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Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Deutschland
Bayern (DE)
Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
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Ich finde die Studie auf jeden Fall auch sehr interessant. Den nicht nur für den Löwen kann man solche Erkenntnisse anwenden, sondern auch auf fast alle anderen Arten. Beim Bau meiner neuen Anatomieseite habe ich unter anderm auch diese Regeln der geografischen Faktoren aufgearbeitet. Hier einmal die drei wichtigsten:

Zitat:
Bergmann’sche Regel
In der Biologie gibt es die Bergmann’sche Regel. Sie besagt, daß alle Tiere einer Art, die in wärmeren Regionen leben, kleiner sind als Tiere der gleichen Art, die in kälteren Regionen zu Hause sind. So sind also die Tiger auf den Sundainseln kleiner, als die Tiger in Sibirien. Das bezieht sich so ähnlich auch auf Pottwale. Die Männchen, die bis etwa zum 70-igsten nördlichen Breitengrad ziehen, sind größer und schwerer, als die Weibchen die bis zur Höhe Portugals oder südlich Englands, also etwa bis zum 40° - 50° nördlicher Breite vorstoßen. Als Konsequenz sind Pottwal-Bullen größer, weil sie in kältere Gebiete ziehen können; sie kühlen nicht so schnell aus.


Gloger’sche Regel
In wärmeren und feuchteren Gebieten nimmt die Pigmentierung zu! Beispiel ist der „Polarbirkenzeisig“! Eine stärkere Pigmentierung löst das Problem, denn dunkle Pigmente „schlucken“ die Strahlung. Die sehr häufig auffindbaren blassen Wüstenformen („Isabellschmätzer“ u. a.) scheinen das Gegenteil zu beweisen, doch tritt hier vor allem die bessere Schutzfärbung („blasses“ Kleid = „sandfarben“) als Selektionsvorteil auf.


Allan’sche Regel
Die Körperanhänge/Extremitäten nehmen zu den kälteren Regionen hin ab!! (Vermeidung des Wärmeverlustes bei z. B. Beinen) Dies gilt für die Verbreitung Richtung Pol oder in die höheren Regionen! Die Extremitäten sind logischerweise schlechter gegen Wärmeverlust geschützt (Läufe unbefiedert!!) und reduzieren deshalb bei geringerer Länge diesen Energieverlust. Die dritte und für uns letzte Gesetzmäßigkeit zielt weniger auf den Energiehaushalt als auf die umgekehrte Gefahr von Überhitzung. Es leuchtet ein, daß wärmere Gebiete natürlich durch höhere Sonneneinstrahlung gekennzeichnet sind. Die höhere Einstrahlung bringt aber auch Gefahren, die wir Menschen z. B. als Sonnenbrand kennen.


Auf jeden Fall merkt man, daß nicht alle Unterschiede gleich eine eigene Art ausmachen. Auf jeden Fall ist der Artikel sehr aufschlussreich und was fast noch wichtiger ist - fachlich fundiert.


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

17.03.2003, 19:31
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Duma
Mitglied




Dabei seit: Januar 2003
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Löwenmänner ohne MähneMehrjährige Studien des Biologen Tom Gnoske in Kenya belegen: Die Mähnenbildung erwachsener männlicher Löwen hängt wesentlich von geographischen Faktoren ab



Für den Laien ist die Sache klar: Ein Löwe ohne Mähne ist ein Weibchen oder Jungtier. Schon vor zwei Jahrhunderten jedoch berichteten Fachkundige, dass es unter erwachsenen männlichen Löwen nicht nur stolze Mähnenträger, sondern auch "Skinheads" mit dürftigem Haarwuchs gebe. Darunter fänden sich auch Exemplare, die sich in Größe, Gewicht und Verhalten stark von den typischen Löwen der Maasai-Steppe unterschieden. Die moderne Forschung sah diese frühen Erkenntnisse aber als Fehlinterpretation an: Löwen mit geringerer Mähnenbehaarung wurden seither als Jungtiere angesehen, die erst mit zunehmendem Alter und Etablierung eines festen Territoriums die typische Mähne ausbildeten. Nun zeigt sich, dass Lebensraum und sozialer Status die entscheidenden Faktoren sind.

