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Cat
Streunerin




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Cat ist offline
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@Spiritus:
Wowi, das ist echt hammergeil geschrieben!!!
Und ja, man kann es schon mit dem Thema vergleichen, finde ich...
Breaking the Habit von Linkin Park hab ich gesehen.... wie meinst du das, dass es hier hin passt, zum Thema?? *neugierig guck, legt sich auf den Fußabtreter und wartet gespannt auf die Antwort*

03.06.2004, 20:56
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Spiritus, der Panther
Träumer




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Hm, hab vor ein paar Tagen einen Text geschrieben, den ich in meinen geplanten Roman einbauen will. Ich finde, er passt grade ganz gut zum Thema:

Die Realität zu akzeptieren ist das schwerste, das uns in dieser Welt begegnet. Tag für Tag zu arbeiten, das nötigste zu tun, kann man ohne weiter darüber nachzudenken. Es ist, als wäre man taub. Man weiß, das man am leben ist, doch es ist bedeutungslos. Doch dann, ohne Vorwarnung, passiert etwas, und es ist als würde die Blase, in der man eingeschlossen war, platzen. Und es ist, als würde man alles neu entdecken, Farben das erste mal sehen, und Dinge das erste mal spüren. Endlich hat man das Gefühl am leben zu sein.
Leider ist es des Menschen Angewohnheit, sich an alles zu gewöhnen. So auch an das, was einem am Herzen liegt. Wenn man Glück hat, erkennt man immer wieder aufs neue, wie viel Glück man hat. Doch meistens erst, wenn man es wieder verliert.
Das nicht vorhanden sein dieses Gefühls, die Leere die auf den Verlust folgt, bewegt einen Dinge zu tun, für die man sich schämen sollte, es auch tut, denn man versteht und auch wieder nicht warum man so denkt und handelt.
Das schwerste an diesem Leben ist, seinen Platz darin zu finden, seinen Weg zu gehen. Und hat man es tatsächlich soweit gebracht, ist es umso schwerer das Erreichte nicht wieder zu verlieren.

Schießt etwas übers Ziel hinaus, aber war ja auch nicht für hier gedacht. Im Roman sind das übrigens die Gedanken eines Charakters, dessen Freundin ermordet wurde.

Zum Thema Abstumpfen fällt mir grade noch das Video von LP ein zum Song Breaking the Habit.

S, d P


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In Gedenken an Jamie Morand a.k.a. Pantherkönig
Vom 31.07.1975 bis 22.02.2003
Don't know where you are, but I'm whit you..

Das Leben ist der Sinn...

03.06.2004, 20:04
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Cat
Streunerin




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Ich mag das abstumpfen aber überhaupt nicht. Irgendwann... ist es doch so, als wäre es einem Schnuppe, was passiert... auch wenn es einem selbst passiert.
Irgendwann ist es einem doch scheiß-egal, wie es den anderen ergeht, man hat selbst kein Mitleid, denn man kann keins haben!! Es ist dann einem scheiß-egal, ob Menschen in Kriegen leiden, ob manche Soldaten sich für immer von ihrer Familie verabschieden, sterben, zerfetzt von einer Autobombe, die für Gott gemacht wurde... aber ich sehs schon... ich schweife ab...
was ich sagen wollte ist, dass einige Leute schon so dermaßen abgestumpft sind, dass es ihnen komplett gleichgültig ist, wenn auf ihr Kommando Menschen sterben.
es ist ihnen egal, dass es WEGEN IHNEN passiert.

hey, in Filmen, Computerspielen etc. stumpft man auch ab! Man mordet zu beispiel oder man sieht zu, wie es einer tut und... ja... es erschreckt einen nicht mehr.

Vielleicht gibt es deshalb so viele Tote... so viele Schüler, die aus ihrer Schule ein Schlachtfeld machen, denen alles egal ist... um nur so zu sein, wie der Held in der goldenen Rüstung im PC-Spiel oder im Film, obwohl es gar kein Held ist...

Dieser Beitrag wurde von Cat am 03.06.2004, 17:41 Uhr editiert.

03.06.2004, 17:33
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TamedTigress
Amurtigerin




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Na, ich weiss nicht ob das in der Liebe oder bei einem Hobby wirklich "abstumpfen" ist... Womoeglich ist es viel eher der Reiz des Neuen?

Alles neue ist erstmal interessant, wie im ersten Jahr Deine Geparde (mir ging es bei Tigern genauso, momentan ist es gerade wieder was anderes), und nach einer Zeit ist es eben vertrauter, nicht mehr aufregend. Sicher hast Du Dir am Anfang jede Menge Informationen ueber die Geparde geholt. Jetzt weisst Du vermutlich alles ueber sie und allein deshalb haben sie etwas ihrer Mystik eingebuesst.

Bei der Liebe ist es zumindest nach meiner Erfahrung genau so. Das Kennenlernen ist aufregend, romantisch, alles sieht man durch eine rosarote Brille. Aber es ist das Danach was wirklich zaehlt. Wenn diese Aufregung verflogen ist und man sich dann immer noch liebt, dann *ist* es auch Liebe.

TamedTigress

03.06.2004, 17:00
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Goldkatze
Routinier




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Soch ein Abstumpfen kann schon sinnvoller Selbstschutz sein, kommt aber, wie ich finde, auch oft durch die Medien an der falschen Stelle zum Vorschein.
Ja, ich merke das auch, und, naja, bei mir war es bis zu einem gewissen Grad wrklich sinnvoller Selbstschutz. Denn wenn ich z. B. früher (noch nicht alzu lange her) von irgenwo in Deutschland erfuhr, dass ein Kind ermordet wurde, egal ob in der Nähe, oder nicht, bekam ich regelrecht Panik, dass so etwas auch hier, oder mir selbst passiert. Am schlimmsten war es, wenn ich mich irgendwie mit dem Opfer identifizieren konnte (gleicher Name, gleiches Alter o. Ä.). Da war es wirklich sinnvoller Selbstschutz und Vermeidung von starkem Distress, dass ich mich eben nicht mehr ganz so *verrückt mache*. Es ist immernoch schlimm wenn so etwas passiert, aber mittlerweile krieg ich nicht mehr sofort Panik.
Wenn aber so ein Abstupfen überhand nimmt und es einem völlig egal ist, wenn andere sterben, geht diese Abstumpfen doch etwas zu weit.


