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TamedTigress
Amurtigerin




Dabei seit: April 2003
Herkunft: Edinburgh
Rheinland-Pfalz (DE)
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TamedTigress ist offline
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Huch - da war ich also brav in der Suchmaschine und habe den Tread auf den Du, Shilok, hinweist, gar nicht gefunden! Ich glaube aber ich habe "Freigang" eingegeben - ich vermeide die Umlaute eben, insbesondere in Suchmaschinen...

@ Petra: Kitti (so stehts im Impfpass, sie wurde von der damals dreijaehrigen Tochter der Vorbesitzerin getauft) jammert sehr im Sommer. Wir haben einen kleinen Wintergarten der zum Garten fuehrt. An der Glaswand macht sie dann Maennchen und ich sehe an ihrer Schnauze dass sie schreit. Letztes und vorletztes Jahr versuchte sie auch durch die Tuer zu schluepfen, aber so weit sind wir dieses Jahr noch nicht...

Ich hab sie schon ein paarmal mit in den Garten gelassen, aber sie sass zu oft auf dem (ca. 2m hohen) Zaun, der auf der anderen Seite zur Strasse fuehrt - ausserdem landet sie in Dornenbueschen wenn sie an der falschen Seite runter springt.

Einmal sprang sie in den Nachbargarten, der Nachbar war arbeiten (ich hatte Urlaub) und ich konnte sie nicht holen. Von dort sprang sie in den Garten eines weiteren Nachbarn der ebenfalls arbeiten war und fauchte einen dicken Hasen an der in einem kleinen Kaefig sass. Schliesslich sass sie wieder auf dem Zaun und landete schliesslich auf der Hauptstrasse, und ich rannte hinterher und holte sie mit nackten Armen aus den Dornenstraeuchern bevor sie auf die Strasse konnte. Sowas will ich nie wieder erleben.

Im Winter scheint sie sich nach den ersten paar Monaten ganz gut ans Drinnensein gewoehnt zu haben und zeigt keinerlei Verlangen nach draussen zu laufen.

So eine Einzaeunung wie Du vorschlaegst habe ich auch schon mal angesprochen aber das fand Jimmy nicht so toll. Erstmal optisch weil wir auch zwei kleine Apfelbaeume haben, und dann sind wir auch momentan stolze "Besitzer" zweier Vogelnester. Unser Garten ist uebrigens recht klein, wenn man die Straeucher weg rechnet, etwa 4 x 5 Meter (Vorstadt eben).

Ach, ich wuenschte echt sie koennte sprechen...

@ Goldkatze: Ihr habt eine neue Katze? Das freut mich :-)

TamedTigress

18.05.2004, 22:30
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Shilok
Tigerin




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Nordrhein-Westfalen (DE)
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Shilok ist offline
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Hi Tamed !

Um noch weitere Meinungen (auch meine, die sich bisher nicht geändert hat) zu diesem Thema einzuholen verweise ich auf folgenden Thread hier im Forum:

Freigänger ja oder nein ?

SG Shilok


__________________
"A-o-ung"

18.05.2004, 22:07
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PetraB.
Alpha-Wolf




Dabei seit: Februar 2002
Herkunft: NRW

Beiträge: 1301
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TamedTigress,

Du kennst Deine Kitty und Dein Gewissen entscheidet schlussendlich, wie sich ihr weiteres Leben gestalten wird, und ich werde mich, ebenso wie Goldkatze hüten, Dir hier einen ''Rat'' zu geben. Die Gefahr, dass Kitty verunglückt besteht nunmal ...

Eine Alternative hätte ich allerdings noch anzubieten. Häufig wird der Garten oder auch ein Teil desselben von Katzenhaltern katzensicher eingezäunt, damit die Tiere gefahrlos eine kleine Freiheit geniessen können. Ich weiss zwar nicht, ob der Garten ausschliesslich von Deiner Familie genutzt wird, aber eine Idee ist es allemal.

