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Phantom
Panthera lupus




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~ 33 ~


Ein letztes Mal fanden sich am nächsten Morgen die Maestoso Siglavys und Nereiden zu einem gemeinsamen Frühstück ein. Doch Sistina und Mercurio verschwanden recht schnell vom Tisch.
Nach dem Essen machten sich die Nereiden zu einem letzten, kleinen Rundgang auf. Dabei sahen sie, dass die Türen der Winterreitschule offen standen. Sie entschieden sich, noch einmal die Gelegenheit zu nutzen, hineinzuschauen. Wer wusste schon, ob sie je wieder an diesen Ort kommen würden?

Erstaunt stellten sie fest, dass sie nicht die einzigen waren. Im Saal befanden sich Anna, Sistina, Mercurio und ein ihnen unbekannter Mann. Die beiden Maestoso Siglavys saßen auf zwei Lipizzanern, die schon am Vorabend ihr Können gezeigt hatten und erhielten von dem Mann eine Dressurstunde. Als sie die Nereiden entdeckten, kamen sie zu ihnen geritten. „Darf ich vorstellen - das ist Maestoso“, sagte Sistina glücklich. „Und das Siglavy“, stellte Mercurio „sein“ Pferd lachend vor. „Anna und Mark – der Besitzer der beiden Hengste – waren so nett, uns noch einmal eine letzte Reitstunde zu ermöglichen und so unsere Kenntnisse ein wenig aufzufrischen“, erklärte Sistina. „Jetzt entschuldigt uns bitte, wir wollen die wenige Zeit noch nutzen.“ Die Nereiden schauten den beiden eine Weile beim Unterricht zu, dann ging es bald zurück in die Stallburg. Schließlich mussten sie noch ihre Sachen zusammensuchen und die Taschen packen.

*

Am frühen Nachmittag verabschiedeten sich die Nereiden zusammen mit Anna und Cassiopeia von ihren Gastgebern. Traurig, aber auch glücklich, einander kennengelernt zu haben, fielen sich alle noch einmal in die Arme. Dann schwangen sich die Nereiden auf ihre Pferde oder stiegen auf den Planwagen und ritten - bzw. fuhren – gemeinsam mit Anna und Cassie los.

Die Nereiden schauten neugierig zu Anna, Cassie, Maeve und Chenoa, die ein wenig voraus ritten und geheimnisvoll miteinander tuschelten. Sie waren gespannt, wo es als nächstes hinging.

Die Vier führten die Mädchen zu einem einsamen, verlassenen Platz. „Und jetzt?“ fragte Caprice. „Jetzt öffnen wir ein Tor zum nächsten Ort“, antwortete Anna. „Wohin?“ wollte Cheyenne wissen. „Das seht ihr dann“, erwiderte Maeve knapp.
Nachdem sie sich noch einmal vergewissert hatten, dass auch wirklich niemand in der Nähe war, öffneten Anna, Cassie, Maeve und Chenoa zusammen mit Niamh – die noch schnell eingeweiht worden war – das ‚Raum-Zeit-Tor’.

Caprice und Cheyenne ritten als erste hindurch, dicht gefolgt von Isa. Die anderen ließen nicht lange auf sich warten. Als schließlich auch Cassie, Anna und die restlichen Nereiden auf der anderen Seite ankamen, wurden sie von fragenden Gesichtern und einer etwas verschreckten Hope – die versuchte, ihre Stute zu beruhigen – erwartet.
„Wo sind wir?“ wollte Isa wissen. „An einem Ort, der verlassen genug ist, um hier ungesehen ein Tor zu öffnen“, antwortete Chenoa, nachdem sie zusammen mit den anderen das Tor wieder geschlossen hatte. „Und was bitte ist das?“ fragte Ivy und zeigte auf etwas, das in einiger Entfernung stand und sie beobachtete. „Ein Gnu“, brachte Maeve so trocken hervor, dass sie Anna und Chenoa damit an den Rand eines Lachanfalls trieb.
„Lasst uns schnell weiterreiten. Ich glaube kaum, dass es das einzige hier ist“, sagte Chenoa, als sie sich wieder gefasst und ein paar Tränen weggewischt hatte.

Ein merkwürdiges Geräusch ließ sie jedoch nach einigen Metern innehalten. Es klang beinahe wie ein mehrstimmiges „bellen“. „Sollten wir nicht lieber weiter, anstatt stehen zu bleiben?“ fragte Isa. „Nein, aber versucht, eure Pferde ruhig zu halten und passt auf die Hunde auf“, erwiderte Maeve. Das Geräusch schwoll immer mehr an, bis es direkt hinter den Nereiden zu sein schien.

„Ehm, noch verrückter wird’s hier aber nicht, oder?“ fragte Caprice leicht verunsichert, nachdem die kleine Zebra-Herde an ihnen vorbeigaloppiert und hinter den nächsten Bäumen verschwunden war. „Ich glaube, ich habe gerade eine schwarze Katze gesehen“, kam es wie aufs Stichwort von Lily, die verängstigt wirkte. „Sag bloß, du hast Angst vor schwarzen Katzen?“ fragte Chey lachend. „Nein, nicht vor schwarzen ‚Haus’-Katzen, aber vor freilaufenden Panthern“, antwortete Lily und setzte eine beleidigte Miene auf. Alle blickten sich um, doch niemand entdeckte einen Panther oder irgendein anderes Raubtier. Als sie ein paar – in aller Ruhe – grasende Antilopen entdeckten, waren sie endgültig sicher, dass Lily sich getäuscht hatte.
Lily jedoch war sich sicher und blickte sich beim weiterreiten immer wieder ängstlich nach allen Seiten um. Und sie war nicht die einzige, die sich nicht ganz wohl fühlte. Anna glaubte nicht, dass Lily sich nur etwas eingebildet hatte. Ihr Gefühl sagte ihr, dass dort wirklich etwas gewesen war.

In zügigem Tempo ging es die Straße entlang, vorbei an einigen alten Safaribussen, die zum Teil bewohnt zu sein schienen. Spätestens jetzt wussten die meisten, wo sie sich befanden. Die noch gut erkennbaren Aufschriften der Busse verrieten es.
Nicht lange, und sie hatten den Serengeti-Park und seine Bewohner hinter sich gelassen.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

09.01.2008, 23:21
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~ 32 ~


Plötzlich ertönte Musik, die die Nereiden eher selten hörten, die aber zu diesem Ort passte wie keine andere. Erstaunt sahen die Anwesenden, wie die Lampen wieder angingen und sich die Türen erneut öffneten. Zu den Klängen klassischer Musik kamen drei Reiter auf ihren prächtig herausgeputzten Pferden – ein Rappe und zwei Schimmel – hereingeritten. Bei dem Rappen handelte es sich eindeutig um einen Friesen. Die Nereiden staunten nicht schlecht, als sie Pferd und Reiter erkannten. Es war Black Dream, der Friesenwallach von Chenoas Bruder, und im Sattel saß Cassandra, Chenoas Schwester. Die Schimmel und deren Reiter waren den Mädchen unbekannt.

Die Reiter begannen – nach den klassischen Grundsätzen der Dressurreiterei – zunächst mit den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp. Dann zeigten Black Dream und einer der Schimmel die ‚Piaffe’ – den Trab auf der Stelle. Nach Seitengängen und Traversalen folgte der „Walzertanz“ – die fliegenden Wechsel von Sprung zu Sprung. Schließlich vollführte ein Schimmel eine der ‚Königslektionen’ der Dressurreiterei, die Galoppirouette – die Drehung im Galopp um die Hinterhand. Weiter ging es mit der ‚Passage’, eine Gangart, bei der das Vorderbein in die Waagerechte gebracht wird und welche daher dem schreiten ähnelt. Nach einem abschließenden Gruß verließen Reiter und Pferde den Saal.

Doch das war noch nicht das Ende der Vorstellung. Die Türen öffneten sich ein weiteres Mal - für zwei Schimmel. Die Pferde vollführten unter ihren Reitern ein „Pas de deux“ – zeigten also die Lektionen der Hohen Schule synchron.

Danach folgte die „Arbeit an der Hand“ – vorgetragen von sechs Schimmeln. Eines der Tiere kannten die Nereiden recht gut – den Andalusierhengst Enigma mit seiner Besitzerin Charlotta. Und zwei weitere Schimmel erkannten sie: unverkennbar die Lipizzaner aus der Koppel. Es gab sie also doch!

