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TamedTigress
Amurtigerin




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Zitat:
Original von Scorpio

Was ich an der Methadonvergabe in Deutschland, aber auch in anderen Ländern kritisiere, ist daß sie völlig bürokratisiert ist und in vielen Fällen überhaupt nicht geeignet ist, so etwas wie Eigenverantwortung und Verantwortungsbewußtsein zu entwickeln.


Das stimmt leider. Zum Cleanwerden braucht es leider mehr als nur einmal woechentlich eine Ersatzdroge (die wie Du sagst weiterverkauft aber auch mit anderen Drogen "supplementiert" wird).

Ich haeb das Gefuehl viele wollen sich nicht helfen lassen, nehmen aber das Methadon um guten Willen zu demonstrieren, wovon sie sich Vorteile erhoffen - z. B. das Sorgerecht fuer ihre Kinder.

Leider kenne ich durch meine Arbeit beim Jugendamt nur solche Junkies wie die oben beschriebenen, aber ich streite natuerlich nicht ab dass es auch andere gibt. Oft denke ich man sollte sich bei der Hilfeleistung auf die konzentrieren die "es" wirklich wollen und ihnen so viel geben wie moeglich anstatt bei der anderen Gruppe viel Geld fuer vergebene Liebesmuehe zu investieren. Aber das Sozialamt muss vor Gericht (wie z. B. bei einer SOrgerechtsklage) beweisen koennen dass den Eltern alle erdenkliche Hilfestellung gegeben wurde, selbst wenn von vornerein klar ist dass das nichts bringt.

Ich gebe Dir Recht dass Alkohol ebenfalls nicht unterschaetzt werden soll, und ich finde sogar dass schwere, chronische Alkoholiker in den unten beschriebenen Vorschlag eingeschlossen werden sollte.

Es geht nicht nur um Diskriminierung, Drogenbekaempfung und Geldersparnis. Kinder von Muettern die waehrend der Schwangerschaft gesoffen oder Heroin gespritzt haben kommen meistens (meistens!) mit sehr schweren Entzugserscheinungen und Behinderungen zur Welt.

Kinder von Alkoholikern sind oft schwer lernbehindert und selbst mit Nachhilfe, Sonderschule, und und und koennen sie oft nicht richtig lernen, weil der Alkohol oder die Drogen waehrend der Schwangerschaft ihr Gehirn fuer immer zerstoert haben.

Und das finde ich persoenlich das schlimmste an allem. Denn was kann das Kind dafuer? Warum soll es ein Leben lang leiden dafuer dass die Mutter trotz Suchtproblem unbedingt Kindergeld kassieren wollte?

TamedTigress

PS: Bist Du wirklich fuer die legale, kontrollierte Vergabe von Heroin? Wurde hier auch mal zeitweise gemacht, kann ich mich aber nicht mit anfreunden...

10.04.2007, 15:50
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Scorpio
Kleinkatze



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Man merkt Dir an, Tamed Tigress, daß Du dich wirklich mit dem Problem der Sucht und der Politoxikomanie auseinandergesetzt hast. Ich habe selbst lange genug in dem Bereich gearbeitet, um zu wissen, daß es leider genügend Süchtige gibt, die für sich selbst und für ihre Umwelt eine große Belastung darstellen. Was ich an der Methadonvergabe in Deutschland, aber auch in anderen Ländern kritisiere, ist daß sie völlig bürokratisiert ist und in vielen Fällen überhaupt nicht geeignet ist, so etwas wie Eigenverantwortung und Verantwortungsbewußtsein zu entwickeln. Es gibt Leute, denen kann man einfach kein Methadon für mehrere Tage mitgeben, es würde auf dem Schwarzmarkt verschwinden, die Substitution für alle anderen Patienten wäre gefährdet. Es sind Leute, die niemals gelernt haben, Eigenverantwortung zu übernehmen.