Jammert sie denn, oder versucht nach draussen zu entwischen im Sommer?


__________________

... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

18.05.2004, 18:26
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Goldkatze
Routinier




Dabei seit: Februar 2004
Herkunft: Land der goldenen Feliden

Beiträge: 452
Goldkatze ist offline
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Es ist wohl auch keine richtige Antwort, aber ich glaube kaum, dass man meinen Katir hätte im Haus halten können... Er war ein Streuner und liebte seine Freiheit...
Ob es barmherzig ist, eine Katze einzusperren? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht so recht, ich weiß nicht, ob es fair und in seinem Sinne gewesen wäre das zu tun... Ich weiß es einfach nicht. Eine Katze, die nicht sehr an ihrer Freiheit hägt, wie unsere *neue*, Kim, die kann man wohl ohne schlechtes Gewisssen auch nur im Haus behalten, wenn es nicht anders geht.
Ich versteh deine Sorgen um Kitti, die hat wohl jeder in der Situation, aber ich weiß auch, dass man nicht jeder Katze ihre Freiheit nehmen kann. Andererseits spielt die Wohnlage natürlich eine Rolle, und auch, wie vorsichtig die Katze ist.
Ich kann dir deswegen nicht die Entscheidung abnehemen, kein klares Nein bzw, Ja geben...


__________________
On the day Cc was born, 6,000 unwanted pet cats and kittens were destroyed in the USA.

18.05.2004, 16:59
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TamedTigress
Amurtigerin




Dabei seit: April 2003
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Rheinland-Pfalz (DE)
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TamedTigress ist offline
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Ja, Petra... wie gerne wuerde ich wissen was meine Katze dazu zu sagen hat. Ich moechte wissen ob sie mich hasst, ob sie sich noch nach draussen sehnt (was zumindest in meinen Augen nur im Sommer der Fall zu sein scheint wenn wir draussen in der Sonne sitzen, grillen, etc) und ganz besondere - ich wuerde so gerne wissen ob sie versteht dass ich sie zu ihrer Sicherheit einsperre.

Oft kommt mir der Gedanke dass ich kein Recht habe. Die Freiheit birgt Gefahren, ja, aber sie ist in Freiheit geboren - darf ich ihr die einfacn nehmen weil ich Angst um sie habe, weil ich nicht um sie trauern will, weil ich sie nicht leiden sehen will und mir keine Vorwuerfe machen will? Aus lauter egoistischen Gruenden?

Jimmies Katzen haben auch nie die Freiheit gekannt. Die tigern einmal vorsichtig in den Garten und sobald ihnen ein Blatt ins Gesicht weht oder sie einen LKW hoeren, hoppeln sie direkt wieder hinein ins warme Haus. Ihr ist das Gras und alles draussen unheimlich..

Fuer Kitti war es aber einst ihr Leben - sie hat zweieinhalb Jahre lang waehlen duerfen ob sie gerade rein oder raus wollte, und dann habe ich ihr diese Wahl genommen.

Es ist sicher furchtbar den Kalle momentan so leiden zu sehen aber zumindest weisst Du dass Du ihm irgendwann wieder die Tuer aufmachen und ihn hinaus springen und mit seinen "Kollegen" "aufholen" lassen kannst. Wie ich so nen Kater so einschaetze, hat er die Gefangenschaft sicher bald vergessen sobald er wieder nach draussen darf.

