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nettwork
Panthera leo




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nettwork ist offline
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Zitat:
Europaweite Lösung nötig

Das ist doch gut. Lasst die Leute ans Werk, die davon was verstehen. Wenn sich die Vertreter der Naturschützer und der Fischer zusammen setzen, dann kann man eine vernünftige Lösung finden. Dann wird auch mit Sicherheit nicht herauskommen, dass man jeden Vogel killen muss, der sich erdreistet in einem Fischwasser zu landen. Denn das ist eine Lösung wie es sich der kleine Fritzi vorstellt und die engstirnig hoch drei ist.


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Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
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06.07.2004, 17:29
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tiger-lilly
Tiger




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tiger-lilly ist offline
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Oh, mal wieder das typische Gejammer der Binnenfischer. Erst die Gewässer überfischen und verdrecken und dann den Kormoranen die Schuld geben, daß sie keine Fische mehr fangen. Wie beim Walfang geht hier nur um wirtschaftliche Nutzung vs. Naturschutz. Und wenn man den Binnenfischern kleinbei gibt, hat der Naturschutz verloren.

06.07.2004, 13:42
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Sesshoumaru
sama




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Sesshoumaru ist offline
Themenstarter Dieses Thema wurde von Sesshoumaru gestartet
Schwarz, gefräßig - aber geschütztAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Den nachfolgenden Beitrag habe ich sehr aufmerksam gelesen und habe doch einige Tendenzen festgestellt (um es milde auszudrücken) welche wieder typisch "Mensch zuerst" sind.

Alleine Zitatate wie
Zitat:
Der Feind kommt aus der Luft, immer in großen Gruppen.
Zitat:
"Der Kormoran-Schutz wurde übertrieben", sagt Andreas Koppetzki vom Verband. "Eine Abschusserlaubnis kann das Problem nicht mehr lösen." Es müsse gegen die Eier in den Nestern vorgegangen werden - doch die Brutkolonien lägen meist in den Naturschutzgebieten.
Zitat:
Kormoran als "Fischräuber" und "Unterwasserterrorist"

Bei wem da nicht die Alarmglocken läuten. Es ist genau wie in dem Artikel beschrieben. Der Mensch läst eine Art solange in Ruhe, wie ihm die Ausrottung keinen Vorteil bringt. Alleine die scheinheilige Aussage die Fischer würden mehr Fische aussetzen als einfangen halte ich für "Schwachfug". Hier soll die Öffentlichkeit doch wieder mal für dumm verkauft werden.

Artenschutz nach Kassenlage kann doch nicht das sein was wir wollen!!


Kormorane machen Binnenfischern zu schaffen
jedes Tier frisst pro Tag ein halbes Kilo Fisch
Jens Blankennagel

KOLBERG. Der Feind kommt aus der Luft, immer in großen Gruppen. Er ist schwarz, krächzt fast wie ein Rabe und ist gefräßig. Es ist der Kormoran - ein geschützter Vogel, der vor Jahren noch vom Aussterben bedroht war. Ein eleganter Flieger und begnadeter Taucher. Nach der Fischjagd fliegt er auf einen Ast, breitet die fast eineinhalb Meter weiten Flügel aus und lässt sie trocknen.

Für Reinhard Köllnick von der Fischerei Aurora in Kolberg (Dahme-Spreewald) sind Kormorane die schärfsten Konkurrenten. Köllnick ist überzeugt, dass die Vögel viele der Fische wegfressen, die er mit seinen drei Kollegen aus dem Wolziger und dem Langen See fischen will. "In den 80er-Jahren fingen wir im Jahr etwa 17 Tonnen Aal", sagt er. "Heute ist es nicht mal mehr eine Tonne." Aal sei die Lieblingsspeise des Kormorans, weil er den gut verdauen könne. Bei sechs von zwölf geschossenen Tieren wurden Aale im Magen gefunden.

665 Brutpaare am See

Früher gab es kaum Kormorane an den Seen bei Storkow. Um 1985 tauchten 30 bis 40 Paare auf, erzählt Köllnick. "In den 90er-Jahren waren es dann 250 und heute sind es weit mehr als 1 000." Allein am nahen Wochowsee leben 665 Brutpaare. Wie viele Fischer und Angler fordert auch er, dass der Bestand der Tiere in Brandenburg auf ein Drittel reduziert wird und dass die Fischer für ihre Einbußen entschädigt werden. "Wir haben im Vorjahr mehr Jungaale ausgesetzt, als wir später gefangen haben", sagt er.

