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Sesshoumaru
sama




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Radfahren nur mit Karte und AmtssiegelAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

*rofl*, wenn ich solche Sachen lesen kann ich immer wieder herzhaft lachen. Nicht das unsere "Volksvertreter" noch auf die Idee kommen zu den gloreichen Zeiten zurück zu gehen. Schließlich spült dieses Verfahren Geld in die gescholtene Staatskasse *g*.

Wer aber denkt, daß diese Gesetze von damals viel verrückter sind als die heutigen der hat sich verschätzt. Heute gibt es vielleicht kein behördlich zu beantragendes Fahrradfahren mehr, aber hat schon jemand von der deutschen Verordnung zum Trocknen von Hasenohren oder dem allseits beliebten Normstaub gehört? *rofl*



Radfahren nur mit Karte und Amtssiegel

Wittgenstein. (wp) Einer regelrechten "Spezialität des Preußischen Amtsschimmels" ist der gebürtige Girkhäuser Ulf Lückel (jetzt Marburg) auf die Spur gekommen. Unter dem Titel "Behördlich genehmigtes Fahrradfahren in Wittgenstein" hat Lückel einen lesenswerten Aufsatz im neuesten Heft "Wittgenstein" des Wittgensteiner Heimatvereins veröffentlicht.

Lückel schreibt: "Wer meint, dass das wir heute durch z.T. umständliche und merkwürdige Gesetzesvorlagen aus Brüssel, Berlin und Düsseldorf bombadiert würden, dem sei diese Posse und die ... Ordnung aus dem Königreich Preußen empfohlen..." Lückel hat Recht. Er kam zu seinem Bericht, als er bei Hobby-Trödler Werner Wasilewski in Raumland eine "Radfahrkarte" aus dem Jahr 1913 entdeckte. Ausgestellt wurde die Karte mit der Nummer 1 in Girkhausen und war bestimmt für Heinrich Rück aus Schüllar. Gesiegelt ist die Karte aus hartem Karton mit dem Amtssiegel von Girkhausen für die Polizeiverwaltung.

Wer sich also damals auf einem Drahtesel fortbewegen wollte, musste verschiedene Verordnungen beachten. Hier ein Auszug "betreffend den Radfahrverkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen":

§ 2. Jedes Fahrrad muss versehen sein: 1. mit einer sicher wirkenden Hemmvorrichtung; 2. mit einer helltönenden Glocke zum Abgeben von Warnungszeichen; 3. in der Dunkelheit und bei starkem Nebel mit einer hellbrennenden Laterne mit farblosen Gläsern, welche den Lichtschein nach vorn auf die Fahrbahn wirft.

§ 3. Der Radfahrer hat seine auf seinen Namen lautende Radfahrkarte bei sich zu führen und auf Verlangen dem zuständigen Beamten vorzuzeigen.

§ 4. Jeder Radfahrer ist zur gehörigen Vorsicht bei der Leitung seines Fahrrads verpflichtet...

§ 6. ...Das Abgeben des Glockenzeichens ist sofort einzustellen, wenn Tiere dadurch unruhig oder scheu werden. Zweckloses oder belästigendes Klingeln ist zu unterlassen... Merkt der Radfahrer, dass ein Tier vor dem Fahrrade scheut..., so hat er langsam zu fahren und erforderlichenfalls sofort abzusteigen. ...

§ 7. Das Einbiegen in eine andere Straße hat nach rechts in kurzer Wendung, nach links in weitem Bogen zu geschehen.

§ 9. Das Vorbeifahren an eingeholten Fuhrwerken, Kraftfahrzeugen, Reitern, Radfahrern, Fußgängern, Viehtransporten oder dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen.

§ Das Radfahren ist, außer auf den für Radfahrverkehr eingerichteten besonderen Wegen (Radfahrwegen) nur auf den für Fuhrwerke bestimmten Wegen und Plätzen gestattet... Reiten, Fahren, Schieben von Handwagen und Handkarren oder Viehtreiben auf den Radfahrwegen ist nicht gestattet.

Schon damals wurde augenscheinlich von der Behörde ein besonderer Schutz der Radfahrer und der eigens für ihn eingerichteten Wege gefordert. Bis heute hat sich daran nichts geändert - eine Radfahrkarte gibt es allerdings nicht mehr. Vielleicht bei der Tour de France?

Quelle: Westfalenpost


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

09.07.2004, 13:04
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