Ein paar der Hengste zeigten die ‚Pesade’, eine Übung der klassischen Reitkunst, bei der sich das Pferd auf die Hinterbeine erhebt und die Vorderbeine an den Leib anzieht.
Ein Schimmel bereitete sich mit einigen „Hüpfern“ auf die Kapriole vor, während ein weiterer in den Pilaren in der Saalmitte piaffierte. Derweil zeigte Enigma die ‚Levade’ - er richtete sich auf der Hinterhand auf und verweilte in dieser Stellung für wenige Sekunden. Dem folgte die Pesade. Enigma richtete sich erneut auf - diesmal jedoch höher als bei der Levade – balancierte sich aus und nahm sein Gewicht auf, die Vorbereitung zur Courbette. Dann machte er, mit gewinkelten Sprunggelenken auf den Hinterbeinen stehend, einige Sprünge nach vorn, ohne dass seine Vorderbeine den Boden berührten.
Nun zeigte der „Kaprioleur“ – gut erkennbar an seinem eingeflochtenen Schweif – die Kapriole. Der Hengst sprang mit allen vier Beinen hoch und keilte mit aller Kraft mit gestreckten, geschlossenen Hinterbeinen aus. Dabei schien er waagerecht in der Luft zu liegen.
Anschließend verließen die Tiere und ihre „Bereiter“ den Saal wieder.

Damit war die Vorstellung jedoch noch immer nicht vorbei. Ein Reiter kam auf einem weiteren Schimmel in den Saal geritten. Er führte noch einmal die Schritte und Bewegungen vor, die zuvor bereits gezeigt worden waren, geführt nur mit einer Hand - einen Touchierstab in der freien Hand.

Den Abschluß bildete auch bei dieser Vorstellung die Schulquadrille, geritten von vier Hengsten.

Die Kinder und Jugendlichen applaudierten begeistert. Diese Vorstellung war schon eher den Vorstellungen von früher würdig. Es machte ihnen nicht viel aus, dass im Gegensatz zum Original hier auch Frauen dabei gewesen waren. Die Freude, dass hier tatsächlich überhaupt noch einmal Pferde im Reitsaal ‚getanzt’ hatten, überwiegte. Nicht nur Mercurio strahlte über das ganze Gesicht. Sistina bahnte sich einen Weg durch die Anwesenden und gesellte sich zu den Nereiden. „Ich hoffe, ihr könnt mir meine Flunkerei die Lipizzaner betreffend verzeihen“, wandte sie sich an Cheyenne und die anderen, „aber wir wollten nicht, dass ihr schon vorher hinter die Überraschung kommt.“ „Schon gut, auch wenn das mit den Ziegen nicht sehr nett war“, lachte Cheyenne.

Erst jetzt wurde den meisten bewusst, wie spät es schon war. Ein Großteil der Kinder und Jugendlichen begaben sich zu ihren Schlafquartieren. Nur einige Maestoso Siglavys und die Nereiden blieben noch in der Winterreitschule zurück, ebenso Anna und Cassiopeia. „Na, wie fandet ihr’s?“ wollte Anna wissen. „Einfach nur super“, erwiderten Lily und Hope. „Woher kamen die ganzen Pferde und Reiter?“ fragte Ally neugierig. „Oh, das waren einige Freunde von Charlotta und noch ein paar weitere ‚Verbündete’“, erklärte Anna zwinkernd.

Zusammen gingen sie hinüber in die Stallburg. Dort zogen sich langsam auch die restlichen Maestoso Siglavys in ihre Räume zurück und auch Anna und Cassie verabschiedeten sich. Nach einer Weile kamen auch Maeve und Chenoa in die Stallburg. Die Nereiden waren eigentlich noch viel zu aufgeregt zum schlafen, doch sie brauchten den Schlaf, denn es war ihre letzte Nacht hier. Schon am nächsten Tag sollte ihre Reise weiter gehen.
Bald schon kehrte Ruhe ein.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

09.01.2008, 23:18
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~ 31 ~


Das Warten fiel ihnen nicht gerade leicht. Und es gelang einfach nicht, den offensichtlich Eingeweihten auch nur ein Wort zu entlocken. Endlich erschien Niamh und führte die Nereiden und die anderen Anwesenden geradewegs in den Zuschauerbereich der Winterreitschule. Dort hatten sich bereits weitere Jugendliche eingefunden. Die Hofreitschule erstrahlte in ihrem alten Glanz – beinahe so, als wäre keine Zeit vergangen seit dem letzten Auftritt der Lipizzanerhengste. „Wart ihr das etwa?“ fragte Ally Niamh. „Ja, das war ganz schön viel Arbeit.“

Nicht lange, und die Türen – durch die einst die Bereiter mit ihren Hengsten in den Reitsaal gekommen waren – öffneten sich. Herein kam Sistina mit ihrer Stute an der Hand, gefolgt von Maeve, die Pluto am Zügel hereinführte. Hinter ihnen erschienen im Gänsemarsch – sichtlich aufgeregt – Sistinas kleine Reitschüler. Sistina und Maeve ließen die Pferde zunächst einmal ein paar Runden an der Longe laufen, bevor die Kinder auf ihnen – noch immer etwas aufgeregt, vor allem aber stolz – ihr Können zeigten. Unter Beifall verließen sie anschließend den Reitsaal wieder.

Kaum hatten sich die Türen hinter ihnen geschlossen, öffneten sie sich auch schon wieder. Chenoa ritt auf Shaggy herein und führte mit ihm einige Tricks aus dem Zirkus vor – sie ließ ihn auf Kommando steigen, hinlegen und einiges mehr. Auch sie bekam Applaus.
Als sie den Saal verlassen hatte, erlischte ein Großteil der Lampen. Die Vorstellung war vorbei.
Den Nereiden war nicht entgangen, dass die Darbietung vor allem den Jüngeren gefallen hatte, die Älteren jedoch leicht enttäuscht waren. Es war eben einfach nicht mit dem zu vergleichen, was es hier früher zu sehen gegeben hatte.

Die ersten wollten gehen, doch sie wurden von Niamh und anderen zurückgehalten. Caprice fiel auf, dass Mercurio, der in der Nähe stand, ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht hatte, was sie stutzig machte. Als sie sich umschaute, entdeckte sie in einiger Entfernung Anna und Cassiopeia unter den Jugendlichen.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

Dieser Beitrag wurde von Phantom am 09.01.2008, 23:15 Uhr editiert.

04.11.2006, 15:53
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~ 30 ~

In Wien


Eher ziellos ritten die Mädchen durch die Straßen. Dabei begegneten sie einem weiteren Fiaker und den Kindern, die sie schon bei ihrer Ankunft gesehen hatten. Als sie auf einmal ein merkwürdiges Geräusch hörten, folgten sie diesem – und landeten schließlich beim Prater. Das Geräusch stammte vom Riesenrad, das verlassen im Wind knarrzte. Neugierig schauten sie sich um, allen voran die Twins, die mal wieder etwas auszuhecken schienen. So landeten sie auch bei der Geisterbahn. „Ghosts, hm?“ meinte Lily. „Vielleicht erwachen die Figuren ja nachts zum Leben?!“ sagte Hope, streckte die Arme nach vorne aus und stürzte sich mit einem lauten „Buuuh“-Schrei auf Lily. Die beiden Freundinnen lachten. „Naja, vielleicht lebt der Tribe ja hier. Wir sollten lieber zurückkehren, es wird bald dunkel.“ Alisha sah ängstlich aus. „Ich bin auch dafür, dass wir umkehren. Ohne die Drei möchte ich nicht unbedingt einem feindlichen Tribe gegenüberstehen“, stimmte ihr Caprice zu. Ivy war zwar wie so oft anderer Meinung, doch schließlich war auch sie damit einverstanden.

Isa wollte sich gerade auf den Rücken ihres Pferdes schwingen, als sie vor der Geisterbahn etwas im Sonnenlicht glitzern sah. Interessiert lief sie hin. Die anderen sahen, wie sie etwas vom Boden aufhob, es aber gleich wieder weg warf. „Was hast du denn gefunden?“ wurde sie von den anderen gefragt, als sie wieder bei ihrem Pferd war. „Nur eine alte Gummi-Fledermaus und eine leere Gin-Flasche.“ Als Ivy sich noch einmal nach dem Riesenrad umsah, glaubte sie, in einer der Kabinen eine Person gesehen zu haben. Wohnten die Ghosts etwa tatsächlich hier?

