden müssten. Darüber hinaus sollte "von der Zucht ausschliessen" keinesfalls gleichbedeutend mit "töten" sein. Wenn "anderen Exemplaren die Weitergabe ihrer Gene verwehrt" wird, geschieht das wohl kaum durch "gut züchtende Tiere", sondern eher durch ein zu vermutendes Missmanagement innerhalb der Zuchtkoordination. Es sollte doch gerade durch koordinierte Zucht verhindert werden können, dass "genetisch minderwertiges Material" überhaupt "produziert" wird, oder?



Natürlich ist Nachzucht möglichst nur mit für den Genpool notwendigen Exemplaren wichtig. Aber eine Tierpopulation ist auch etwas sehr dynamisches. So kann es durchaus passieren, dass im Laufe der Haltung vermehrt einige Exemplare deutlich mehr Nachkommen erzeugt haben. Nun wird es aber notwendig frisches Blut in die Zucht zu bringen, um die genetische Vielfalt zuerhalten. Dann kann es notwendig werden zu solchen Maßnahmen zu greifen.

Zitat:
Ich halte ein solches Vorgehen, sowie die Tötung "ausgedienter" Zuchttiere für moralisch und ethisch äusserst verwerflich. Daran ändern auch 1001 wissenschaftliche Pseudo-Argumente nichts. Der Mensch (auch der Zuchtkoordinator) hat nicht ausschliesslich wissenschaftliche Aufträge zu erfüllen, er ist auch moralisch und ethisch für sein Handeln verantwortlich. Die Tötung gesunder Tiere einzig auf der Grundlage ihres (vermeintlich) genetischen Werts (oder besser Unwerts) ist für mich absolut inakzeptabel. Mir tut sich hier eine erschreckende Parallele zum Thema Eugenik (insbesondere zur Euthanasie als Hilfsmittel der Eugenik) aus dem Bereich der Humangenetik auf ... ... ?



Das können Sie halten wie Sie wollen, sinnvoll ist es alle Mal. Niemand hat behauptet, dass junge gesunde Tiere getötet werden sollen, aber ist auch notwendig im Einzelfall im Sinne der Gesamtpopulation und somit dem Erhalt der Art zu entscheiden und nicht für das einzelne Tier. Und glauben Sie etwa das die Entscheidungträger nüchteren Technokraten sind? Natürlich ist man auch emotional mit einem Tier verbunden.

Sie sollten aber bitte Tiere und Menschen nicht mit einander verwechseln, denn dies sind dann wirklich Pseudo-Argumente.

16.02.2007, 14:33
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PetraB.
Alpha-Wolf




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PetraB. ist offline
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Hallo Miteinander,

als lächerlicher, unwissenschaftlicher, unprofessioneller Tierfreund hier nun trotzdem meine 2 Cent zu diesem Thema:

Zitat:
Ich habe den Eindruck, dass einige aus lauter Tierliebe nicht die Notwendigkeit eines Popuplationsmanagments einsehen. So wäre es sehr sinnvoll überaltere und genetisch überrepresetierte Tiere aus der Zoopopulation auszuschließen[...]


Allein der Umstand, dass es "genetisch überrepräsentierte Tiere" überhaupt gibt (zu geben scheint), legt den Schluss nah, dass hier eher ein Populationsmissmanagement vorliegt.

Zitat:
Da ein besonders gut züchtendes Tier seine Gene natürlich mehr und länger in die Zoopopulation einbringt und somit anderen Exemplaren die Weitergabe ihrer Gene verwehrt. Deshalb ist von den Zuchtbuchkoordinatoren immer auf eine Ausgewogenheit im Genmaterial zu achten und darum ist es wichtig Tiere nachdem sie sich mehrmals vermehrt haben von der Zucht auszuschließen.


