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Phantom
Panthera lupus




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~ 23 ~


Anna war hin- und hergerissen. Einerseits wollte sie herausbekommen, was das für eine seltsame Kraft gewesen war und was es mit der Katze auf sich hatte, andererseits wollte sie gerne noch bei den Dakern bleiben. Sie unterhielt sich mit Cassie darüber. „Vielleicht war es ja Phantom?“ meinte Cassie. „Nein, es war kein Leopard, da bin ich mir sicher“, erwiderte Anna. Sie kannte die Laute von ‚Phantom’ – dem schwarzen Panther eines Bekannten – gut genug. „Eher ein Jaguar“, fuhr sie fort. „Hier? In Ungarn?“ „Das ist es ja, was mich wundert. Vor allem, da diese Tiere gewöhnlich nicht in Zirkussen oder von Privatpersonen gehalten werden. Wo sollte er also herkommen?“ Sie diskutierten noch eine Weile, bis es Cassie irgendwie gelang, Anna zu überzeugen, nicht kopflos irgendwelchen Phantomen hinterherzujagen. Anna wiederum schaffte es, Cassie zu überreden, noch ein wenig zumindest in der Nähe der Daker zu bleiben. Sie entschlossen sich, ein Stück weiterzuziehen und die anderen Hexen zum Camp zu lotsen. Amira erklärte sich damit einverstanden, sie freute sich sogar über weitere Gäste.
Anna überlegte, wie sie den anderen eine Nachricht zukommen lassen konnte. Jay C war noch zu weit entfernt. Als sie Remus sah, kam ihr eine verrückte Idee – doch dazu musste sie in ihre Dimension zurück. „Kannst du ein Tor nach Hause öffnen?“ fragte sie ihre Freundin. Als Cassie nickte, erzählte sie ihr, was sie vorhatte. Zu ihrer Überraschung gelang es ihr, Cassies Zustimmung zu bekommen. Noch erstaunlicher fand sie es, dass Cassie sich freiwillig bereit erklärte, selbst durch das Tor zu gehen. Dankbar umarmte Anna sie, bevor sie das Tor aus purer, magischer Energie öffnete und hindurchschritt. Nun konnte Anna nur noch hoffen, dass Johanna mitspielte. Bereits wenig später kehrte Cassie mit Rosalie, der Schleiereule, auf dem Arm zurück.




***

Noch einmal durchquerten die Mädchen ein waldiges Gebiet – vermutlich das vorerst letzte für längere Zeit, denn dahinter begann die Puszta – die ungarische Steppe. Sie ritten einen schmalen Pfad entlang, immer tiefer in den Wald hinein, bis sie zu einer Gabelung kamen. Dort blieben sie stehen und sahen sich um. Welchem Weg sollten sie folgen? Es gab zwar einen Wegweiser, doch der half ihnen auch nicht weiter, vor allem, da keine von ihnen ungarisch konnte. „Welchen Weg sollen wir nehmen?“ fragte Cheyenne. „Es dämmert bereits.“ „Keine Ahnung“, antwortete Maeve. „Was wir bräuchten, wäre ein Zeichen“, meinte Hope. Plötzlich wurden Jay C, der Falke, und Una, die Rabenkrähe, unruhig und zappelten auf Maeves und Chenoas Armen. „Was ist denn, JC, ist dort irgendetwas?“ fragte Maeve den Falken. Er gab einen kurzen Schrei von sich. Auf einmal hörten die Mädchen über sich einen Ruf, fast wie eine Antwort auf JC’s Ruf. Im nächsten Augenblick landete fast völlig lautlos eine Eule auf dem linken Pfeil des Wegweisers. Mit großen Augen blickte sie zu den Mädchen, dann drehte sie ihren Kopf zum linken Weg und setzte anschließend ihren Flug fort. Einen Moment lang herrschte Stille, dann fragte Alisha: „Meint ihr, das war...“ „Ich glaub schon“, wurde sie von Cheyenne unterbrochen. „Ja“, meinte Maeve zustimmend. „Hope, da hast du dein Zeichen.“ Maeve zwinkerte ihr zu. Dann gings weiter – auf dem linken Weg.

Nach nur wenigen Metern sahen sie plötzlich einen flackernden Lichtschein zwischen den Bäumen vor sich. Sie waren scheinbar nicht die einzigen hier im Wald. Je näher sie der Stelle kamen, desto deutlicher waren auch Stimmen zu hören. Mit einem Mal begannen die Pferde zu wiehern... was mit Gewieher von anderen Pferden aus der selben Richtung, woher die Stimmen kamen, beantwortet wurde. Angst überkam sie - vor allem die jüngeren Mädchen. „Vielleicht hätten wir doch lieber den anderen Weg nehmen sollen!?“ meinte Lily. „Keine Angst, es wird schon richtig sein. Sonst hätte sie uns nicht hergeführt.“ „Und wenn sie es doch nicht war?“ „Sie wars“, sagte Maeve zuversichtlich und lächelte.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

