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tiger-lilly
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Heute gab es wieder einige wichtige Entscheidungen auf der Konferenz:

- Der Handel mit Walfleisch bleibt verboten.
- Für Gelbwangenkakadus und Blauwangenamazonen (zwei der seltensten Papageienarten) wurde ein absolutes Handelsverbot beschlossen, was illegale Tierhändler allerdings nicht abhalten wird, die Vögel noch weiter zu jagen (Bestes Beispiel ist das Schicksal des Spix-Ara, der nur noch Gefangenschaft überlebt)
- Der Weiße Hai wird besser geschützt (die Frage ist nur, wie das kontrolliert werden soll, wenn z. B. bei Ebay noch ganz normal Haifischzähne angeboten werden.

Artenschutz-Konferenz will Schutz von Walen und Haien
Der Handel mit Walfleisch bleibt verboten. Einen entsprechenden Entschluss fasste heute die Weltartenschutzkonferenz in Bangkok.

(jkm/vv) - Laut Mitteilung der Naturschutzorganisation WWF haben sich die Delegierten auch auf einen Schutz des Weißen Hais verständigt - in diesem Fall steht eine bindende Entscheidung jedoch noch aus.

Japan hatte auf der Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen CITES beantragt, den Handel mit Minkwalen aus dem Ochotskischen Meer und anderen Meeresregionen zuzulassen. Zwar wird die Zahl der Mink- oder Zwergwale auf mehrere Hunderttausend geschätzt, dennoch gilt die Großwalart als gefährdet. Seit 1986 ist ihre Bejagung im Rahmen eines Moratoriums der der Internationalen Walfangkommission (IWC) verboten. Norwegen, Island und Japan widersetzen sich diesem Verbot jedoch - teils unter Hinweis auf wissenschaftliche Gründe.

Laut WWF-Mitteilung haben die CITES-Delegierten Japan nun erneut an die IWC verwiesen: Zunächst müsse dort eine Einigung über die Minkwaljagd erzielt werden, bevor man über eine Aufhebung des Handelsverbots nachdenken könne.

"Hai-light" in Bangkok

Auch für den Weißen Hai könnte die Konferenz in Bangkok ein günstiges Ende nehmen. Demnach wurde ein gemeinsamer Antrag Madagaskars und Australiens für eine strikte Kontrolle des Handels mit den Tieren und entsprechenden Produkten angenommen. "Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, dass die Unterstützung für die Weißen Haie so groß ist", freut sich WWF-Mitarbeiter Volker Homes. Allerdings müsse die Vorentscheidung bei den endgültigen Abstimmungen am Mittwoch und Donnerstag noch besiegelt werden.

Notbremse für Schildkröten und Geckos

Strengere Schutzbestimmungen beschloß die Konferenz auch für Schildkröten und Geckos. Schildkröten aus Südostasien enden millionenfach in den Fleischtöpfen und Apotheken Chinas. Andere Arten wie Spinnenschildkröten und Blattschwanzgeckos aus Madagaskar sind dagegen bei Terrarien-Besitzern in Europa und den USA als Heimtiere begehrt, teilte die Artenschutzorganisation Pro Wildlife mit.

Höhenflug für Papageien

Für zwei starke bedrohte Papageienarten, den Gelbwangenkakadu und die Blaukopfamazone, wurde in Bangkok ein absolutes Handelsverbot beschlossen. "Für den Gelbwangenkakadu könnte die heutige Entscheidung die letzte Rettung bedeuten", meint Daniela Freyer von Pro Wildlife. Wildbestände beider Arten seien bisher für den internationalen Tierhandel rücksichtslos geplündert wurden. Auch Deutschland und die EU seien für beide Papageien ein wichtiger Absatzmarkt.

Quelle: www.vistaverde.de

12.10.2004, 20:06
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tiger-lilly
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  Besserer Schutz für Menschenaffen und ElefantenAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Besserer Schutz für Elefanten und Menschenaffen
Die Artenschutzkonferenz in Bangkok setzt sich für einen stärkeren Schutz für Menschenaffen und Elefanten ein. So bleibt der Elfenbein-Handel weiterhin verboten.