***
Beim Betreten des Stalls am Morgen des nächsten Tages stellten die Mädchen überrascht fest, dass diesmal nicht nur Maeve, Chenoah und Niamh verschwunden waren, sondern auch einige der Pferde. Die Boxen von Lord, Dreamdancer und dem Schwarzen waren leer und auch Luisa, der Kaltblutmix und der Reitponyhengst Shaggy fehlten. Die Boxentüren waren geschlossen, weggelaufen konnten die Pferde daher nicht sein.
Weder im Stall noch im Innenhof fanden sie Hinweise darauf, wohin die Pferde entschwunden waren. Da Mercurio nicht im Stall war, beschlossen die Mädchen, zunächst einmal Sistina aufzusuchen. Doch auch sie war nicht zu finden.

Daher versuchten die Nereiden ihr Glück beim gegenüberliegenden Gebäude, der Winterreitschule – in deren Saal die Lipizzanerhengste einst ihr Können vor Publikum gezeigt hatten. Doch sämtliche Zugänge waren fest verschlossen und es war kein Einblick in das Gebäude möglich. Da sie keine Magie anwenden wollten, sahen sie sich außerhalb der Gebäude nach weiteren Spuren um.
Die Zwillinge eilten wie so oft voraus, doch sie waren vorsichtig geworden, seit sie in einem der Gebäude auf einige merkwürdig gekleidete Mitglieder eines anderen Tribes gestoßen waren, die so gar keinen Spaß verstanden. Dabei hatte Sistina den Nereiden gleich am ersten Tag geraten, vorsichtig beim Durchstöbern der Gebäude zu sein, da man nie wusste, wer sich gerade alles dort aufhielt.

Mit einem Mal kam Isa zu den anderen zurückgelaufen und rief ihnen schon von Weitem zu: „Wir haben etwas gefunden, das müsst ihr sehen!“ Die Mädchen folgten Isa durch die Gassen, bis sie auf eine Grünfläche stießen, auf der eine Koppel errichtet worden war. Ivy stand an dem recht behelfsmäßig gebauten Koppelzaun und streichelte einen Schimmel, der sich darauf befand. „Na, für was haltet ihr das?“ meinte sie freudig, als sie die anderen erblickte. „Hat Sistina nicht gesagt, Susi und Pluto seien – außer unseren – die einzigen Pferde hier?“ fragte Caprice. Cheyenne betrachtete das Tier nachdenklich und meinte dann: „Hat sie nicht auch gesagt, es gäbe außer den Beiden keine anderen Lipizzaner mehr hier?“ „Und erst recht keine Lipizzanerhengste,“ grinste Ivy und blickte zu dem Schimmel.

Plötzlich stellte das Pferd die Ohren auf, lauschte und begann zu wiehern. Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten. „Der Schwarze!“ rief Lily aufgeregt. Schnell liefen die Mädchen zurück zur Stallburg, aus deren Richtung das Wiehern gekommen zu sein schien. Je näher sie kamen, desto lauter wurde auch das Geräusch von Hufen, die über Asphalt liefen.
Sie sahen gerade noch, wie Sistina mit Pluto von der Winterreitschule in das Stallgebäude ging, umringt von einer Schar aufgeregt schwatzender Kinder. Als Sistina die Nereiden und ihre Blicke sah, erklärte sie ihnen, dass die Kinder ihre ‚Reitschüler’ seien, denen sie zweimal in der Woche auf Pluto und Susi Unterricht gab. Doch Sistina merkte schnell, dass da noch etwas anderes war. „Was habt ihr?“ fragte sie. „Habt ihr auch unsere Pferde für den Unterricht genommen? Wir suchen sie nämlich schon den ganzen Morgen,“ machte Lily den Anfang. „Eure Freundinnen wollten mich beim Unterricht unterstützen. Sie hätten es euch gesagt, aber ihr wart noch am schlafen. Tut mir Leid, dass ihr euch Sorgen gemacht habt.“ „Und du hast doch gesagt, es gibt hier keine Lipizzanerhengste mehr, aber dort hinten steht einer auf einer Koppel!“ stieß Cheyenne hervor. „Dem ist auch so. Was für eine Koppel meint ihr?“ fragte Sistina erstaunt.

Gemeinsam mit den Mädchen ging sie zu der Stelle, wo diese das Pferd entdeckt hatten. Die Koppel war noch immer dort, doch nun grasten darauf zwei weiße Ziegen. Sistina begann lauthals zu lachen. „Ihr wollt mir doch nicht erzählen, dass ihr eine Ziege nicht von einem Lipizzaner unterscheiden könnt, oder?“ Als sie sich wieder etwas gefangen hatte, meinte sie: „Die Ziegen gehören einem Tribe, der gestern hier angekommen ist. Die Mitglieder haben wohl auch die Koppel errichtet. Aber ein Pferd sehe ich hier nicht und der Tribe hatte auch keines dabei.“ Die Mädchen waren sprachlos. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. Da sie nicht sicher waren, ob Sistina wirklich so ahnungslos war, wie sie tat, sprachen sie nicht weiter darüber, sondern kehrten zum Stall zurück. Dort stellten sie erleichtert fest, dass ihre Pferde alle wohlbehalten zurück waren.

***

Geheimnisse


Am nächsten Tag waren zur Überraschung der Mädchen alle Mitglieder der Nereiden – Mensch wie Tier – anwesend. Doch irgendetwas lag in der Luft. Mehrfach sahen Lily, Hope und die anderen irgendwen mit jemand anderem aufgeregt flüstern – mal Maeve und Chenoa, mal Sistina und Mercurio, dann Sistinas Reitschüler untereinander und noch einige weitere. Von Fremden war die Rede, darunter angeblich auch Erwachsene, die in der Hofburg Quartier bezogen haben sollten. Unter einigen Kindern ging das Gerücht um, die Fremden wollten gar die Hofburg übernehmen. Allerdings hieß es auch, dass Geister ihr Unwesen in der Stallburg trieben. Zwei Kinder wollten zudem eine große, schwarze Katze durch die Gänge laufen gesehen haben... Die Nereiden bezweifelten die Echtheit der meisten Gerüchte. Zumal alle von ihnen beteuerten, keine Magie eingesetzt zu haben.

Das merkwürdigste war jedoch, dass die Nereiden am Nachmittag plötzlich in der Stallburg vermehrt vor verschlossenen Türen standen. Aber es ging nicht nur ihnen so. Auch viele Maestoso Siglavys und Mitglieder von anderen Tribes standen oft überrascht davor. Schließlich waren auch alle Zugänge zu den Stallungen verschlossen und immer, wenn eines der Mädchen in die Nähe des Stalles zu kommen versuchte, tauchte urplötzlich Maeve, Chenoah, Niamh oder Sistina auf und lockte sie unter einem Vorwand fort. Die Mädchen begaben sich in einen noch offenen Raum über den Stallungen. So wirklich aufgeben wollte keine von ihnen, doch so sehr sie sich bemühten, viel bekamen sie nicht mit von dem, was vor sich ging.

In den Ställen und angrenzenden Räumen schien geschäftiges Treiben zu herrschen. Immer wieder hörten sie Pferde und Menschen durch die Gänge gehen. Langsam hörte es sich an, als ob sich in den Stallungen mehr als die 12 Pferde befanden. Von Zeit zu Zeit kamen Maestoso Siglavys zu den Nereiden und tauschten sich aus, ob schon jemand genaueres wusste. Einige der Älteren schwelgten dabei in Erinnerungen, da es mittlerweile fast wieder wie früher sein musste, als die Ställe gefüllt waren mit Lipizzanern.

Gegen Abend schaute Canissa vorbei und holte die Mädchen zum Abendessen. Diesmal ging es jedoch nicht in den kleinen Raum, wo sie sonst gegessen hatten, sondern in einen größeren Saal. Dort saßen schon einige Maestoso Siglavys und Mitglieder von anderen Tribes an einem – für ihre Verhältnisse – reichlich gedeckten Tisch. Es wurde viel getuschelt, aber die, die Bescheid zu wissen schienen, verrieten nichts. Nach dem Essen erhob sich Niamh und sagte an alle Anwesenden gewandt: „Es ist an der Zeit, den wilden Gerüchten ein Ende zu bereiten. Wir haben eine Überraschung für euch vorbereitet. Ich hole euch in gut 20 Minuten hier ab.“ Dann verschwand sie durch eine der Türen.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

26.08.2006, 17:15
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~ 29 ~

Österreich


Die Straßenränder waren gesäumt von vor sich hinrostenden Autowracks und Müll. Nur den Häusern sah man zum Teil noch an, wie es hier früher – vor dem Virus – einmal gewesen sein musste. Sicher führte Maeve die Nereiden durch die Stadt. Sie und Chenoa waren als einzige schon einmal hier gewesen, in früheren Zeiten.
Bei einem der Autos spielte eine Gruppe Kinder. Als sie die Nereiden entdeckten, hielten sie kurz inne, doch dann spielten sie weiter. Maeve überlegte, anzuhalten, doch da die Kinder keinerlei Notiz mehr von den Fremden nahmen, ließ sie es.

