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david
Omega-Wolf



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david ist offline
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bei den beiden von mir verwendeten beispielen handelte es sich auch um nah verwandte tiere. das ist für den geparden ein gutes signal.

allerdings hast du natürlich recht, dass bei inzucht die reproduktionsraten markant abnehmen. zudem kommen auch erbkrankheiten gefährlich häufiger vor. das kann durchaus zum problem werden.

wenn es aber gelingt lebensraum, nahrungsangebot usw. intakt zu halten, müssen sich gendefekte nicht gravierend auswirken.
das hat man z.b. beim wisent gesehen, welcher auch durch einen vom menschen verursachten flaschenhals gegangen ist. dort hat man eindeutig niedrigere geburtenraten festgestellt und trotzdem ist es gelungen, die population erheblich zu erhöhen.
wenn also die anderen lebensumstände gegeben sind, muss sich ein flaschenhals nicht katastrophal auf eine tierart auswirken. aber ein erhebliches risiko ist es im moment für den asiatischen geparden natürlich schon.


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ERST WENN DER LETZTE BAUM GERODET, DER LETZTE FLUSS VERGIFTET, DER LETZTE FISCH GEFANGEN, WERDET IHR MERKEN, DASS MAN GELD NICHT ESSEN KANN.

20.03.2005, 16:32
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Moccaprinz
Tiger




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Moccaprinz ist offline
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joa das andere tiere durch flaschenhälse gegangen sind und überlebt haben ist mir schon klar

-> ne art von gendrift quasi

-> siehe galapagos und andere inseln

was mich nur beunruhigt ist, dass der der gepard schon durch mehrere flaschenhälse ging und was für mich als laien vielleicht n unterschied zu anderen tierarten die durch flaschenhälse gingen ist, dass es sich bei dem asiatischen geparden z.B. doch nur noch um sehr nah verwandte tiere handeln kann ...

... wie man weiss, sinkt die chance bei zunehmender inzucht gesunde und vor allem zeugungsfähige nachkommen zu kriegen ...

... ich weiss jetzt natürlich nicht inwieweit andere tiere die durch flaschenhälse gingen miteinander verwandt waren/sind ... aber ihr könnt mich ja gerne aufklären


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Pakistans letzte Leoparden

20.03.2005, 12:43
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david
Omega-Wolf



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david ist offline
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@Moccaprinz
trotz der geringen genetischen vielfalt kann der gepard durchaus erhalten werden. wie tiger-lilly schon erwähnte gingen sehr viele tiere durch flaschenhälse.

im folgenden zwei beispiele, welche optimistisch stimmen:

- der alpensteinbock war vor über 100 jahren bis auf eine restpopulation von 50-100 tieren verschwunden. diese 50 tiere lebten ausnahmslos alle im wildreservat des königs vom piemont in italien. man entnahm dieser population illegal tiere und setzte sie andernorts in den alpen aus. heute haben wir wieder 30`000 wildlebende alpensteinböcke in den alpen. zwar ist die genetische basis sehr schmal, doch eine gefahr des aussterbens droht nicht mehr.

- der biber war in europa auch fast ausgerottet. es gab nur noch kleine restpopulationen an rhone und elbe sowie südnorwgen und russland. in norwegen z.b. überlebten nur 50 tiere. diese stellte man unter schutz bis sie sich erholten und nahm von dieser population tiere heraus um sie andernorts in norwegen und auch schweden auszusetzen. heute leben sowohl in schweden als auch in norwegen je etwa 100`000 (kein scherz!) wilde biber, die alle von diesen 50 überlebenden abstammen!

man sieht also, dass ein genetischer flaschenhals nicht zwangsläufig zum aussterben einer tierart führen muss.


zum geparden:
asiatischer und afrikanischer gepard gehören meiner meinung nach zur gleichen art. früher war ihr verbreitungsgebiet ja zusammengeschlossen und auch das aussehen der beiden lässt auf eine art schliessen.
ich kenne zwar keine genetischen untersuchungen zu dem thema, doch ich denke, diese würden die theorie bestätigen.


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20.03.2005, 12:01
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Moccaprinz
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glaubt ihr, dass sich der gepard mit seiner sehr beschränkten gen. variabilität noch weiter erhalten kann?

wenn der genpool schon so eingeschränkt ist, dass geparden zellen anderer geparden gar nicht mehr abstoßen - dann muss der genpool doch schon sehr beschränkt sein ...

und erweiterbar ist er ja quasi nur durch rekombination und mutation ... mutationen sind eher selten ... und rekombination bei den teilpopulationen hat ja zu dieser lage geführt ...

also was meint ihr? kann sich der gepard halten (wenn er nicht schon vom menschen ausgerottet wird )...


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Pakistans letzte Leoparden

19.03.2005, 19:45
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tiger-lilly
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Oops, sorry. Die Quelle habe ich von hier: http://www.hochschulstellenmarkt.de/info/g/ge/genetischer_flaschenhals.html

Aber die haben das von Wikipedia.

