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PetraB.
Alpha-Wolf




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Es liegt ganz offensichtlich in der Natur des Menschen, sich nach Möglichkeit auf Traditionen zu berufen, nötigenfalls sich einfach welche zurechtzubiegen, wenn er die Augen vor Mißständen, Ungerechtigkeiten, Qual und Leid verschliessen will, oder eben versucht, diese zu rechtfertigen.

Aber Shir Khan, wie kannst Du nur! Wir wollen doch keine Straftäter mehr nach römischem Vorbild in die Löwengrube werfen lassen! Wir sind doch nicht der gröhlende Mob! Ausserdem wäre der permanente Verzehr von Menschenfleisch aus ernährungsphysiologischer Sicht für die Löwen ganz sicher nicht angezeigt.

Wie ähnlich der begeisterte Zirkusbesucher dem gröhlenden Mob in den römischen Arenen jedoch tatsächlich ist, das weiss er (vielleicht) nicht, darüber macht er sich auch keine Gedanken ... schliesslich hat Wildtierzirkus TRADITION ... ... denkt er ...


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... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

11.05.2004, 10:36
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Sesshoumaru
sama




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Sesshoumaru ist offline
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Tradition ist schon was feines. Im Grund beruft man sich darauf etwas zu tun, was man schon gestern getan hat. Das das im Kern des Gedanken keinen Sinn macht, sollte jedem denke ich klar sein.

Gerade im Bezug auf die alten Römer sollte man die Funktion des Zirkus vielleicht überdenken. Wieso schließen wir nicht bilaterale Verträge mit den USA oder China. Wir bekommen deren Todeskandidaten um sie bei uns im Zirkus nach römischen Stil an Raubtiere zu verfüttern und sie erhalten dafür eine Unkostenpauschale??

Gesellschaftspolitisch galt schon zu Zeiten der Römer das gleiche was heute noch Gültigkeit besitzt => pane et circensis ("Brot und Spiele"). Nur wenn man das Volk beschäftigt, merkt es nicht so sehr wie es von der regierenden Schicht der Gesellschaft ausgebeutet und mehr als Diener als als Fundament der Gesellschaft betrachtet wird. Und wer beim Wort "circenses" an nichts böses denkt, der könnte auf den Wortstamm von Zirkus gestoßen sein, der ja Spiele bedeutet und nicht Ausbeutung.

PS: der Titel des Beitrags ist kein Schreibfehler *g*


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

10.05.2004, 13:08
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PetraB.
Alpha-Wolf




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PetraB. ist offline
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Zirkus-Tradition?Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Da sich viele (eigentlich alle) Zirkusunternehmen auf die Tradition berufen, um den Wildtierzirkus und das damit verbundene Leid und die Ausbeutung der Tiere zu rechtfertigen, hier mal ein kleiner Abriss der tatsächlichen Tradition:

Zitat:
Ursprünge des Zirkus finden wir im röm. Imperium wieder: antike Amphitheater, der Circus Maximus und das altrömische Colosseum. Die Arenen waren kreisförmig und besassen langgestreckte Bahnen für Wagen und Pferderennen, sowie andere Wettkämpfe und Spiele, die zu Ehren verschiedener Götter stattfanden. Die vergnüglichen Veranstaltungen waren keine künstlerischen Leistungen. In der Frühzeit war Vergnügen mit bluttrünstigen Darbietungen in Form von Gladiatorenkämpfen verbunden.

Mit dem Ende des Imperiums ging auch die röm. Vergnügungskultur im abendländischen Europa unter.

Im oström. Konstantinopel lebte die Vergnügungskultur des Pferderennens noch auf. Diese und andere Aktivitäten fanden im berühmten Hippodrom statt. Mit dem Verfall und der Zerstörung des Röm. Reiches verstreuten sich die Menschen, die an Vorführungen mittwirkten über Europa, die Gebiete des Vorderen Orients und Nordafrikas. Die schaustellerischen Formen vermischten sich mit den nationalen Formen. Der Begriff Zirkus verschwindet.

