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nettwork
Panthera leo




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Zitat:
Auch große Tiere werden heute im Labor entdeckt.

*lol* Den Spruch muss ich mir merken!


__________________
Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
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15.03.2004, 09:08
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Sesshoumaru
sama




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Alte Bekannte mit neuem Namen

Auch große Tiere werden heute im Labor entdeckt. Zum Beispiel der Edens-Wal und der Waldelefant
Thomas Kappe

Als im Jahre 1901 im zentralafrikanischen Regenwald die Waldgiraffe entdeckt wurde, war das für die Zoologen ebenso erstaunlich wie für die allgemeine Öffentlichkeit. Niemand hatte damit gerechnet, dass ein so großes Säugetier so lange unentdeckt bleiben konnte. Außerdem sah die neue Art ganz anders aus als die nahe verwandte Steppengiraffe: Ihr Hals war kurz und das Fell nicht gelb-braun gefleckt, sondern gleichmäßig kastanienbraun. Ein solches Tier hatte man noch nicht gesehen.

Ein Jahrhundert musste verstreichen, bis wieder ähnlich spektakuläre neue Arten beschrieben werden konnten: 2001 der Waldelefant, 2003 der Edens-Wal und vergangene Woche ein naher Verwandter des Menschen, der aber seit sechs Millionen Jahren ausgestorben ist. Der einzige Hinweis auf ihn sind 6 unscheinbare Zähne; sie wurden vor zwei Jahren in der Wüste von Äthiopien gefunden.

Waldelefant, Edens-Wal und der äthiopische Urahn sind keine Unbekannten. Dass sie als neue Art geführt werden, verdanken sie einzig und allein einer Neubewertung ihrer Stellung im Reich der Lebenwesen. Neue Methoden führen dazu, dass viele Tiere, die bislang nur als Varianten innerhalb einer Art - so genannte Unterarten - galten, in den Stand echter Arten erhoben werden.

Die Entscheidung darüber, ob eine bestimmte Tierform eine eigene Art darstellt, ist für Biologen nicht belanglos. Diese Klassifizierung sagt den Wissenschaftlern, dass sich die Tiere untereinander paaren oder zumindest theoretisch dazu in der Lage sind. So will es das Biospezies-Konzept, das der Evolutionstheoretiker Ernst Mayr vor sechzig Jahren entwickelt hat. Zuvor waren die Tiere über Jahrhunderte nur aufgrund ihrer Erscheinung in gut unterscheidbare Arten eingeteilt worden.

Wie sehr sich das Biospezies-Konzept vom Konzept der äußerlichen Ähnlichkeit unterscheidet, zeigt das Beispiel der Nachtigall: Ein Männchen dieser Vogelart wird sich stets nur mit einem Nachtigallenweibchen paaren - nicht aber mit einer Sprosserdame. Und dass, obwohl beide Vogelarten sich zum Verwechseln ähnlich sehen.

Neue Arten entstehen dann, wenn Mitglieder einer Art sich durch eine zufällige Genmutation so verändern, dass sie sich nicht mehr mit alten Artgenossen paaren können. So ist es auch bei der Nachtigall und dem nahe verwandten Sprosser. Beide stammen von einer unbekannten Art ab, bei der irgendwann einige Männchen ihren Balzgesang so geändert haben, dass die meisten Weibchen dieser Art sie nicht mehr erkannten. Einige Weibchen waren aber gleichfalls mutiert und hatten ein Ohr für den neuen Gesang - irgendwo an dieser Stelle muss der Ursprung der neuen Vogelarten gelegen haben. Genau weiß das freilich niemand.

Die Grenze zwischen zwei Arten verhindert den Austausch von Genen. Nur so konnte die große Vielfalt der tierischen Lebensformen entstehen. Ein unbegrenzter Genaustausch jedoch würde die Unterschiede verwischen.

Das Biospezies-Konzept hilft beim Aufklären der Grenze allerdings nur bedingt weiter, denn es ist mit einem Problem verbunden: Ob sich zwei ähnliche Tiere fortpflanzen können, ist in der Praxis oft schwer oder gar nicht zu überprüfen. Denn Ernst Mayr zufolge kommt es nicht darauf an, ob sich einzelne Tiere miteinander verpaaren lassen, sondern ob sich in der Natur regelmäßig ganze Populationen untereinander fortpflanzen. Pferd und Esel, aus denen in der Gefangenschaft Maultiere hervorgehen, würden in freier Wildbahn eben nicht einmal miteinander flirten.

Die Biologen haben ihre Methoden zum Vergleich verschiedener Tiere weiterentwickelt. Sie suchen nun nach ganz bestimmten Merkmalen. Japanische Forscher etwa untersuchten 2003 mehrere Walschädel und stellten fest, dass die Form zweier Schädelknochen anders war als bei jeder anderen bekannten Walart. Sie ordneten die Wale deshalb als neue Art ein, bislang trägt sie nur den wissenschaftlichen Namen Balaenoptera omurai.