Ein großes Problem ist tatsächlich die Politoxikomanie. Nach meiner Erfahrung spielen da eigentlich illegale Straßendrogen weniger eine Rolle, als Benzodiazepine wie Valium und Rohypnol. Die Politik aber weigert sich, dieses Problem aber auch nur zur Kenntnis zu nehmen. Ich kann Deine Argumente nicht widerlegen, Tamed Tigress, jeder, der sich etwas damit beschäftigt hat, weiß, daß da etwas dran ist, und natürlich wäre es wünschenswert, wenn es zu keinen "Betriebsunfällen" käme.

Das ist aber auch nur eine Seite der Medaille, du wirst sicher auch genug Junkies kennen, die überhaupt nicht den gängigen Klischees entsprechen und sich recht unauffällig verhalten. Ich erinnere mich an eine Frau, die eine sehr gute Mutter war, egal wie schlecht es ihr ging, wie lange sie unterwegs gewesen sein mochte, nie war sie sich zu schade dafür, sich dann noch stundenlang hinzusetzen und Hausaufgaben zu machen. Eine andere entschied sich zum Entsetzen aller gegen eine Abtreibung. Sie ist heute schon lange clean, ihr Sohn muß heute ein Teenager sein.


Dann ist es leider eben auch so, daß die Verelendung der Süchtigen künstlich geschaffen ist, es ist ja überhaupt nicht möglich, sich als Süchtiger nicht strafbar zu machen. Die Kriminalisierung erstreckt sich auch auf Ärzte, die Süchtige behandeln und auf die vorwiegend privaten Hilfsorganisationen. Die Süchtigen bräuchten weit mehr als einen Therapieplatz oder eine Behandlung mit Methadon, was sie bräuchten wären soziale Kontakte, eine Ausbildung und Zeit, überhaupt mal wieder auf die Beine zu kommen. Aber woher soll es kommen und wer soll es bezahlen?

Dennoch, Sucht ist kein unabwendliches Schicksal, und es sind gar nicht mal so wenige Süchtige, denen schließlich auch der Ausstieg gelingt. Den Weg muß jeder für sich selbst finden, es gibt keine perfekten Lösungen, nur perfekte Absichten. Es sollte jede Möglichkeit, die Süchtigen die Lebensverhältnisse verbessert ausdrücklich legal sein, auch die Vergabe von Heroin.



Natürlich wäre es wünschenswert, wenn Leute, die nicht in der Lage sind, Kinder zu ernähren, keine in die Welt setzten, welcher vernünftige Mensch wäre schon dafür? Ich bin nur immer ein bißchen skeptisch, wenn man solche Vorschläge immer nur gegenüber einer ohnehin diskriminierten und degradierten Minderheit formuliert, denn wenn man es sich nüchtern überlegt, ist der volkswirtschaftliche Schaden durch Alkohol ( etwa 1,5 Millionen Abhängige in der BRD) oder wesensverändernde Benzodiazepine wie Valium oder Rohypnol ( ca. 1, 1 Millionen Abhängige in der BRD) wesentlich größer. Die Fälle von ungewollten Schwangerschaften, von Kindern, die plan- und chancenlos in die Welt gesetzt werden, dürften im Umfeld von Alkoholikern noch weitaus höher sein, als bei Morphinisten.


Ich bin daher vielleicht etwas übersensibilisiert, was Politiker angeht, die der Öffentlichkeit scheinbar einfache Lösungen vorschlagen und das im Hinblick auf eine diskriminierte und degradierte Minderheit tun, die sich gegen Pauschalurteile kaum wehren kann.

10.04.2007, 13:49
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TamedTigress
Amurtigerin




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Danke fuer Deine sehr ausfuehrliche und interessante Antwort, lieber Scorpio. Die verdient eine Antwort meinerseits Punkt fuer Punkt. Ich darf vorab sagen dass ich beruflich in dem Bereich zu tun habe, die Informationen die ich habe kommen daher nicht nur vom Hoerensagen sondern leider aus der Praxis:

Zitat:
Original von Scorpio

1. suggeriert dieser Vorschlag, daß sich Drogenabhängige völlig unkotrolliert vermehren würden.