Langsam ritten die Nereiden weiter durch die Straßen, auf der Suche nach einem geeigneten Quartier für die Nacht. „Irgendwie fehlt hier was“, meinte Chenoa auf einmal. „Stimmt“, antwortete Maeve, „schade eigentlich.“ Doch plötzlich hörte sie etwas verdächtiges und ließ die anderen anhalten. Die Pferde und auch der Wagen standen ziemlich still in einer Reihe am Straßenrand, dennoch war der Hufschlag trabender Pferde zu hören. Zuerst recht leise, doch schon bald war das Geräusch deutlich zu hören – die Pferde mussten in der Nähe sein. Lord begann zu wiehern, worauf aus der Ferne eine Antwort ertönte. Neugierig blickten sich alle um. Dort, noch einige 100 Meter entfernt, erschienen zwei weiße Pferde, die vor eine Kutsche gespannt waren. In zügigem Trab kam sie schnell näher. „Eine Kutsche!“ riefen die Twins gleichzeitig. „Das ist ein Fiaker“, antwortete Chenoa fröhlich und sah zu Maeve, die grinste. Die Zwillinge schauten die Beiden verwirrt an. Während der Fiaker näher kam, erklärte Chenoa ihnen daher, was es damit auf sich hatte.

Dicht neben den Nereiden und ihren Tieren kam das fremde Gespann zum Stehen. Auf dem Kutschbock saß ein circa 14jähriges Mädchen, welches die ihm fremden Reiter freudig begrüßte. „Entschuldigt, aber ich habe einfach schon lange keine anderen Reiter mehr gesehen“, erklärte sie ihre Freude, „und außer der alten Susi und dem nicht viel jüngeren Pluto hier gibt es fast keine Pferde mehr in der Stadt. Ich heiße übrigens Sistina.“ „Hallo, ich bin Maeve. Weißt du vielleicht einen guten Platz, wo wir übernachten können?“ „Hm. Ja, ich glaub, ich hab da was“, meinte das Mädchen grinsend, „folgt mir einfach.“ Sie schnalzte einmal mit der Zunge und sagte dann an ihre Pferde gerichtet: „Los, ab nach Hause, ihr Beiden.“ Die beiden Pferde setzten sich sogleich in Bewegung, gefolgt von den Nereiden.
Maeve und Chenoa ritten an der Spitze ihres Tribes, dicht hinter dem Fiaker. Lachend tuschelten sie miteinander. Längst hatten sie eine Vermutung, wo es hin ging. Den anderen blieb das Verhalten der Beiden nicht unbemerkt. Da jedoch weder Chenoa noch Maeve ihre Vermutung verrieten, blieb ihnen nur abzuwarten – und das gefiel ihnen gar nicht. Während Niamh sich interessiert umsah, hatten Ivy, Isa, Alisha und die anderen nur Augen für Sistina, Maeve und Chenoa. Wohin führte sie die Fremde? Ging es zu einem Reiterhof, einem alten Schuppen oder gar direkt in eine Falle?

***

Vor einem großen Torbogen stoppte Sistina. „Wir sind da“, rief sie den Mädchen zu, dann fuhr sie durch das Tor. Bevor Maeve ihr folgte, hielt sie einen Moment inne und betrachtete ehrfürchtig den Torbogen. Chenoa tat es ihr gleich und folgte ihr dann in langsamen Schritt in den Innenhof. Die anderen Nereiden passierten leicht zögernd ebenfalls das Tor – und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. „Das sieht ja fast aus wie eine Burg!“ rief Isa begeistert. Ihre Schwester stimmte ihr zu. „Das ist die Stallburg der Wiener Hofreitschule“, freute sich Chenoa, die sich noch immer begeistert umsah. „Stall...Burg?“ fragte Lily staunend. „Ja. Hier lebten früher die berühmten Lipizzanerhengste. Leider sind ‚Susi’ und ‚Pluto’ – bei dem es sich um einen Wallach handelt - nun die einzigen Lipizzaner hier. Ehrlich gesagt sind sie auch die einzigen Pferde, welche hier überhaupt noch leben.“ Sistina war unbemerkt näher gekommen. Sie hatte den Fiaker in einer Ecke des Hofes abgestellt. „Was ist aus den Hengsten geworden?“ wollte Alisha wissen. „Sie wurden gleich nach Ausbruch des Virus evakuiert. Damals wurden alle Veranstaltungen aus Angst vor Ansteckung eingestellt“, erklärte Sistina mit trauriger Stimme. Doch sie fasste sich schnell wieder und meinte etwas fröhlicher: „Sobald ich die Beiden ausgespannt habe, zeige ich euch, wo ihr eure Pferde unterstellen könnt.“
Kurz darauf führte Sistina ihre Pferde am Halfter in den Stall. Die Nereiden, die ihre Pferde vorerst im Hof zurück gelassen hatten, folgten ihr gespannt durch die Stallgasse. Es hatte fast den Anschein, als seien alle nur kurz ‚ausgeflogen’: Die Boxen sahen noch beinahe wie neu aus, einige der Boxen waren eingestreut und an den Türen hingen noch die Namenstafeln der berühmten Hengste.
Vor zwei Boxen im hinteren Bereich des Stalls hielt Sistina an und brachte die Lipizzanerstute und den Wallach hinein. „Wir haben einige der Boxen zweckentfremdet, als Abstellkammer oder auch Schlafplatz, doch für eure Tiere werden die übrig gebliebenen leeren Boxen reichen. Stroh haben wir noch genug da.“ „Wir?“ fragte Caprice. „Mein Tribe, die Maestoso Siglavys. Keine Angst, sie haben nichts gegen Besucher. Ihr seid auch nicht die ersten Fremden hier. Hier leben einige Tribes und auch Einzelgänger friedlich vereint unter den Dächern der Hofburg und angrenzenden Bauten. Wir alle leben in einer Zweckgemeinschaft und die Größe der Gebäude ermöglicht es uns, uns auch mal aus dem Weg zu gehen. Einige werdet ihr sicher noch kennenlernen. Die meisten meines Stammes sind allerdings gerade unterwegs und werden erst heute abend zurückkehren.“

Nachdem die Nereiden die Boxen für ihre Pferde hergerichtet, die Tiere hineingebracht und gefüttert hatten, verließen sie den Stall auf der Suche nach Sistina. Sie fanden sie nicht weit vom Stall, im Gespräch mit einem anderen Mädchen. Während das Mädchen im Gebäude verschwand, lief Sistina zu den Nereiden und zeigte ihnen das Nachtlager, das bereits für sie in der Nähe des Stalls hergerichtet worden war.
Bevor sie schlafen gingen, sahen die Mädchen – begleitet von Sistina – noch einmal nach den Pferden.

Sistina blieb reglos vor der Stallgasse stehen. „Was ist los?“ „Nichts. Es ist nur... Ich genieße nur den Anblick. Schon viel zu lange war hier alles so leer. Es ist einfach ein wundervolles Gefühl, hier wieder andere Pferde zu sehen und zu hören... hier wieder Leben zu spüren.“ Sistina sog den Stallgeruch tief ein und ging dann freudestrahlend weiter.
In einer Box gegenüber der alten Lipizzanerstute bewegte sich etwas. „Das ist Mercurio, ein Junge aus meinem Stamm. Er schläft hier nachts.“ „Na hoffentlich stören ihn unsere Pferde nicht.“ „Nein, bestimmt nicht. Er liebt Pferde und vermisst sie hier genau so sehr wie ich“, erklärte Sistina, „allerdings ist er ziemlich schüchtern, weshalb er lieber hier im Stall als bei uns anderen ist.“ Daher ließen die Mädchen ihn in Ruhe.
Beim Rausgehen meinte Hope: „Unsere Pferde sind von den unterschiedlichsten Rassen, aber ein Lipizzaner ist nicht dabei. Schade eigentlich.“

Cheyenne war die Erste, die früh am nächsten Morgen bemerkte, dass die Hälfte ihres Tribes verschwunden war. Während sie die Zwillinge mit den Hunden im Innenhof entdeckte, fehlte von Maeve, Chenoa und Niamh weiterhin jede Spur. Als die übrigen Verbliebenen aufgestanden waren, machten sie sich gemeinsam auf die Suche. Sie trafen auf Sistina, die mit einem anderen Mädchen – welches sich Canissa nannte – gerade das Frühstück bereitete. Sie beruhigte die Mädchen und erklärte ihnen, dass die Vermissten ein paar Mitgliedern der Maestoso Siglavys bei etwas
behilflich waren. Worum es sich dabei handelte, wollte sie jedoch nicht sagen.