(vv) - Die Artenschutzkonferenz in Bangkok beschloss am Montag Maßnahmen zum verstärkten Schutz der Menschenaffen. Die Schutzmaßnahmen beinhalten sowohl eine verschärfte Kontrolle der Wilderei und des Schmuggels als auch eine intensivierte grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Erhalt von Lebensräumen.

"Damit ist der Schutz von Menschenaffen deutlich verbessert worden", erklärte Heike Finke Artenschutzexpertin des NABU. Denn obwohl sie bereits den höchsten Schutzstatus des Washingtoner Artenschutzübereinkommens genießen, nimmt die Zahl der Menschenaffen wie Orang Utans, Gorillas, Schimpansen oder Bonobos deutlich ab.

Verantwortlich für diesen Trend seien nach Ansicht des NABU nicht nur das Kultivieren immer größerer Waldgebiete, sondern auch der großflächige Holzeinschlag, die zunehmende Wilderei, die steigende Nachfrage nach "Bushmeat" und der Handel mit lebenden Tieren.

Elfenbein-Handel bleibt verboten

Der Handel mit Elfenbein bleibt vorerst weiterhin untersagt. Die Artenschutzkonferenz setzte am Montag ein weiteres Zeichen gegen die Aufweichung des seit 1989 bestehenden Handelsverbotes. WWF- Artenschützer Volker Homes: "Wäre Namibia heute mit seinem Vorstoss durchgekommen, wären künftig jedes Jahr zwei Tonnen Roh-Elfenbein aus Namibia auf dem Weltmarkt gelandet." Der WWF lehnt dies zum jetzigen Zeitpunkt strikt ab. Homes: "Die Kontrollen zum Elfenbein- Handel müssen weiter forciert werden, bevor Ausnahmen zum bestehenden Verbot bewilligt werden können."

Der Elfenbeinhandel war lange Zeit die größte Bedrohung für den Afrikanischen Elefanten. In den 1970er und 80er Jahren gingen die Bestände drastisch zurück, von etwa 1,3 Millionen auf weniger als 400.000 Tiere. 1989 wurde der kommerzielle Elfenbeinhandel international verboten.

11.10.2004, 18:23
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nettwork
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...und ich wehre mich weiter gegen diese, meiner Meinung nach, viel zu simple Sicht der Dinge:

höherer Schutzstatus = gut, super, gerettet
niedrigerer Schutzstatus = böse, Tiermord, Ausrottung

Die Beurteilung der Sachlage sollte den Experten überlassen werden, sonst kommt genau das raus, was auch unter Survival of the cutest in diesem Forum beschrieben wird.
Ich kann mit falschen Maßnahmen Millionen von Tieren innerhalb kürzester Zeit töten, oder mit den richtigen Maßnahmen die letzten 10 Tiere einer Population retten. Wer will mir hier also was von absoluten Zahlen erzählen?


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09.10.2004, 20:28
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tiger-lilly
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Neues von der Artenschutzkonferenz. Die erste Woche der Artenschutzkonferenz ist vorbei und nach den erschreckenden Nachrichten über Nashörner und Leoparden gibt es auch endlich etwas positives zu berichten:

Ramin und Delfin besser geschützt
Das Tropenholz Ramin und der seltene Irawadi-Delfin werden künftig besser geschützt. Dies beschloss die Artenschutzkonferenz in Thailand.

(vv) - Dem unkontrollierten Handel mit dem in Asien, Europa und Nordamerika beliebten Tropenholz Ramin wird ein Riegel vorgeschoben: Die Weltartenschutzkonferenz CITES in Bangkok legte am Freitag fest, dass das selten gewordene Holz und alle Produkte, die daraus hergestellt werden, nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden dürfen. Die riesige Nachfrage nach Ramin, das auch in Deutschland für Zierleisten, Möbel, Bilder- und Fensterrahmen verwendet wird, lässt die letzten Sumpf-Wälder Südostasiens schrumpfen. Dort leben auch die vom Aussterben bedrohten Orang Utans, teilte die Umweltstiftung WWF mit.