Koordinierte Zucht bedeutet für mich, nur Nachzuchten zuzulassen, wenn gesichert ist, dass diese Nachzuchten dem Genpool Nutzen bringen und für diese Nachzuchten Unterbringungsmöglichkeiten vorhanden sind, ohne dass vorhandene Tiere dafür getötet werden müssten. Darüber hinaus sollte "von der Zucht ausschliessen" keinesfalls gleichbedeutend mit "töten" sein. Wenn "anderen Exemplaren die Weitergabe ihrer Gene verwehrt" wird, geschieht das wohl kaum durch "gut züchtende Tiere", sondern eher durch ein zu vermutendes Missmanagement innerhalb der Zuchtkoordination. Es sollte doch gerade durch koordinierte Zucht verhindert werden können, dass "genetisch minderwertiges Material" überhaupt "produziert" wird, oder?

Zitat:
Auch soll nicht die Lebenserwartung wie in der Natur simuliert werden oder ein Abbild des Lebensraumes.


Was die Lebenserwartung angeht, so stimme ich der obigen Aussage zu, denn fast jeder Zoo rühmt sich damit, wie gut es den Tieren im Zoo geht, weil sie dort viel, viel, viel älter werden, als in der Natur. Die hohe Lebenserwartung von Zootieren wird, zumindest nach aussen hin, immer wieder gern als Pro-Zoo-Argument genannt. Dem widerspricht natürlich die hier genannte These von der Tötungsnotwendigkeit für "genetisch minderwertige Exemplare", um Raum für "wertvollere" zu schaffen. Aber naja ... ein bisschen was is' ja immer ...

In Bezug auf das Abbild des Lebensraums findet sich in der "RICHTLINIE 1999/22/EG DES RATES vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren in Zoos" die folgende Passage:

Zitat:
[...]Sie halten ihre Tiere unter Bedingungen, mit denen den biologischen und den Erhaltungsbedürfnissen der
jeweiligen Art Rechnung getragen werden soll, wozu unter anderem eine artgerechte Ausgestaltung der
Gehege gehört [...]

Quelle: Europa - Das Portal der Europäischen Union, RICHTLINIE 1999/22/EG DES RATES vom 29. März 1999
über die Haltung von Wildtieren in Zoos, URL: http://europa.eu.int/eur-lex/pri/de/oj/dat/1999/l_094/l_09419990409de00240026.pdf, Stand: [2007-02-16]


Auch der Text von Robert Pies-Schulz-Hofen, unter dem Titel "Gehegegestaltung - welchen Anteil hat oder sollte die Zoopädagogik an ihr haben?" weist auf die Notwendigkeit naturnah gestalteter Gehege hin:

Zitat:
Wichtig sind demnach naturnah eingerichtete Gehege, wo immer dies möglich ist. Nur an ihnen kann die Zoopädagogik den Zusammenhang zwischen natürlichen Bedürfnissen der Tiere und Tierhaltung ohne Umwege verdeutlichen.

Quelle: Quantum Conservation e.V., Effektiver Arten- und Naturschutz, Gehegegestaltung - welchen Anteil hat oder sollte die Zoopädagogik an ihr haben?, Robert Pies-Schulz-Hofen, URL: http://www.quantum-conservation.org/PSHfull.html, Stand: [2007-02-16]


Auf der Website des Zoo Leipzig ist zu lesen:

Zitat:
[...]Der Zoo der Zukunft macht es möglich, Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten und ihre Welt mit allen Sinnen zu begreifen.[...]

Quelle: Zoo Leipzig, Unternehmen Zoo, Zoo der Zukunft; URL: http://www.zoo-leipzig.de/index.php?strg=9_13&baseID=13&, Stand: [2007-02-16]


Wie man sieht, ist die weiter oben zitierte Aussage auch in Bezug auf das Abbild des Lebensraums widersprüchlich, denn Rechtsvorschriften, zoopädagogische Aspekte und zooeigene Zukunftspläne belegen genau das Gegenteil.