Um exklusive Eigenschaften zu finden, die eine Tierart oder Gruppe eindeutig von einer andern abgrenzt, suchen Zoologen vor allem solche Merkmale, die nur in zwei einander ausschließenden Formen vorkommen. So hat ein Wirbeltier entweder Federn - und ist ein Vogel - oder es hat keine Federn. Einen Übergang zwischen den Merkmalen "besitzt Federn" und "besitzt keine Federn" gibt es nicht.

Ein solches Merkmalspaar führte auch zu der Erkenntnis, dass die Zähne unserer Urahnen, die in der äthiopischen Wüste gefunden wurden, zu einer eigenen Art gehören. Als 2001 die ersten Zähne entdeckt wurden, hatte man sie aufgrund einer allgemeinen Ähnlichkeit mit früheren Funden der Hominidenart Ardipithecus ramidus zugeordnet, allerdings als eine eigene Unterart: Ardipithecus ramidus kadabba.

Die amerikanischen Anthropologen Yohannes Haile-Selassie und Tim White haben die Zähne nun genauer untersucht. Sie stellten anhand von Schleifsspuren fest, dass die frühere Einordnung falsch sein muss: Bei allen Affen schleift die Hinterkante des Oberkiefereckzahns am ersten Backenzahn des Unterkiefers entlang. Dadurch entstehen typische Schleifspuren am Backenzahn. Beim Menschen und seinen unmittelbaren Vorfahren der Gattung Australopithecus fehlen diese Abnutzungsspuren jedoch, weil Eckzahn und Backenzahn nicht mehr aneinander gewetzt werden. Haile-Seassie und White schreiben im Forschungsmagazin Science, dass diese Schleifspuren bei Ardipithecus ramidus vorhanden waren, bei den Zähnen, die 2001 und 2002 gefunden wurden, jedoch fehlten. Sie konnten deshalb nicht zu derselben Art gehören und wurden von den Anthropologen als eigene Art namens Ardipithecus kadabba eingeordnet.

Solche Betrachtungen der Anatomie sind die Ausnahme, wenn der Artenkatalog neu sortiert wird. Die meisten Revisionen beruhen auf Untersuchungen des Erbmoleküls DNA. "Dadurch wurde zum Beispiel deutlich, dass beim afrikanischen ebenso wie beim asiatischen Elefanten die Formenvielfalt sehr viel größer ist als bisher angenommen", sagt Christian Pitra, Leiter der Arbeitsgruppe für Evolutionsgenetik am Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW).

So ist der afrikanische Waldelefant seit 2001 eine eigene Art. Zu dieser Feststellung führten molekulargenetische Untersuchungen amerikanischer Forscher um den Zoologen Stephen O´Brian. Zuvor waren die Tierforscher weltweit davon ausgegangen, dass die in den Wäldern lebenden Rüsseltiere durch ihre geringere Größe zwar gut gegenüber den afrikanischen Steppenelefanten abgrenzbar seien, dass sie sich aber durchaus mit diesen paaren könnten. Die Waldelefanten wären damit nur eine Unterart des Steppenelefanten gewesen. Der Vergleich des Erbmaterials zeigte aber, dass beide sich genetisch etwa so stark unterscheiden wie Löwe und Tiger.

Dagegen ist der genetische Unterschied zwischen asiatischen Elefanten, die auf den Inseln Borneo und Sumatra leben, nur klein. Bislang galt, dass beide vollkommen identisch sind. Im vergangenen Jahr verglich eine Forschergruppe um Prithiviraj Fernando von der Columbia University in New York jedoch die genetische Variabilität der asiatischen Elefanten und kam zu dem Schluss, dass der Borneo-Elefant zu einer anderen Unterart gehört als der Sumatra-Elefant. Die Unterschiede im Erbgut seien zu groß für eine gemeinsame Unterart, sagten die Forscher.

Solche Schlussfolgerungen betrachtet Christian Pitra vom IZW mit Skepsis. "Ob es sich beim afrikanischen Waldelefanten um eine eigene Art handelt oder der Borneo-Elefant eine neue Unterart ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Es gibt keine klaren Kriterien dafür, wie groß der genetische Unterschied dazu sein muss." Dennoch besitze auch die Vielfalt des Erbmaterials innerhalb einer Art eine große Bedeutung. "Nimmt die genetische Variabilität einer Art sehr ab, so kann sich die Art unter Umständen nicht mehr an eine veränderte Umwelt anpassen." Der Mensch aber verändere die Umwelt heute sehr schnell. Arten, deren Genpool zu klein wird, können diesem Tempo nicht mehr folgen. Sie sterben aus.

Quelle: Berlin online


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

13.03.2004, 19:08
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