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TamedTigress
Amurtigerin




Dabei seit: April 2003
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Beiträge: 2187
TamedTigress ist offline
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Zitat:
Original von Shir Khan
Der Zirkus stellt sich gerne so dar als würden sie den Menschen die Tiere näher bringen und sogar Arterhaltung betreiben.



Nichts liegt denen ferner, denke ich mal!! Ein Zoo mag den Menschen die Tiere naeher bringen. Dort haben sie zwar auch kein ideales Umfeld, zeigen aber wenigstens noch ein paar natuerliche Verhaltensweisen.

Was in Zirkussen mit den Tieren gemacht wird ist in meinen Augen Erniedrigung zur Volksbelustigung!!

Ich glaube wenn einer sich wirklich fuer das Tier interessiert moechte er es viel lieber dabei sehen wie es etwas natuerliches macht und nicht wie es durch Feuerreifen springt oder Maennchen macht...

TamedTigress

30.04.2004, 14:17
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Marie Juana
Tripel-As




Dabei seit: Januar 2004
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Beiträge: 187
Marie Juana ist offline
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solange es noch leute gibt, die auf zirkus stehen (natürlich auf die gefährlichen nummern, da hat man den "kick" und sitzt trotzdem mit seinem a... auf der sicheren seite des netzes), wird es zirkus geben. und zu meinem kummer muß ich die vermutung äußern, daß die rückläufigen besucherzahlen weniger mit dem tierschutz, sondern eher damit zu begründen sind, daß man heutzutage im zirkus nicht mehr für zehn mark nen schönen abend für die ganze familie bekommt... und der mensch spart eben zuerst an den vergnügungen... biete mal denjenigen, die nicht in den zirkus gehen, gratiskarten an - was meinst du, wie voll das zelt sein wird

30.04.2004, 13:55
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Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
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Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
Themenstarter Dieses Thema wurde von Sesshoumaru gestartet
Morgens auf dem ZirkusplatzAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Ich kann gar nicht soviel Essen wie ich Kotzen möchte, wenn ich diesen Bericht durchlese. Das einzig Positive sind die zurückgehenden Besucherzahlen. Ich freu mich immer, wenn es ein paar kleine Tiger mehr auf der Welt gibt, aber hier fällt es mir auch schon schwer, weil ich genau weis was mit den kleinen gemacht wird.

Neulich hab ich den Bericht "Tigerbabies ohne Mütter" gesehen. Und da wurde auch wieder großspurig rausposaunt, daß Tigerinnen >>immer<< ihren ersten Nachwuchs verstoßen. Da habe ich mich gefragt ob sich ein Metzger wohl mit dem Sozialverhalten von Scheinen auskennt - er ist doch Fachmann für Fleisch!!!!

In dem Beitrag war zu sehen wie drei kleine Tiger geboren wurden, und nacheinander 2 gestorben sind, weil sie keine Muttermilch und dadurch kein Immunaufbau hatten. Trotz der süßen Tigerwelpen und der einen Überlebenden hat mir der Bericht irgendwie gar nicht gefallen. Der Zirkus stellt sich gerne so dar als würden sie den Menschen die Tiere näher bringen und sogar Arterhaltung betreiben. In Wirklichkeit sind sie jedoch nichts weiter als die "modernen" Sklavenhalter - sie beuten für den eigenen Vorteil andere Lebewesen aus. Mehr nicht, und nicht weniger.



Morgens auf dem Zirkusplatz

Rüdiger Probst trainiert seine sibirischen Tiger, die den Dressur-Höhepunkt der Zirkusvorstellungen bilden.

Der Zirkus kommt in die Stadt und Scharen von Menschen stehen winkend an den Straßen, um ihn willkommen zu heißen. Ein schönes Bild. Aber das war einmal. Heute kämpfen die reisenden Unternehmen um jeden Gast und auch um ihren Ruf. Wie aber leben die Mitarbeiter, wenn sie nicht in glitzernden Kostümen und Tigern ausgesetzt ihr Publikum zum Staunen bringen?

Noch umgibt Stille die weiß-blauen Wohnwagen, die zusammengedrängt um das riesige Zirkuszelt stehen wie eine Wagenburg. Vor einem Wagen hängt die Bewohnerin gerade Wäsche auf. Irgendwo kräht ein Hahn. Es ist neun Uhr am Morgen, und langsam füllen sich die Plätze zwischen den Wagen mit Menschen, die zum Zirkus „Probst” gehören, der seit Montag auf dem Schützenplatz in Celle gastiert. Auch das Büro öffnet seine Wagentür und auf dem Mobiltelefon von Kathrin Strehmel, seit 1997 Sekretärin des Zirkus, meldet sich der erste interessierte Gast. Strehmel nennt die Eintrittspreise und ergänzt sogleich, „das ist ein zweieinhalbstündiges Live-Programm”. Die Leute sind skeptisch, was man ihnen für ihr Geld bietet. „Wir haben 380 Zirkusse in Deutschland, wobei man die, die diesen Namen verdienen, an zwei Händen abzählen kann”, bemerkt Strehmel.