Zum Mittagessen kamen die Drei zurück. Keine von ihnen sprach darüber, was sie den ganzen Morgen gemacht hatten. So sehr sich die anderen auch bemühten, sie schafften es nicht, Maeve, Chenoa oder Niamh auch nur ein Wort über ihr Tun zu entlocken. Am Nachmittag waren die Drei abermals fort. Da die anderen Nereiden keine Ahnung hatten, wohin die Mädchen gegangen waren und sie nicht die ganze Zeit in der Stallburg bleiben wollten, trieb es sie hinaus in die Stadt. Sistina begleitete sie ein Stück mit ihrem Fiaker, danach ritten sie alleine weiter. Zuvor gab Sistina ihnen jedoch noch eine Warnung mit auf den Weg: Sie sollten bis Einbruch der Dämmerung zurück bei der Stallburg sein, da sich des Nachts ein feindlicher Tribe in der Stadt herumtrieb - die „Ghosts“, wie alle sie nannten. „Was wohl unsere ‚guten Geister’ machen?“ meinte Ally lachend.


***

Auch Anna und Cassie hatten mittlerweile Wien erreicht. Für Beide war es unbekanntes Terrain – hier waren sie noch nie gewesen. Während sie durch die zumeist verlassenen Straßen ritten, bemerkten sie einen Jungen, der ihnen im Schatten der Häuser zu folgen schien. Glaubten sie zunächst noch an einen Zufall, wurde es ihnen bald zur Gewissheit. Hielten sie ihre Pferde an, blieb auch der Junge stehen und verschwand hinter einer Häuserecke. Ritten sie weiter, tauchte der Junge wieder auf.

An einer Straßenkreuzung nutzten sie schließlich ihre Chance: Schnell, bevor der Junge um die Ecke kam, sprang Cassie von Tir na n-Og’s Rücken und versteckte sich mit ihrem Rottweiler in einem Hauseingang. Anna ritt derweil mit dem Tinker an der Hand weiter. Als der Junge an dem Haus vorbeikam, stellte Cassie ihn. Ertappt drehte er sich um und wollte das Weite suchen, doch ein knurrender Merlin hielt ihn davon ab. Einen Moment später war auch Anna mit den Pferden und ihren Hunden zurück. Gefragt, wieso er ihnen folgte, brachte der Junge nur einige gestammelte, unverständliche Worte hervor. Erst, als Cassie Merlin zu sich rief und diesen festhielt, meinte der Junge etwas gefasster: „Ich... Ich wollte euch nichts Böses...“ – was Anna ihm ohne weiteres glaubte, als sie ihn so dastehen sah, in seiner schlabberigen Kleidung, mit verstrubbelten Haaren. Gefährlich sah er wirklich nicht aus, das hätten Anna und Cassie auch gespürt.
Der Grund, weswegen er die Beiden verfolgt hatte, brachte Anna zum Schmunzeln. Versöhnend fragte sie ihn: „Wir haben noch keine Unterkunft für die Nacht. Weißt du vielleicht etwas?“ „Ja, sicher“, strahlte er, „mein Stamm wohnt nicht weit von hier. Für euch und eure Tiere finden wir dort noch einen Platz.“


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

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~ 28 ~


Nicht lange, nachdem die Nereiden aufgebrochen waren, packten auch die Daker ihre Habe zusammen und zogen weiter. Anna und Cassie schlossen sich ihnen an. Oder war es umgekehrt? Die Beiden waren sich da nicht so ganz sicher.

***

Die Nereiden hatten fast die Grenze zu Österreich erreicht - gerade ritten sie durch ein scheinbar verlassenes Dorf - als Maeve den anderen plötzlich das Zeichen zum Anhalten gab. Schon seit sie in das Dorf gekommen waren, waren sie alle angespannt. Zur Sicherheit ritten sie (bis auf Maeve, die -gefolgt von Tara- einige Meter voraus ritt) eng beieinander. Jederzeit konnten sie auf einen fremden Tribe stoßen, Verstecke gab es hier genug. JC flatterte unruhig auf Maeves Hand und ihre Dogge knurrte ängstlich. Neugierig blickten sich die anderen Nereiden um. Wieso hatte Maeve angehalten? Dann sahen sie es: Vor ihnen auf der Straße lag etwas, ein seltsames Bündel, welches den Weg versperrte. Vorsichtig ritt Maeve darauf zu, die anderen folgten ihr in einigem Abstand. Das Bündel entpuppte sich beim Näherkommen als ein Mensch, allem Anschein nach war es ein junges Mädchen. Maeve hielt einen Moment inne, blickte dann kurz zu JC und ließ den Falken fliegen. Der Falke kreiste ein paar mal über dem Mädchen, das scheinbar bewusstlos war, drehte dann ab und flog über Maeve (der er einen kurzen Blick zuwarf) ohne jedoch zu landen, stieg höher und verschwand in der Ferne. Maeve sah sich zu Chenoa um, bat dann Hope, Tara festzuhalten, stieg anschließend von Lords Rücken und ging zu dem Mädchen. Sie kniete sich neben ihr nieder und fasste sie behutsam an der Schulter. Blitzschnell, bevor Maeve reagieren konnte, drehte sich das Mädchen um, packte sie am Handgelenk, sprang auf die Beine und rief: „Ich hab sie!“ Eilends kamen hinter den umliegenden Häusern einige Teenager hervor, den Nereiden eindeutig in der Anzahl überlegen. Zwei kräftig aussehende Jungen packten Maeve an den Armen und zerrten sie nach vorne, wo alle Nereiden sie sehen konnten. Tara bellte kurz laut auf, fletschte die Zähne und knurrte die Fremden an, die die Nereiden umkreist hatten. Ein großer, dunkelhaariger Junge, anscheinend der Anführer, die Augen schwarz geschminkt und ein Totenkopf auf der Wange (wie es auch bei den anderen der Fall war), stellte sich neben die Jungen, die Maeve festhielten und rief den Nereiden zu: „Wenn ihr sie wiederhaben wollt, dann gebt uns all eure Vorräte und eure Pferde.“ Chenoa nickte den anderen Mädchen zu und stieg vom Pferd, während die anderen sichtlich geschockt im Sattel sitzen blieben. Mit einem Wink des Anführers traten einige Jugendliche aus dem Kreis und griffen grob nach den Zügeln der Pferde. Ein besonders starker Junge ergriff ruppig Dreamdancers Führstrick, was dem Packpferd überhaupt nicht gefiel: Es legte die Ohren an, bäumte sich auf und versuchte, mit dem Kopf nach dem Jungen zu schlagen und zuzubeißen, worauf der Junge noch grober an dem Strick zerrte und ihm den Kopf runterriss. Dreamdancer gab sich widerwillig geschlagen und schaute den Jungen bedrohlich an. Ein Mädchen und ein Junge sprangen auf den Wagen der Nereiden und inspizierten dessen Inhalt. Ivy sah wütend zum Anführer. Ihre Augen begannen unheilvoll aufzuleuchten. „Nein, nicht!“ schrie Maeve, der Ivys Blick nicht entgangen war, und versuchte sich loszureißen. Die beiden Jungen traten ihr in die Kniekehlen, worauf Maeve nach vorn auf die Knie fiel (noch immer in festem Griff der Jungen). Die Situation schien hoffnungslos.

***

Anna genoss die Tage, die ihr noch mit Remus und den anderen blieben. Doch auch die schönste Zeit ging einmal zuende. Bald würden sie die österreichische Grenze erreichen, die die Daker nicht überschreiten wollten. Remus hatte Anna von einem nicht ganz ungefährlichen, feindlichen Tribe erzählt, der an der Grenze sein Unwesen trieb. Daher hatten die Daker ihr Lager in sicherer Entfernung aufgeschlagen.

Die Jungen wollten gerade zur Jagd aufbrechen, als Anna ein vertrautes Geräusch vernahm. Fast schon aus Reflex streckte sie ihren Arm aus, auf dem im nächsten Moment Jay C landete. Sie streichte ihm übers Gefieder, wobei sie ihm tief in die Augen sah. Jay zeigte ihr, was er gesehen hatte. Anna brauchte Remus nur einen kurzen Blick zuwerfen, und er verstand. Sogleich rief er zwei der Jungen, Lycaon und Cuon, zu sich um gemeinsam mit Anna den Nereiden zu Hilfe zu eilen. Cassiopeia blieb derweil im Lager zurück.


