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PattWór
Crond'Llor




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Gold Dragon:
Nun, ich war der Meinung, daß du eine ehrliche Kritik zu deiner kleinen Geschichte haben wolltest, und die hatte ich dir gegeben. Hier aber noch ein paar weitere Erläuterungen:
Zitat:
Original von Gold Dragon
1. als ich die geschichte anfing hatte ich gerade mal den ersten satz im kopf, und deshalb gibt es vermutlich auch diese verwechslungen.

So fangen die meisten Geschichten an. Auch mein Roman hatte kein fertiges Konzept, als ich anfing, ihn zu schreiben.
Zitat:
Original von Gold Dragon
3. der boss ist nicht der werwolf sondern ein fluch der sie immer wieder heimsucht (jeden monat). der boss wollte nur einen neuen jungen finden um nicht einen von seinen freunden zu verlieren wie es schon öfter geschehen sein muss.

Offenbar hast du nicht verstanden, was was ich hierzu geschrieben habe. Ein Fluch ist ein Bann, der einer bestimmten Person auferlegt wird. Eine Person kann daher kein Fluch sein (nur im übertragenem Sinne ) Die Gestalt des Werwolfs kann daher nur ein Erzeugnis eines Fluches sein.
Zitat:
Original von Gold Dragon
4. als ryan den babywolf am boden sieht weiß er noch nicht das dies der werwolf ist, der einen heimtückischen trick angewanden hat, auf den fast jeder reinfällt. als ryan das wölfchen mitnimmt verwandelt sich dieser wieder zurück und beisst ihn. deshalb suchen dann auch >2< werwölfe am ende nach der bande, der eine ist der fluch wolf, und der andere ryan der sich am boss rächen will.

Ein Element der Spannung in Romanen ist die Überraschung. Ein Handlungsfaden wird gezogen und der Leser wird im Unklaren gelassen, wie und warum es zu jenem Ereignis gekommen ist. Als Autor kannst du dem Leser da viel Raum zur Spekulation geben. Jedoch muß irgend wann einmal die Auflösung kommen, oder du mußt dem Leser so viel Informationen mitgeben, daß er selbst auf die Lösung kommen kann. Dabei dürfen die Handlungssprünge nicht zu groß sein, sonst verliert die Geschichte die Integrität.
Zitat:
Original von Gold Dragon
falls du jetzt noch fragen haben solltest wegen der verwandlung vom werwolf in den welpen, dann schau hier: dies ist ein >fluch< werwolf (also kein richtiger) der sich nicht in einen menschen aber dafür in einen normalen wolf oder bei bedarf in einen welpen verwandeln kann.
und außerdem ist er bei dem ziegel nicht gestorben sondern ist ausgewichen, was ryan nicht gesehen hat.l

s.o.
Zitat:
Original von Gold Dragon
soooo, das hier dürfte ich dir eigentlich nicht erzählen weil es die hintergründe der geschichte sind und somit auch geheim!!!

Ich weiß nicht, welche Intentionen du bei der Verfassung dieser Geschichte hattest, aber ein paar dieser geheimen Informationen hätten sehr viel zum Verständnis beigetragen.
Zitat:
Original von Gold Dragon
aber um einem etwas verständlich zu machen der keine eigene fantasy hat, dem erkläre ich so etwas gerne

Hierzu äußere ich mich nicht und warte stattdessen lieber mit Referenzen auf :
Metamorphosis

Panther:
Danke für deine freundlichen Worte


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19.10.2002, 13:54
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Panther
Pantherkönig




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hehe, pattárchta und keine fantasy?

da du taeuscht dich aber ganz gewaltig, mein liebe gold dragon, aber wirklich sehr. ich weiss, dass er hat mehr fantasy und kann besser schreiben, als irgendwer von uns. und ausserdem er sagt fundiert dinge, glaub mich. wenn jemand schreibt, ist wichtig, auch koennen aufbauende kritik annehmen und sie dann anwenden. und auch sonst in eine gespraech. kritik anhoeren, nachdenken, entscheiden, was ich will damit tun.

nur gut, dass du hast geschriben, dass soll nicht sein eine beleidigung. *g*


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Panther Koenig Jamie oder auch CJP ...

