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PetraB.
Alpha-Wolf




Dabei seit: Februar 2002
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Hier noch etwas zum Thema. Das war ja eigentlich zu erwarten ... leider:

Zitat:
Rotkäppchen-Syndrom sorgt für dicke Luft in Wolfs Revier

Neustadt/Spree. Vor 40 Jahren, sagt Herr Bachmann, leistete er Hilfe bei einem Autounfall. Damals habe er ein totes, blutiges Kind im Arm gehalten. "Das passiert mir hier nicht." So einfach ist das. Joachim Bachmann, ein Mann mit grauem Haar, freundlichen Augen und spitzen dunklen Brauen hat etwas gegen die Wölfe, die in der Lausitz als einziger Region Deutschlands frei herumlaufen. Dass die Tiere irgendwann ein Kind anfallen werden, sei vorprogrammiert, meint der Jäger. Da können Wissenschaftler und Politiker noch so oft erklären, dass der Wolf um den Menschen einen großen Bogen macht. Das Rotkäppchen-Syndrom sitzt tief.

Joachim Bachmann ist seit 45 Jahren Jäger, seit 1992 in seinem Revier in Bärwalde. Doch seit sich ausgerechnet vor seiner Haustür ein Wolfsrudel angesiedelt hat, könne er kaum noch die Jagdquoten erfüllen. Inzwischen gilt Bachmann als "Wolfsbeauftragter" der 225 Jäger im Kreisjagdverband Hoyerswerda und hat vor wenigen Tagen beim Regierungspräsidium in Dresden eine Abschussgenehmigung für den Wolf beantragt. "Es geht nicht um das Schießen. Aber die Bestände müssen reduziert werden", sagt Bachmann. Obwohl der Wolf zu den seltensten Arten Europas zählt und kein Tier einen höheren Schutzstatus genießt.

Vermutlich wird die Frage nach der Abschussgenehmigung vorm Verwaltungsgericht landen. Dann schlägt die Stunde für Bachmanns Sohn Stefan, ein Volljurist, der einen dicken Wolfs-Ordner dabei hat und einen russischen Wissenschaftler zitiert, der die These von der Gefährlichkeit und Aggressivität der Raubtiere stützt. "Irgendwann ist das Rotwild ausgeräumt", fürchten die Bachmanns.

Das genau trifft die Hauptsorge der Lausitzer Waid- und Leidgenossen, die sich am Mittwochabend auf einer Veranstaltung im Wirtshaus "Zum Hammer" in Neustadt/Spree Luft machen. "Es gibt kein Muffelwild mehr, es gibt gewaltige Einbußen beim Rehwild und viele Risse beim Rotwild", sagt Günter Giese, der Präsident des Landesjagdverbandes. Der Jagdwert der Reviere sinke, manche Pächter verlangen bereits Schadenersatz. Außerdem seien die Jäger anerkannte Naturschützer und daher zur Pflege heimischer Tierarten verpflichtet -was duch den Einzug eines Raubtieres freilich erschwert wird.

"Der Wolf ist ein Störfaktor", sagt Peter Bresan aus Lohsa und zitiert aus einer Broschüre des Umweltministeriums. Demnach verspeist ein Wolf im Jahr 1500 Kilo Fleisch - 60 Rehe oder 16 Rothirsche. Den Jagdpächtern fehlen diese Einkünfte, beklagt Bresan. Zur Last gelegt wird dem Wolf auch der Verbiss in Wäldern und der Landwirtschaft, denn das Wild halte sich vor lauter Angst nicht mehr im Wald auf. "Die Wölfe", schimpft ein Bauer aus Schleife, "gehören zurück nach Sibirien."