***

Die Kids versuchten, die Nereiden von ihren Pferden und vom Wagen zu zerren, doch diese wehrten sich so gut es ging. Plötzlich unterbrach ein schriller Schrei, gefolgt von einem lauten Heulen, das Geschehen. Maeve suchte sogleich Augenkontakt mit Chenoa, die ihr daraufhin zuzwinkerte. Etwas kam in hoher Geschwindigkeit vom Himmel auf Maeve zugeschossen. Jay C fuhr seine Krallen aus und stürzte sich auf einen der beiden Jungen, die Maeve noch immer in ihrer Gewalt hatten. Er erwischte ihn am Kopf und ließ erst ab, als der Junge, vor Schmerzen schreiend, mit dem freien Arm nach ihm schlug. Auf einmal wurde der Kreis des feindlichen Tribes von drei schattengleichen Gestalten durchbrochen. Die Drei trugen lange, dunkle Umhänge, ihre Gesichter waren von Kapuzen verdeckt. Eine vierte, kleinere Gestalt tauchte wie ein Geist hinter ihnen auf. Es handelte sich eindeutig um einen Wolf. Ängstlich wichen einige der Teenager zurück. „Jetzt!“ rief Maeve mit einem leichten Lächeln. Schon im nächsten Augenblick nahmen die beiden Jungen unter Schmerzensschreien ihre Hände von Maeves Armen und hielten sich die schmerzenden Hände. Fragend sahen sie sich an. Keiner von beiden wusste, was geschehen war.
Ivys Augen leuchteten erneut auf, ebenso Isas. Sie fixierten die Kids, die ihre Pferde hielten, worauf diese die Zügel losließen und wild herumzappelnd und schreiend davonliefen. Diejenigen des Tribes, die nicht ängstlich das Weite suchten, stürzten sich auf die Nereiden und die drei Fremden. Die drei verhüllten Gestalten griffen die Jugendlichen, die ihnen am nächsten waren, an und streckten sie gekonnt mit ein paar Schlägen nieder. Chenoa schickte gleich zwei Teens mit ihren Kung Fu-Kenntnissen zu Boden und dankte insgeheim ihrer „Lehrerin“, wo immer diese auch gerade sein mochte. Der Wolf – oder besser gesagt die Wölfin – brauchte meist nur Zähne fletschend und bedrohlich knurrend auf die Feinde zuzustürzen, um diese in die Flucht zu schlagen. Maeve kümmerte sich um den Anführer. Sie standen sich Auge in Auge gegenüber, keiner bewegte sich. Mit einem Mal nahm das Gesicht des Jungen panische Züge an. „Hör auf! Hör sofort auf!“ schrie er gequält, dann sank er wimmernd auf die Knie.
Ein lautes, platschendes Geräusch ließ alle kurz innehalten und zu Niamh und dem Wagen blicken. Das Mädchen und der Junge, die auf den Wagen geklettert waren, saßen nun sichtlich geschockt, vor allem aber klitschnass – in großen Pfützen - hinter dem Wagen. In ihren Haaren klebten Algen. Niamh schaute leicht schuldbewusst zu Maeve, die bei dem Anblick lauthals lachen musste. Einige Mitglieder des feindlichen Tribes wollten noch immer nicht aufgeben. Als sich einer auf den größten der Fremden stürzte, ließ dieser ein unheimliches Heulen ertönen und schlug ihn mit einem kräftigen Schlag k.o. „Ruf deine Leute lieber zurück und lasst uns und die Daker (wobei sie zu den drei Fremden blickte) in Zukunft besser in Ruhe, sonst garantiere ich für nichts.“, meinte Maeve zu dem noch immer wimmernden Anführer. Dieser nickte verschreckt und pfiff seine Leute – zumindest die, die dazu noch in der Lage waren - zurück. Die Bewusstlosen über den Schultern, verschwand der Tribe, ohne sich umzusehen, wieder hinter den Häusern. Auch die Wölfin verschwand wieder, nachdem sie Maeve einen kurzen Blick zugeworfen hatte, fast genauso geisterhaft, wie sie erschienen war.

Glücklich lief Maeve zu ihren Freundinnen und den drei Gestalten. Nachdem sie sich vergewissert hatte, dass keiner ernsthaft verletzt war, wandte sie sich an die große Gestalt: „Danke, Remus, dass ihr uns geholfen habt. Ich war nicht sicher, ob JC euch finden würde.“ Der Daker nahm die Kapuze ab, seine Augen leuchteten kurz goldgelb auf, dann nahmen sie wieder ihre eigentliche braune Farbe an. „Gern geschehen“ antwortete Remus freundlich, „wir sind gleich aufgebrochen, als wir es erfahren haben.“ Auch die anderen Beiden hatten ihre Kapuzen abgenommen. „Unser Lager ist nicht weit von hier. Wenn ihr wollt, könnt ihr gerne mitkommen. Amira und einige der anderen würden sich sicher freuen, euch wiederzusehen“, sagte Cuon. „Danke, aber das geht leider nicht. Wir müssen weiter.“ „Schade. Aber wenn ihr wieder mal Hilfe braucht, könnt ihr auf uns zählen“, meinte Remus schmunzelnd an Maeve gewandt. „Und wenn ihr Hilfe braucht, werden wir auch für euch dasein“, erwiderte sie zwinkernd. Lycaon, Cuon und Remus begleiteten die Mädchen noch bis zur Grenze, dann verabschiedeten sie sich. Diesmal fiel der Abschied fast noch schwerer als beim ersten Mal.


***

Auch Anna und selbst Cassiopeia fiel der Abschied von den Dakern schwer. Gleich nach dem Sieg über den feindlichen Tribe war Lupina/Anna ins Camp zurückgekehrt und hatte Cassie und Amira davon berichtet. Es dauerte einige Zeit, bis auch Remus, Lycaon und Cuon wieder zurückgekehrt waren. Noch bis zum Einbruch der Dunkelheit blieben Anna und Cassie im Lager, dann brachen sie auf. Im Mondenschein ritten sie zur Grenze. Schmunzelnd blickte Anna immer wieder zum Wegesrand. Im blassen Licht des Mondes waren dort – meist halb verborgen hinter Bäumen, die den Weg säumten - drei Schemen zu sehen, die neben den Pferden herliefen. Wer genau hinsah, oder wie die beiden Hexen selbst bei Dunkelheit wie am Tage sehen konnte, konnte erkennen, dass es sich um drei Wölfe handelte. An der Grenze hielten die Mädchen kurz an, sahen sich noch einmal nach den Wölfen um, um ihnen Lebwohl zu sagen, und ritten dann weiter. Dass ihnen dabei zwei weitere Schatten – ein größerer und ein kleinerer - in einiger Entfernung folgten, bemerkten sie nicht...


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26.08.2006, 17:00
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~ 27 ~


In Begleitung der anderen kehrte Lupina ins Camp der Daker zurück. Auf der Suche nach der Person, die sie gerufen hatte, durchstreifte sie das Lager. Die Pferde – von Natur aus Fluchttiere – reagierten etwas nervös, beruhigten sich jedoch bald wieder. Lupina entging nicht, dass Maeve aufgewacht war, doch diese schien nicht zu merken, wer die Wölfin war.
Die Wölfe zogen sich an den Rand des Camps zurück, wo sich Lupina von ihnen verabschiedete. Während sie dablieb, kehrten die anderen in den Wald zurück. Lupina folgte der Stimme, die sie noch immer rief, bis zum Wagen der Nereiden. Wenige Meter davon entfernt blieb sie stehen. Ally saß weinend zusammen mit Maeve auf dem Kutschbock. „Kommst du?“ fragte die Wölfin lautlos per Gedankenkraft das kleine Mädchen. Ally sprang vom Wagen und ging auf Lupina zu. „Du hast meinen Ruf tatsächlich gehört?“ fragte Ally die Wölfin ebenso lautlos per Telepathie. „Aber ja. Also, was ist, soll ich dich zu ihr bringen?“ „Oh ja, bitte!“ Ally nickte. „Na dann komm“, meinte die Wölfin freudig nickend und lief zurück in den Wald, dicht gefolgt von Ally.

Sie führte das Mädchen zu ihrem und Cassies Lagerplatz, wo sie sich zurückverwandelte. Gemeinsam mit Cassie öffnete Anna sodann ein Tor in ihre Welt, durch das sie mit Ally / Abby schritt, um diese zu ihrer Freundin zu bringen, die sie so sehr vermisste. Das helle gelb-orange Licht des Tores , welches aus purer magischer Energie bestand, war im Dunkel der Nacht sicher weithin zu sehen, doch Anna hoffte, dass Remus und die anderen Wölfe, die noch immer durch den Wald strichen, Fremde fernhalten würden.
Abby blieb eine ganze Weile im Krankenhaus bei Charleen, bevor Anna sie wieder zurückbrachte. Abby selbst hatte darauf bestanden, da sie nun gesehen hatte, dass es ihrer Freundin gut ging. Die anderen schliefen noch tief und fest, als Abby / Ally ins Camp zurückkehrte.