04.09.2005, 23:57
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~ 22 ~


Mitten in der Nacht schwoll das Geheul der Wölfe urplötzlich an und ließ Cassie aus dem Schlaf schrecken. Doch da war noch ein anderes Geräusch, das ihre Aufmerksamkeit weckte. Es war weder wölfisch noch menschlich. Cassie verließ den Wohnwagen und schaute sich um. Einige Daker waren ebenfalls bereits draußen und versuchten herauszubekommen, was los war. Da war das Geräusch wieder. Es hörte sich ganz nach einer Raubkatze an. Was es für eine war, wusste Cassiopeia nicht. Nur eines wusste sie ganz sicher: es war kein Vertreter der Gattung Panthera leo oder tigris. Deren Laute kannte sie gut.
Ein großer, weißer Schatten huschte am Rand der Lichtung vorbei und ward schnell wieder spurlos verschwunden, noch bevor Cassie hatte erkennen können, was es war. Im Camp herrschte Aufregung. Weitere Daker hatten ihre Wagen und Zelte verlassen. Niemand wusste, was vor sich ging. Amira trat an Cassies Seite. Der Schmerzensschrei von einem der Wölfe hatte sie aus dem Wagen gelockt. Auf einmal spürte Cassie die Anwesenheit einer starken Macht. Instinktiv drehte sie sich um – und entdeckte den weißen Schatten am anderen Ende der Lichtung. Diesmal verharrte er einen Moment, gerade so lange, dass ihn die Daker nicht zu fassen bekamen. Nun erkannte Cassie, worum es sich handelte. Unmerklich nickte sie in seine Richtung. Amira schaute sie fragend an, doch ihr war klar, dass sie keine Antwort bekommen würde. Wieder verschwand der Schatten und Cassie wusste, dass er zumindest in dieser Nacht nicht zurückkehren würde. Ein kleinerer, dunkler Schatten folgte ihm einen Augenblick später.
„Der Spuk ist vorbei“, meinte sie daher ruhig und Amira stimmte ihr zu. Sicherheitshalber suchte Cassie den Wald mit Hilfe ihrer Fähigkeiten aus dem Camp heraus noch einmal ab und stellte beruhigt fest, dass alle Wölfe wohlauf zu sein schienen. Sie teilte es Amira mit, die es daraufhin ihrem Tribe berichtete. Bis auf ein paar Wachen zogen sich die Daker wieder in die Zelte und Wagen zurück. So manchem fiel das Schlafen nach der Aufregung nicht leicht, doch bald lag wieder Ruhe über dem Camp.

Als der Morgen graute, kehrten Anna und die anderen ins Lager zurück. Einer der Jungen humpelte leicht, aber keiner war ernstlich verletzt. Sie wurden bereits sehnsüchtig erwartet und mit Fragen überhäuft. Gespannt lauschten Cassie und die Daker, welche die Nacht im Camp verbracht hatten, den Erzählungen der anderen. Sie berichteten alle von einer großen, schwarzen Katze, die plötzlich aufgetaucht war. Die Katze war den Wölfen zu nahe gekommen, weshalb diese sie angegriffen hatten. Mit einem Mal hatte jedoch eine unerklärliche Kraft die Wölfe zurückgedrängt und so der Katze zur Flucht verholfen. Weder die Daker noch Anna hatten dafür eine Erklärung.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

12.08.2005, 22:54
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~ 21 ~


Vier Wolfshunde brachen durchs Gebüsch und gingen knurrend auf Cassie und Anna los. Bevor sie den Beiden jedoch zu nahe kamen, wurden sie zurückgerufen. Hinter den Hunden tauchten die Jungs auf, die die Mädchen schon im Camp gesehen hatten. Ohne viele Worte geleiteten die Jungen die Beiden und deren Tiere zurück ins Camp, wo sie bereits von Amira erwartet wurden.

Amira, Anna und Cassie saßen den Nachmittag über – bei einigen Tassen Tee – beisammen und plauderten darüber, woher sie kamen und wohin sie wollten. Als es langsam Abend wurde, wurde Cassie unruhig. „Keine Angst, hier im Camp droht euch keine Gefahr“, versuchte Amira sie zu beruhigen, „sie sind keine so blutrünstigen, menschenfressenden Bestien, wie es die Werwölfe in so manchem Film waren. Keine dieser merkwürdigen, sich auf zwei Beinen fortbewegenden Wolfs-Mensch-Mischwesen... Ich möchte sie nicht zu sehr verharmlosen, doch sie würden nie jemandem im Camp etwas zuleide tun.“ „Aber was ist mit -“ „Euren Freundinnen werden sie auch nichts tun, sollten diese in der Nähe sein.“ Cassie war noch nicht völlig beruhigt, doch Remus näherte sich ihnen und unterbrach sie. „Möchtest du uns begleiten, Schwester?“ wandte er sich an Anna und streckte ihr seine Hände entgegen. Anna zögerte nicht lange und fasste seine Hände, worauf Remus sie an sich zog. „Gern“ hauchte sie. Die ganze Zeit über konnte sie ihren Blick nicht von seinen Augen abwenden. Cassie glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Ohne sie weiter zu beachten, verließ Anna Arm in Arm mit Remus das Lager, einige andere Tribe-Mitglieder folgten ihnen.

Mittlerweile war der Mond aufgegangen und leuchtete hell über dem Lager. Wolfsrufe hallten durch den Wald. Cassie saß noch immer am Feuer und schaute in den Wald. Sie hoffte, dass Anna wusste, was sie tat. „Anna weiß, was sie tut.“ Amira, die kurz in ihrem Wohnwagen verschwunden war, war mit einem Paar Decken zurückgekehrt, von denen sie eine Cassie gab. Erstaunt sah Cassiopeia das Mädchen an. „Woher weißt du...?“ „Die Gabe der Verwandlung ist nicht unsere einzige Fähigkeit.“ „Können alle -“ „Nein“, meinte Amira lächelnd, „nur ein kleiner Teil.“ „Von wem habt ihr sie?“ „Von meiner Großmutter. Sie verstand viel von Magie.“ Amira begann zu kichern. „Entschuldige, aber das muß sich ja fast schon nach dem Märchen vom Rotkäppchen anhören.“ Cassie schmunzelte, aber sie traute den Dakern noch immer nicht völlig. Doch das würde sie Amira ganz bestimmt nicht wissen lassen.