Was meint Ihr anderen eigentlich dazu? Ist es barmherzig oder grausam eine Katze einzusperren? (Ich glaube wenn ich in einer entsprechenden Umgebung wohnen wuerde wuerde ich meine Katzen sofort wieder raus lassen)

TamedTigress

18.05.2004, 16:10
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PetraB.
Alpha-Wolf




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TamedTigress,

ich weiss genau, in welchem Gewissenskonflikt Du Dich befindest. Mit meinem ersten Kater erging es mir ähnlich. Die Wohnung, in die ich ihn als Katzenkind holte, erlaubte es, dass er Freigänger wurde. Nach drei Jahren zog ich um, in die 2. Etage mit Busverkehr vor dem Haus. Freigang wurde unmöglich. Ich muss allerdings sagen, er hat sich ganz problemlos umgewöhnt, ging aus dem Badfenster aufs Dach und sonnte sich auf den Dachgauben. Ein neuerlicher Umzug ermöglichte es ihm, wieder Freigang zu geniessen. In der 30-er Zone unserer Strasse, auf der es genau 13 Häuser gibt, wurde er von Türken, die zum Schafschlachten den benachbarten Bauern aufsuchen wollten, angefahren. Luxation des Hüftgelenks, OP in der Tierklinik, Rekonvaleszenzzeit und JA ... wieder Freigang. Denn inzwischen hatte er ''Kollegen'' bekommen, die auch allesamt Freigänger waren. Es ging mehrere Jahre gut, dann wurden zwei Kater, die zur Hauptstrasse gelaufen waren, totgefahren.

Ich sperrte die verbliebenen 4 Tiere ein, aber das konnte ich nicht lange durchhalten, sie waren die Freiheit gewöhnt, alle wild geboren und litten sehr. Jedes Mal, wenn ich sie hereinrief, klopfte mein Herz bis zum Hals. Ob sie denn auch alle kommen würden? Es war eine schreckliche Zeit für mich, aber die Katzenbande führte das Leben, das sie immer schon in Freiheit geführt hatte und war zufrieden.

Inzwischen lebt nur noch ein Freigänger bei uns. Die übrigen drei Kater starben an Krankheiten, die mit dem Freigang in keinem Zusammenhang standen. Eben dieser Freigänger, Kalle, er wird im September 9 Jahre alt, er war und ist äusserst scheu, musste vergangene Woche operiert werden, er hatte eine Fistel an der Wange. Die OP ist gut verlaufen, aber er darf nicht nach draussen, denn erstens hat er Fäden in der Wange, die wieder entfernt werden müssen und zweitens muss er täglich Tabletten bekommen. Da er aber so scheu ist, würde ich ihm die Tabletten niemals sicher verabreichen können und ihn nach DER Erfahrung in den nächsten Monaten noch mal an die Hand zu bekommen, um die Fäden ziehen zu lassen, wäre absolut unmöglich.

Kalle leidet ... nicht weil er operiert wurde, sondern weil ich ihm die Freiheit genommen habe ... und weil unsere schwarzen Wohnungsteufel ihm das Eingesperrtsein wirklich zur Hölle machen. Sperren wir sie aus, sind sie unglücklich, sperren wir Kalle aus, vereinsamt er total ... dabei hatten wir die Hoffnung, dass sie sich aneinander gewöhnen und Kalle dann später, anstatt nur ins Haus, auch öfter mal in die Wohnung kommt ... nun sitzt er ''sicher'' mit Katzenklo, Kuschelbett und Futter im Stubenzwinger, ist aber wenigstens nicht allein und wir haben uns entschieden, die ''Teufel'' stundenweise auszusperren, damit er auch mal raus kann. Bei ihm lässt sich übrigens das Stockholm-Syndrom geradezu beispielhaft beobachten. Der Kater ist normalerweise absolut handscheu. In seiner jetzigen Situation schmust er, gibt Köpfchen, lässt sich streicheln, ruft sogar nach mir, damit ich das mache ... ... wenn er aber wieder frei ist, wird er wegrennen, sobald ich auch nur versuche, mich ihm mit der Hand zu nähern. Diese Erfahrung habe ich schon einmal gemacht, als er durch einen schlimmen Biss ebenfalls zu ''Hausarrest'' verdammt war.

Unsere Wohnungskatzen habe ich, wie bereits andernorts erwähnt, mit der Flasche aufgezogen. Sie kennen die Freiheit nicht. Nisse begnügt sich mit gelegentlichen gemeinsamen Ausflügen auf den Hof und Palle hat panische Angst vor Draussen.