***

Wieder einmal wurde Maeve von etwas feuchtem in ihrem Gesicht geweckt. Nur gehörte der „Waschlappen“ diesmal nicht
den Zwillingen sondern zu ihrer Dogge Tara. Nachdem Maeve es geschafft hatte, Tara ein wenig zur Seite zu drücken, richtete sie sich auf. Dabei entdeckte sie die Twins, die laut kichernd und prustend an ihr vorbeiliefen. „Wartet mal“, rief Maeve ihnen hinterher. Isa und Ivy blieben stehen und drehten sich zu ihr um. Sie blickten ertappt drein. „Habt ihr die anderen geweckt?“ Leicht schuldbewußt nickten sie. „Keine Angst, ich will nicht schimpfen. Ich möchte nur wissen, ob ihr Ally auch geweckt habt.“ „Klar!“ riefen beide lachend, dann liefen sie weiter. Maeve lächelte zufrieden.

Nach und nach kamen alle in der Mitte des Platzes zum Frühstück zusammen. Caprice setzte sich neben Maeve. Leise flüsterte sie: „Hast du die Hunde gesehen?“ Als Maeve erstaunt zu ihr blickte, deutete Caprice zu einem der hinteren Wagen. Davor lagen vier Hunde, die einen sichtbar großen Wolfsanteil in sich trugen. Waren das etwa die Wölfe von letzter Nacht? Aber das waren doch noch mehr gewesen?
Ein großer, schlanker, etwa 16jähriger Junge nahm gegenüber von Maeve Platz. Er hatte lange, schwarze Haare mit einer weißen Strähne und trug einen abgenutzten, schwarzen Umhang. Sogleich fiel Maeve die große Narbe, die über seine ganze Wange reichte, auf. Bevor sie etwas sagen konnte, stellte Caprice die entscheidende Frage: „Daker – was bedeutet das eigentlich?“ „Die ‚Wolf-Gleichen’“, antwortete Amira, die neben dem Jungen saß, gelassen. Caprice grinste zu Maeve hinüber, die nun auch schmunzelte. „Jetzt wissen wir, wieso wir hierher geführt wurden.“ Amira grinste nun ebenfalls, hörte aber auf, als der Junge zu ihr blickte.

Nach dem Essen machten sich die Nereiden ans packen. Sie hatten schließlich noch einen weiten Weg vor sich. Noch einmal bedankten sie sich bei den Daker für deren Gastfreundlichkeit. „Tja, wisst ihr“, meinte Amira, „leider werden wir von den meisten gemieden. Es war schön, mal jemanden da zu haben, der keine Angst vor uns hat. Grüßt eure Freundinnen von uns, wenn ihr sie seht. Sie meinten, euch würde es hier bei uns gefallen und sie hatten recht, stimmts?“ „Ja“ kam es begeistert fast wie aus einem Mund. „Ich hab gleich gemerkt, dass eure Freundinnen die Wahrheit sagten. Doch ich konnte es nicht glauben, bis ich euch sah. Passt gut auf euch auf und vergesst uns nicht.“ „Euch vergessen? Bestimmt nicht“, erwiderte Cheyenne fröhlich. Schweren Herzens bestiegen sie die Pferde oder kletterten auf den Wagen und setzten die Reise fort.
Sie ließen den Wald hinter sich und durchquerten die nächsten Tage Ungarns Pußta.


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07.11.2005, 21:02
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~ 26 ~


Auch in dieser Nacht war Anna wieder als ‚Lupina’ mit Remus und den anderen unterwegs. Cassie gefiel das zwar nicht sonderlich, doch sie wusste, dass sie Anna nicht davon abzuhalten vermochte. Anna brauchte keine Kräfte, um zu wissen, was Cassie daran störte. Die Kalderash fürchtete, dass Anna ihre Freundschaft - ihre Liebe - zu Ben aufs Spiel setzte – für jemanden, mit dem sie eh nicht zusammenbleiben konnte, nicht zusammenbleiben durfte. Bei all dem, was Cassiopeia mit Ben verband, wollte sie einfach nicht, dass ihm wehgetan wurde. Annas Gefühle fuhren im Augenblick Achterbahn. Ihr Verstand sagte ihr, dass die Zeit mit Remus nicht von langer Dauer war, doch ihr Herz sagte etwas anderes. Ihr Herz? Nein, es war wohl eher die Wölfin in ihr.
Lupina lief in die Nacht hinaus. Diese letzten (Vollmond-) Stunden mit Remus wollte sie noch einmal genießen.

Sie war schon einige Zeit mit den anderen Wölfen unterwegs, als sie einen Ruf vernahm, der sie innehalten ließ.

***


Maeve wachte auf. Noch etwas schlaftrunken sah sie sich um. Es war noch immer Nacht. Wieso war sie aufgewacht? Sie wusste es zuerst nicht, aber dann merkte sie, dass Tara verschwunden war. Doch das war noch nicht alles. Die Pferde schnaubten wild und scharrten mit den Hufen. Im Schein des – nur noch geringen – Feuers konnte Maeve einige Schatten ausmachen. Mehrere Augenpaare leuchteten in der Dunkelheit auf. Das Feuer reichte nicht mehr aus, um genaueres sehen zu können. Maeve schloß einen Moment ihre Augen und als sie sie wieder öffnete, war das Grünbraun einem leuchtenden Goldbraun gewichen. Suchend blickte sie sich um und entdeckte ein Rudel Wölfe (oder doch Hunde?) das durchs Camp streifte.

Die Wölfe liefen – scheinbar auf der Suche nach Futter – teilweise dicht an ihr vorbei. Maeve versuchte ruhig zu bleiben und sich nichts anmerken zu lassen. Allerdings schienen sich die Tiere ohnehin nicht für sie oder die anderen zu interessieren. Einer der Wölfe blieb für einen Moment vor ihr stehen und schaute sie an, dann setzte er seinen Weg ungestört fort. Das Tier hatte eine große, auffällige Narbe im Gesicht.
Maeve entdeckte einen Wolf, der etwas abseits stand und schon eine ganze Weile in ihre Richtung blickte. Als sie seinem Blick auswich, bemerkte sie ihre Dogge, die unter einem Wagen – versteckt hinter einem der Räder – lag. ‚Ok, ich tausche dich gegen einen Yorkshire. Der ist zwar kleiner, aber nicht so ängstlich’, dachte sie. Dann sah sie sich wieder nach den Wölfen um, doch diese waren spurlos verschwunden.

Auf einmal vernahm sie ein leises Schluchzen. Vorsichtig stand sie auf und versuchte herauszubekommen, woher es kam. Je näher sie dem Wagen ihres Tribes kam, desto deutlicher wurde es. Auf dem Bock des Planwagens saß Alisha und weinte. Maeve setzte sich neben sie, legte ihr tröstend einen Arm um die Schulter und fragte sie sanft: „Hey Ally, was ist denn los?“ „Ich...Ich vermisse meine beste Freundin“, brachte sie schluchzend hervor, „Ich war noch nie so lange von ihr getrennt. Wir sind doch wie Schwestern...“ „Ach Süße, du siehst sie doch bald wieder.“ „Aber ich hab solche Angst, dass ihr was passiert. Ausgerechnet jetzt, wo sie mich braucht, kann ich nicht bei ihr sein.“
Angesteckt von Allys Traurigkeit umarmte Maeve das Mädchen. Wie gerne hätte sie ihr geholfen. Plötzlich erstarrte Ally und schaute wie gebannt an Maeve vorbei. Überrascht drehte Maeve sich um und folgte Allys Blick. Mitten im Camp, keine fünf Meter entfernt, stand der Wolf, der vorher schon Maeve beobachtet hatte. Alisha sprang vom Wagen. Der Wolf rührte sich nicht von der Stelle – auch nicht, als Maeve vom Wagen stieg. Ally und das Tier sahen sich lange in die Augen, keiner der beiden bewegte sich. Mit einem Mal nickte das Mädchen und der Wolf tat es ihr gleich. Hatte er ihr nicht
eben sogar zugezwinkert? Maeve war sich nicht ganz sicher.