1997 besuchte der Biologe Tom Gnoske vom Field Museum of Natural History in Chicago den Tsavo National Park in Kenya. Er ging Berichten des Ingenieurs John Henry Patterson nach, der beim Bau einer Eisenbahnbrücke über den Tsavo River vor mehr als 100 Jahren mähnenlose männliche Löwen beschrieben hatte. An Exemplaren aus dieser Zeit, die im Chicago Field Museum ausgestellt sind, fand der Biologe eindeutige Merkmale - etwa Knochenverwachsungen -, wonach es sich bei den mähnenlosen Löwen um ausgewachsene Tiere handelte.In einem breit angelegten Forschungsprojekt ist nun ein Team um Gnoske unter anderem der Frage nachgegangen, ob geographische Faktoren wie Höhe und relative Ferne vom Äquator die Mähnenbildung fördern. Dazu untersuchten die Forscher von April 1997 bis Juli 2001 Exemplare drei verschiedener Löwenpopulationen: die Raubkatzen in der Maasai-Steppe und jene in küstennahen Wasserscheidenregionen sowie Museumsexponate erst jüngst ausgerotteter Löwen aus dem zentralen Hochland von Ostafrika. Die erste Gruppe beobachteten sie auf einer Höhe von konstant 1500 Meter über dem Meeresspiegel in unmittelbarer Äquatornähe (0 bis 2 Grad südlicher Breite). Die zweite Gruppe lebt in abschüssigem Gelände - auf einer Höhe zwischen 240 bis 1800 Metern - zwischen 38 und 40 Grad östlicher Länge und ein bis drei Grad südlicher Breite. Die dritte Gruppe war unlängst noch auf Höhen zwischen 1700 und mehr als 3400 Metern heimisch (am Äquator bei 35 Grad östlicher Länge).Die dürftigste Behaarung wiesen die Löwen der niedrig gelegenen, extrem heißen Küstenregionen auf. Im Gegensatz dazu fand man bei den Löwen aus höher gelegenen Gebieten die dichteste Behaarung. Ab 3000 Metern wuchsen den Tieren sogar zottelige Bauchmähnen.

Ferner bestätigen die Studien, dass neben der Höhe auch die Entfernung vom Äquator ausschlaggebend ist für die stolze Mähnenentwicklung. Dies belegen die dichten Mähnen der bereits ausgestorbenen Löwen in Nordafrika sowie der rezenten Kap-Löwen im Hochland Südafrikas. Selbst Zoolöwen in Europa, die nicht aus Hochlandgegenden stammen, entwickeln nach wenigen Generationen eine mächtige Mähne. Dies konnte an mähnenarmen Löwen aus Indien nachgewiesen werden.

Damit ist die Mähnenlänge nicht durchweg genetisch verankert, sondern abhängig von jeweiligen Klimaeinflüssen. Diese Erkenntnisse bestätigt die so genannte Bergmann-Regel, dass Wachstumsvariationen innerhalb einer Art von geographischen Faktoren abhängt. Eine dichte Mähne ist vermutlich ein größerer Schutz gegen Verletzung - und erlaubt den jeweiligen Tieren, entsprechend aggressiver in den Kampf zu gehen. Sowohl mit der Haarpracht als auch mit der Gefährlichkeit des Löwen stieg jedoch auch der Trophäenwert für europäische Jäger. Und auch unter Löwen selbst ist das Mähnentragen oft gefährlich: Je wolliger das Fell, desto herausfordernder erscheint ein Männchen für einen Rivalen.

Um die mächtigen, in festen Territorien lebenden Rudelmännchen, die "Pride Lions", nicht zu reizen, ist der Haarwuchs des kleineren Löwentyps, der umherwandernden "Nomadic Lions", recht dürftig. Nicht zuletzt aufgrund ihres "weiblichen" oder "juvenilen" Erscheinungsbildes werden sie von den großen "Löwenmachos" im selben Revier geduldet; sie gelten nicht als ernsthafte Konkurrenten und werden schlichtweg nicht für "voll" genommen.
Zoologie: Löwenmänner ohne MähneMehrjährige Studien des Biologen Tom Gnoske in Kenya belegen: Die Mähnenbildung erwachsener männlicher Löwen hängt wesentlich von geographischen Faktoren ab


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Duma schnell wie der Wind


Mein Kenia

17.03.2003, 12:28
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Black Panthera
the SilverDragon




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Beiträge: 630
Black Panthera ist offline
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also löwenmännchen mit prächtiger mähne sind, so finde ich viel schöner...
aber wer findet das nicht...

aber ich denke schon das diese löwen nicht einfach so keine mähne haben...
und warum sollten alle löwen eine mähne haben???
schließlich gibts ja auch bei leoparden schwarze...
warum sollte es dann bei löwen nicht wlehce ohne mähne geben???

exotenvilefalt....


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In Memory: J A M I E


Weiss wie Schnee, wandelt meine Seele dahin,
in der Welt, wo ich nicht bin.

Lange Zeit soll gehen, bevor ich dich wieder sehe,
solange werd ich im Untergrund vor Schmerz vergehen!

19.01.2003, 13:36
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Nala
Löwin




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Nala ist offline
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Hallo Tierfreundeclub

leider kenne ich von Craig Packer und Anne Pusey nur den in -Spektrum der Wissenschsft- erschienenen Artikel "Scheinfriede im Löwenrudel" Es wäre total lieb von Euch, wenn ihr mir die Literaturangaben mal verraten könntet.

Was ich an diesem Artikel aber hochinteressant fand, war der Nachweiss, dass die Löwinnen beiweitem nicht bereitwillig die Jungtiere anderer Rudellöwinnen mit Milch versorgen.