Bei den wild geborenen Draussen-Katzen sage ich: Es ist ihr Leben. Die Freiheit birgt Gefahren, mit denen sie leben, an denen sie aber auch sterben können. Bei den ''Flaschenkindern'' könnte ich es mir allerdings nie verzeihen, wenn ihnen etwas passieren würde, wenn sie Gefahren ausgesetzt wären, die sie durch meine Einflussnahme, weil ich sie völlig gefahrfrei aufgezogen habe, nicht kennenlernen konnten.

Man kann also gar nicht pauschal urteilen. Es kommt auf die jeweiligen Umstände an, auf das Tier als solches und auf das, was man als Tierhalter mit seinem Gewissen vereinbaren kann.

Ob das dann wirklich zu 100% im Sinne des Tieres ist, kann niemand wissen, denn das Tier kann es uns (leider) nicht sagen.


__________________

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© Alpha P.

Dieser Beitrag wurde von PetraB. am 18.05.2004, 11:37 Uhr editiert.

18.05.2004, 10:02
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TamedTigress
Amurtigerin




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Es geht auf den Sommer zu! Es ist 27 Grad warm und ich liege mit einem Buch auf der Gartenliege und lasse mich von der Sonne verwoehnen.

Ich vermeide den Blick in Richtung Wintergarten. Meine Katze macht sich am Fenster lang, ihr rosa Maeulchen geht auf und zu. "Hol mich zu Dir!" lese ich aus ihren Mundbewegungen. "Ich will auch die Sonne geniessen!"

Das letzte Mal als ich ihr nachgegeben hatte, sprang sie ueber zwei Zaeune, erschreckte das Kaninchen des Nachbarn und sprang dann ueber dessen Zaun in ein dichtes Dornengestruepp neben der Hauptstrasse. Ich lief im Badeanzug hinaus und kratzte mir beide Arme auf als ich sie hinaus holte.

Einst war meine Kitti eine freie Draussenkatze mit grossem Revier. Sie ist auf einem Bauernhof gross geworden, kam dann zu einer Familie mit grossem Garten und schliesslich zu mir wo sie ihr Revier tapfer selbst gegen die groessten Kater der Nachbarschaft verteidigte. Nur einer, der schoenste von allen, der hochbeinige, rabenswarz glaenzende, gruenaeugige Joschi durfte aufs Grundstueck und sogar ab und an mit ins Wohnzimmer und dort aus ihrem Schaelchen Wasser trinken.

Sie ging in Nachbars Teich Froesche fangen und legte sich auf dem Gartenhaus eines anderen Nachbarn in die Sonne - ich sah dann immer einen schneeweiss glaenzenden Flecken auf dem Dach und sobald ich das Fenster oder die Terrassentuer oeffnete, bewegte sich dieser in Windeseile auf mich zu.

Durch energisches scharren und schaben am Fenster verlangte sie mitten in der Nacht raus, rein, und wieder raus gelassen zu werden und konnte sich in unserer ruhigen kleinen Siedlung bewegen wie sie wollte.

Dann wurde alles anders.

Die Umstaende verlangten dass ich zunaechst fuer drei Monate in eine reizende, aber furchtbar enge 34qm Wohnung in der naechsten groesseren Stadt zog, in der eine Leiter zu einer gemuetlichen Schlafnische unter dem Dach fuehrte.

Kitti konnte nicht mehr bei mir ins Bett und weinte die ganze Nacht. Ich versuchte mehrfach mit ihr im Arm die Leiter hinauf zu klettern, jedoch immer ohne Erfolg. Sie zappelte zu sehr.

Sie konnte auch nicht mehr hinaus - wir wohnten im fuenften Stock an der Hautpstrasse. Wenn immer ich von der Arbeit kam sah ich den weissen Flecken oben im Fenster sitzen und sehnsuechtig nach draussen sehen. Es brach mir das Herz, insbesondere angesichts dessen was ich noch fuer sie geplant hatte.