Der Wolf drehte sich um und lief zurück in den Wald, Alisha folgte ihm. Maeve sah ihr noch eine zeitlang hinterher. Erst als sie ein helles Licht im Wald sah, wandte sie sich lächelnd ab und legte sich wieder schlafen. Die anderen Mädchen schienen von all dem nichts mitbekommen zu haben...


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31.10.2005, 21:37
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~ 25 ~


Bis tief in die Nacht saßen die Nereiden zusammen mit Amira und ein paar weiteren Mädchen am Feuer und unterhielten sich. Lycaon hatte zusammen mit seinem Bruder Cuon und einigen anderen Dakern kurz vor Mondaufgang das Camp verlassen. Ein wenig abseits saß eine kleine Zahl weiterer Daker und sah argwöhnisch zu den Fremden. Auf einmal meinte Amira freudig zu den Gästen: „Ich kann die Zukunft vorhersagen. Interessiert?“ Die Nereiden blickten einander fragend an. Schließlich nickte Cheyenne und nach kurzem Zögern stimmten auch die anderen zu. Amira lief schnell zu ihrem Wagen und kam kurz danach mit einer Kristallkugel zurück. Sie setzte sich im Schneidersitz wieder ans Feuer und schaute beschwörend in die Kugel. Mit einem Mal begann die Kugel zu glühen. „Ihr habt eine lange Reise hinter euch“, begann das Traveller-Mädchen. „Eine sehr lange Reise“, stimmte Hope zu. „Und ihr habt noch eine sehr lange Reise vor euch“, fuhr Amira fort. „Eine nicht ganz ungefährliche Reise, Viele Abenteuer, aber auch Gefahren warten noch auf euch, bevor ihr euer Ziel erreicht. Die Sterne stehen jedoch gut, so dass eure Suche von Erfolg gekrönt sein dürfte.“

„Was siehst du sonst noch?“ wollte Ally wissen. „Siehst du auch noch etwas Genaueres?“ fragte Caprice. „Moment. Ja, da ist etwas. Ich sehe... ein Gebäude, ein großes, altes Gebäude. Es ist von Wiesen und Wasser umgeben. Und da ist... etwas mystisches... aaahhh“ Amira schrie auf und ließ die Kugel fallen. „Was ist?“ fragte Maeve besorgt. „Sorry, ich hab mich nur etwas erschrocken, weil plötzlich eine große Fledermaus auf mich zukam. Da war irgendetwas... etwas...unheimliches an dem Tier.“ „Vielleicht war es ja ein Vampyrus?“ meinte Chenoa. Maeve warf ihr einen leicht ärgerlichen Blick zu. „Ich rede von einer Vampirfledermaus. Was dachtest denn du?“ Maeve antwortete ihr nicht. Chenoa konnte sich auch so denken, was sie dachte. Sie mussten vorsichtig sein, um nicht zuviel zu verraten. Das konnte alles gefährden!

„Es ist schon spät. Ich glaub, wir sollten langsam schlafen gehen“, meinte Niamh in ruhigem Ton. Müde nickten ihr die restlichen Nereiden zu. Auch Amira und die letzten noch wachen Daker nickten ihr müde zu und wünschten allen eine gute Nacht. Dann begaben sie sich in ihre Wagen und Zelte. Die Jüngsten der Nereiden begaben sich zusammen mit Cheyenne ebenfalls in ihr Zelt, welches Niamh und Lily während Amiras Zukunftsvorhersage aufgebaut hatten. Die übrigen legten sich mit ihren Schlafsäcken und Decken ans Feuer. Die Hunde schlossen sich ihnen an. Als Tara sich an ihr Frauchen schmiegte und dabei halb auf ihr lag, fragte sich Maeve, ob sie die Dogge nicht besser bei nächster Gelegenheit gegen einen Yorkshire-Terrier eintauschen sollte.

Schon bald lag friedliche Stille über dem Camp.


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29.09.2005, 18:17
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„Zigeuner-Gold klimpert und glitzert nicht – es glänzt in der Sonne und wiehert im Dunkeln.“

~ 24 ~


Die Mädchen erreichten eine große Lichtung, auf der ein Camp – bestehend aus alten Wohnwagen und Zelten – errichtet war. Am Rand grasten einige Ponys und auch größere, kräftige Pferde, die wohl als Zugtiere eingesetzt wurden. In der Mitte des Lagers saßen einige Kinder und Jugendliche beinahe jeden Alters und wärmten sich an einem Lagerfeuer. Der Frühling zog langsam ins Land, doch die Nächte konnten noch immer eisig sein.
Ein Mädchen, etwa 17 Jahre alt, in einen dicken Umhang gehüllt, unter dem ein Stück von ihrem Flickenrock zu sehen war, hatte sich erhoben und kam nun auf Maeve und die anderen, die mittlerweile von ihren Pferden gestiegen waren, zu. „Hallo“, meinte Maeve freundlich, „entschuldigt bitte, wir wollen euch nicht stören, wir suchen nur einen Platz für die Nacht.“ „Hallo. Ihr könnt gerne hier bleiben, es ist ja schon dunkel. Wir haben nichts gegen Gäste.“ Sie zeigte zu den anderen am Feuer und fuhr fort: „Wir sind Traveller und gehören zum Daker-Tribe. Wir haben gerade unser Winterquartier verlassen, um wieder durchs Land zu ziehen. Ich heiße Amira. Und wer seid ihr?“ „Wir sind die Nereiden“, antwortete Chenoa. Dann stellten sich die Mädchen kurz vor.
Überraschend meinte das Traveller-Mädchen: „Wir haben übrigens gemeinsame Freunde. Sie haben uns gesagt, dass ihr kommen würdet.“ Die Mädchen lachten. Sie konnten sich gut vorstellen, wen Amira meinte. „Sind sie hier?“ fragte Caprice neugierig. „Nein. Aber ich glaube, sie sind noch in der Nähe. Allerdings weiß ich nicht, wo.“ Caprice war fast ein wenig enttäuscht, doch das hielt nicht lange an. Nachdem Niamh den Wagen an eine geeignete Stelle gefahren hatte und sich die Mädchen um ihre Tiere gekümmert hatten, gesellten sie sich zu Amira und den anderen ans Feuer.

***
Einer der Jungs, sein Name war Lycaon, erzählte eine Geschichte.

„Ein Junge wurde im Alter von 10 Jahren von seiner Mutter zu seinem Onkel in den Wald geschickt. Der Onkel beschloß, den Jungen an ein abenteuerliches Leben zu gewöhnen und so zogen sie den ganzen Sommer durch den Wald und überfielen Männer, um sie zu berauben.
So geschah es eines Tages, als sie auszogen Beute zu machen, dass sie ein Haus fanden. In dem Haus befanden sich 2 Männer mit dicken Goldringen, die schliefen. Über ihren Köpfen hingen Wolfsfelle. Die Männer waren verwunschene Königssöhne, die als Wölfe leben mussten. Nur alle fünf Tage konnten die Prinzen aus ihrem Wolfsfell schlüpfen.
Der Onkel und der Junge schlüpften in das Wolfsfell und sie verwandelten sich augenblicklich in Wölfe. Sie heulten und sie verstanden gegenseitig ihr Geheul. Von nun an mussten sie als Wölfe durch die Wälder ziehen. Erst als sie es schafften, an einem fünften Tag aus den Wolfsfellen zu schlüpfen, entkamen sie ihrem Wolfsdasein.“


Kaum hatte Lycaon seine Erzählung beendet, ertönte ganz in der Nähe das schaurige Heulen eines Wolfes. „Der Junge oder sein Onkel?“ fragte eines der Kinder. Die Kids mussten lachen. Noch immer heulte der Wolf, doch es klang noch näher als zuvor. Während einige der Kinder ängstlich dreinblickten, blieben die älteren des Daker-Tribes völlig gelassen. Beinahe ebenso gelassen blieben auch die Tiere der Daker und auch die der Nereiden. Die Pferde schauten kurz in die Richtung, aus der das Heulen kam, schnaubten einmal und widmeten sich dann wieder dem Fressen.
Caprice, die beinahe wie gebannt ebenfalls in die Richtung blickte, meinte plötzlich mit einem verschmitzten Lächeln:

„Und die Moral von der Geschicht:
Mädchen, weich vom Wege nicht!
Bleib allein und halt nicht an.
Traue keinem fremden Mann.
Geh nie bis zum bittren Ende,
Gib dich nicht in fremde Hände.
Deine Schönheit zieht sie an,
und ein Wolf ist jeder Mann.
Merk dir eines:
In der Nacht
ist schon mancher Wolf erwacht.
Weine um sie keine Träne,
Wölfe haben scharfe Zähne!“


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23.09.2005, 22:38
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