Genau genommen kamen sie aber aus Polen nach Sachsen. Doch bei vielen Männern in grüner Kleidung hält sich auch hartnäckig das Gerücht, Idealisten des Umweltministeriums hätten die Wölfe bei Nacht und Nebel aus einem Kofferraum springen lassen. Der Streit um den Räuber könnte für Minister Steffen Flath noch im Wahlkampf eine Rolle spielen. Denn der nennt es unverdrossen ein "Geschenk für Sachsen", dass derzeit ungefähr 15 Wölfe in der Lausitz leben - ein Elternpaar mit mehreren Welpen auf dem Oberlausitzer Truppenübungsplatz und ein zweites Rudel, dass sich 2002 bei Neustadt/Spree angesiedelt hat. Nun paarte sich offenbar eine Wölfin mit einem Hund, weshalb die jungen Mischlinge eingefangen und in Tierparks gebracht werden sollen, um die Artenreinheit der sächsischen Wölfe nicht zu gefährden.

Keiner der Experten bestreitet den Rückgang des Wildes. Es erfreut sich allerdings im Osten einer großer Verbreitung und schädigt den Wald. Der Wolf sorge nun erst für verträgliche Bestände - was die Jäger bislang noch nicht vermochten, sagt Mike Eller, Forstpolitiker im Umweltministerium und selbst Jäger. "Wo der Wolf wechselt, wächst der Wald", sagt auch Ulrich Wotschikowsky, vom Verein für Artenschutz aus Oberammergau, der eigens in die Lausitz gekommen ist, um die Sorgen der Jäger zu zerstreuen. Und der Wolf lebe nur dort, wo er genug Wild zu fressen findet. Die Jäger lassen sich an jenem Abend wenig beeindrucken. Herr Bachmann erklärt, das nächste Mal wisse er noch besser Bescheid. "Wir werden uns bilden", sagt er. Es klingt wie eine Drohung.

Sven Heitkamp

© Leipziger Volkszeitung vom Sonntag, 8. Februar 2004


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... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

21.02.2004, 00:16
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PattWór
Crond'Llor




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Whough
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Zitat:
Und wenn das Gesetz dazu auffordere, die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, dann falle für ihn nicht der Wolf darunter, denn der Wolf sei für ihn kein heimisches Tier, so Bachmann.

Glücklicherweise geht es eben nicht immer nach Leuten wie Herrn Bachmann. Denn wenn es so wäre, dann wären Indianer und Schwarzafrikaner in dieser Gesellschaft noch immer als "Tier" eingestuft.
Zu weiteren Kommentaren lasse ich mich nicht hinreißen, denn das würde zu einer völligen Aberkennung jeglicher Fachkompetenz dieses Jägersubjekts führen.


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Homo lupo lupus est.
Scisne, homo, quod lupum essendum profecto significat?


10.02.2004, 19:29
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Azyura
Omega-Wolf




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Zitat:
Und wenn das Gesetz dazu auffordere, die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, dann falle für ihn nicht der Wolf darunter, denn der Wolf sei für ihn kein heimisches Tier, so Bachmann.


$%($/"%/$%()!()%"$/=&)"%&!!!!

.oO(nur ums mal ohne böse Worte auszudrücken -.-)

Das ist wohl echt die Höhe... Nur weil der Mensch den Wolf vor gut 200 Jahren ausgerottet hat ist der Wolf kein einheimisches Tier mehr? Nett... Echt nett... Der Wolf ist wohl der Staatsfeind Nr. 1 ?! -.-

*wieder raustaps und draußen weiter aufreg*

Azyura - >CR<


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a rebell in chaos. a wolf in my soul.

10.02.2004, 18:48
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Sesshoumaru
sama




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Angst um Wild und Mensch
Staatsministerium hatte zum Wolf-Symposium geladen

Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Donnerstagabend der große Saal der Gaststätte „Zum Hammer“. Das Dresdner Staatsministerium hatte zum Symposium geladen. Und das Thema erzeugte Aufmerksamkeit. Schließlich ging es um den Wolf.

Mitglieder des Landesjagdverbandes, Wolfsschützer, Naturschützer, Förster, Jäger und interessierte Laien waren gekommen. Und so durften im Laufe des Abends Befürworter und Gegner ihre Ansichten vorstellen. Um die Gesamtproblematik gründlich zu diskutieren, reichte freilich dieser Abend nicht aus.