Eher im Gegenteil, eher kontrolliert. Die meisten Drogenabhaenigen koenne sich um ihre Kinder aufgrund ihrer eigenen Probleme nicht selber kuemmern - die Kinder werden also von Verwandten oder Pflegeeltern gross gezogen, wenn sie nicht direkt zur Adoption frei gegeben werden.

Damit koennen die Eltern oft schwer umgehen und setzen alles daran schnell wieder schwanger zu werden, in der Hoffnung dass bis dahin "alles besser wird" und sie das Baby dieses Mal behalten duerfen.

Wir haben Klienten, die kriegen jedes Jahr ein Kind, und keines lebt bei ihnen.

Zitat:

2. Ist in GB eine flächendeckende Methadonversorgung längst garantiert, .


Leider werden meistens (meistens!) auch trotz Methadon weiterhin zusaetzlich Strassendrogen konsumiert.

Zitat:


3. Kann die Einhaltung eines solchen vertrages wohl kaum erzwungen werden. Wenn eine Süchtige trotzdem schwanger wird, müßte der Staat zwecks Einhaltung des Vertrages sie zu einer Abtreibung nötigen.


Es ging bei diesem Vorschlag nicht um Abtreibung sondern um finanzielle Unterstuetzung. Die wuerde im Falle einer Schwangerschaft aufhoeren. Wobei sich da wieder das Problem stellt dass dies die Kriminalitaet foerdern koennte?

Zitat:

4. ist Methadon, wie man heute weiß, für eine langjährige Substitution denkbar ungeeignet.


Das ist den Suechtigen hoffentlich auch klar. Aber es ist hoffentlich ein guter Start. Sie muessen es schon freiwillig nehmen.

Zitat:

5. würde in Deutschland das Bundesverfassungsgericht einen solchen Vorschlag als rechts- und sittenwidrig kassieren, weil er den Tatbestand der Nötigung erfüllen würde.


Warum?

Zitat:

6. Würde der bürokratische Aufwand für die Einhaltung solcher Verträge ein vielfaches von dem kosten, was er einsparen soll.


Weiss nicht. Viele haben ja sowieso schon einen Sozialarbeiter, der dies ja beaufsichtigen kann. Ausserdem geht es bei dem Vorschlag weniger als um die EInsparung von Geld sondern um die Eindaemmung des Drogenproblems.

Fazit: Also ich find den Vorschlag nicht schlecht, obwohl er wohl hier und da noch ueberarbeitet werden muss...

Liebe Gruesse
TamedTigress

Dieser Beitrag wurde von TamedTigress am 08.04.2007, 13:35 Uhr editiert.

08.04.2007, 13:29
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Scorpio
Kleinkatze



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Ich halte solche Vorschläge für rein populistisch. Auf den ersten Blick mag so etwas einleuchtend klingen, unerwünschte Zeitgenossen sollen keine unerwünschten Kinder in die Welt setzen. Wenn man aber ein bißchen nachdenkt, sich ein bißchen über Substitutionstherapie schlau macht und Junkies kennt, weiß man, daß so etwas nicht funktionieren kann und der Vorschlag eines Labour Party Mitglieds Schwachsinn ist.

1. suggeriert dieser Vorschlag, daß sich Drogenabhängige völlig unkotrolliert vermehren würden, was in der Praxis so ja gar nicht stimmt. Es gibt ungewollte Schwangerschaften unter Süchtigen, das ist wohl wahr, meistens entscheiden sich dann aber die Frauen für eine Abtreibung.

2. Ist in GB eine flächendeckende Methadonversorgung längst garantiert, wenn es auch immer noch schwierig ist. Es ist ja auch nicht so, daß der Staat Methadon an Süchtige vergibt, sondern es wird vom Arzt unter staatlicher Kontrolle verschrieben.