Kuscheliger Nachwuchs im Tigerkäfig
Während das eine oder andere Zirkusmitglied beim zentralen Verwaltungswagen vorbeischaut, um organisatorische Angelegenheiten zu klären, toben die Steppenzebra-Hengste „Toto” und „Dede” sowie „Sambalo” und „Picolo”, die beiden Esel, ausgelassen auf der Wiese neben dem Zirkusplatz. „Mercedes gelingt es überall, ein Stückchen Wiese ausfindig zu machen, auf der ihre Lieblinge Auslauf haben”, lächelt Strehmel. Gemeint ist Mercedes Probst, Tochter von Rudolf Probst, der sein Unternehmen 1945 in Großkühnau bei Dessau gegründet hat, verheiratet mit Andreas Bleßmann, dem Geschäftsführer und Moderator vom Zirkus Probst.

Schon auf Zuruf kommen die Tiere herbeigelaufen. Christina Clasen hat es auf die Esel abgesehen, mit denen sie gleich proben will. Für Alexander, ihren 2-jährigen Sohn, der sich ein Stückchen von „Picolo” tragen lässt, ist dieses Leben das normalste der Welt. Bevor es aber in der Manege an die Arbeit geht, muss erst noch „Sahib”, das weiße Trampeltier aus dem Stall geholt werden. „Das sind unsere drei Azubis im Zirkus”, so Strehmel. „Sie werden momentan für den ,Exotenzug‘ ausgebildet, treten später zusammen auf mit Lamas, ElenAntilopen und Zebras.” Bis auf die drei Lehrlinge sind alle mitgereisten Tiere im Einsatz in der Manege und müssen nicht als bloße Schautiere herhalten. „Eine Grundlage für eine solche Tierdressur ist die fantastische Zusammenarbeit mit verschiedenen Tiergärten”, sagt Strehmel. „Durch sie kamen wir auch an die Antilopen.”

Besuchern ist natürlich erlaubt, sich die Shetland-Ponys und Tarpane, Lewitz Schecken und edlen Andalusier zu bestimmten Zeiten anzusehen. Für den Stall ist die Expertin in Sachen Pferdedressur, Mercedes, zuständig. 80 Kilogramm Kraftfutter, einen Rundballen Stroh und Heu bekommen ihre treuen Vierbeiner pro Tag. „Um den anfallenden Mist kümmert sich ein Kollege”, erklärt Strehmel. „Die Agrargenossenschaft ist meist daran interessiert und liefert oft auch das Heu und das Stroh.”Anstrengung und Konzentration verzehren Kalorien. So verlieren die Künstler 10 bis 15 Kilogramm pro Saison, wie Strehmel erzählt. Allein das Zelt aufzubauen, das in acht Wagen transportiert werden muss, kostet sechseinhalb Stunden Arbeit. „In der Winterzeit essen sich die meisten darum bei Mama richtig durch.” Früher seien das fünf Monate gewesen, heute nur noch drei. „Mehr kann man sich nicht mehr leisten.” In die Nase steigt das würzige Aroma von frischem Heu. Doch noch ein anderer, viel extremerer Geruch liegt in der Luft.

