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Flatline
Jungwolf




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Wenn es ein anpassungsfähiges, kleines Insekt ist, wird es schätzungsweise schon ein Problem geben. Vor allen Dingen, weil man ja so hocherfreut und deswegen total verblendet über den Erfolg ist.

Man sieht einer Spezies ja nicht ohne weiteres an, ob sie invasives Potential hat.
Dachte man ja auch von den Aga-Kröten nicht, die in Australien schädigende Käfer bekämpfen sollte. Gut gemeint, aber total in die Hose gegangen.
Gut, Amphibien sind schon extrem anpassungsfähig, doch Insekten haben ebenfalls erstaunliche Durchsetzungskraft, oder?

Es heißt, glaube ich, dass unsere heimische Wespe den Winter ja ebenfalls nicht ‚überlebt’. Nur die Königin überwintert, die im Frühjahr dann wieder ihren Staat aufbaut. Möglich, dass es bei der Lagererzwespe ähnlich ist.

Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass wenn es Usus wird, dieses Insekt gegen Holzwürmer einzusetzen, sich durchaus mal eine Wespenkönigin einen Thron in Europa erobert.

Artenschützer warnen ja schon immer vor blinden, eingeschleusten Passagieren im Gepäck von Reisenden, an Schiffsrümpfen, auf Lastwagen, in Zügen oder Flugzeugen und ist dann das ökologische Gleichgewicht aus der Bahn geworfen, kann man es selten rückgängig machen. Wobei diese Lagererzwespe ja dann gewollt benutzt/eingeführt wird und dessen spezifischer Feind (was oder wer immer das ist) „zu Hause“ bleibt.

Und ehe man sich’s versieht sind es eingeschleppte, gebietsfremde Schädlinge, die an eingeschleppten, gebietsfremden Nutzpflanzen sitzen und die mit Hilfe eingeschleppter, gebietsfremder Invasoren bekämpft werden sollen.

Ich glaube kaum, dass dann einfach nur die Heizung abzustellen die chemische Keule wirksam ersetzt.

Bei der Spanischen Wegschnecke hat’s nicht geholfen und hat Österreich aktuell nicht auch, trotz strikten Quarantänebestimmungen, ein Problem mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer, der vermutlich mit Verpackungsholz eingeschleppt worden ist?

18.03.2005, 13:51
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nettwork
Panthera leo




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Angeblich kommt diese Wespe aus dem Mittelmeerraum. Sie wird schon seit einiger Zeit als biologischer Schädlingsbekämpfer eingesetzt. Scheinbar befällt sie relativ unselektiv Käferarten, die der Mensch als Getreideschädlinge ansieht.
Der Erfolg mit dem Altar war ein geglückter Versuch, da keine Daten darüber vorlagen, ob die Wespe wirklich auch den Gem. Nagekäfer parasitiert. Es wurden in einer Art Zelt extra die passende Temperatur und die Luftfeuchtigkeit (19°C, 55-65%) geschaffen, damit die Wespe optimale Lebensbedingungen vorfindet. Der potentielle Wirt hatte wenig Chancen, da die Wespe auch noch auf 4m Entfernung (tief und weit) ihr Opfer findet. In 2 Wellen wurden je 1000 Wespen ausgesetzt.
Nachher hat man die Heizung abgestellt und die Wespen starben bei den niedrigen Temperaturen im Dom ab.

Wenn diese Wespe aus dem Mittelmeerraum kommt, dann sind unsere Winter wohl zu kalt für sie. Aber wer garantiert, dass sich diese Wespe nicht anpasst und eine unserer heimischen Arten verdrängt? Dein Einwand ist berechtigt, denke ich!


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18.03.2005, 12:12
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Jungwolf




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Hallo nettwork,

mich würde interessieren, ob das eine ‚einheimische’ Wespenart ist und ob sie sich darüber informiert haben, wie oft biologische Bekämpfung von Schädlingen durch Schädlinge schon schief gegangen ist.
Vor allen Dingen benutzt diese Wespe ja nicht nur den Holzwurm als Brutkasten sondern auch 11 weitere Käferarten aus 5 verschiedenen Familien, wie ich herausgefunden habe. Allerdings weiß ich nicht, ob das alles ‚Schädlinge’ (z.B. Tabak-, Brot-, Korn-, Mais-, Reis- und Kugelkäfer) sind. Hört sich aber fast danach an.

Käferexperten sind wohl keine im Forum, oder?

Ich frag’ mich, was passieren würde, würde sich herausstellen, dass diese Wespenart einen Heißhunger auf kostbare Vergoldungen oder geweihte Hostien entwickelt, so als klitzekleinen Nebeneffekt!

So long,
Flatline

18.03.2005, 09:37
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nettwork
Panthera leo




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  Wespe rettet Altar vor HolzwurmAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Wespen im Kampf gegen den Holzwurm erfolgreich

Erfurt - Wespen haben die Holzwürmer im Cranachaltar des Erfurter Doms dezimiert. Die biologische Methode sei erfolgreich gewesen, sagte der Leiter des Bischöflichen Bauamtes, Andreas Gold, am Mittwoch in Erfurt. Offen sei allerdings noch, ob alle Schädlinge getötet wurden. Das Experiment gegen den Nagekäfer im Holzrahmen eines Altar-Gemäldes aus dem 16. Jahrhundert war Mitte Jänner gestartet worden.

''Wir hatten nichts zu verlieren, aber die Kunstwelt viel zu gewinnen'', sagte Gold zur Entscheidung, die Methode weltweit erstmals in Erfurt anzuwenden. Vier Wochen lang hatten die Lagererzwespen (Lariophagus distinguendus) Zeit, die Larven des Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum), im Volksmund Holzwurm genannt, zu ''parasitiern''. Dabei legten die drei Millimeter großen weiblichen Insekten ihre Eier in den Holzschädling, der darauf hin abstirbt. Die Kosten für das Verfahren, das am Gemälde ''Verlobung der heiligen Katharina'' von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) angewandt wurde, beliefen sich auf etwa 3.000 Euro. Das sei billiger als eine Begasung des Altars, sagte Gold.

Quelle: Der Standard / APA / dpa


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17.03.2005, 18:01
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