Dr. Peter Blanché – von der „Gesellschaft zum Schutz der Wölfe“ aus München angereist – ging es in seinen Ausführungen darum, objektive Aufklärung zu betreiben. Er wolle deutlich machen, dass sich die Jäger durchaus mit den Wölfen arrangieren könnten, denn ein Interessenkonflikt bestehe nicht.

Blutbestimmung im Krakauer Labor.

Und natürlich wurden auch die jüngsten Ereignisse besprochen. Vor wenigen Tagen hatte die Meldung für Aufsehen gesorgt, dass es sich bei den vier Welpen des Neustädter Rudels mit großer Wahrscheinlichkeit um Mischlinge handelt. Die Mutter-Wölfin habe sich offenbar mit einem Hund eingelassen. So wurden die Gäste darüber informiert, dass vom Muttertier und den Welpen Blut zur Bestimmung der DNA entnommen wurde. Die Analyse übernimmt ein Labor in Krakau, um Sicherheit zu haben, ob nur die Welpen oder auch schon das Muttertier der Wolfsfamilie Hybriden (Mischlinge) sind. Das Ergebnis sei in den nächsten Wochen zu erwarten.

Der Vorsitzende des Landesjagdverbandes Dr. Giese richtetet an die Anwesenden die große Bitte, nicht vordergründig zu diskutieren, dass die sächsischen Wölfe gar keine Wölfe, sondern „nur“ so genannte Hybriden seien. „Doch könnten“, so fragte Jäger Jochen Bachmann, „die aus Polen eingewanderten Wölfe nicht auch schon Hybriden sein?“ Ilka Reinhardt vom Büro „Lupos“ verneinte: „Erst als wir die Welpen sahen, da kam der Verdacht auf.“ Das Gerücht, dass ein Schäfer vor den Wölfen flüchten musste, konnte durch das sächsische Umweltministerium nicht bestätigt werden. Dr. Michael Gruschwitz: „Wir haben keine Informationen, dass ein Kind oder Mensch durch einen Wolf bedrängt wurde.“

"Wölfe sind nach Sachsen gekommen"

Auf die Frage, ob in Sachsen Wölfe aus anderen Gebieten umgesetzt wurden, wusste Dr. Gruschwitz eine eindeutige Antwort: „Kein einziger Wolf wurde jemals ausgesetzt oder umgesetzt. Alles ist auf natürlichem Weg passiert durch Zuwanderung der Wölfe aus Polen. Wir haben nicht die Wölfe nach Sachsen geholt, sondern die Wölfe sind nach Sachsen gekommen.“

Also alles in bester Ordnung? Nicht unbedingt. So meldete der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Hoyerswerda Steffen Bachmann seine Bedenken an, dass die Wölfe zu sehr verharmlost würden. Dabei zitierte er aus Fachbüchern. Er forderte die Anwesenden auf, die Gefahren nicht zu übersehen. „Wir neigen dazu in Deutschland zu über-, aber auch zu untertreiben, zu verharmlosen. Ich bin dafür, die Wolfspopulation im Auge zu behalten, denn die heimischen Tiere sind hier gefährdet.“ Und wenn das Gesetz dazu auffordere, die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, dann falle für ihn nicht der Wolf darunter, denn der Wolf sei für ihn kein heimisches Tier, so Bachmann.

Auf die Befürchtungen der Jäger antwortete Mike Eller vom sächsischen Umweltministerium: „Das Wild in der Lausitz ist durch den Wolf nicht gefährdet.“ Doch wie verhalte man sich, wenn man mit dem eigenen Hund dem Wolf begegne?, wollten die Jäger wissen. Eine Antwort mussten die Experten schuldig bleiben.

Am Ende der Veranstaltung wurde deutlich: Es müssen noch einige klärende Gespräche folgen, ehe es zu einem harmonischen Miteinander von Wolfschützern und Wolfskritikern in der Region kommen kann. (GEM/SZ)

Quelle: sz-online


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

10.02.2004, 15:18
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