Die Raubkatzen sind die besondere Attraktion
„Da hinten sind, unsere ganz besondere Attraktion, die Raub-katzen”, deutet Strehmel auf die Tigerkäfige, in denen neun bildhübsche Tiere müde von ihrer Verdauung sind. „Wir haben sogar drei Junge. Sie sind durch eine Holzvorrichtung im Käfig geschützt, damit sie nicht aus Versehen von einem Tiger erdrückt werden.” Um die Gesundheit der Tiere kümmert sich ein eigener Haustierarzt in Staßfurt. „Er betreut unsere Tiere im Winter, gibt ihnen die nötigen Impfungen, bevor wir losfahren und kennt unseren gesamten Bestand”, bemerkt Strehmel. „Wenn während der Reise ein Tier erkrankt oder stirbt, ist der jeweilige Amtstierarzt zuständig.” An Altersschwäche stirbt aber unterwegs selten ein Tier. Die älteren Tiere dürfen ihren Lebensabend in Ruhe zu Hause genießen. „Ansonsten haben wir gute Verbindungen zur Tierklinik Leipzig, was nützlich ist, vor allem wenn es um die Tiger geht.” Während die Katzen sich entspannen, macht Uwe Gerbeth, der die meisten Launen seiner Pfleglinge kennt, die Käfigklappen sauber. „Ich habe Zootechniker gelernt, war nach der Wende zehn Jahre tätig in der Getränkeindustrie und bin nun seit drei Jahren hier.” Alle zwei Tag gibt es Futter. „Zehn bis zwölf Kilogramm Fleisch bekommt ein Tiger zu fressen.” Zusammengerechnet sind das rund 350 Kilogramm in der Woche. In regelmäßigen Abständen werden sie zudem mit Hühnern verwöhnt. „Ganzkörperfütterung ist nötig für die Verdauung”, erklärt Strehmel. „Ansonsten gibt es Rind am Knochen, hin und wieder Hammel. Das ist gar nicht so leicht zu kriegen, da es bezahlbar sein muss.” Ein Stammschlachter versorgt den Zirkus deshalb mit Fleisch. „Vier bis fünf Rinder passen in unseren Fleischkühler schon rein”, so Strehmel. Da die Tiger sich gestern den Bauch vollgeschlagen haben, müssen sie heute fasten. Einzig Tigerdame „Amanda” ist ziemlich munter und schaut mit großen Augen skeptisch durch die Gitterstäbe. Sie lässt sich sogar von ihrem Pfleger die Pranken kraulen, der die Trinknäpfe der Tiere mit Wasser auffüllt. Gefährlich nahe kommt den sibirischen Tigern aber nur Rüdiger Probst allabendlich in seiner faszinierenden Tiger-Show. Mittlerweile wird den Azubis in der Manege ein bisschen Disziplin beigebracht. „Down Picolo, down”, soll sich der Esel auf den Boden sinken lassen. Auch „Sahib” muss lernen, in die Knie zu gehen, eine Bewegung, die einem Kamel keine Schwierigkeiten macht. Die Übung, sich mit den Vorderbeinen auf die Manegenbande zu stellen, beherrscht „Sahib” schon ganz gut. Die Esel haben allerdings mitunter ihren eigen Kopf. Legt sich „Picolo” hin, steht „Sambalo” auf, und wenn letzterer hört, spaziert „Picolo” los.
In der Zwischenzeit putzen ein paar junge Menschen von außen das Zirkuszelt. Jeder hilft, wo er kann, schließlich lebt man neun Monate miteinander auf engstem Raum. Rund 80 Leute aus sechs Nationen, davon 15 Mitglieder der Familie Probst, halten zusammen wie eine große Familie. Die verschiedenen Sprachen sind dabei kein Problem, zumal die Familie Probst häufig im osteuropäischen Ausland gastierte sowie im Laufe ihrer Zirkusgeschichte mit ihren auch heute international anerkannten und ausgezeichneten Tierdressuren im polnischen Staats-zirkus engagiert war.
Das Gespür für Tiere ist auf die Kinder übergegangen. 2003 erhielt Mercedes Probst für ihre vorbildlichen Tierdressuren in Holland den „International Circus Award”. Nach den Azubis sind die Andalusier dran. „Früher bin ich selbst jahrelang als Jockey geritten”, erzählt Mercedes und wartet auf Pferd und Reiter für die Dressur.” Tochter Jessika kommt in die Manege geritten auf „Salarosso”. Gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen Christoph Brandt und Iulian Rosu auf „Esperado” und „Colonell” probt sie noch einmal für die abendliche Show. Jessika reitet seit einem Jahr und macht jetzt schon eine sehr gute Figur. Überhaupt scheint ihr Haltung in die Wiege gelegt zu sein, ist die 23-Jährige doch seit vier Jahren erfolgreich am Schlappseil zu sehen. Von allein kommt das Talent dennoch nicht. Die junge Artistin, die auf dem Seil mit dem Einrad fährt und jongliert, genoss eine mehrjährige Ausbildung an der Staatlichen Fachschule für Artistik in Berlin.

Die Reiter zügeln die feurigen Andalusier
In der Manege riecht es nach Sand und gebändigter Kraft. Ein Pferd schnaubt, wirft stolz Kopf und Mähne zurück und spitzt konzentriert die Ohren. Hintereinander, gegeneinander. Nicht so einfach in diesem kleinen Radius. Die Reiter müssen die temperamentvollen Andalusier aus Spanien ganz schön zügeln. Doch trotz des Anspruches, den Besuchern am Abend eine perfekte Show zu bieten, achtet Mercedes streng darauf, die Pferde nicht zu überfordern. Nach jeder gelungenen Übung gibt es Liebkosungen und reichlich Lob. Bevor die Andalusier wieder auf die Weide dürfen, zu den anderen drei rassigen Kollegen, wird noch ein wenig geprobt.Draußen scheint die Sonne, ein junger Mann zieht mit Pinsel und roter Farbe den Probst‘schen Schriftzug nach, und noch von weitem hört man den Ruf von Mercedes, die ihre langhalsige „Helga” sucht. Nicht auszudenken, was passiert, wenn in der abendlichen Vorführung das staksige italienische Kampfhuhn fehlt.

Quelle: Celle'sche Zeitung


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

30.04.2004, 12:44
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