Viele rieten mir, ihr ein liebevolles Zuhause mit Auslauf zu finden und sie zurueck zu lassen. ich konnte es nicht. Ich liebte meine Katze, die ich drei Wochen nach meinem Umzug in meine erste eigenen Wohnung zu mir geholt hatte und sehnte mich danach sie wieder neben mir auf dem Kopfkissen liegen zu haben.

Bin ich egoistisch? fragte ich mich oft? Kann ich von ihr verlangen fuer den Rest ihres Lebens drinnen zu leben und mich mit einem Menschen, aber schlimmer noch, zwei verwoehnten Stubenkatzen zu teilen?

Waere es barmherziger gewesen sie wirklich zurueck zu lassen, womoeglich in ihrem alten Revier, vielleicht bei meinem Nachmieter? Ich konnte es nicht.

Drei Wochen spaeter setzte ich sie in ihren Korb, setzte ich sie in einen Umzugswagen und wir machten uns auf die fast zwei Tage dauernde Reise in ein anderes Land.

Als sie in unserem neuen Zuhause ankam wurde sie angefaucht und drueckte sich aengstlich in die Ecke. Sehnsuechtig sass sie im Wintergarten, wo sie die ersten Wochen ausschliesslich lebte, getrennt von ihren neuen Kusinen, ans Fenster und sah nach draussen. Ich konnte es nicht ansehen.

Wenn wir die Haustuer oeffneten mussten wir aufpassen dass sie nicht zwischen unseren Beinen hindurch schluepfte. Es gab mir einen Stich, aber es war zu gefaehrlich - auch hier fuehrt eine Hautpstrasse am Haus vorbei und keine 500m von hier ist man auf der Autobahn. Ich kann es nicht verantworten.

Mit dem Ende des Sommers wurde ihr Verlangen nach Freiheit ein wenig gedrosselt, und als es Herbst war interessierte sie sich zu meiner grossen Erleichterung kaum noch fuer die Welt ausserhalb unserer vier Waende.

Es hatte eine Weiel gedauert, aber inzwischen kuschelte sie sich wieder wie in alten Zeiten bei mir aufs Kissen und schnurrte mir ins Ohr - erst nur wenn wir alleine waren, dann zoegerlich auch wenn ein anderer Mensch oder gar ein oder zwei andere Katzen bei uns waren. Inzwischen kuschelt sie sich zufrieden neben sie auf die Couch und hat Frieden mit ihnen geschlossen.

Doch jeden Sommer erwacht ihr Drang nach Freiheit. Sobald wir selbst uns in den Garten setzen steht sie im Fenster und moechte zu uns. Wir haben dem zunaechst statt gegeben und haben sie hinaus gelassen, ihr nachgesehen wie sie an den Bueschen schnupperte, darin verschwand - und schliesslich als schneeweisser Fellball auf dem zaun sass der zur Hauptstrasse fuehrte. Das war der Punkt an dem ich immer Panik bekam, sie heran lockte und einsperrte.

Wir kauften ihr eine Leine doch sie hat uns ueberzeugt dass sie lieber auf ihre Freiheit verzichtet als diesen erniedrigenden Kompromiss einzugehen. Dennoch scheint zumindest im Sommer, sobald sie mich draussen sieht, ihr Freiheitsdrang immer wieder aufzukeimen.

Ich kann es nicht verantworten. Die Strasse, die toten Katzen die mein Mann ueber die Jahre schon dort gesehen hat. Die Tierfaenger die es hier wie ueberall gibt. Die Hunde! Ich kann es nicht verantworten.

Aber kann ich es verantworten das Tier fuer den Rest seines Lebens einzusperren nur weil ich beschlossen habe hier zu leben?

Mir kommen jeden Sommer Zweifel.

TamedTigress

Dieser Beitrag wurde von TamedTigress am 17.05.2004, 10:44 Uhr editiert.

17.05.2004, 10:29
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