3. Kann die Einhaltung eines solchen vertrages wohl kaum erzwungen werden. Wenn eine Süchtige trotzdem schwanger wird, müßte der Staat zwecks Einhaltung des Vertrages sie zu einer Abtreibung nötigen, was wohl in den meisten europäischen Ländern juristisch als rechts- und sittenwidrig bezeichnet würde.

4. ist Methadon, wie man heute weiß, für eine langjährige Substitution denkbar ungeeignet. Es macht weitaus süchtiger, als Heroin, ist wesentlich giftiger und hat viel mehr Nebenwirkungen. Um wirklich clean zu werden ist es denkbar ungeeignet. Es könnten sich daraus eventuell Schadensersatzklagen ergeben.

5. würde in Deutschland das Bundesverfassungsgericht einen solchen Vorschlag als rechts- und sittenwidrig kassieren, weil er den Tatbestand der Nötigung erfüllen würde.

6. Würde der bürokratische Aufwand für die Einhaltung solcher Verträge ein vielfaches von dem kosten, was er einsparen soll.

Man könnte noch eine Menge Punkte anführen, aber die Absurdität eines solchen Vorschlags dürfte klar sein. Es wird so etwas immer von Politikern vorgeschlagen, die damit offenbar beweisen wollen, wie wenig sie von der Welt verstehen. Offenbar halten sie ihre Wähler für ebenso naiv.

04.04.2007, 10:37
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TamedTigress
Amurtigerin




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  Keine Kinder fuer Drogensuechtige?Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Neuester Vorschlag der schottischen Labour Party:

Drogensuechtige sollen einen Vertrag unterschreiben in dem sie sich verpflichten keinen Nachwuchs in die Welt zu setzen bis sie clean sind!

mehr dazu hier in englisch

Zusammenfassung des Artikels in meinen eigenen Worten:

Zitat:


Unter einem Plan der schottischen Labour Party sollen Drogensuechtige keine Kinder bekommen oder diese weg genommen bekommen bis sie ihre Sucht besiegt haben.

Duncan McNeil hat den Plan in Anlehnung an ein aehnliches Schema in den USA erstellt.

Weiblichen Drogensuechtigen sollen finanzielle Mittel zur langfristigen Empfaengnisverhuetung zur Verfuegung gestellt werden. Verhuetungspillen sollen zusammen mit Methadon verschrieben werden.

Drogensuechtige sollen einen "Sozialvertrag" unterschreiben in denen sie sich verpflichten keine Kinder zu bekommen bis sie drogenfrei sind. Sobald sie diesen Vertrag unterschrieben haben steht ihnen Sozialhilfe, Sozialwohnung und Methadon zu.

Wird der Vertrag gebrochen wird diese Unterstuetzung entzogen und die Kinder koennen den Eltern weg genommen werden um in Pflegefamilien aufzuwachsen.

"Kinder zu bekommen waehrend man von Drogen entzieht ist absolut verrueckt," sagt McNeil. "Wir sollten alles in unserer Macht stehende Tun um Menschen in dieser Situation davon abzuhalten eine Familie zu gruenden."

Dieser Plan wurde jedoch von Drogenexperten und anderen Politikern als unpraktisch und unethisch empfunden.

Graeme McArthur vom Scottish Drugs Forum sagt: "Diese Plaene uebersehen die Probleme von Armut, Arbeitslosigkeit und andere Probleme auf die der durchschnittliche Drogenkonsument keinen Einfluss hat, die jedoch ein schlechtes Umfeld bilden welches den Drogenkonsum ermutigen."

Stewart Stevenson von der SNP sagt: "Der Plan ist unpraktisch. Suechtige haben einen chaotischen Lebensstil und wuerden alles unterschreiben wenn sie sich davon Hilfe erhoffen."



Was haltet Ihr von diesem Plan?