Der Fischereiverband protestierte mit einem offenen Brief bei der Landesregierung. "Der Kormoran-Schutz wurde übertrieben", sagt Andreas Koppetzki vom Verband. "Eine Abschusserlaubnis kann das Problem nicht mehr lösen." Es müsse gegen die Eier in den Nestern vorgegangen werden - doch die Brutkolonien lägen meist in den Naturschutzgebieten.

Eine Entschädigung lehnt das Umweltministerium ab. "Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage", sagt Ekkehard Kluge-Johannink von der Naturschutzabteilung. Nur in Sachsen gebe es ein freiwilliges Entschädigungsprogramm. "Es soll aber etwas getan werden", sagt er. Eine Arbeitsgruppe prüfe, was gegen die Tiere unternommen werden soll.

Es stehen sich zwei "Fisch-Mörder" gegenüber: Kormoran und Mensch. Der Fall zeigt das Dilemma des Artenschutzes: Der Mensch lässt eine bedrohte Tierart eine Weile in Ruhe. Der geht es bald besser und schon beeinträchtigt sie den Gewinn des Menschen. In Brandenburg gibt es zwar nur 150 Fischereibetriebe, aber 100 000 Angler. Und die haben einflussreiche Interessnvertreter. Naturschützer werfen den Kormoran-Gegnern hingegen Populismus vor, wenn die den Kormoran als "Fischräuber" und "Unterwasserterrorist" bezeichenen.

"Es ist nicht nachgewiesen, dass die Fänge bei einigen Fischarten wegen der Kormorane so schlecht sind", sagt Wolfgang Mädlow, Geschäftsführer des Brandenburger Nabu. Wenn das so wäre, müssten die Kormorane ganze Seen leer fressen und nicht nur einzelne Arten dezimieren. Aale würden auch an Krankheiten sterben, andere Fischpopulationen wachsen. "Ein See ist Natur, und die Fische darin gehören nicht den Fischern allein", sagt er. "Der Mensch muss sich mit der Natur arrangieren." Es sei aber notwendig, künstlich angelegte Zuchtteiche der Fischer vor den Kormoranen zu schützen. Dieser Schutz könne durch Netze und akustische Signale erfolgen. Die Tiere müssten nicht mit Schrot oder Laserkanonnen beschossen werden. "Abschüsse lehnen wir ab", sagt Mädlow.

Zu DDR-Zeiten rückten Feuerwehren mit ihren Schläuchen an und spritzten die Kormoran-Nester mit dem Wasserstrahl aus den Bäumen. "Das bringt nicht viel", sagt Matthias Freude, Präsident des Landesumweltamtes. Die Vögel würden neue Nester bauen und erneut brüten. Sondergenehmigungen zum Abschuss der Kormorane erteilt das Amt nur, wenn diese nachweislich Schaden anrichten. Doch der Erfolg sei eher gering. So habe der Abschuss von mehr als 6 000 Kormoranen in Bayern nichts gebracht, weil sich nach einigen Wochen wieder neue Tiere ansiedelten.

Europaweite Lösung nötig

"Das zeigt, dass das Problem nur europaweit gelöst werden kann", sagt Freude. Für die einzige wirklich erfolgreiche Methode hält er das Tauschen der Eier gegen Gipseier. Die Vögel würden weiter brüten, ohne Nachkommen zu bekommen. "Ich persönlich glaube, dass einige Menschen mit dem Komoran vor allem deshalb ein Problem haben, weil er so schwarz ist und nicht schön singen kann", sagt er.

Als Fischer Köllnick unlängst seine 45 Reusen kontrollierte, fand er gerade mal 17 Aale. "Früher waren es an guten Tagen 1 000", sagt er. Er musste inzwischen alle seine Mitarbeiter entlassen. In der Fischerei reicht die Arbeit nur noch für die vier Gesellschafter. "Wir kaufen uns den Fisch derzeit woanders und räuchern ihn", sagt er. Der Gewinn sei natürlich viel geringer, als bei selbst gefangenem Fisch.

Quelle: Berlin Online


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

06.07.2004, 13:19
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