"...Doch ganz freiwillig geben die Löwinnen ihre Milch nicht her. Im Prinzip versuchen sie, nur den eigenen Jungen Zugang zu gewähren, und weisen andere entschieden ab - zumindest solange sie das überwachen können. Doch iregendwann übermannt sie der Schlaf; oft dösen sie dann stundenlang und darauf scheinen die hungrigen Mäuler nur zu warten. demnach gibt es auch hier einen Kompromiß zwischen angestrengendem Wachbleiben und Ruhebedarf, also den Kosten des Aufpassens und denen verlorener Milch.
Die scheinbare Freigibigkeit beim Säugen kommt somit offensichtlich vor allem daher, dass eine Diskriminierung sich nicht besonders lohnt und Gleichgültigkeit nicfht besonders schadet. So schlafen denn wohl auch solche Weibchen am tiefsten, die durch allzu gierige fremde Mäulchen am wenigsten verlieren würden - sei es, weil sie Milch im Überfluss haben oder weil die zudringlichen Jungen ihnen verwandschaftlich besonders nahe stehen.
.....

Als wir Tüpfelhyänenfamilien in ihren Hölen beobachteten, stellten wir fest, dass säugende Weibchen dort ebenso oft von fremden Jungtieren bedrängt werden wie Löwinnen - nur passen die Hyänen viel besser auf. ..."


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...wonder where the lions are....

16.06.2002, 19:29
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Tierfreundeclub
Kleinkatze



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Verhaltensexperimente bringen aufschlussreiche Ergebnisse


Die Löwen ohne Mähne


Der Anblick ist bekannt - aber es fehlt der prächtige Kopfschmuck. Foto: National Geographic
Kenia (rpo). So kennen und beschreiben die meisten Menschen den König der Tiere: Löwen haben eine dichte Mähne. Doch die Löwen aus dem Nationalpark Tsavo-Ost in Kenia jedoch geben den Wissenschaftlern seit Jahren Rätsel auf: Die hier lebenden Raubkatzen haben nämlich im Gegensatz zu ihren Artgenossen aus der Serengeti keine Mähne.
Der Tsavo-Park ist das älteste und mit knapp 22 000 Quadratkilometern das größte geschützte Ökosystem Kenias. Die hier lebenden Raubkatzen sind bisher kaum erforscht, einem Mythos zufolge gelten sie als listig und aggressiv ? bislang unbewiesene Vermutungen. Sicher ist jedoch, dass die Tsavo-Löwen größer sind als ihre Artgenossen und aus Ermangelung reicher Jagdgründe selbst große Beutetiere wie Kaffernbüffel erlegen, die zu den stärksten und aggressivsten Tieren auf der Welt zählen. Unterschiedliche Theorien versuchten bisher, die Stärke und Mähnenlosigkeit der Löwen zu erklären. So gibt es unter anderem die These, die Tsavo-Löwen seien nahe Verwandte der Höhlenlöwen aus dem Pleistozän.

Die amerikanischen Wissenschaftler Craig Packer und Peyton West bezweifeln dies. Sie glauben, dass die große Hitze im Ostteil des Nationalparks einer der Gründe ist, warum die Löwen keine Mähnen haben. Um dieses zu untersuchen, gingen die Amerikaner mit Verhaltensexperimenten zu Werk: Sie bauten zwei lebensgroße Löwenattrappen mit unterschiedlicher Mähnenlänge und -farbe und konfrontierten die Löwen mit den unechten Artgenossen. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass sowohl die Löwen aus Tsavo als auch der Serengeti sich zunächst der Attrappe mit der kürzeren und helleren Mähne näherten. Die Wissenschaftler schlussfolgerten daraus, dass die Mähne ein wichtiges Statussymbol sein muß, hellere Mähnen Schwäche und dunkle Mähnen Stärke signalisieren.

Warum aber haben die Tsavo-Löwen keine Mähne, wenn dies so ein wichtiges Merkmal der Stärke ist? Peyton West vermutet, dass der fehlende Kopfschmuck mit der großen Hitze zu tun hat. Die Biologin glaubt, dass die Löwen einen großen Teil ihrer Energie aufwenden müssen, um sich kühl zu halten. Für das Wachstum der Mähne bliebe daher nicht mehr viel Körperenergie übrig und ohne Kopfschmuck sei die Hitze außerdem leichter zu ertragen. "Die Männchen stehen dauernd unter Hitze- und Futterstress. Vermutlich wächst ihre Mähne daher erst gar nicht", erklärt die Amerikanerin. Weitere Untersuchungen in den nächsten Jahren sollen die Richtigkeit dieser These belegen und die mystischen Raubkatzen stärker in das Interesse der Öffentlichkeit rücken.

folgendes Bild wurde angehängt:


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http://www.tierfreundeclub.de

02.06.2002, 16:25
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