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Marozi
Panthera leo maculatus




Dabei seit: Januar 2003
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Marozi ist offline
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Du kannst wohl von damals tatsächlich nicht derart viel Weitsicht erwarten. Das ganze fand zu einer Zeit statt, wo DNA-Analyse noch ein Fremdwort war und dazwischen liegt nunmal nichts weniger als ein Weltkrieg. Das man da ein paar Haare durchaus verlieren kann, erscheint mir nicht sonderlich unglaubwürdig. Die Analyse der Haare von damals jedenfalls erbrachte als dürftiges Ergebnis nur, dass die Haare von einer Katze stammen - welcher blieb ungeklärt.

Die Kryptozoologie basiert ja u. a. auf Berichten Dritter Shir Khan... Viele "Kryptozoologen" gehen leider mit der Einstellung, die du zu Recht negativ beschrieben hast an die Forschung heran. Da war auch der große Bernard Heuvelmans keine Ausnahme, sah er doch dort wo es (zoologisch) möglich war auch tatsächlich ein Tier hinter den Berichten (ein Punkt, den vor allem der Brettener Ulrich Magin kritisiert). Ein gesunder Menschenverstand und eine fundierte zoologische/paläozoologische Kenntnis können jedoch durchaus derartige "liebgewonnene Vorstellungen" von einer realistischen Wahrheit trennen. Die Kryptozoologie ist hinter der Wahrheit her, egal ob diese am Ende nun eine unbekannte Tierart enthält oder sich wirklich nur als Sage herausstellt. Das dabei auch unwahrscheinlichere Theorien angedacht werden ist ein Prozess, der für die Wissenschaft ja durchaus üblich ist und im Bereich der Kryptozoologie bleiben nunmal oft kaum mehr als wenige Fakten, Berichte und Möglichkeiten.

Ich persönlich halte die Möglichkeit einer eselgroßen Kleinkatze für unrealistisch, gehe jedoch durchaus den Schritt bis zur Leoparden oder Löwengröße mit. Es gibt momentan keinen Grund Captain Hichens Aussagen zu mißtrauen. Ob er jedoch, wie ich auch schon als Möglichkeit gelesen habe, einer der zahlreichen spirituell verursachten Massenmorde in Afrika auf den Leim gegangen ist - wer weiß das heute schon?


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"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Lepardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower

Dieser Beitrag wurde von Marozi am 22.02.2004, 12:59 Uhr editiert.

22.02.2004, 12:54
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Sesshoumaru
sama




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Sesshoumaru ist offline
RaubkatzenartAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Ich weis ja nicht ob man aus diesem Beobachtung gesichert von einer neuen Raubkatzenart sprechen kann Cat. Nicht umsonst wird der "Beweis" von der Überzahl der Experten abgelehnt.

Der ultimative Beweis ist leider zur Zeit nicht erbringbar, und ich meine damit nicht die Obduktion eines Mngwa (dringend deutschen Namen braucht), sondern ledigliche eine Genanalyse *g*. Wir leben ja heute nicht mehr im Mittelalter, obwohl man das bei manchen Leuten denken könnte.

Als bei dieser Lage etwas mehr pragmatisch denkender Zeitgenosse muss ich schon fragen, wo diese Haare den abgeblieben sind? Den es reicht ja schon eine Haarwurzel aus, um genau zu sagen was/wer dort angegriffen hat. Aber soviel Weitsicht kann man von damals nicht erwarten.

Es stützt sich in meinen Augen alles auf Mythen und Erzählungen von dritten. Es ist sicherlich interessant diesen Aussagen nachzugehen, jedoch mit gebührender Skepsis. Geht man von vorne herein mit einer festen Meinung in dieser Untersuchen, dann findet man auch immer einen Weg die Fakten so auszulegen wie sie ins eigene Bild passen.