„Warum stört es dich so, dass Remus mit Anna unterwegs ist? Es hat nichts damit zu tun, was er ist, richtig?“ Cassie blickte zu Amira, einen Augenblick sahen sie sich schweigend an. Dann erhob sich Amira, griff in einen kleinen Lederbeutel, der am Gürtel ihres Rockes hing, holte scheinbar etwas heraus und warf es ins Feuer. Das Feuer loderte hell auf, eine große Rauchsäule stieg gen Himmel. Plötzlich hatte es den Anschein, als tauchten zwei gelbe Augen im Rauch auf... der dichte, weiße Qualm formte sich zu einem Kopf... Es war der Kopf eines Tigers. Nun manifestierte sich auch der Rest des Körpers. Der Tiger erhob seine Pranken vor Cassies Augen zum Sprung. Er machte einen Satz nach vorn, dann wendete er den Kopf, bog geschmeidig seinen Körper um die Rauchsäule und schien sich mit ihr nach oben zu winden. Bald war er nicht mehr zu sehen. Das Feuer wurde wieder schwächer, nur noch eine kleine Rauchfahne stieg davon empor. Cassie wusste, was es mit der Erscheinung auf sich hatte, verlor jedoch kein Wort darüber. Allerdings fragte Amira sie auch nicht danach. Stattdessen bot sie ihr an, in ihrem Wagen zu übernachten.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

31.05.2005, 22:08
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~ 20 ~


Der Name des Mädchens lautete Amira. Sie begrüßte Anna und Cassie freundlich und führte sie ans Lagerfeuer, über dem in einem großen Kessel das Essen kochte. Die Wärme des Feuers tat den Beiden gut. Sie hatten gar nicht gemerkt, wie durchgefroren sie waren. Amira bot ihnen etwas von dem Essen an, was die Beiden zögerlich annahmen. Doch zuvor verließen sie kurz das Camp, um ihre Tiere zu holen.
Anna war Cassies Unbehagen nicht entgangen. Daher nutzte sie die Gelegenheit, sie darauf anzusprechen: „Was ist los mit dir?“ „Du weißt, was sie sind?“ erwiderte Cassiopeia. Anna nickte. „Und du weißt, was heute ist?“ fuhr sie fort. Die Beiden hatten ihre Tiere erreicht. „Vollmond, ja“, meinte Anna lächelnd und tätschelte den Hals ihres Pferdes. „Anna, sie sind nicht so wie wir. Sie sind echte Werwölfe!“ rief Cassie entsetzt, sah sich schnell nach allen Seiten um und meinte dann leiser: „Sie sind Kreaturen der Nacht. Für sie ist es ein Leichtes, jemanden wie uns zu töten.“ „Wenn sie das wollten, hätten sie dazu längst mehr als einmal eine Chance gehabt.“

Plötzlich begannen ihre Hunde zu bellen und unterbrachen so das Gespräch. Jemand näherte sich ihnen. Auf Annas und Cassies Befehl hin gaben die drei Hunde Ruhe. Nun konnten sie um sich herum deutlich knackende Äste hören. Sie waren umzingelt!


***

Mit großen Sprüngen lief er am Rand des Feldweges entlang. Endlich hatte er eine Spur ausfindig gemacht. Diesmal musste es die richtige sein. So ein merkwürdiges Wesen hatte er noch nie verfolgt. Mal schien es sich auf zwei Beinen fortzubewegen, dann wieder auf allen Vieren. Die Spur führte in einen Wald. Bevor er jedoch in den Wald hineinlief, um ihr weiter zu folgen, drehte er sich um und hielt nach seiner Herrin Ausschau.
Er musste eine Weile warten, bis sie in seinem Blickfeld auftauchte. Sie war bei weitem nicht so wendig und schnell wie er unterwegs. Er wartete, bis sie ihm das Okay gab, dann lief er in den Wald. Sie brauchte einen Moment, bis sie ihm folgen konnte, daher verlangsamte er zunächst seine Schritte. Im Gegensatz zu ihr war es für ihn kein Problem, selbst zwischen den Bäumen sein Tempo zu halten.

Die Fährte war noch recht frisch. Doch auf einer Lichtung hielt er mit einem Mal inne. Die Spur des Wesens, das er verfolgte, vermischte sich mit einigen anderen Spuren. Es war hier scheinbar auf andere seiner Art gestoßen. Auf einmal vernahm er verdächtige Geräusche. Seine Herrin schien es auch gehört zu haben und rief ihn zu sich. Gemeinsam zogen sie sich zurück, um nicht entdeckt zu werden.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

21.04.2005, 14:13
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~ 19 ~


Bedächtig ritt Cassie auf ihrem Irish Tinker voran, Anna folgte ihr auf ihrem Westfalen den schmalen Waldweg entlang. Sie schauten sich immer wieder um, ob sie etwas verdächtiges sahen. Die Hunde liefen angeleint neben den Pferden her. Das Verhalten der Wölfe hatte auch Cassie zu denken gegeben. Es ließ eigentlich nur einen Schluß zu, dem sie nun auf den Grund zu gehen versuchten.
Endlich fanden sie eine Spur, die auf die Wölfe hindeutete. Ein Geräusch ließ sie vorsichtig werden. Sie stoppten und lauschten. Ein Wiehern und Stimmen hallten durch den Wald. Die beiden Mädchen banden ihre Pferde und Hunde ein wenig abseits an ein paar Bäume und schlichen in den Wald, auf die Geräusche zu. Auf einer großen Lichtung entdeckten sie ein Lager –das einer Gypsy-Sippe, wie Cassie sogleich feststellte. Leise beobachteten die Beiden das Treiben im Camp, auf der Suche nach Hinweisen, die ihren Verdacht die Wölfe betreffend erhärteten. Einige der Jugendlichen bereiteten das Essen, ein paar kleine Kinder spielten in der Mitte des Lagers, während sich einige Jungs allem Anschein nach auf die Jagd vorbereiteten. Ein Rudel Hunde (bei denen es sich um Wolfshybriden zu handeln schien) das in der Nähe angebunden war, zerrte ungeduldig an den Ketten und konnte kaum erwarten, dass es losging. In ihrer freudigen Erregung bemerkten die Tiere die Fremden anscheinend gar nicht. Auf einmal blickte ein Junge in Cassies und Annas Richtung. Sie wagten nicht, sich zu bewegen. Ohne den Blick abzuwenden kam er ein paar Schritte näher. Hatte er sie etwa entdeckt? Der Junge drehte sich wieder zu den anderen um und wechselte ein paar Worte mit ihnen, woraufhin diese mit den Hunden das Camp in die entgegengesetzte Richtung verließen. Doch Cassie und Anna blieb keine Zeit zum Entspannen, der Junge wandte sich wieder in ihre Richtung um und näherte sich ihnen langsam. Er war groß und schlank, sein langes, schwarzes Haar –mit einer weißen Strähne– verdeckte sein Gesicht beinahe völlig. In seinen Händen hielt er eine Armbrust, die er nun spannte.