19.10.2002, 09:27
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Gold Dragon
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so pattarchta (weiß leider nich wo das appostroph is),

einerseits freue ich mich über deine antwort (natürlich auch über deine panther), aber andererseits muss ich dir noch etwas erklären.

1. als ich die geschichte anfing hatte ich gerade mal den ersten satz im kopf, und deshalb gibt es vermutlich auch diese verwechslungen.

2. ich habe die geschichte nicht so ausgeschmückt und bin gleich auf den punkt gekommen, weil ich nicht wollte ,dass sie zu lang wird.

3. der boss ist nicht der werwolf sondern ein fluch der sie immer wieder heimsucht (jeden monat). der boss wollte nur einen neuen jungen finden um nicht einen von seinen freunden zu verlieren wie es schon öfter geschehen sein muss.

4. als ryan den babywolf am boden sieht weiß er noch nicht das dies der werwolf ist, der einen heimtückischen trick angewanden hat, auf den fast jeder reinfällt. als ryan das wölfchen mitnimmt verwandelt sich dieser wieder zurück und beisst ihn. deshalb suchen dann auch >2< werwölfe am ende nach der bande, der eine ist der fluch wolf, und der andere ryan der sich am boss rächen will.

falls du jetzt noch fragen haben solltest wegen der verwandlung vom werwolf in den welpen, dann schau hier: dies ist ein >fluch< werwolf (also kein richtiger) der sich nicht in einen menschen aber dafür in einen normalen wolf oder bei bedarf in einen welpen verwandeln kann.
und außerdem ist er bei dem ziegel nicht gestorben sondern ist ausgewichen, was ryan nicht gesehen hat.l

soooo, das hier dürfte ich dir eigentlich nicht erzählen weil es die hintergründe der geschichte sind und somit auch geheim!!! aber um einem etwas verständlich zu machen der keine eigene fantasy hat, dem erkläre ich so etwas gerne
(das mit der fantasy sollte jetzt keine beleidigung sein, also sei mir nicht böse)

18.10.2002, 21:30
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PattWór
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Ich habe deine Geschichte gelesen, Gold Dragon. Nun, es ist schwer, eine Geschichte aus dem Stehgreif zu verfassen und jeder hat da so seine Vorlieben. Jedoch sind da einige Kritikpunkte, die ich hier doch aufgreifen möchte. Der Anfang der Geschichte ist gut gewählt, ein Junge der durch die Straßen geht und über kürzliche Ereignisse sinniert. Leider kommst du viel zu schnell auf den Punkt. Du hättest mehr die Umgebung beschreiben sollen und eine Atmosphäre schaffen sollen, in die der Leser eintauchen kann.

Die Verwandelung in einen Werwolf geht einher mit einer Totalamnesie über den Zeitraum der Existenz als Werwolf. Wie kann dann der Führer der Gang sich in menschlicher Gestalt sein Opfer künftiges aussuchen, welches er dann als Werwolf anfällt?
Gut, jeder hat da wohl so seine eigenen Vorstellungen über Werwölfe und die Verzahnung der beiden Seelen, die in dem Lycanthropen wohnen. Vielleicht hättest du diese Eigenschaft vorher mehr einbringen sollen. So ist es aber ein wenig verwirrend.

Ebenso verwirrend ist der Schluß. Mir stellt sich da die Frage, warum der Junge plötzlich einen Wolfswelpen an der Stelle findet, wo vorher der Werwolf gestorben war. Die einzige Erklärung, die ich dafür finde, ist, daß quasi der menschliche Teil, des Lycanthropen gestorben ist und das tierische Element in einer Reinexistenz als Wolf wiedergeboren wurde.
Doch finde ich keine Erklärung, warum der atackierte Junge, der diesen Welpen augenommen hat, in eine Existenz als Lycanthrop hinübergeglitten ist.

Fazit: Deine Geschichte birgt genug Potential für ein sehr gute Story. Und auch die eben von mir kritisierten Stellen könnten für überraschende Wendepunkte in der Story sorgen.