Ramin ist eines der wichtigsten Exporthölzer Südostasiens. Der illegale Holzeinschlag macht nach Schätzungen des WWF in Indonesien mehr als 70 Prozent der abgeholzten Menge aus. In den Vereinigten Staaten entdeckte der Zoll kürzlich eine Ladung von 883.000 Billardstöcken aus illegalem Ramin.

Schutz des Irawadi-Delfins

Mit großer Mehrheit haben die CITES-Länder sich zudem für den Schutz des Irawadi-Delfins ausgesprochen. Die kleinen und häufig geographisch isolierten Populationen des Irawadi-Delfins in Südostasien sind durch den unbeabsichtigten Fang in Fischernetzen und die Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht. Nur ein vollständiges Handelsverbot könne den Delfinen helfen, meint die Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS.

Grund zur Freude gibt es auch für die McCords Schlangenhalsschildkröte (Chelodina mccordi), meldete der Naturschutzbund NABU. Sie wurde am Freitag in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen und wird somit in Zukunft besser geschützt.

Quelle: Vistaverde.de

Zum besseren Überblick. Hier sind Fotos vom Irawadi-Delphin und vom Ramin-Baum:



09.10.2004, 17:23
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tiger-lilly
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  Armut behindert ArtenschutzAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Einer der größten Probleme für den Artenschutz in der dritten Welt ist die Armut. Deshalb versuchen viele Länder ihre Kassen mit Jagdtourismus aufzufüllen. Das Problem ist nur, daß das Geld so gut wie gar nicht bei der armen Bevölkerung landet, sondern beim Militär oder bei den Bürokraten. So wird durch falches Management und Korruption Aderlass an der Natur betrieben. Hier ist ein Artikel aus Mexiko.

Armut behindert Artenschutz
In mexikanischem Biosphärenreservat werden sogar Jaguare gejagt

Dass Naturschutz in der Praxis nicht immer so einfach ist, wie er bei Diskussionen - etwa bei der momentan tagenden Artenschutzkonferenz in Bangkok - theoretische erörtert wird, zeigt auch das Beispiel Zoh Laguna. Das ist ein kleines Dorf inmitten des feuchtheißen Tropenwaldes der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Die nächste größere Stadt liegt 130 Kilometer entfernt. Es gibt Strom, aber kein fließendes Wasser.

Und: Das Dorf liegt in der Pufferzone des 1990 geschaffenen Biosphärenreservates Calakmul. Das heißt, dass die bäuerliche Bewirtschaftung mit Auflagen verbunden ist: keine Brandrodung zur Viehzucht, keine Jagd auf geschützte Tiere, kein Fällen von Edelhölzern.

Die Armut ist groß, und so hat beispielsweise die Verwaltung einer anderen Ortschaft vor kurzem einem Unternehmer aus der Stadt Chetumal die Konzession für den Bau mehrerer Jagdhütten erteilt. Der lässt dort jetzt begüterte Hobbyjäger aus den USA einfliegen, die es auf die seltenen Jaguare abgesehen haben.

"Örtliche Bevölkerung einbinden"

"Die Tiere halten sich natürlich nicht an Reservatsgrenzen, und wenn sie außerhalb geschossen werden und nicht unter besonderem Schutz stehen, können wir nichts machen", schildert Schutzgebietsverwalter Fernando Durand die Probleme und erläutert: "Wir haben nur eine Chance, das hier zu erhalten, wenn wir die örtliche Bevölkerung einbinden und davon überzeugen, ihren Lebensraum zu schützen."

Dazu müsste die Bildung der Menschen verbessert werden, sagt der Planungschef der Gemeinde, Carlos Cavich. "Aber die Lehrer haben selbst keine sehr gute Ausbildung und geben höchstens drei Tage pro Woche Unterricht."