Als er sich bereits dicht vor den beiden Mädchen befand, strich er sich plötzlich die Haare aus dem Gesicht und eine lange Narbe kam zum Vorschein. Anna hatte eine Idee – zugegeben, eine ziemlich verrückte Idee – doch es war das einzige, das ihr in dieser Situation einfiel. Sie blickte zu Cassie, schloß kurz die Augen und als sie sie wieder öffnete, sah sie ihre Freundin mit den Augen eines Wolfes an. Cassie schüttelte den Kopf, doch Anna ignorierte es und begann, sich zu verwandeln. Sie wusste, dass es riskant war, denn während der Verwandlung war sie völlig wehrlos, aber sie vertraute auf ihr Gefühl.

Der Junge zögerte, die Waffe noch immer im Anschlag. Äußerst vorsichtig kam die Wölfin aus dem Gebüsch. Hoffentlich irrte sie sich nicht. Mensch und Tier blickten sich einen Moment in die Augen. Der Junge zeigte keinerlei Angst, höchstens ein wenig Überraschung. Er musterte die Wölfin genau, jedoch nicht als Jäger, da war sich Lupina sicher. Sie sah, wie er leicht zu lächeln begann und dann langsam – den Blick dabei ständig auf sie gerichtet – die Armbrust auf den Boden zu seinen Füßen legte. Er streckte die Hände aus, mit den Handflächen nach oben, um ihr zu zeigen, dass er nun unbewaffnet war und ihr von ihm keine Gefahr drohte. Die Wölfin setzte sich, wartete einen Augenblick, um sicher zu gehen, dass er nicht doch wieder nach der Waffe griff, drehte sich dann zu Cassie um und nickte ihr kaum merklich zu. Zögerlich kam nun auch Cassiopeia aus dem Versteck.
Lupina spürte etwas Unsicherheit bei dem Jungen. Sie fletschte die Zähne und knurrte, denn auch die Bewegung seines Armes in Richtung Waffe war ihr keineswegs entgangen. Der Fremde verstand und symbolisierte ihr abermals friedliche Absichten, um sie zu besänftigen. Mißtrauisch beobachtete Lupina ihn weiterhin genauestens. Erst als Cassie neben ihr stand, tat die Wölfin den letzten Schritt, der ihr Gewissheit verschaffen würde: Sie verwandelte sich zurück in einen Menschen. Cassie blickte Anna entsetzt an, denn schließlich war es untersagt, seine magischen Kräfte vor Fremden zu demonstrieren. Der Junge jedoch war erstaunlich gelassen geblieben. „Schon gut“, meinte er schmunzelnd, „so etwas ist nichts Neues für mich. Es hat mich nur ein wenig überrascht, es am helllichten Tag zu sehen.“ Anna grinste Cassie an, die nicht ganz so erfreut schien, dann stellte sie sich und ihre Freundin vor. Der Junge stellte sich daraufhin als Remus vor, was Anna unweigerlich einmal mehr an Jake denken ließ. Remus führte die Beiden zu einem Mädchen seines Stammes, das sich ihrer annehmen sollte.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

19.03.2005, 15:56
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~ 18 ~


Anna und Cassie übernachteten auf einer kleinen Waldlichtung dicht hinter der ungarischen Grenze. Während Cassie schon schlief, lag Anna abermals – wie so oft in letzter Zeit – wach da. Gebannt blickte sie zum beinahe vollen Mond und lauschte dem Wolfsgeheul. Es sehnte sie danach, endlich wieder als Wölfin durch die Wälder zu streifen, mal wieder dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit zu spüren. Sie konnte dem Drang nicht mehr widerstehen. Leise stand Anna auf, sah sich noch einmal nach Cassie um und konzentrierte sich dann auf die Wölfin. Schon wenig später lief sie wieder als ‚Lupina’ durch den Wald.

Gespannt schaute sie sich um. Ob sie wohl den anderen Wölfen begegnete? Und ob diese sie dulden würden? Das Wolfsgeheul um sie her wurde eindeutig lauter. War dort vor ihr nicht eine Bewegung im Gebüsch? Hinter ihr raschelte etwas! Sie drehte sich um. Halt, war neben ihr nicht etwas? Einige Augenpaare leuchteten plötzlich auf und ein unheilvolles Knurren erklang aus allen Richtungen. Sie hatten sie umzingelt! Ein Wolf nach dem anderen tauchte auf und kam langsam näher. Fliehen schien sinnlos; Lupina unterwarf sich den Wölfen und hoffte, dass sie ihr nichts taten. Doch die Tiere verhielten sich irgendwie merkwürdig. Sie zögerten – als wenn sie zuerst berieten, was sie mit der ihnen fremden Wölfin tun sollten. Lupina war die Situation zunehmend unheimlicher. Diese Wölfe hatten irgendetwas sonderbares an sich. Wieso hatte sie ihre Anwesenheit nicht schon eher bemerkt?
Das Alpha-Tier sah sie eine Weile ohne jede Regung an. Eine große Narbe zierte sein Gesicht. Auf einmal schien der Wolf seinem Rudel zuzunicken und sie verschwanden genauso plötzlich wie sie erschienen waren wieder hinter den Bäumen. Zurück blieb eine verwirrte Lupina. Sie starrte den Wölfen noch einen Moment nach, dann kehrte sie zum Lager zurück.