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15.10.2002, 12:38
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Panther
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oui das sind gute geschichten. die erste hat mir wirklich ueberrascht. ich staune noch jetzt ... echt gut.

und deine gold dragon hat mir sehr gut gefallen, ist auch ein etwas anderer einfall ... und du hast gut formuliert. mir wurde ganz gruselig.


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15.10.2002, 11:28
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Gold Dragon
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ich auch noch eine:

er kam sich vor wie ein idiot, -warum?- dachte er immer wieder nur und rannte die verlassene gasse hinunter. -warum nur? wie konnte ich so dumm sein und darauf reinfallen?- ryan bekam es langsam mit der angst zu tun und rannte immer schneller. -er war so nett zu mir gewesen- dachte er -er hat mich wie ein richtiges mitglied behandelt und nun das!- auf einmal blieb ryan abrupt stehen, denn er hatte etwas gehört. er lauschte und hielt dabei den atem an um besser hören zu können. jetzt erkannte er es, dieses röcheln, und als er fast dabei war in panik zu geraten erkannte er noch gerade so eine feuerwehrleiter die an einem haus befestigt war. mit fast übermenschlichen kräften sprang er daran und kletterte in windeseile daran hoch. er setzte sich oben auf das glatte dach und ferhielt sich so still wie möglich, dabei überdachte er nochmals die vorgänge der letzten stunde. er hatte endlich eine gang von anderen straßenkindern kennengelernt, deren boss ihn nett aufnahm und auch dementsprechend behandelte, doch er hatten ein geheimnis. und dies war ein werwolf fluch. jeden monat bei vollmond kam der werwolf zu dieser gang um ein kind zu erhaschen. und diesesmal hatte der boss ein neues kind gesucht um nicht selbst ein vertrautes mitglied zu verlieren, und dieses neue kind war.... "er".
er hörte das röcheln immer näher kommen, nun musste es genau unter ihm sein, als er einen stapel ziegelsteine neben sich erblickte. in seiner panik stieß er einen um und er hörte wie das röcheln unter ihm sofort innehielt und dann auf einmal näher kam, "und zwar die treppe hinauf"!!!!!!! in seiner -nun schon- toodesangst sah er die treppe hinunter auf ein paar glühend gelbe augen, die in einem wolfskopf saßen und dieser wiederrum auf einem muskelbesetztem, menschlichen körper der ein fell hatte und gerade mal 3 meter von ihm weg war. als der werwolf ihn erblickte hielt er kurz inne um dann die zähne zu fletschen und wie ein irrer weiterzuklettern. ryan nahm wie paralysiert einen schweren ziegel und warf ihn mit aller kraft auf dieses (wie er empfand) monstrum. er traf es genau auf der verwundbaren schnauze, und der werwölf fing sofort an in tiefen zerreißenden tönen zu heulen. ein zweiter ziegel brachte ihn zum fallen und er landete unsanft auf dem pflatserstein. den dritten ziegel den ryan nahm war kaputt und hatte so auf der einen seite eine stumpfe dolchartige form angenommen. er schleuderte ihn nach unten, und wegen der schwerkraft wurde der stumpfe dolchartige ziegel zu einer tötlichen waffe die dem werwolf das herz durchbohr.
als ryan sich vom dach wieder runtertraute war es schon hell geworden. er hatte sich auf ein schauerliches blutbild vorbereitet, doch alles was er unten auf dem boden fand war ein wolf welpe. er nahm ihn hoch und ging. seitdem rennen zwei werwölfe bei jedem vollmond durch die gassen der kleinen stadt. und wenn kein vollmond ist, sieht man manchmal einen jungen mit einem wolf an seiner seite durch die nacht gehen, die eine bande von kindern suchen.

ich hoffe euch gefällt meine selbst erfundene geschichte
und wenn nicht....................auch egal

aber bitte gebt trotzdem ein kommentar ab

folgendes Bild wurde angehängt:

12.10.2002, 18:26
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Silhouette
Wolf




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Ja, gerade diese überraschende Wendung der Perspektive hat mir an dieser Geschichte so gefallen.