Was für Calakmul und seine Bevölkerung das Beste ist, daran scheiden sich die Geister. Die Weltbank setzte in den 70er-Jahren auf Viehwirtschaft und Reisanbau - beides alles andere als nachhaltig. Nach der Einrichtung des Reservats beschränkte sich die Politik vor allem darauf, Subventionen an die Bauern zu verteilen - als Entschädigung für die Naturschutzauflagen.

Ruinentourismus

Neuerdings setzen lokale Unternehmer auf Öko- und Ruinentourismus und haben in Hotels investiert, während Umweltschutzorganisationen aus dem Aus- und Inland von den Bauern Land im Randgebiet zu kaufen, um es der Schutzzone einzugliedern.

Naturschutz und Armutsbekämpfung zu vereinen, alle Beteiligten mit ihren unterschiedlichen Interessen an einen Tisch zu bringen und ein schlüssiges Gesamtkonzept auszuarbeiten - diese schwierige Aufgabe hat sich die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Calakmul gesetzt. Projektleiterin Susanne Welz ist zuversichtlich: "Wir haben alle im Boot, das ist schon ein wichtiger Schritt." (Sandra Weiss/DER STANDARD; Printausgabe, 6.10.2004)

Quelle: Der Standard

06.10.2004, 21:54
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nettwork
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Bedauerlicherweise ist der gepostete Artikel von tiger-lilly nicht sehr gut und er lässt die vorangegangenen Expertenmeinungen außer Acht.

Vor der Konferenz wurden von den betroffenen Staaten die Anträge 19.1 19.2 19.3 19.4 eingebracht und von der IUCN beurteilt.

Die ersten beiden betreffen den Leoparden, wobei im Falle Südafrikas bedenken angemeldet werden, da die aktuelle Populationsgröße ungenau ist. Der Antrag wurde dennoch von starken Verfechtern des Artenschutzes wie Kenia und Tansania befürwortet. Namibia liefert eine sehr genau Analyse seiner Bestände und weißt darauf hin, dass ohne Abschüsse die Problemfälle und illegale Jagd zunehmen würden.
Siehe dazu auch Forumsdiskussion ''Löwenbestände sinken rapide''

Bei den Spitzmaulnashörner wird eindeutig festgestellt, dass funktionierende Schutzprogramme laufen und eine Absiedlung der Tiere nicht möglich ist. Abschüsse seien notwendig, da sonst bei Kämpfen zwischen männlichen Tieren eine hohe Verlustquote zu verzeichnen wäre. Beide Staaten versprechen die Erlöse dem Artenschutz zukommen zu lassen und weiterhin genaue Zahlen an die IUCN zu melden.

Ich würde mir nicht trauen, so einfach zu sagen, dass diese Entscheidungen schwachsinnig sind. Immerhin handelt es sich um eine Vielzahl von Studien internationaler Experten, die über Jahre hin durchgeführt wurden.
Aber dass hier ist Artenschutz: Er beschäftigt sich mit dem Erhalt von Populationen und nicht mit dem Schicksal von Einzeltieren. Wer das erwartet hätte, ist bei der falschen Konferenz.

@dacutta: Woher nimmst du die Zahl 100? Nach den zitierten Autoren Martin & De Meulenaer (198 sind 402 (273-531) Abschüsse zulässig ohne die Population zu gefährden.


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Dieser Beitrag wurde von nettwork am 06.10.2004, 21:38 Uhr editiert.

06.10.2004, 21:33
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Spiritus, der Panther
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Ich bin erschüttert. Das es tatsächlich möglich ist mit solchen Anträgen durchzukommen ist einfach unfassbar. Mir fehlen echt die Worte um zu beschreiben, wie sehr ich, VERDAMMT NOCH MAL!!! Zündet doch gleich die Bombe!

S, d P


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In Gedenken an Jamie Morand a.k.a. Pantherkönig
Vom 31.07.1975 bis 22.02.2003
Don't know where you are, but I'm whit you..