Im europaischen Gebiet wird die Beliebtheit der Pferderennen und Tierdarbietungen noch deutlich. Vergnügungsveranstaltungen waren Turniere, die in einem geschlossenen Feld stattfanden und an Kriegszenen erinnerten. Der Ort trat seit dem 15. Jh immer seltener auf, und nahm im Laufe der Zeit eine runde, karussellartige Form an, in der ruhige Paraden aufgeführt wurden: der Ritt in einer Quadrille. Schliesslich wurde das Pferd zur Hauptattraktion und stand im Mittelpunkt des Spektakels. Im 17/18. Jh kam die Dressur des Pferdes und des Kunstreiters auf und wurde entwickelt. Die Pferdedarbietungen im Karousell waren Zeremonien, die für den König und seine Gäste veranstaltet wurden. Der Zirkus existierte unter dem Namen des Karousells.

Neben den Pferdedarbietungen erfreuten sich Tierwettkämpfe grosser Beliebheit, die auch den Ursprung der Tierbdarbietungen des 18. bis 20. Jh
darstellen. Einerseits: In ganz Europa werden seltene, exotische Tiere vorgeführt, die Puplikumsmagneten sind, u.a. um die Naturgeschichte darzustellen. Andererseits: veranstaltet man Tierwettkämpfe mit Tieren verschiedener Rassen.

Begründer der noch heute gültigen Zirkusform: Philip Astley (1742 - 1814) 1768 Gründung einer Reitschule, in der zwar auch Kunstreiterei vorgeführt wurde, dennoch mündete seine Richtung mehr zur Militärreiterei während der spätere Zirkus mehr aus den span. Hofreitschulen und ital. Pferdebaletten hervorging. Astley baute 1803 ein festes Zirkusgebäude mit Manege und Bühne. Nach der frz. Revolution von 1789 verlagerte sich die Entwicklung nach FR und Kontinentaleuropa. Die Schausteller konzentriertrn sich auf das frz. Bürgertum. Sie schlossen sich zu festen Gruppen zusammen, somit entstand durch die Vereinigung von Reiterei, Dressur, Akrobatik und Clownerie und die dafür notwendigen Programme die Kunstgattung Zirkus. Astley lies in Paris „Astleys Amphietheater“ errichten.

In den Wirren der französischen Revolution musste er Paris verlassen und mit dem Bürger Antoine Franconi übernahm der Gründer einer der berühmtesten Zirkusdynastien des Amphitheater. Mit Tourneen beeinflusste er die europ. Zirkuskunst. Im 19. Jh war der Zirkus in FR als für die Öffentlichkeit zugängliche Institution anerkannt. Im 19. entstand in Fr eine Bewegung fahrender Zirkusse. Anfangs reisten sie immer noch mit der Ausstattung als fester Zirkus, also einem demontierbaren Holzbau, später mit einem Chapiteau.

Im laufenden 19. Jh möchte das Publikum eine vielfältigere Unterhaltung bekommen, und somit ändert sich der Charakter der Vorstellungen: weniger Pferdenummern, dafür werden exotische Tiere, gefährlichere Dressuren und extravagantere Kunststücke gezeigt. Es entsteht ein Interesse für menschliche Abnormitäten, und damit die zahlreichen „natural fools shows“ und „freakshows“. Auch Panoptiken waren im 19. Jh ein Publikumsmagnet. Neue Genre wie z.B. Raubtierdressuren und Clownerie wurden ins Programm aufgenommen. Der Clown war anfangs nur Pausenfüller, wurde später zu einer eigenen Nummer.

Der Zirkus wird, anders als im Mittelalter, sozial anerkannt. Im 20. Jh besitzt die Mehrzahl der europ. Hauptstädte einen Zirkus, der verschiedene Namen hatte: Cirque, Circus, Zirkus oder Zirk und war auf Spektakel bedacht.

Quelle


Der traditionelle Zirkus bestand aus Pferdenummern, Akrobatik und Clownerie. Freakshows und Raubtiernummern kamen später zeitgleich ''in Mode''. Es ist allerhöchste Zeit, dass letztere ebenso geächtet und verbannt werden, wie die erstgenannten ''Vergnüglichkeiten'' des Volkes.

Gute Nacht


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© Alpha P.

10.05.2004, 01:58
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