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

21.02.2004, 22:21
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PetraB.
Alpha-Wolf




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Beiträge: 1301
PetraB. ist offline
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Das passiert, wenn ein : (Doppelpunkt) an die falsche Stelle rutscht ... dieser Link müsste dann passen: http://www.hominidartwork.com/mngwa.htm


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... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

21.02.2004, 22:06
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Cat
Streunerin




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Rheinland-Pfalz (DE)
Beiträge: 1174
Cat ist offline
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hm, na dann haben wir es wohl mit einer neuen Raubkatzenart zu tun, die etwas... "strange" ist.
Und das Tier gab es anscheinend schon so lange (siehe Jahr 1150).
Interessant. Aber es ist doch komisch,dass das Tier so furchtbar scheu ist und sich nicht so zeigt, wie ein Löwe oder ein leopard...


Marozi, das Bild funktioniert nicht. (jedenfalls bei mir)

21.02.2004, 20:08
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Marozi
Panthera leo maculatus




Dabei seit: Januar 2003
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Beiträge: 329
Marozi ist offline
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  Mngwa - der Schrecken Tanganyika'sAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Mngwa ist eine Verballhornung des Swahili-Wortes „mu-ngwa“, das übersetzt ins Englische „strange one“ bedeutet. Das auch unter dem Namen Nunda bekannte Tier ist seit langem schon der Schrecken der Menschen von Tanganyika, dem heutigen Tansania, und im Vergleich weitaus mehr gefürchtet als der Nandi-Bär. Mit letzterem jedoch wird der Mngwa oft von den weißen Siedlern verwechselt, dabei ist er im Gegensatz zum Chemosit eindeutig eine Katze. Von denjenigen, die dem Schrecken ins Angesicht gesehen haben, wird er als eselsgroß und mit grauen Streifen beschrieben, ähnlich einer „Tabby“-Katze (eine abnormale Fellfärbung, die von Tigern bekannt ist). Schon in Kriegsliedern aus dem Jahr 1150, die um den Swahili-Helden Liongo Fumo wa Ba-Uriy handeln, wird er erwähnt:

Sikae muyini kewa kitu duni, Nangia mwituni haliwa na mngwa
(I dwell not in the city to become a worthless idler, I plunge me in the forest to be eaten by the mngwa).

Volkslegenden ranken sich um den Mngwa, wie in Europa um den Drachen. In Edward Steer’s „Swahili Tales“ wird die Geschichte eines Sultansohnes erzählt:

Sultan Majùn’s Katze entkam eines Tages und fing an, Tiere zu töten. Die Soldaten fragten ihren Sultan ob sie die Katze töten sollten, doch er verneinte. Bald aß das Tier Kühe, Pferde und Kamele, doch der Sultan wies immer darauf hin das es seine Katze und seine getöteten Tiere seien. Doch dann eines Tages tötete die Katze drei Söhne des Sultans, woraufhin er entgegnete: „Es ist nicht länger eine Katze, sein Name ist nunda“. Der siebente Sohn des Sultans beschloss die Katze zu erlegen und kam mit dem Kadaver eines großen Carnivoren zurück. „Mamá wee, nulága Nundá mla wátu“ (O Mutter, ich habe getötet, den nunda, Fresser der Menschen). Seine Mutter jedoch erklärte ihrem Sohn alsbald, dass er nur einen großen Hund erlegt hatte und so zog er wieder hinaus in die Wildnis. Der Sultanssohn tötete viele Tiere die er für den Nunda hielt (Giraffe, Zebra, Elefant, Nashorn) doch jedes Mal berichtigte ihn seine Mutter. schließlich beschloss er nicht eher zurück zu kommen, ehe er nicht die gefürchtete Bestie getötet hatte. Eines Tages sah er das Monster tatsächlich und rief sich die Beschreibung seiner Mutter ins Gedächtnis. Er erkannte den Nunda und schoß. Daheim beglückwünschte ihn seine Mutter dann tatsächlich: „Mwanangu, ndiyiyi Nundá mla wátu“ (O mein Sohn, es ist er der nunda, Fresser der Menschen). Die Lehre die man daraus ziehen kann? Haltet den Nunda für kein gewöhnliches Tier.