Das Leben ist der Sinn...

06.10.2004, 19:42
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SirLeo
Sir Leo von Pard




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Das ist doch echt unglaublich. Da erholt sich mal der Bestand einer bedrohten Tierart, und sofort darf wieder drauf losgeballert werden. 1.134 Tiere lassen sich schnell dezimieren, wenn man bedenkt, das das abknallen und der Handel mit etwas krimineller Energie jetzt einfach legalisiert werden kann. Zu den 61 brauch ich ja wohl nichts mehr zu sagen.

Bei den Leoparden finde ich es etwas merkwürdig, dass man zwar nicht mal den Bestand in den beiden Ländern vernünftig vorweisen kann, aber trotzdem die Abschussqote erhöhen kann. 100 Tiere wären noch in irgend einer Weise vertretbar gewesen (auf den Bestand bezogen), aber 250? So könnte man bei einer konstanten Abschussrate bis etwa ins Jahr 2064 Garching ausrotten. Das dies aber auf keinsten der Fall ist, reduziert sich diese Zeitspanne immer weiter.

Die Höhe ist ja noch, dass angeblich nichtmal abgestimmt wurde, sondern die Anträge einfach angenommen wurden, als wäre es eine unbedeutende Kleinigkeit.
"Die Unterstützung für Namibias Anträge war sehr gut und die Delegierten von 162 Mitgliedsstaaten haben die Schutzbemühungen und den Antrag der nachhaltigen Nutzung Namibias gewürdigt", kann man nachfolgenden Artikel entnehmen. Widerspricht sich der Satz nicht selbst?

Hier der Artikel der AZ Namibia


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06.10.2004, 18:06
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tiger-lilly
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Erste Entscheidungen bei der Artenschutzkonferenz:

Todesurteil für Nashörner und Leoparden

München/Bangkok, 04.10.2004: In einer Skandalentscheidung haben heute die Mitgliedsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) unverantwortliche Jagdquoten für Leoparden und sogar Spitzmaulnashörner genehmigt. "Namibia und Südafrika dürfen zukünftig jährlich fünf bzw. 10 der vom Aussterben bedrohten Panzertiere als Jagdtrophäen exportieren", berichtet Daniela Freyer, die für PRO WILDLIFE an der WA-Konferenz in Bangkok, Thailand, teilnimmt.

Ebenso unverständlich ist die drastische Erhöhung der Jagdquoten für Leoparden: Statt bislang 100 Tieren darf Namibia zukünftig 250 Leoparden an betuchte internationale Trophäenjäger verkaufen. Für Südafrika wurde eine Quotenverdopplung von 75 auf 150 Tiere bewilligt. "Die WA-Staaten haben heute dem Artenschutz einen Schlag ins Gesicht verpasst", so Freyer. PRO WILDFLIFE kritisiert insbesondere die unverantwortliche Haltung der Europäischen Union, die die Entscheidung mit ihren 25 Stimmen hätte verhindern können.

Namibia und Südafrika bekämpfen seit Jahren strenge Schutzbestimmungen des WA: So setzten beide Länder in den vergangenen Jahren den Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen durch* – entgegen der Warnung von Artenschützern vor einem Anstieg der Wilderei auf Elefanten. Mit der heutigen Entscheidung wird der Artenschutz in beiden Ländern weiter massiv geschwächt:

