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tiger-lilly
Tiger




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Hier hab ich mal eine aktuelle Meldung zum Thema bei Yahoo gefunden:

Invasion der giftigen Kröten


Australische Behörden: Krieg gegen 100 Mio. Amphibien

Darwin (pte) - Eigentlich hätten die südamerikanischen Aga-Kröten (Bufo marinus) schädliche Käfer in Zuckerrohrfeldern vernichten sollen. Doch nun werden die seinerzeit 100 Kröten, die 1935 nach Nord-Australien gebracht wurden, zur Landplage. Geschätzte 100 Mio. Tiere bedrohen sämtliche heimischen Arten. Der Versuch Herr der Lage zu werden, ist bis jetzt kläglich gescheitert. Nun rufen die Behörden Private dazu auf, im Kampf gegen die großen Kröten Vorschläge zu bringen, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Jährlich holen sich die Invasoren, deren Haut angeblich so giftig ist, dass sogar Krokodile und Giftschlangen daran verenden, mindestens 50 Kilometer Land und wandern weiter. Das Experiment der Einführung fremder Arten ist wieder einmal zu einer Katastrophe immensen Ausmaßes geworden, berichten lokale Medien. Nach dem Verzehr der Kröten sind Dingos, Känguruhs, Wasservögel, Echsen und Schildkröten zugrunde gegangen.

Hinter dem Kopf der monströsen Kröte, Weibchen werden bis zu 26 cm lang und 2,5 Kilogramm schwer, verbergen sich zwei Organe, die das giftige Hautsekret produzieren, die das Amphibium vor Freßfeinden schützen soll. Minuten nach dem Verzehr der Tiere durch ihre Feinde, wirkt dieses Gift. Die Kröten sind nach Angaben der Wissenschaftler in den vergangenen Jahren von Queensland aus Richtung Norden gewandert. Das Klima im tropischen Norden scheinen die Tiere extrem zu lieben, nach wissenschaftlichen Berichten ist die Bevölkerungsdichte der Amphibien in Australien zehn Mal höher als in ihrer ursprünglichen Heimat Venezuela. Nach Berichten vor vier Jahren beruhigten die Behörden die Bevölkerung mit den Worten, dass es sich lediglich um ein temporäres Problem handle. In spätestens fünf Jahren sei das Problem von alleine gelöst hieß es damals. Doch die Kröten waren nicht zu stoppen. Sie sind, was ihre eigene Nahrung anlangt, Generalisten und fressen alles, was kleiner ist, als sie selbst. Laichen können sie in allen Gewässern, egal, ob stehend oder fließend. Sogar im Brackwasser legen die Weibchen bis zu 30.000 Eier monatlich.

Der Erfinder Andrew Arthur will mit einem Lautsprechersystem die Kröten am weiterziehen hindern. Zumindest konnte der Erfinder die Tiere mit Signalen in Fallen locken, wenn sie auf der Suche nach neuen Laichplätzen waren. Mio. Dollar haben die australischen Umweltbehörden im Krieg gegen die Invasoren schon ausgegeben. Kläglich gescheitert sind die Versuche, den Kröten den Weg zum Kakadu-Nationalpark zu versperren. Bis jetzt scheinen die Amphibien den Sieg auf ihrer Seite zu haben.

Weitere Informationen: Queensland Museum http://www.qmuseum.qld.gov.au/features/frogs/canetoad.asp

Yahoo

Anmerkung: Nach einer Fernsehsendung, die ich mal zum Thema gesehen habe, sollen sogar schon kleine Kinder am Gift dieser Kröte gestorben sein.

07.02.2005, 19:18
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nettwork
Panthera leo




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Leider existiert die genannte Blitz-Evolution nur im Gehirn des Spiegel-Autors! Natürlich handelt es sich hiebei um keine evolutive Anpassung.

Wie auch der Artikel bereits durchblicken lässt hatten diese Schlangen schon in ihrer Geschichte Kontakt mit dem Gift der Kröten. Es handelt sich dabei lediglich um eine morphologische Anpassung (Länge, Kopfgröße) der Schlangen, die im Bereich ihrer natürlichen genetisch bedingten Bandbreite liegt.
Es ist also eine Adaption, so wie auch der Löwenzahn in hohen Wiesen große und dünne Blätter entwickelt und in niedrigen Wiesen dickere, breite Blätter ausbildet.


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Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
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27.01.2005, 16:46
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Sesshoumaru
sama




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Schlage gegen GiftkröteAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Blitz-Evolution schlägt warzigen Widerling
Von Michael Lenz, Sydney

Eine giftige Kröte verbreitet Terror in Australiens Fauna. Käfer, Insekten, Mäuse, Frösche und selbst ihre eigenen Jungen stehen auf dem Speiseplan der Zuckerrohrkröte. Nur zwei Schlangenarten trotzen dem Widerling - indem sie sich innerhalb von 70 Jahren so schnell veränderten wie andere Tiere in Jahrmillionen.

Zuckerrohrkröte: Schmeckt den Wenigsten
Die Zuckerrohrkröte ist auch ein Glied in der Nahrungskette. Im Prinzip. Die Realität sieht ein wenig anders aus: Die Amphibie aus der Familie der Agakröten (Bufo marinus) hat sich durch zwei Giftdrüsen am Hinterkopf ungenießbar gemacht.