18.03.2005, 19:14
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nettwork
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Man geht sogar davon aus, dass der Gepard durch mehrere Flaschenhälse (bottlenecks) gegangen ist. Das erste und einschneidende Ereigniss hat vor ca. 10.000 Jahren stattgefunden. Die Faktoren die dazu geführt haben sind allerdings nicht restlos geklärt.
Quelle: CSG

@ tiger-lilly
Kannst du bitte noch die Quelle für deine Flaschenhals-Erklärung angeben. Ich mein, ich finde das 1:1 auf der Wikipedia und wir hätten mal ausgemacht, dass wir wenigstens minimale Angaben zu Zitaten machen.


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18.03.2005, 19:03
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tiger-lilly
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Hi moccaprinz,

vor ca. 2 Millionen bis 4 Millionen Jahren gab es 2 Gepardenarten. Miracinonyx trumani und Acinonyx pardinensis

Erstere Art hat ihren Ursprung in Nordamerika und wanderte über die Beringlandbrücke nach Asien ein. Die zweite Art wanderte von Europa nach Afrika und Asien. Alle rezenten Geparden (sowohl die afrikanischen als auch die asiatischen) sind vermutlich Nachfahren von Acinonyx pardinensis. Es gibt sogar Wissenschaftler die sagen, daß es aufgrund des Genetischen Flaschenhalses nur eine Gepardenart (ohne Unterarten) gibt und man die ausgestorbenen Unterarten wie den Indischen Geparden wieder aufleben lassen könnte.

Dieser Beitrag wurde von tiger-lilly am 21.03.2005, 22:44 Uhr editiert.

18.03.2005, 18:31
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Moccaprinz
Tiger




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Moccaprinz ist offline
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wenn ich das richtig seh ist also am ende der letzten eiszeit ne extrem kleine teilpopulation auf den afrikanischen kontinent von europa aus gewandert ... interessant ...

und über die tausenden von jahren waren nur rekombinationen zwischen den wenigen individuen möglich ... mh ... (wieviel chromosomen haben geparde???) ...

... so konnten zwar viele verschiedene phänotypen entstehen, im grunde aber auf sehr ähnliche genotypen basierend ... mhhh ...

ok, bis dahin kann ich folgen ...

nur noch eine frage ...

der asiatische gepard ... stammt der nun von afrikanischen geparden ab oder hat sich ne kleine teilpopulation vor dem eis in richtung asien gerettet?

falls so, dann wär es doch wieder interessant, weil die zwei unterarten sich dann wohl mehr ausseinander entwickelt hätten und auch noch größere genetische variabilität da gewesen ist -> ist ja jetzt auch schon ziemlich nebensächlich, weil der asiatische gepardenpopulation unmittelbar vom aussterben bedroht ist ...

... andererseits könnt man ja auch sagen, dass der asiatische gepard gerade in einer "flaschenhals" situation ist oder?
- der unterschied ist wohl nur, dass die individuen dieser teilpopulation sich genetisch schon ähnlicher sind, als die teilpopulation die während der eiszeit abgehauen ist oder? ...


noch ne letzte frage: haben sich solche flaschenhalspopulationen wieder richtig aufgepeppelt?
- schon oder? also ist schon möglich?
- im prinzip begründen sich doch die meisten arten in australien und amerika auf kleine teilpopulationen ...

weiss gar nicht mehr was ich fragen wollte ... *bissle wirr heute*


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Pakistans letzte Leoparden

18.03.2005, 18:14
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tiger-lilly
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  Geparden und der genetische FlaschenhalsAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Alle Afrikanischen Geparden haben ihren Vorfahren in einem Riesengeparden (Acinonyx pardinensis) , der seine Heimat in Europa hatte. Während der Eiszeit starb diese Art in Europa aus und die Tiere die nach Afrika gewandert sind, haben sich zum rezenten Geparden entwickelt. Alle heute existieren Geparden leiden an einer starken genetischen Armut, die auch als Genetischer Flaschenhals bezeichnet wird. Der Genetische Flaschenhals würde früher oder später zum Aussterben des Geparden führen und der Mensch beschleunigt eigentlich nur diesen Prozeß.

Erklärung Genetischer Flaschenhals

Genetischer Flaschenhals
Genetischer Flaschenhals ist ein Begriff aus der Populationsgenetik. Er bezeichnet eine starke genetische Verarmung, die durch eine sehr kleine, oft nur aus wenigen Individuen bestehende Population hervorgerufen wird. Bei der Rettung stark gefährdeter Arten stellt dies ein zentrales Problem dar.
Etliche Arten sind in den letzten zweihundert Jahren durch genetische Flaschenhälse gegangen oder gehen gerade durch solche hindurch, unter anderem der Davidshirsch, der Kalifornische Kondor (Gymnogyps californianus), die Arabische Oryxantilope (Oryx leucoryx), der Alpensteinbock (Capra ibex), der Kakapo (Strigops habroptilus), der Wisent (Bison bonasus), das Przewalski-Pferd (Equus przewalski) und andere. In einigen Fällen gehen alle heute lebenden Tiere auf etwa ein Dutzend Individuen zurück. Der Gepard ist in vorgeschichtlicher Zeit durch einen so extrem engen genetischen Flaschenhals gegangen, dass ohne Abstoßungsreaktion Gewebe von einem Geparden auf einen beliebigen anderen übertragen werden kann.

18.03.2005, 17:55
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