SPITZMAULNASHORN (Diceros bicornis): Die Bestände beider Unterarten sind in den letzten 60 Jahren aufgrund massiver Wilderei um 90 Prozent zurückgegangen. In einigen afrikanischen Ländern ist das Spitzmaulnashorn sogar völlig ausgerottet worden. Trotzdem darf Namibia künftig jährlich fünf Exemplare des Südwestlichen Spitzmaulnashorns (D.b.bicornis) als Jagdtrophäe exportieren, Südafrika sogar 10 Tiere der zweiten Unterart Südliches Spitzmaulnashorn (D.b.minor). „Zwar nehmen die Populationen in Namibia (aktuell 1.134 Tiere) und Südafrika (1.179) derzeit wieder zu, doch die nun genehmigte Trophäenjagd reduziert den ohnehin sehr geringen Genpool“, betont Biologin Freyer. „Für den Abschuss eines einzigen Spitzmaulsnashorns zahlen betuchte Hobbyjäger bis 100.000 US Dollar. Da bleibt der Artenschutz leider auf der Strecke.“ Einige Staaten Afrikas und Asiens hatten sich gegen die Freigabe der Jagdquoten ausgesprochen, da sie um ihre eigenen Nashornbestände fürchten, konnten sich jedoch nicht durchsetzen.

LEOPARDEN: Namibia darf zukünftig 250 statt bislang 100 Tiere jährlich als Jagdtrophäe exportieren. Zusätzlich werden viele Leoparden als angebliche „Problemtiere“ abgeschossen. Namibia begründete seinen Antrag für die Jagdquotenerhöhung mit den finanziellen Verlusten in Millionenhöhe, die durch die strenge Unterschutzstellung der gefleckten Großkatze seit 1973 entstanden seien. Der Leopardenbestand in Namibia wird auf 5.500 bis 10.000 Tiere geschätzt, fundierte Populationsstudien fehlen allerdings. Die Zahl der Leoparden in Südafrika ist unbekannt, lediglich für drei Schutzgebiete gibt es Schätzungen von insgesamt 1.350 Tieren. Trotzdem befürwortete die Mehrheit der WA-Staaten eine Quotenerhöhung für Jagdtrophäen von 75 auf 150 Tiere. „Diese Entscheidung ist fahrlässig, denn die Auswirkungen auf die Bestände lassen sich nicht abschätzen“, kritisiert Freyer.

Für Nashörner könnte es schon bald noch eine weitere schlechte Nachricht geben: in den nächsten Tagen stimmen die WA-Staaten über einen Antrag Swasilands ab, für die 61 dort lebenden Breitmaulnashörner das absolute Handelsverbot aufzuheben. „Nach der heutigen Entscheidung ist zu befürchten, dass auch dieser unfassbare Antrag Zustimmung findet“, befürchtet die PRO WILDLIFE Sprecherin.

* Namibia wurden 1997 und 2002 der Verkauf von insgesamt 23,8 t Stoßzähnen genehmigt, Südafrika erhielt 2000 grünes Licht für den Export von 30 t Rohelfenbein. Beide Länder haben auch für die aktuelle Konferenz Handel mit Elefantenprodukten beantragt.

Quelle: Umweltjournal

05.10.2004, 23:48
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Ich hab mich mal ein bisschen durch die Tagesordnung gewühlt. Soweit es mich betrifft bin ich an den Tieren interessiert. Das heißt nicht, dass die Pflanzenwelt nicht weniger wichtig wäre, aber da kenn ich mich nicht so aus.
Daher hier ein paar spannende Details aus der Liste von 36 faunistischen Anträgen, über die abgestimmt wird. Gottseidank ist eine Abstimmung erforderlich, denn manche Anträge klingen nicht sehr vernünftig.
Appendix I bedeutet absolutes Handelsverbot
Appendix II erlaubt Handel mit Einschränkungen.

Die Swaziland-Population des Breitmaulnashorns (ca. 60 Tiere) soll zu Jagdzwecken von App I auf App II zurückgestuft werden.

Der afrikanische Löwe soll von App II auf App I höhergestuft werden.

Bestände des Minkwales sollen von App I auf App II (Japan stellt den Antrag...).

Der weiße Hai soll endlich unter App II geschützt werden (mit 0 Handelsquote).

Der Rotluchs soll von App II gestrichen werden.

Änderung der Handelsquoten (App II ) für den afrikanischen Elfanten.

Also immer mitverfolgen die nächsten Tage, was sich so tut. Wird spannend und richtungsweisend, nicht nur für Katzenfans.


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02.10.2004, 18:44
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