Bis 1920 sahen die weißen Siedler den Mngwa als Märchenfigur an, doch dann bekamen sie die reale Fürchterlichkeit des Tieres zu spüren. Der bekannteste Vorfall fand 1922 im kleinen Fischerdorf Lindi statt, in dem kein anderer als Captain William Hichens Magistrat war. Um Diebe auf dem Markt abzuschrecken, wo die Händler auch in der Nacht ihre Waren lagerten, patroullierten drei Askari (örtliche Polizisten) in einer abwechselnden vier Stunden Schicht. Eines nachts vermisste einer der Männer den abzuwechselnden Askari. ER fand ihn schließlich tot und schrecklich zugerichtet. Der hinzugerufene europäische Verantwortliche und auch Captain Hichens untersuchten den Leichnam, der in seiner Hand eine menge grauer Haare krampfhaft festhielt, so als ob er die Mähne eines Löwen ausgerissen hätte. Am nächsten Tag brachte der örtliche Governeur zwei Augenzeugen zu Hichens. Sie hatten eine gigantische Katze gesehen, die aus den Schatten der Marktstände aufgetaucht war und den Askari angegriffen hatte. Der Governeur berichtete, dass der Nunda mehrere Male schon in dem Dorf aufgetaucht war. Es sei kein Löwe und kein Leopard, aber eine eselsgroße Katze mit grauen Streifen. Obwohl zum Schutz der Bevölkerung aufgestellt, wurde auch in der folgenden Nacht ein Askari brutal aufgeschlitzt – über seine Kleidung verstreut fanden sie nur graue Haare... Mehrere Wochen lang versuchte Hichens, der davon überzeugt war das es ein Löwe war, durch Fallen, Giftköder u. ä. dem Tier habhaft zu werden. Ohne Erfolg. Doch eines Tages endeten die Morde genau so plötzlich wie sie begannen. Erst 1937 begann das Töten von neuem. Ein furchtbar zugerichteter, angesehener Jäger (unnötig zu sagen, dass dieser sich mit jeglicher Art Großkatzen in Afrika auskannte) wurde zu Captain Hichens getragen, der seinen Angreifer als Mngwa identifizierte.
Auch Patrick Brown machte seine Erfahrungen mit dem Mngwa. Er fand die Spur dieser Katze, die zuvor Kinder aus einem Küstendorf entführt hatte. Er folge dieser, brachte jedoch außer den bekannten Haaren keine weiteren Erkenntnisse mit. Die Haare jedenfalls waren weder von einem Löwen noch einem Leoparden. Die Spur ähnelte einem Leoparden, war jedoch größer als die eines Löwen. Kein Wunder also, dass der Mngwa angesicht dieser Größe gefürchtet ist.

Was aber ist der Mngwa? Etwa ein sehr großer Leopard? Dagegen spricht die Fellzeichnung, die für einen Leoparden sehr ungewöhnlich und kaum vorstellbar ist. Möglicherweise ist der Mngwa eine überlebende, prähistorische Großkatze Afrikas beispielsweise Panthera crassidens? Bernard Heuvelmans schlug vor, es könnte sich um eine unbekannte Riesenform der in Westafrika (aber auch in Kenia) vorkommenden afrikanischen Goldkatze (Felis auratus) handeln. Diese wenig bekannte Katze wiegt zwischen fünf und zwölf Kilogramm und verfügt über eine Länge von 61 bis 101 Zentimetern, wobei der relativ kurze Schwanz rund ein Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Was sie so ungewöhnlich macht, sind die große Färbungsvariationen. Diese reichen von ihrem namensgebenden Goldton über rote, braune und graue Färbungen einschließlich variierender dunkler Flecken. Über die Goldkatze ist recht wenig bekannt, nur scheint sie trotz ihrer geringen Größe große Furcht unter den Einheimischen zu verbreiten. In Kamerun beispielsweise gilt sie als äußerst blutdürstig. Was wäre, wenn diese Katze so groß wie ein Esel wäre? Ebenso für die Identifikation als Goldkatze spricht die dem Mngwa nachgesagte Fähigkeit durchgängig zu schnurren, was nur Kleinkatzen können. Würde die Identifikation als derart große Kleinkatze stimmen, wäre es eine Sensation innerhalb der gesamten Zoologie.

Ein Photoshop-Bildchen


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"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Lepardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower

Dieser Beitrag wurde von Marozi am 21.02.2004, 19:56 Uhr editiert.

21.02.2004, 19:32
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