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tiger-lilly
Tiger




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  MiacisAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Hallo allerseits,

ist es nicht erstaunlich, daß ein 5 cm bis 20 cm großes Tier der Urahne aller heute noch aller existierenden Raubtiere ist? Egal ob es nun der 3 m große Kamschatka-Bär oder die kleine Falb-Katze ist. Nun die Revolution bei Miacis war das Gebiss, daß mit den Reiß- und Fangzähnen das erste Raubtiergebiss im Säugetierreich gebildet hat.

Meine Freundin und ich haben die letzten Tage mal damit verbracht alles Wissenswerte über Miacis zusammenzutragen:

Miacis:
"Der erste Raubsäuger - im Zeitalter der Morgenröte"

Bedeutung:
Miacis ist der gemeinsame Vorfahre von allen nachfolgenden Landraubtieren, unter anderem Katzen, Hunde, Wiesel, Schakale, Wölfe, Füchse, Bären, Waschbären, Hyänen und Ottercivetten.

Entwicklung:
Miacis stammte von insektenfressenden, baumbewohnenden Säugetieren ab, die das große Massensterben vor 65 Millionen Jahren überlebt hatten.
Im Vergleich zu seinen Vorfahren hatte es sich weiterentwickelt und war eindeutig aus dem früheren "evolutionären Schatten der Dinosaurier" hervorgetreten. Miacis hatte auch ein deutlich größeres Gehirn.
Die Ur-Miacis waren als Spezies sehr erfolgreich und verdrängten viele Konkurrenten. Um sich jedoch den verschiedenen Lebensräumen und -bedingungen ("ökologische Nischen") anpassen zu können, spaltete sich die Spezies Miacis recht schnell in mehrere verschiedene Unterarten auf.
Aus den Unterarten entwickelten sich sehr viele, oftmals sehr unterschiedliche Raubtierarten.

Zeitraum:
Miacis lebte im frühen bis späten Eozän, vor ungefähr 60 bis 40 Millionen Jahren. (Das Eozän [griechisch = "Morgenröte"] war eine erdgeschichtliche Epoche vor 58 bis 36 Millionen Jahren.)

Lebensraum:
Miacis war ein baumbewohnendes Raubtier und bewohnte die Wälder mehrerer Kontinente. Im frühen Eozän nur in Asien und im mittleren/westlichen Nordamerika beheimatet, wanderte Miacis im mittleren Eozän auch nach Europa ein, insbesondere in das Gebiet der Grube Messel im heutigen Deutschland.
Obwohl überwiegend baumbewohnend, legte Miacis auch einen Bau an. Dabei war es den Raubtieren äußerst wichtig den Bau "sauber", also frei von Urin und Kot zu halten.

Lebensbedingungen:
Miacis verdrängte recht schnell andere Raubtierarten in Wäldern und konnte sich somit fast ungehindert ausbreiten und neue Lebensräume besiedeln.
Die europäischen Landgebiete im Eozän waren mit subtropischen Wäldern bedeckt. Die Temperaturen schwankten zwischen 38 °C im Sommer und 20 °C im Winter. Die Bedingungen in Nordamerika dürften ähnlich gewesen sein.
In Zentralasien war das Klima feuchtwarm-tropisch.
Das globale Klima im Eozän war - nach dem Abklingen der Nachwirkungen des Yukatan-Meteoriten-Einschlages - durchgehend gleichförmig und warm. Dank weltweiter Temperaturen um 30 °C lebten Krokodile selbst in den Polarregionen, die mit Palmwäldern bedeckt waren.
Durch eine Treibhauserwärmung war das "Dschungel-Paradies" des Eozän entstanden, zu Ende des späten Eozäns jedoch begannen die Temperaturen merklich zu sinken.

Nahrung:
Miacis war ein Fleischfresser und das erste "echte" Raubsäugetier. Er jagte verschiedene Kleintiere, wie z. B. Mäuse, Vögel und Insekten, ernährte sich jedoch auch von Früchten und Vogeleiern.

Größe/Gewicht:
Verschiedene Unterarten von Miacis variierten in der Körperlänge zwischen 5 cm (Miacis brevirostris), 20 cm (Miacis kessleri) und 60 cm.
Das Gewicht war ebenfalls unterschiedlich von Unterart zu Unterart, lag jedoch bei den meisten "kleinen" Miacis unter 1 Kilogramm.

Aussehen:
Miacis sah am ehesten dem heutigen Wiesel ähnlich.
Es hatte einen schlanken, langgestreckten Körper und einen langen, buschigen Schwanz der als Gleichgewichts- und Steuerorgan diente.
Miacis hatte einen relativ großen, langgestreckten und flachen Kopf mit große Ohren.
Die fünf-zehigen gespreizten Pfoten waren zwar recht kurz, aber bestens geeignet zum Klettern auf Bäumen. Miacis war ein "Sohlengänger".

Das Gebiss:
Miacis war (wahrscheinlich) das erste Säugetier mit einem "echten" Raubtiergebiss.
Das kleine Raubtier im Eozän hatte 44 Zähne, die sich zum Packen kleiner Tiere eigneten. Vier der Zähne waren erstmals bei Säugetieren spezialisierte Fangzähne, die Miacis zu einem "echten" Raubsäuger machten.
Des weiteren verfügte das Gebiss eines Miacis in beiden Kiefern über Schneidezähne, Eckzähne, vordere Backenzähne, Backenzähne und Reißzähne.
Letztere waren auch neu bei Säugetieren und speziell dafür bestimmt Fleisch scheren-artig zu zerschneiden.

Einordnung/Unterarten:
Miacis ist ein Genus (Geschlecht) in der Familie der Miacidae und gehört somit zu den Carnivoren.
Folgende Unterarten des Genus Miacis sind bekannt (Fundorte in Klammern):
- M. agilis (Wyoming)
- M. australis (Texas)
- M. bathygnathus (Wyoming)
- M. brevirostris (Wyoming)
- M. canavus (Wyoming)
- M. cognitus (Texas)
- M. deutschi (Wyoming, Colorado)
- M. edax (Wyoming)
- M. exiguus (Wyoming, Colorado)
- M. exilis (France)
- M. gracilis (Utah)
- M. hargeri (Wyoming)
- M. hookwayi (California)
- M. invictus (Mongolia)
- M. jepseni (Wyoming)
- M. kessleri (Grube Messel)
- M. latidens (Wyoming, Colorado)
- M. medius (Wyoming)
- M. palustris (Wyoming)
- M. parvivorus (Colorado, New Mexico, Utah, Wyoming)
- M. petilus (Wyoming)
- M. scotti (Utah)
- M. sylvestris (Wyoming)
- M. vetus (Wyoming)
- M. uintensis (Utah)
- M. vorax (Wyoming)
- M. vulpinus (Utah)
- M. washakius (Wyoming)
- M. winkleri (Wyoming)
- M. sp. (?) (Western USA)
- M. sp. (?) (France)

28.06.2004, 11:09
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