Ich kann dazu nur applaudieren!! Ich arbeite nun seit etwa 1 1/2 Jahren in diesem Umfeld und halte es fuer den Gipfel der Verantwortungslosigkeit wenn drogensuechtige Frauen schwanger werden. Die Kinder kommen mit schweren Entzugserscheinungen und oft lebenslangen Lern- und anderen Behinderungen zur Welt. Die Mutter kann die Beduerfnisse des Babies nicht erfuellen weil sie zu sehr mit ihrer eigenen Sucht beschaeftigt ist, und schliesslich landet das Baby bei Pflegeeltern auf die Kosten des Steuerzaehlers und wird schliesslich adoptiert. Ich kann einfach nicht verstehen warum diese Frauen nicht verhueten. Die Anti-Baby-Pille ist in diesem Land kostenlos!

Mein Vorschlag: Dreimonatsspritze unter Aufsicht, bis die Frau von einem Gremium bestehend aus Aerzten, Drogenberatern und Sozialarbeitern fuer in der Lage erklaert wird ein Kind gross zu ziehen!

Wenn jetzt jemand sagt: "Aber der Vater?" - Beziehungen sind meistens chaotisch in einem solchen Umfeld, und sehr selten ist der Vater in der Lage oder geeignet das Kind aufzuziehen. Und was wenn sich eine Frau fuer Drogen prostituiert und dabei schwanger wird?

Also ich kann nur hoffen dass der Plan durchkommt!

TamedTigress

10.07.2006, 14:16
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Thealon
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Es ging mir nicht um den Hunger, das Hungertuch war rein symbolisch. Es ging mir um die alte Devise „Von nichts kommt nichts“.

Ein Staat braucht Bürger, und die, die unserer jetzt hat, halten nicht ewig. Nun wäre es aber recht vermessen, von seinen Bürgern zu erwarten, fleißig finanzstarke kleine Steuerzahler in die Welt zu setzen, ohne auch nur die geringste Unterstützung zu liefern. Das wäre doch Vernachlässigung. Nur darum ging es mir.

Es ist mir klar, dass einige Leute nicht mit Geld umgehen können, um es mal so zu sagen. Oder nicht wirklich wissen, wo sie sparen sollten und wo nicht. Ich sagte ja, das Sozialsystem darf nicht als Hängematte gesehen werden. Aber wie gesagt, komplette Vernachlässigung wird auch keine Probleme lösen.

So und nun noch ein Disclaimer, denn korrekterweise hätte ich vorhergehende Terme konsequent im Konditional schreiben müssen, da ja Kindergeld und alles noch wunderbar funktioniert, und Anflüge von Humor und Ironie ein wenig deutlicher hervorheben müssen, sowohl hier als auch im letzten Post .

Thealon


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19.04.2004, 17:39
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Zitat:
Original von PetraB.

Und wer meint, mit 150 € Kindergeld plus 300 € Erziehungsgeld für ein Kind zusätzlich zum monatlichen Einkommen macht man keinen ''guten Schnitt'', der soll mal schauen, wie elektronisch vom Feinsten ausgestattet sehr viele Haushalte von sozial schwachen Familien sind. Angefangen beim Computer, über den Dolby-Surround-Fernseher, die Playstation 1 und 2, die X-Box, das Handy für jedes Familienmitglied, bis hin zum DVD-Player ... ich kenne X Beispiele dafür.


Da sagst Du was, aber ich glaube nicht dass ehrliche Menschen das alles noch vom Kindergeld "mitnehmen" koennen - es geht ja hier um die "Schmarotzer", und die werden schoen alles beantragt haben was sie meinen das ihnen zusteht und nichts auslassen - z. B. ihr Essensgeld fuer solche Luxusgegenstaende ausgeben und dann wieder neu beantragen.

Ich glaube auch dass es (leider...) Leute gibt wie die die Marie Juana angesprochen hat die das KG nicht fuer die Kinder ausgeben sondern diese zu viert in einem Zimmer schlafen lassen, ihnen Klassenfahrten und neue Kleider vorenthalten etc. um dieses Geld fuer sich oder werweisswass auszugeben.