Cassie schien zu schlafen, sie hatte allem Anschein nach nichts gemerkt. Schnell verwandelte sich Lupina zurück in Anna und legte sich wieder hin. „Na, schon zurück?“ Überrascht blickte Anna zu ihrer Freundin. „Du bist wach? Na ja, hätte mich auch gewundert, wenn du nichts gemerkt hättest“, meinte Anna schmunzelnd. „Der Wolf hört immer des Wolfes heulen, hm?“ stellte Cassie fest. „Ja“, grinste Anna, „ich konnte einfach nicht widerstehen.“ Etwas ernster erzählte sie Cassie schließlich von ihrer Begegnung mit den Wölfen.


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19.03.2005, 15:52
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~ 17 ~


Cassie und Anna durchstreiften einige Dörfer. Sie begegneten jedoch nur wenigen anderen Menschen, dafür umso mehr Straßenhunden und herrenlosen Pferden. Cassie war auffallend ruhig, noch ruhiger, als Anna es von ihr gewohnt war - und sie lachte auch nicht mehr. Es war aber auch recht deprimierend: Vor dem Virus war die Armut in Rumänien schon sehr groß gewesen - nun schien es noch schlimmer geworden zu sein. Scheinbar waren viele von denen, die überlebt hatten, fortgezogen -vermutlich in die größeren Städte- in der Hoffnung, dort genügend Nahrung vorzufinden.
Erst, als sie fast die Grenze zu Ungarn erreicht hatten, schien es Cassie langsam wieder besser zu gehen.
***
Ein ziemlich finster ausschauender Wald tat sich vor ihnen auf. Anna begutachtete den Weg, überlegte und meinte dann verschmitzt lächelnd: "Wir sollten das Waldstück lieber möglichst schnell hinter uns lassen." Cassie sah sie einen Moment an, begann zu lachen, rief: "Okay, folg mir!" und trieb dann ihr Pferd an. "Was? Hey, du folgst mir!" Anna trieb ihr Pferd ebenfalls an. Die Beiden galoppierten durch den Wald, wobei sie sich des öfteren gegenseitig überholten. Ihre drei Hunde machten das Spiel begeistert mit. Schließlich galoppierten sie beinahe gleichauf aus dem Wald. Im Trab ging es weiter bis zu einer Wiese in der Nähe, wo sie eine Rast einlegten.

***


Beinahe völlig lautlos flog –nein, schwebte er dahin. Die Stille wurde nur hin und wieder durch seine schrillen Rufe unterbrochen. Er nutzte geschickt die Thermik, um sich in die Höhe tragen zu lassen. Immer höher gleitete er, die Wolken waren zum Greifen nah. Runde um Runde drehte er dort oben. Er genoß die grenzenlose Freiheit.
Plötzlich erspähten seine scharfen Augen etwas. Dort unten im Gras bewegte sich etwas. Sogleich legte er die Flügel eng an den Körper an und begann zu fallen. Im Sturzflug schoss er auf den Boden zu. Das einzige Geräusch war das Rauschen der Luft an seinen Flügelspitzen. Kurz vor dem Boden öffnete er die Schwingen und streckte die Fänge vor. Zielsicher packten seine Klauen die Maus. Er breitete seine Flügel über die Beute und schirmte sie so vor möglichen anderen Beutejägern ab. Nachdem er die Maus verspeist hatte, erhob er sich wieder in die Lüfte.
Suchend blickte er sich um.
***
Maeve stand oberhalb einer Wiese auf einem Feldweg und wartete. Seit sie ein Gebiet mit dunklen Wäldern durchquerten, ritt sie voraus, um nach möglichen Gefahren Ausschau zu halten. Erneut rief sie nach dem Falken und stieß einen Pfiff aus. Endlich sah sie ihn. Er kam direkt auf sie zugeflogen. Mit einem schrillen Schrei landete er sicher auf ihrem ausgestreckten Arm. „Da bist du ja wieder“, meinte Maeve lächelnd, „na, bist du satt, so dass wir weiter können?“ JC antwortete mit einem leisen „fiieep“, was wohl soviel wie ‚ja’ bedeuten sollte. Maeve nahm mit der freien Hand Lords Zügel wieder auf und ritt langsam weiter.
***
Ihr Weg führte die Mädchen raus aus Siebenbürgen/Transsilvanien, quer durch Rumänien, Richtung Ungarn. Auf ihrer Reise durch dieses Land begegnete ihnen kaum eine Menschenseele, dafür unzählige Straßenhunde. Tribes schien es hier nur sehr wenige zu geben, vermutlich nur die, die schon vorher existiert hatten, die Gypsy-Sippen.

Schließlich erreichten sie Ungarn. Was würde sie hier wohl erwarten?