Kennt ihr vielleicht auch solche oder ahnliche Kurzgeschichten?


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06.05.2002, 09:25
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PattWór
Crond'Llor




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Die Werwolfthematik mal aus gegenteiliger Perspektive. Sehr interessant


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04.05.2002, 18:58
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gepard





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Einfach genial! Solche Geschichten liebe ich, die für eine unerwartete Überraschung sorgen

03.05.2002, 21:24
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Silhouette
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Kennt ihr links zu Seiten mit Werwolf-Geschichten oder habt ihr eine Kurzgeschichte, die ihr hier zum Besten geben wollt?

Ich habe hier eine, die mir sehr gut gefallen hat:


Peter Schünemann: Der Werwolf

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"Es ist ein Fluch - ein furchtbarer Fluch!" erzählte der Vater mit leiser, bedrückter Stimme. Die Kinder, eng an ihn gedrängt, atmeten kaum; so sehr nahm sie die Geschichte mit. Er hätte es ihnen gern erspart; doch war es nötig, daß sie es hörten, denn ihr jüngster Bruder war davon betroffen worden - völlig unerwartet, sehr schmerzlich für ihn und die Familie. Gottlob nur eins, dachte der Vater; alle anderen sind völlig normal. Wir haben ja noch die anderen vier. Aber trotzdem - unser Kleiner ...
"Wieso dieser Fluch über uns gekommen ist, wissen wir nicht!" sprach er weiter. "Man munkelt etwas über einen Ur-Urahnen eurer Mutter, aber das sind nur Gerüchte. Einige sagen, diese schreckliche Verwandlung ist die Strafe für böse Taten; doch warum sollte euer Bruder für etwas leiden, daß irgendein ferner Vorfahr verbrochen hat? Andere meinen, es habe etwas mit den Genen zu tun, also ..."
"Was sind Gene, Papi?" wollte die jüngste Tochter wissen.
"Gene, also, ja ... Hm, wie soll man das erklären ... so kleine Dinger im Körper, die kannst du nicht sehen, aber sie bestimmen darüber, wie man wird, wie man aussieht, was für einen Charakter man kriegt, und so weiter ... Das lernst du später noch!"
Die Jüngste knurrte, nicht ganz zufrieden, doch ihre ältere Schwester stieß sie an und fauchte: "Sei still, wir wollen weiter hören!" Also schwieg sie klugerweise.
"Wie dem auch sei", fuhr der Vater fort, "ihr müßt Mitleid mit eurem Bruder haben, wenn er nachher zu Besuch kommt; jetzt ist die Verwandlung ja vorbei, und er hat wieder seine normale Gestalt angenommen."
"Ist das wirklich alles so schrecklich, wie man erzählt?" fragte der älteste Sohn; auch er, sonst ein mutiger Kerl, zitterte und schmiegte sich an den Vater.
"Schrecklich!" antwortete dieser. "Es ergreift den ganzen Körper ... alles, alles verändert sich! Man verwandelt sich in eine abscheuliche Bestie und tut Dinge ... grausige, perverse Dinge ..." Ihm versagte die Stimme, es schüttelte ihn.
"Was ist das, pervers?" fragte die jüngste Tochter.
"So was wie unanständig!" zischte ihre Schwester. "Und jetzt halt die Klappe!"
"Dinge ... schreckliche Dinge!" murmelte der Vater. "Man geht auf zwei Beinen ... wohnt in einem Haus ... hat kein Fell mehr ... muß Kleidung tragen ... und jeden Tag ins Büro ..." Abscheu würgte ihn und raubte ihm fast die Stimme: "Gottlob hebt der Vollmond den Fluch für kurze Zeit auf ... ein paar Nächte lang ist euer Bruder jetzt wieder normal ... Ah, ich höre ihn schon! Seid nett zu ihm, ja?"
In den Hügeln vor der Höhle heulte einsam und traurig ein großer Wolf.

c 1996 by Peter Schünemann


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Dieser Beitrag wurde von Silhouette am 12.03.2004, 10:22 Uhr editiert.

03.05.2002, 18:25
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