Nich verschweigen möchte ich an dieser Stelle allerdings, dass der Leipziger Zoo allem Anschein nach aber auch ein Paradebeispiel für ein Populationsmissmanagement liefert. Es werden dort genetisch eng verwandte Lippenbären unterschiedlichen Geschlechts gehalten und es kam in der Folge zu einem unerwünschten Wurf. Die Presse berichtete über die Umstände und Folgen, auf die ich hier aber nicht näher eingehen möchte.

Die Kernfrage für mich lautet: Warum hält ein Zoo, der sich am EEP u.a. für Lippenbären beteiligt überhaupt derart eng verwandte Tiere und begibt sich in die Gefahr, "genetisch unbrauchbare Exemplare" zu produzieren? Nennt sich so etwas tatsächlich wissenschaftliches Populationsmanagement unter Leitung eines kompetenten Zuchtkoordinators?

Hätte die Bärin ihre Jungen aufgezogen, wäre der "genetische Schrott" immerhin wertvoll genug gewesen, in all seiner Jungtierniedlichkeit Zoobesucher anzulocken ... .... um spätenstens dann "in der Tonne" zu landen, wenn Platz für wirklich "wertvolle" Tiere benötigt wird.

Ich halte ein solches Vorgehen, sowie die Tötung "ausgedienter" Zuchttiere für moralisch und ethisch äusserst verwerflich. Daran ändern auch 1001 wissenschaftliche Pseudo-Argumente nichts. Der Mensch (auch der Zuchtkoordinator) hat nicht ausschliesslich wissenschaftliche Aufträge zu erfüllen, er ist auch moralisch und ethisch für sein Handeln verantwortlich. Die Tötung gesunder Tiere einzig auf der Grundlage ihres (vermeintlich) genetischen Werts (oder besser Unwerts) ist für mich absolut inakzeptabel. Mir tut sich hier eine erschreckende Parallele zum Thema Eugenik (insbesondere zur Euthanasie als Hilfsmittel der Eugenik) aus dem Bereich der Humangenetik auf ... ...

Nicht unerwähnt lassen möchte ich einen Text von Prof. Dr. Jörg Luy vom Institut für Tierschutz und Tierverhalten, Fachbereich Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin zum Thema => Euthanasie: ethische und rechtliche Aspekte. Hier wird aufgezeigt, dass die Allgemeinheit (also nicht nur ich) systematisch in Kauf genommene Tiertötungen ablehnt und als Missmanagement beurteilt.

Abschliessen möchte ich mit einem Zitat aus dem meines Erachtens lesenswerten o.g. Text:

Zitat:
Infolge der derzeitigen Rechtsunsicherheit zur Auslegung von § 17 TierSchG kann bei der Tötung überzahliger Zootiere eine strafbare Handlung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Quelle: Veteribär, Berliner Tierärztliche Gesellschaft, Euthanasie: ethische und rechtliche Aspekte, Prof. Dr. Jörg Luy, URL: http://www.veteribaer.de/BTG/html/Archiv/pdf/05.01/Luy.pdf, Stand: [2007-02-16]


__________________

... and yesss ... my rage ...
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Dieser Beitrag wurde von PetraB. am 17.02.2007, 13:41 Uhr editiert.

16.02.2007, 13:57
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Maik
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Zitat:
Original von Pattárchta
[Du hast mir aber immer noch nicht dargelegt, warum jüngere Exemplare genetisch wertvoller sein sollen.


Es wäre auch schön, wenn du mir sagen würdest, was an meiner Argumentation unsinnig ist, denn das meine Thesen in Gänze unsinnig sind, erscheint mir sehr unwahrscheinlich.


Verstehst Du nicht; das hat nichts mit jungen oder alten Tieren zu tun, sondern mit ihrer genetischen Ausstattung. Damit auch andere nicht verwandte Exemplare, die vielleicht nocht nicht gezüchtet haben, für Nachkommen sorgen können, muss Platz da sein.