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15.02.2005, 13:24
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~ 16 ~


Das Aussehen des Schlosses deutete darauf hin, dass sie nicht die ersten hier waren, seit dem Virus. Trotzdem hatte es fast nichts von seinem Glanz verloren. Die Kinder waren ein wenig enttäuscht, dass es hier wirklich nichts gab, was mit Dracula, bzw. Vlad Tepes, zu tun hatte. Während sich die älteren Mädchen in Ruhe umsahen, tobten die jüngeren durchs Schloß. Die Twins waren es natürlich, die die geheimen Tunnel als erste entdeckten. Das machte das ganze doch noch spannend. Den ganzen Vormittag waren die Kinder auf Erkundungstour in den Geheimgängen und Tunneln – zur Freude von Maeve, Niamh und Chenoa, den drei Ältesten, die dadurch endlich mal wieder etwas Zeit für sich hatten.
***
Die drei saßen in einem abgelegenen Zimmer und genossen die Ruhe, die ohne die anderen und ohne die Tiere, die entweder draußen oder bei den Mädchen in den Tunneln waren, herrschte. Chenoa und Maeve unterhielten sich angeregt, während Niamh nachdenklich am Fenster saß.

Niamh war genau wie Maeve 18 Jahre, hatte langes, gelocktes, dunkelblondes Haar mit zwei blauen Strähnen und war charakterlich das Gegenteil von Maeve: sehr zurückhaltend und oft in sich gekehrt. Sie trug ein kurzes, helles Kleid, hatte ebenfalls ein blaues Tuch um die Hüfte gewickelt und trug ein weiteres blaues Tuch um die Schultern.
Chenoa war 17 Jahre, hatte langes, z.Zt. hellrot gefärbtes Haar, in das sie einige Federn eingeflochten hatte und trug eine geschnürte Lederhose und Bluse. Um den Hals trug sie ein Lederband mit Falkenfedern.

Niamh hielt den Delphinanhänger ihrer Halskette in Händen und schien mit ihren Gedanken meilenweit weg zu sein. Plötzlich wurde sie durch ein leises Klopfen aus ihren Gedanken gerissen. Draußen saß Una, Chenoas Rabenkrähe, und pickte gegen das Fenster. Niamh öffnete das Fenster und ließ den Vogel hinein. Una flatterte zu Chenoa und setzte sich auf ihre Schulter. Als Niamh das Fenster schließen wollte, rief Maeve ihr zu: „Lass das Fenster ruhig noch offen, Jay C. kommt bestimmt auch gleich.“ Kaum hatte sie das gesagt, kam der Falke auch schon angeflogen und ließ sich auf Maeves ausgestrecktem Arm nieder. Einige Minuten später hallte aufgeregtes Geschrei durchs Schloß. „Na toll“, meinte Chenoa, „die Kids scheinen ihre Entdeckungstour beendet zu haben.“ „Tja, nun ists vorbei mit der Stille. Lasst uns wieder nach unten gehen, sonst geben sie nie Ruhe“, erwiderte Maeve. „Es wird sowieso Zeit, dass wir aufbrechen.“
***
Während alle ihre Schlafsäcke, Decken und anderen Sachen einpackten und zu den Pferden brachten, berichteten die Zwillinge und die anderen Mädchen Niamh, Chenoa und Maeve von ihren Erlebnissen unter dem Schloß – von dunklen, unheimlichen Tunneln, Ratten und Fledermäusen, doch zu ihrer Enttäuschung waren sie auch dort auf keinen Vampir gestoßen. „Und wenn da ein Vampir war, hat er sicher vor den Twins reißaus genommen“, meinte Alisha lachend.
(Alisha – kurz Ally genannt – war 11 Jahre, dunkelhäutig und hatte langes, mit bunten Bändern zu Rastazöpfen geflochtenes Haar, trug ein buntes Kleid und einen breiten, beigen Schal (bzw. Tuch) um die Schultern, dazu eine Halskette mit einem kleinen, weißen Elefanten als Anhänger.)
***
Nachdem alle Pferde gesattelt und bepackt waren und Kaltblutmix Luisa vor den Wagen gespannt war, brach die kleine Gruppe – bestehend aus 10 Mädchen – auf.

Maeve ritt auf Lord voran, an der Hand führte sie Dreamdancer (genau wie Lord ein großer, dunkelbrauner Hannoveraner-Wallach) als Packpferd mit. Hinter ihr ritten Hope, Lily und Alisha.
Hope, die auf einer dunkelbraunen Shagya-Araber-Stute namens Scimitar ritt, hatte schulterlanges, blondes Haar mit einer grünen Strähne, welches sie bis auf einen kleinen Zopf offen trug. Ihre Kleidung bestand aus einem bunten T-Shirt, Reithose, Jeansjacke und einem blauen Halstuch.
Lily ritt auf einem schwarzen Wallach mit sichtbarem Araberanteil, der nur „der Schwarze“ genannt wurde. Lily war nur wenige Monate jünger als Hope, hatte schulterlanges, dunkelblondes Haar, welches sie mit einem breiten, blauen Haarband „bändigte“. Außerdem trug sie eine weiße (künstliche) Blüte im Haar. Ihre Kleidung ähnelte der ihrer besten Freundin Hope.
Alisha ritt auf Gismo, einem Haflingerwallach. Dahinter folgten Niamh und Ivy mit einem (kleineren) Planwagen, Isa ritt auf Shaggy (einem schwarzgescheckten dt. Reitpony-Hengst) nebenher. Hinter dem Wagen ritten Caprice (auf ihrem Fjordpferd Frechdachs) und Cheyenne (auf ihrer weißen Isländerstute Racker).
[Caprice, 15 Jahre, hatte schulterlanges, hellbraunes Haar mit hellblonden und roten Strähnchen; sie trug meist ausgeflippte Klamotten, Reithosen (auch, wenn sie gerade mal nicht ritt), eine rote Weste und eine Basecap.
Cheyenne war 14 Jahre, hatte langes, blondes Haar, das sie als Pferdeschwanz mit blauen Bändern und Federn trug und einen blaugefärbten Pony. Normalerweise trug auch sie ausgeflippte Klamotten, doch derzeit bevorzugte sie wie Maeve und Chenoa etwas altmodischere Kleidung: eine geschnürte Lederhose, dazu einen gestrickten, hellen Pullover oder graue /erdfarbene T-Shirts und eine erdfarbene Weste.
Cheyenne und Caprice liebten genau wie die Zwillinge Streiche, allerdings trieben es die beiden nicht mehr ganz so arg wie die Twins.]
Chenoa bildete die Nachhut auf ihrem – ebenfalls schwarzgescheckten Reitpony - Iltschi. Una saß dabei die meiste Zeit auf ihrer Schulter, während JC über der Gruppe flog. Die Hunde liefen frei neben den Mädchen her.

