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cheetah
Crond'Llor




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: die sonnenüberfluteten Savannen der freien, wilden Welt

Beiträge: 303
cheetah ist offline
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Hallo zusammen, ich auch mal wieder...

und ich möchte ganz gern der Petra mit Ihrer 'Unterwürfigkeits-Theorie' Recht geben, da mir dieses als erstes eingafallen ist, als ich Kidogos Frage las.

Und vielleicht als kurze Erklärung dazu: Selbst einzelgängerisch lebende Raubkatzen treten in Interaktion - spätestens bei Revierkämpfen. Und die helle Farbe signalisiert eben Unterwürfigkeit, wieso schwenkt der Mensch sonst die weiße (und nicht die rote) Flagge bei Aufgabe? Okay, komsicher Vergleich, aber logisch scheint er doch, gell?

Im übrigen finde ich die anderen (nicht unbedingt abweichenden) Erklärungen auch sehr interessant... man lernt doch immer wieder dazu!


__________________
... und cheetah tanzt durch die hohen, saftigen Gräser der Savanne und entschwindet im goldenen Licht der aufgehenden Sonne.

08.06.2002, 13:34
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nettwork
Panthera leo




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Österreich
Salzburg (A)
Beiträge: 702
nettwork ist offline
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ok Pattárchta, dann werde ich exakter:

Bei den erwähnten Fischen handelt es sich um Laternenfische F. Myctophidae, in meinem Fall mit Bezug auf die Gattung Hygophum. Laternenfische findet man zwischen 300-1200m bei Tag, ihrem tageszeitlichen Rhythmus folgend aber zwischen 10-100m bei Nacht, da irgendwo dort ja das Phyto- und Zooplankton herumschwimmt.

Die Minimum-Lichtintensität, die von diesen Fischen wahrgenommen wird, liegt unter 10-9 microW/cm2 (Hill, 1962).
Die Eindringtiefe hängt von vielen Faktoren ab, zB. Reinheit des Wassers, Strahlungsintensität, Einstrahlungswinkel, Wellenlänge des Lichts,... Man spricht unter 110m von einer Restlichtzone. Wobei die wirksame Strahlung (PhAR) dort für photosynthetisch aktive Organismen wahrscheinlich nicht mehr lange ausreicht. Bei 100m wurden 99% der Oberflächenintensität absorbiert

Das alles zur Ergänzung, denn die Fische gibt es wirklich und auch ihre Ökologie wird intensiv erforscht. Die Leuchtorganen dienen darüber hinaus auch der Kommunikation.
Dass sich diesen Lichtmangel Räuber ihrerseits mit Leuchtorganen zu Nutze machen, das hast du richtig angemerkt.

Ich hoffe ich konnte deine Zweifel an dieser Art von Counter-Shading damit ausräumen. liebe Grüße
/nettwork


06.06.2002, 11:29
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PattWór
Crond'Llor




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Whough
Whough
Beiträge: 823
PattWór ist offline
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@ Nettwork:
Deine Ausführungen über die Wirkung der Streifen und Flecken hört sich sehr schlüssig an und ist auch nachvollziehbar, und auch die Beschreibung des 'Counter Shadings' hört sich logisch an. Nur eins: Einige Arten von Tiefseefischen bilden Leuchtorgane aus, wie z.B. der Tiefseeangler, der seine leuchtende Antenne jedoch als Lockmittel für Beute benutzt.
Der Versuch einen Tarneffekt durch Leuchtelemente in der Tiefsee zu erzielen, macht wenig Sinn, da in einer Tiefe von 40m bereits die Dämmerzone beginnt und ab einer Tiefe von ca. 100m die Nachtzone einsetzt. In der Tiefsee fällt von oben daher kein Licht mehr ein.
Zu der Imitation des helleren Grasskeletts durch hellere Fellfärung an Katzenunterseiten:
Die Frage ist doch, wofür benötigen Großkatzen eine gut funktionierende Tarnung. Doch wohl eher für die Pirsch. Dabei liegen die katzen jedoch nicht im Gras, sondern tauchen tief in das Steppengras ein, in dem sie sich soweit ducken wie sie können. Dabei verbergen sie gerade die hellen Fellpartien. Weswegen sollte also ein gesteigerter Tarneffekt nebst der Jagd nützlich sein? Schutz vor Freßfeinden? - Wohl eher nicht! Welcher Beutegreifer frißt Löwen? Leoparden dösen und nächtigen eh meist auf Bäumen (wenn welche gerade greifbar sind Und Geparden? Ja, Geparden klettern nicht Aber Beutetiere sind sie auch nicht.