Ich finde Kindergeld ist wichtig und die 450 Euro sind nicht viel wenn man alle Kosten zusammen rechnet die ein neues Familienmitglied bringt (inkl. Verdienst- und Rentenausfall der Mutter, groesseres Haus, groesseres Auto, etc).

Man sollte aber bei bestimmten Leuten genau darauf gucken dass diese Mittel auch wirklich zum Wohle ihrer Kinder ausgegeben werden, z. B. ab und zu einmal unangemeldet eine Sozialarbeiterin vorbei schicken und auch mit den Kindern sprechen lassen.

TamedTigress

19.04.2004, 16:49
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PetraB.
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PetraB. ist offline
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Erstmal:

Kindergeld muss man beantragen. Das bekommt man nicht automatisch auf's Konto überwiesen. Ebenso muss man sich den Kinderfreibetrag auf der Steuerkarte eintragen lassen, das passiert auch nicht automatisch.

Nicht vergessen werden sollte in dem Zusammenhang das Erziehungsgeld, das aus Steuergeldern finanziert wird und das jeder beantragen kann, dessen Familieneinkommen eine gewisse Höchstgrenze nicht überschreitet.

Und dieses ''Kohldampfschieben-Müssen'' ist in Deutschland absolut KEIN Muss ... wer sein Geld für anderen Kram ausgibt, der kann bei den Tafeln, die es in jeder Stadt gibt, neben Mahlzeiten auch Lebensmittel zur Selbstversorgung bekommen. Also hört mir endlich auf mit dem Hunger-Argument. Es MUSS in Deutschland niemand hungern.

Und wer meint, mit 150 € Kindergeld plus 300 € Erziehungsgeld für ein Kind zusätzlich zum monatlichen Einkommen macht man keinen ''guten Schnitt'', der soll mal schauen, wie elektronisch vom Feinsten ausgestattet sehr viele Haushalte von sozial schwachen Familien sind. Angefangen beim Computer, über den Dolby-Surround-Fernseher, die Playstation 1 und 2, die X-Box, das Handy für jedes Familienmitglied, bis hin zum DVD-Player ... ich kenne X Beispiele dafür.

Ne, die Leute setzen ihren Kinder nicht aus oder stecken sie ins Heim, die bringen sie um:

Zitat:
Mutter prügelt Kleinkind zu Tode
Familiendrama in Deutschland

Eine Mutter hat am Ostersonntag in Erfurt ihren dreijährigen Sohn zu Tode geprügelt. Die stark betrunkene Frau sei vorläufig festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Hintergrund der Tat ist nicht geklärt.

(sda) Die 14-jährige Tochter der Frau alarmierte per Notruf die Polizei. Ihr fünfjähriger Bruder hatte den leblosen Dreijährigen in der Wohnung entdeckt. Aufschluss über die Tat erhofft sich die Polizei von der Obduktion der mit Hämatomen übersäten Leiche des Kleinkindes.

Erst am Gründonnerstag hatte eine 34-Jährige in Sachsen-Anhalt auf ihren siebenjährigen Sohn eingestochen. Das Kind erlag kurze Zeit später im Spital seinen Verletzungen.

Quelle


Tötungsdelikte dieser Art häufen sich immer mehr, warum wohl?


__________________

... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

19.04.2004, 14:53
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Thealon
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Um noch na zur Frage „Kindergeld weg?“ zurück zu kommen, von mir ein klares Nein dazu.

Ein Sozialstaat lässt seine Bürger nicht am Hungertuch nagen, wenn sie ihm sogar noch zukünftige Steuerzahler liefern. Mit dem Schulgeld verhält es sich ähnlich, niemand kann sich Fachkräfte auf jedem Gebiet wünschen, wenn er nicht mal bereit ist, ihre Bildung zu Unterstützen. So viel dazu.