Wenn eine Tierart über ein Zuchtprogramm (z. B. EEP) geführt wird, entscheidet überhaupt nicht der Zoo sondern der Programmleiter.

15.02.2007, 16:12
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PattWór
Crond'Llor




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Zitat:
Original von Maik
Jeder wissenschaftlich geführte Zoo wird nicht aus wirtschaftlichen Gründen die Zucht forcieren, sondern aus biologischen. Es ist eine altbekannte lächerliche Unterstellung von sogenannten Tierschützern. Dabei gibt durchaus auch andere Tiergruppen, wes wegen Besucher in den Zoo gehen und nicht nur wegen ein paar junger Löwen.

Und weil ein wissenschaftlich geführter Zoo auch ein staatl. Forschungsinstitut ist, bekommt er ja auch öffentlich Forschungsgelder zugeteilt, so daß wirtschaftliche Erwägungen vollkommen irrelevant sind, gell. Die Praxis sieht da leider anders aus. Natürlich ist der Platz beschränkt, den ein Zoo zur Ausstellung einer Spezies zur Verfügung hat. Du hast mir aber immer noch nicht dargelegt, warum jüngere Exemplare genetisch wertvoller sein sollen.

Natürlich beheimatet ein Zoo auch andere Spezies, wegen derer sich Zoobesucher einfinden. Die Problematik bei ihnen ist aber gleich gelagert, so daß sich hier die selben Fragen ergeben. Da es in diesem Thread aber ausschließlich um Löwen geht, diskutiere ich eben am Beispiel des Löwen.

Es wäre auch schön, wenn du mir sagen würdest, was an meiner Argumentation unsinnig ist, denn das meine Thesen in Gänze unsinnig sind, erscheint mir sehr unwahrscheinlich.


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Homo lupo lupus est.
Scisne, homo, quod lupum essendum profecto significat?


15.02.2007, 13:46
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Maik
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[QUOTE]Original von Pattárchta
Ein Zoo konnte eben nie Abbilder der natürlichen Lebensräume bieten und wird sie auch nie bieten können, worin sich das höhere Durchschnittsalter in Gefangenschaft lebender Löwen begründet. Daher macht es auch keinen Sinn, die natürliche Lebenserwartung eines frei lebenden Löwen durch entsprechende Tötungen zu simulieren.
Daß man sich Alttieren in Zoos gerne auf diese Weise entledigt, hat keinen wissenschaftlichen oder zuchtspezifischen Hintergrund, sondern einen rein wirtschaftlichen. Zoos leben nunmal von den Besuchern. Und die wollen nunmal Jungtiere und süß ausschauende Welpen sehen. DAS bringt Besucherzahlen nd die das Geld, das jeder Zoo zum Überleben braucht. Die Jungtiere sind also das Kapital eines jeden Zoos. Und daher müssen die Alttiere weg. So einfach ist das.

Das ist doch Unsinn was du das schreibst. Natürlich muss für Jungtiere der Platz geschaffen werden. Und der ist nun einmal in menschlicher Obhut begrenzt. Auch soll nicht die Lebenserwartung wie in der Natur simuliert werden oder ein Abbild des Lebensraumes. Sondern es ist zu überlegen, ob für genetisch wertvollere Tiere, welche auf längere Sicht für eine gesunde Population notwendig sind, Platz zu schaffen ist. Wer das anders sieht, schaut durch eine rosarote Brille. Jeder wissenschaftlich geführte Zoo wird nicht aus wirtschaftlichen Gründen die Zucht forcieren, sondern aus biologischen. Es ist eine altbekannte lächerliche Unterstellung von sogenannten Tierschützern. Dabei gibt durchaus auch andere Tiergruppen, wes wegen Besucher in den Zoo gehen und nicht nur wegen ein paar junger Löwen.

Viele Grüße
Maik

15.02.2007, 10:36
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