Wenn die Mädchen daran dachten, die nächste Nacht vermutlich wieder auf offenem Feld verbringen zu müssen, tat es ihnen richtig Leid, das Schloß hinter sich zu lassen.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

12.02.2005, 23:31
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~ 15 ~


Obwohl sie erst spät schlafen gegangen waren, waren Cassiopeia und Anna schon früh wieder auf den Beinen. Das Gewitter und der Regen hatten zum Glück noch in der Nacht aufgehört. Nach dem Frühstück verließ Anna die Hütte, sah sich kurz um, kehrte ins Gebäude zurück und meinte schmunzelnd zu Cassie: "Sie sind hier, auf der Burg." "Wir sollten bald aufbrechen", meinte Cassie. Anna stimmte ihr zu. Schnell waren die wenigen Sachen gepackt, die Pferde gesattelt und aus dem Stall geholt. Bevor sie aufbrachen erklärte Anna ihrer Freundin: "Ich gebe den anderen nur noch einen groben Richtungshinweis." Sie schloß die Augen, konzentrierte sich auf Jay C. und rief ihn mittels Telepathie zu sich.
Schnell wie eine Gewehrkugel kam der Falke von der Burg ins Tal geschossen, öffnete seine Schwingen und flatterte zu Anna. Diese schrieb schnell 'Ungarn' auf einen kleinen Zettel, fragte kurz Cassie: "Grob genug?" - worauf diese lachend nickte - und band den Zettel dann ans Bein des Falken. Danach schickte sie den Vogel zurück zu Merle. "So, jetzt dürften wir etwas Zeit haben, uns in Rumänien umzusehen.“ Die Beiden bestiegen ihre Pferde und ritten los.

***
Langsam näherte er sich ihr. Fasziniert musterte sie ihn: Er trug dunkle, altmodische Kleidung, einen schwarzen Umhang und hatte herrliche, lange, dunkle Haare. Und diese Augen... als ob sie sie hypnotisieren wollten... Regungslos stand sie da, er hatte sie völlig in seinen Bann gezogen. Sanft strich er ihre Haare zur Seite und küsste ihren Hals. Dann plötzlich biss er zu. Begierig trank er ihr Blut. Sie spürte, wie ihr etwas von der warmen Flüssigkeit den Hals hinunterlief, spürte, wie er sie Schluck für Schluck austrank. Doch sie wehrte sich nicht. Es gefiel ihr irgendwie sogar.
Er löste seinen Biss und sah ihr in die Augen... Seine Lippen näherten sich ihren... Dann presste er die vom Blut noch feuchten Lippen auf ihre Lippen und küsste sie...


„Iiiiihh!“ Maeve schreckte aus dem Schlaf. Das war kein Kuss, sondern ein nasser, kalter Waschlappen gewesen. Schnell schnappte sie sich den Lappen und warf ihn der flüchtenden, vor Freude quiekenden Ivy hinterher. „Miststück“, rief sie halb wütend, halb lachend. „Guten Morgen, Maeve. Mach dir nichts draus, so haben die Beiden heute morgen alle geweckt“, berichtete Hope, die gerade dabei war, ihre Sachen zusammenzupacken.
Mit „die Beiden“ meinte sie die 10jährigen, eineiigen Zwillingsschwestern Ivy und Isa, die immer zu Streichen aufgelegt waren. Die beiden hatten schulterlanges, hellbraunes Haar, in das sie sich blaue und grüne Strähnchen gemacht hatten. Das und die Jeans-Schlaghosen, die beide momentan trugen, waren derzeit die einzigen Gemeinsamkeiten. Isa trug ihre Haare offen, mit bunten Spangen und einigen bunten Federn darin und bevorzugte bei ihrer Kleidung Rosa- und Rottöne. Ivy hingegen trug zwei hochangesetzte Seitenzöpfe, die sie mit bunten Bändern zusammengebunden hatte und bevorzugte dunkelblaue und dunkelgrüne Kleidung. Bei ihren zahlreichen Streichen allerdings liebten die Twins es, genau gleich herumzulaufen, oder ihre Klamotten zu tauschen.

„Morgen, Hope“, gab Maeve noch etwas schlaftrunken von sich, „oh man, so werden aus den beiden nie...“ „Pssst!“ Hope legte einen Zeigefinger auf ihre Lippen, „wir haben doch vor Reiseantritt schwören müssen, dass wir das Wort nie aussprechen.“ „Ach, hier ist doch sowieso niemand außer uns.“ „Sicher ist sicher.“ „Ja, hast ja recht“, meinte Maeve und musste lachen, „jetzt musst du mich schon an unsere Regeln erinnern. Dabei sollte ich doch auf euch aufpassen und nicht umgekehrt.“ Hope, die mit ihren 13 Jahren immerhin fünf Jahre jünger als Maeve war, sah ihr Gegenüber streng an, dann meinte sie gespielt ärgerlich: „Hey, seit wann haben wir dich zu unserer Anführerin gewählt?“ Sie verließ grinsend den Raum.