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On the day Cc was born, 6,000 unwanted pet cats and kittens were destroyed in the USA.

03.06.2004, 16:23
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Queencheetah
Königsgepardin



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Ja, sowas habe ich auch manchmal!
Es gibt, dass die Traurigkeit abstumpft, aber auch die Liebe, ist das nicht so? Gutes Beispiel, vor 2 bis 1 Jahren habe ich die Geparden über alles geliebt. Ich hatte für nix anderes mehr Interesse. Die Geparden sind zwar heute noch meine Lieblingstiere geblieben, aber sie sind mir gleichgültiger geworden. Das finde ich auch schade. Oder wenn sich zwei Menschen lieben, nach vielen Jahren ist ihre Liebe so gewöhnlich, dass sie gleichgültig erscheint und abgestumpft ist oder einem zumindest so vorkommt...
Auch wenn es vielleicht das ist, was uns schützt, finde ich trotzdem schade, wenn man "abstumpft"...

03.06.2004, 15:58
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TamedTigress
Amurtigerin




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Ja, ich stimme Cat und Spiritus voll und ganz zu.

Auch ich finde ich stumpfe ab und nehme mir das Elend dieser Welt immer weniger zu Herzen. Wenn in einen Nachbarort drei Kleinstkinder bei einem Wohnungsbrand sterben waehrend es im Osten wieder einen Anschlag mit 20 Opfgern gab, dann schenke ich den toten Kindern kaum noch Beachtung. Auch die Horrornachrichten aus dem Osten koennen mich nicht mehr so schockieren wie noch vor einem Jahr - man hat sich daran gewoehnt, es ist fast zum Alltag geworden.

Ja, ich denke auch das ist eine Reaktion die uns schuetzt und uns mit all diesen schrecklichen Dingen besser fertig werden laesst. Sonst wuerden wir vermutlich alle durchdrehen...

Aber - dann wiederum muss ich auch immer mehr fest stellen wie uns die Medien immer aufs neue ausreizen und diese Grenzen erweitern. Vor zehn Jahren oder so, da wurden noch keine Leichen auf den Titelseiten gezeigt. Ich glaube die erste Leiche die ich in den Medien gesehen habe war wahrscheinlich die des Ayatollah Khomeini und mich hat damals furchtbar gegraust dass das tatsaechlich jemand druckt. Heute sehen wir staendig blutueberstroemte Tote, hoehren schreiende Verletzte und sehen Frauen ueber ihren toten Kindern weinen.

Wie weit werden die noch gehen, frage ich mich manchmal? Muessen wir das alles sehen? Wollen wir es alles sehen? Muessen sie uns immer mehr ausreizen?

Eein weiteres Beispiel ist doch z. B. Big Brother. Denkt mal an die allererste Staffel. Jetzt ist hier die fuenfte angelaufen und alle Teilnehmer sind mit dem Wissen ins Haus gegangen dass es das ultimative Ziel ist life vor der Kamera Sex zu haben.

Ich halte es von den Medien wirklich fuer unverantwortlich wie die uns abstumpfen - oder soll ich sagen: geziehlt verrohen? Ich kann`s schon nicht immer verkraften, aber alle diese Bilder mit dem Augen und der Lebenserfahrung einer 15jaehrigen zu sehen, das faellt mir schon verdammt schwer.

TamedTigress

02.06.2004, 22:02
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Spiritus, der Panther
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Wäre es nicht so, wie könnten die Menschen noch mit gutem Gewissen weiterleben? Abstumpfen ist eine Reaktion, ein versuch, sich zu schützen. Letztendlich wäre man doch gar nicht mehr handlungsfähig wenn einem die ganzen Bilder (und zu meiner beunruhigung werden es nicht nur mehr sondern auch deutlichere, man sieht jetzt schon am Nachmittag in den News gern mal Leichen, und es wird nur noch wenig Zensiert (Bsp: verbrannte Leichen die vom wütenden Mob durch die Atraßen gezerrt werden)) zu persönlich nimmt, zu herzen nimmt.
Wobei dieses Abstumpfen echt krasse Formen annehmen kann, wo ich mir nachträglich scharf ins gedächtnis Rufe, das es dort um ehemals lebende Wesen ging.

S, d P


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Das Leben ist der Sinn...

02.06.2004, 19:38
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Wenn ich so die Nachrichten anschaue kommt jedes Mal irgendwas mit "Toten" usw...
Erst vorhin hab ich wieder die News angeguckt und wollte gleichmal was dazu schreiben...
Jeden verdammten Tag sehe ich die gleichen Bilder im Tv: Tote Menschen, Bomben, Soldaten, Gewehre, ...
Am Anfang von dem ganzen Schrott habe ich immer fast geheult, als ich die Bilder sah. Doch nun, nun ist das zum Alltag geworden. Jeden Tag kommt das gleiche. Und nun berührt es mich nicht mehr. Klar, ich finde es traurig, immer noch, dass Menschen sterben, egal wo. Auch wenn ich es im TV sehe. Aber langsam wird es eben zur Gewohnheit und meine Gefühle dem gegenüber stumpfen ab.
Geht euch das genauso???

02.06.2004, 19:12
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