Das wissen die Vögel, Schlangen, Salzwasserkrododile, Eidechsen und Dingos aber nicht. Gierig schnappen sie nach dem Hopser und verenden nach wenigen Minuten an dessen gemeinem Gift. Falls sie nicht schon vor dem ersten Biss einer Giftattacke zum Opfer gefallen sind. Zur Abwehr von Feinden nämlich kann die Agakröte ihr starkes Gift zwei Meter weit spritzen. Ob als Ei, Kaulquappe, Babykröte oder als 25 Zentimeter große erwachsene Kröte - die Cane Toad, so der englische Name, ist immer giftig.

Die Zuckerrohrkröte ist kein australisches Tier. Die warzigen, grünlich-braunen Amphibien wurden erst 1935 aus Hawaii eingeführt, um als biologische Massenvernichtungswaffe Schädlinge in den Zuckerrohrplantagen von Queensland zu bekämpfen.

Kröte hielt sich nicht an Pläne der Menschen
Statt aber den Zuckerrohrkäfern den Garaus zu machen, widmeten sie sich lieber der eigenen Vermehrung. Bis zu 35.000 Eier kann eine weibliche Agakröte legen. So wurden aus den ursprünglich 101 importierten Kröten schnell Zehntausende und dann Abermillionen.

Die Nachfahren der nichtsnutzigen Gastarbeiterkröten begaben sich von Queensland aus auf eine Trekking-Tour durch Australien. Bis Sydney im Süden und zum weltberühmten Kakadu-Nationalpark im Norden Australiens sind die ursprünglich aus Venezuela stammenden Tiere inzwischen gelangt. Die heimische Fauna aber hat keine Abwehrwaffen gegen den giftigen Import.


Rotbäuchige Schwarzotter: Blitzartig auf die neue Bedrohung eingestellt
Wissenschaftlern aus Sydney ist jetzt aber der Nachweis gelungen, dass nicht alle Tiere sich die Dreistigkeit der Zuckerrohrkröte gefallen lassen. Zwei Schlangenarten haben sich in nur 70 Jahren so weit verändert, dass sie gefahrlos die Giftkröte fressen und verdauen können. Der simple Trick der Grünen Baumschlange und der Rotbäuchigen Schwarzotter: Sie haben ihre Köpfe verkleinert und ihre Körper vergrößert. Dadurch sind sie nur noch in der Lage, kleinere Agakröten zu fressen, die einen geringeren Giftgehalt haben. Durch den längeren Körper können sie zudem das Gift besser verdauen.

"Bisher haben wir gedacht, dass ein solcher Evolutionsprozess Millionen von Jahre dauert. Aber offenbar kann er etwas schneller vor sich gehen als angenommen", sagt Rick Shine von der University of Sydney, Mitautor einer Studie, die jüngst im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen ist. Die beiden Schlangen hätten sich in gerade einmal 20 Generationen an die Gefahr durch die Agakröte angepasst.

Andere Schlangenarten sind jedoch von der langsamen Sorte. In den Northern Territories habe die Zuckerrohrkröte die Todesotter, die Gefleckte Python und 47 weitere Schlangenarten an den Rand des Aussterbens gebracht. Ein Schicksal, das auch den Kröten fressenden Quollen droht.

Behandelt wie eine Bulette
Vögel und Frösche haben dagegen gelernt, mit den giftigen Einwanderern umzugehen. Einige Vogelarten würden die Zuckerrohrkröte wie eine Bulette hin- und her wenden, um so an die ungiftigen Körperpartien zu kommen, erklärt Shine.

Im Dezember vergangenen Jahres entdeckten Wissenschaftler, dass sich der in den Northern Territories heimische Dahl's Aquatic Frosch mit großem Appetit gefahrlos an Babyzuckerrohrkröten delektiert. Der Grund seiner Immunität ist aber ein Rätsel.

Die Keelback-Schlange hat ihre Immunität gegen das Gift des Bufos marinus derweil ihren asiatischen Verwandten zu verdanken. Die Natternart teilte sich seit Jahrtausenden ihren Lebensraum in Asien mit Giftkröten und hat sich im evolutionären Prozess gegen das Gift immunisiert.

Eine wissenschaftliche Volksfront aus Ökologen, Herpetologen, Virologen und Umweltschützern arbeitet an Australiens Forschungskonzern CSIRO (Commonwealth Scientific Industrial Research Organisation) fieberhaft an Methoden zur Eliminierung der Zuckerrohrkröten.

Ein Versuch, mit Ranaviren als genetischem "Taxi" ein Gen zur Verhinderung der Fortpflanzung in die Tiere einzuschleusen, musste jedoch abgebrochen werden. Es fand nämlich auch der Nachwuchs heimischer und damit schützenswerter Frosch- und Krötenarten ein vorzeitiges Ende. Solange die Gentechnik keine Abhilfe beim Krötenproblem schafft, ist der evolutionäre Eifer von Mutter Natur die einzige Garantie für die biologische Kriegsführung gegen die Zuckerrohrkröten.

Quelle: Spiegel


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

27.01.2005, 12:43
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