@ Petra:
Wie unschwer zu erkennen ist, bilden sämtliche Vertreter der Familia Panthera deutlich heller gefärbte Fellpartien an den Innenseiten der Extremitäten und an Kinn, Hals , Brust und Bauch aus. Jedoch sind Großkatzen (mit Ausnahme der Löwen) keine Rudeltiere sondern Einzelgänger. Sie bilden daher, wenn überhaupt, nur rudimentäre Interaktionsstrukturen aus. Unterwerfungsgesten, wie sich auf den Rücken werfen und die empfindlichen Körperpartien zum Biß dalegen, sind selbst bei Wölfen nicht unumstritten. Daher bezweifele ich stark, daß Unterwerfungsgesten zum Interaktionrepetoir von Großkatzen (hier seien die Löwen wieder ausgeklammert) gehören. Daher würde eine derartige Signalwirkung der empfindlichen Körperteile wenig Sinn machen.

@ Kidogo:
Tja, Kidogo, womit wir wieder am Anfang wären, denn eine widerspruchsfreie, schlüssige Antwort hat der Lupus auch nicht parat


__________________

Homo lupo lupus est.
Scisne, homo, quod lupum essendum profecto significat?


06.06.2002, 10:04
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nettwork
Panthera leo




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Österreich
Salzburg (A)
Beiträge: 702
nettwork ist offline
  versuch einer erklärungAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Na dann werde ich mich mal an einer Erklärung versuchen:

Warum Streifen, Flecken, Farbe? Um eine möglichst perfekte Tarnung zu bekommen. Dabei muß man beachten, dass die meisten Beutetiere über ein sehr beschränktes 3D-Sehvermögen verfügen. Dadurch werden solche Tarnungen sehr schnell wirksam. Nur weil der Mensch, mit hoher 3D-Auflösung und einem komplexen Gehirn ausgestattet, solche Tricks leicht durchschaut, bedeutet das noch lange nicht, dass das Beutetier dies erkennt.

1. So kennt man die Serengeti: braunes Gras. Schaut man genau hin, so ist das abgestorbene Skelett der Pflanzen noch um einiges heller (auch auf unseren Wiesen). Diese Gras-Skelette bilden die unterste Schicht der Vegetation, bevor sie verrotten. Wenn ein Räuber im Gras liegt, dann macht das Sinn.

2. Counter-Shading! Da muss ich weiter ausholen; Durch Beschattung wirkt ein Körperteil dunkler, durch Sonne heller. Wenn man diese Partien konträr färbt, dann hebt sich der Effekt auf und es erscheint ein gleichmäßiger Farbton. Damit kann man Konturen völlig auflösen und verschmilzt so mit seiner Umgebung.
Zum Vergleich: Gesichts-Tarnvorschriften für die Armee. Auch Tiefseefische mit Leuchtorganen tun dies; sie erzeugen an ihrer Körperunterseite die gleiche Helligkeit, wie das von oben einfallende Restlicht. Ergebnis: von unten beinahe unsichtbar.
Für mich erscheint es denkbar, dass Geparden diese Aufhellung entwickelt haben, um ihren eigenen Schatten (in den Tropen besonders kurzer Schatten), der ja einen schwarzen Fleck darstellen würde, zu tarnen. Schatten verrät viele Räuber z.B. Raubvögel.

Das war die Erklärung, die ich aus anderen Beispielen schlussfolgern konnte. Ob das speziell für den Geparden anwendbar ist, kann ich nicht sagen.

/nettwork


__________________
Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
(Adidas Werbung)

06.06.2002, 02:04
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PetraB.
Alpha-Wolf




Dabei seit: Februar 2002
Herkunft: NRW

Beiträge: 1301
PetraB. ist offline
Sie behauptet mal wieder!!!!!!Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Erneut,

bar jeglichen irgendwie gearteten Grundwissens ... stelle ich folgende Behauptung auf:

Die von Kidogo beschriebene helle Fellfärbung hat eine Signalfunktion für den Kampf. Ergibt sich eines der kämpfenden Tiere und dreht sich auf den Rücken, so verstärkt, bzw. visualisiert das helle Fell die Unterwerfung.

Die empfindlichsten Körperpartien sind hell gefärbt ... und darauf stützt sich hier und jetzt meine Behauptung ...

So ... nun warte ich gespannt auf wirklich fundiertes Wissen ...



*setzt sich neben den Kidogo ... bisschen Mond anheulen, Gefleckter???*


__________________

... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

06.06.2002, 01:41
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Kidogo Gepard
acinonyx jubatus




Dabei seit: Februar 2002
Herkunft: Serengeti, hinten links

Beiträge: 518
Kidogo Gepard ist offline
Themenstarter Dieses Thema wurde von Kidogo Gepard gestartet
  bunte pardis :)Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

so... an anderer stelle als witz getarnt, hege ich allerdings nun ernstliches interesse an meiner frage und damit hier ein wenig mehr ernsthaftigkeit einzug hält, eröffne ich frech nen neuen beitrag, sacke zudem noch 20 extra-punkte ein und freue mich eckig...

also die frage ist nun folgende: welchen zweck hat die verhältnismässig hellere färbung von bauchfell, beininnenseiten, hals und kinn gegenüber der eigentlich fellgrundfärbung bei geparden, tigern, leoparden...? denn ob es der tarnung zuträglich ist, sei dahingestellt...

06.06.2002, 00:48
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