Natürlich geht es immer nur um Geld, und je mehr man davon hat, desto leichter ist es. Wenn und falls ich jemals Rente beziehen darf, wird mir das auch vieeel zu wenig sein, und wer braucht schon Steuerzahler von morgen? Nach mir Sinnflut, und einen schönen Tag noch.
Diese liebenswürdige Beinaherentnerin nehme ich daher nicht allzu ernst, man verzeihe diesen frevelhaften Akt respektlosester Art.

Kindergeld ist keine Lebensgrundlage, sondern eine hilfreiche Stütze, schlussendlich zahlen diese Kinder das Geld in den meisten Fällen ohnehin zurück, das nennt man Steuer. Vater Staat ist zwar keineswegs eine Hängematte für den bequemen Staatsbürger und darf es auch nicht sein, aber man kann es auch Übertreiben.

Thealon


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Grüße an die Zukunft.

19.04.2004, 14:23
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Marie Juana
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hi.

klar hat meine kollegin damals kindergeld bekommen (50 mark warens zu der zeit), sie hat es genommen und es bestimmt auch für richtig befunden. aber nun steht sie halt kurz vor der rente und hat andere interessen im auge *seufz*

kindergeld ablehnen ist bestimmt möglich, mit verzichtserklärung und allem drum und dran und wenn sichergestellt ist, daß du dein kind auch so unterhalten kannst. aber ich denke, jeder nimmt es. der eine gibts aus, der andere zahlt es auf ein sparbuch ein und schenkt dieses seinem kind, wenn es zb 18 wird oder von zu hause auszieht - ich glaube nicht, daß es je einen fall gegeben hat, wo jemand kindergeld abgelehnt hat. warum sollte man auch? selbst wenn man es nicht dringend braucht, geld ist geld...

ich habe meine kollegin auch gefragt, was aus den kindern wird, wenn man das kindergeld streicht. und sie sagte dann auch wieder, tja, pech gehabt, wer sich keine leisten kann, darf auch keine kriegen... und dann haben die kinder eben pech gehabt...

was die leute angeht, die auf staatskosten leben, hast du natürlich recht. nur, man kann ja auch kein allgemeines sexverbot für sh-empfänger aussprechen... aber was zb ist mit denjenigen, die 4 kinder haben, schwanger sind und dann auf einmal zu sh-empfängern werden?

ich glaube aber nicht, daß die leute ihre kinder aussetzen oder ins heim stecken würden, wenn sie zu teuer werden. ich denke eher, skrupel- oder mittellose eltern würde ihre kinder dann wirklich "zum selbstkostenpreis halten", ihnen also zu essen geben, sie zur schule schicken (natürlich nicth auf klassenfahrten etc.), sie nach der 9. klasse in die lehre schicken und ansonsten das tun, wozu sie gesetzlich verpflichtet sind. fertig. ich glaube aber eher, daß im extremfall die ganze familie kohldampf schieben würde, nicht nur die kinder. das kann ich mir einfach nicht vorstellen, daß die eltern am tisch sitzen und essen, während die kinder zugucken müssen...

ich denke schon, daß das gespielt ist. weißt du, klar gibt es da bestimmt so einzelfälle, aber warum zum beispiel meldet sich im fernsehen der sh-empfänger mit 2000 euro netto, ali c. aus hamburg, der nen dicken mercedes vorm eigenen haus stehen hat und von der sozialhilfe lebt und der arbeitslose, der lieber ausschläft als in eine abm zu gehen? aber der sh-empfänger, der im winter friert, weil er die bude nicht heizt, mohammed w. aus berlin, der auf 40 qm mit frau und drei kindern haust und der arbeitslose, der sich beim fernsehen nur langweilt, wo sind die? es geht doch darum, daß wir uns alle aufregen, einen haß entwickeln etc. nur, warum das so sein soll, da bin ich bisher noch nicht hintergestiegen. wobei ich wünschte, ich würde das kapieren...

19.04.2004, 13:44
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