Nach dem Frühstück und den üblichen kleinen Streitereien („Wer kümmert sich um die Tiere?“ „Ich fütter die Pferde.“ „Nein, ich!“ „Hey, heute bin ich dran.“ „Du kannst die Hunde füttern, ich will die Pferde füttern.“ „Du hast doch gar keine Ahnung davon.“ - „Und wer ist heute mit Küchendienst dran?“ „Ich nicht.“ „Ich war gestern dran.“ „Ich auch nicht.“ usw.) – bei denen sich die Älteren jedesmal wunderten, wie es die jüngeren schafften, sich ohne Prügeleien zu einigen – sahen sich alle erstmal im Schloß um. Schließlich hatten sie es bisher noch nicht bei Tageslicht gesehen.


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12.02.2005, 23:27
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~ 14 ~


Lautes Hundegebell hallte durchs Schloß und unterbrach die Stille. Caprice nahm ihr Kopfkissen und legte es sich über die Ohren, doch es brachte nicht den gewünschten Erfolg. Nach mehrmaligem Hin- und Herwälzen richtete sie sich auf. „Könnte vielleicht endlich mal wer die Hunde rauslassen?“ rief sie ärgerlich. Keine Reaktion. „Bitte, ich möchte endlich weiterschlafen!“ „Wenn mir jemand ne Knoblauchknolle gibt, mach ichs“, kam eine Antwort aus der Dunkelheit. „Weihwasser wäre auch nicht schlecht“, ertönte eine andere Stimme. „Oder ein Pflock!“
„Ist ja schon gut, ich mach’s“, erwiderte Chenoa genervt, griff sich eine Taschenlampe, warf sich ihren langen, schwarzen Kapuzenumhang über und stand auf. „Angsthasen“, murmelte sie, dann verließ sie den Raum und ging zur Tür, die in den Innenhof führte.
Die Hunde bellten noch immer und sprangen an der Tür hoch. Schnell öffnete Chenoa die Tür. Fang, der weiße Schäferhund, stürmte als erstes hinaus, ihm folgte Wolf, ein Picard-Hütehund-Mix, dicht gefolgt von Kojak, Chenoas Labrador. Chenoa trat vor die Tür und hoffte, dass die Hunde bald wieder zurückkamen. Erfreut stellte sie fest, dass wenigstens das Gewitter und der Regen endlich vorbei waren.

Als sie –auf der Suche nach den Hunden– den Hof mit der Taschenlampe ableuchtete, entdeckte sie jemanden bei den Pferden. Wer war das? Sie hatte nicht gemerkt, dass noch jemand außer ihr den Raum verlassen hatte.
***
Gedankenverloren stand Maeve vor Lord und streichelte seinen Kopf. Der große, dunkelbraune Hannoveraner-Wallach stand ruhig – mit gesenktem Kopf – da und genoß die Streicheleinheiten.

Maeve trug (wie so oft) eines ihrer Lieblingskleider, das aus einem längst vergangenen Jahrhundert zu stammen schien. (ein langes, helles Leinenkleid) Um die Hüfte hatte sie sich ein blaues Tuch gewickelt, was schon fast ein Erkennungsmerkmal ihrer kleinen Gruppe war – neben den anderen Erkennungszeichen: eine blaue (aufgemalte) Träne unter dem rechten Auge, ein auf den Handrücken gemaltes, grünes Kleeblatt, ein Lederarmband mit ihrem Namen (welches mit Hufeisen verziert war) und ein keltisches Symbol auf der Kleidung. Über dem Kleid trug Maeve einen langen, dunkelgrünen Lodenumhang mit Kapuze.
Maeve faszinierte das Mittelalter, weshalb ihr auch das Leben hier in der Tribeworld gefiel, so (fast) ohne Strom und moderne Technik.
Sie musste an das Mädchen denken, dem sie im Ort begegnet waren. Einerseits tat ihr die Kleine leid, weil sie ihr so einen Schrecken eingejagt hatten. Andererseits konnte sie sich ein Lachen nicht verkneifen, wenn sie daran dachte, dass dem Mädchen Lord –als er ihr in der Dunkelheit so plötzlich gegenüber gestanden hatte– wie ein Ungeheuer vorgekommen sein musste. Maeve musterte den großen Wallach. Doch, in der Dunkelheit, noch dazu bei schlechtem Wetter, konnte er durchaus angsteinflößend aussehen. „Du bist mir einer“, meinte sie lachend und gab ihm einen Kuss auf die Nüstern.

Plötzlich hörte sie, wie die Schloßtür geöffnet wurde. Dann sah sie auch schon die Hunde hinausstürmen. Tara, Maeves schwarz-weiße deutsche Dogge, erhob sich von ihrem Schlafplatz neben Lord und lief zu den anderen Hunden.
Chenoa stand vor der Tür und sah zu Maeve. Maeve ging zu ihr. „Ach du bist das. Ich dachte schon...“ „Dass Dracula hier herumschleicht?“ fragte Maeve. „Du weißt doch, dass Vlad Dracul nie hier im Schloß war. Es diente Bram Stoker nur als Vorlage“, fuhr sie fort. Auf einmal entdeckten sie etwas im Schein der Taschenlampe... eine Fledermaus! Beide sahen sich fragend an, dann begannen sie zu lachen.
Endlich tauchten die Hunde wieder auf. Chenoa ließ Fang, Wolf und Kojak wieder rein, während Maeve ihrer Dogge zu verstehen gab, draußen bei den Pferden zu bleiben. Müde trottete die Hündin wieder zu ihrem Schlafplatz. Die beiden Mädchen taten es ihr gleich und marschierten zu ihren Schlafplätzen.


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25.01.2005, 17:37
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