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Thealon
Tripel-As




Dabei seit: April 2003
Herkunft: Wo immer meine Phantasie mich hinführt

Beiträge: 179
Thealon ist offline
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Wo bleibt denn da die Logik?

Man erklärt die Spezies Gepard als „aus Sicht der Arterhaltung tot", und dann soll man sie auch noch bejagen dürfen? Allein schon diese endgültige Aussage hätte ich von einem Tierschützer nicht erwartet, aber man sieht doch, dass Jagdtourismus unkontrollierbar ist. Vorschläge einer „kontrollierten Jagd“ halte ich daher für wenig intelligent, wenn man noch etwas für den Schutz von Geparden tun möchte.

Ich verstehe ja, dass man Geld für den Tierschutz braucht, aber das ist nicht die Lösung.

Thealon


__________________
Grüße an die Zukunft.

27.01.2004, 14:29
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Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
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Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
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mit 110 km/h in den AbgrundAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Mit 110 Kilometern pro Stunde in den Abgrund

Schnurren ist bei Katzen gemeinhin ein Ausdruck der Behaglichkeit. Behaglich kann sich der Gepard aber eigentlich nicht fühlen. Seine Art steht am Abgrund. In allen Gebieten, in denen die Tiere vorkommen, sind sie bedroht. Die asiatische Variante (Acinonyx jubatus venaticus) ist bis auf vereinzelte Exemplare im Iran, Israel, Turkmenistan, Afghanistan und in Pakistan ausgestorben, die afrikanische (Acinonyx jubatus jubatus) Art, die ursprünglich in einem Territorium von Marokko und Ägypten bis nach Südafrika verbreitet war, ist auch nur noch selten anzutreffen.
Die größte Population findet sich in Namibia, wo mit 1500 bis 5000 Tieren vermutlich bis zu einem Drittel des afrikanischen Gesamtbestands lebt. Der "natürliche" Lebensraum der Geparden dort sind die Farmen der weißen Großgrundbesitzer. Die sind auch seine größten Feinde. Um ihr Vieh zu schützen, erschießen viele von ihnen jeden Geparden, der ihnen vor die Flinte läuft.

Der Gepard hat's aber auch ohne den Menschen nicht leicht. Verlässt er die Farmen und lässt sich in Nationalparks nieder, machen ihm andere Raubtiere das Leben schwer. Der tagesaktive Jäger ist zwar mit bis zu 110 Kilometern in der Stunde das schnellste Säugetier der Welt, diese Geschwindigkeit kann er jedoch nur kurze Zeit halten. Das reicht gerade mal, um - mit etwas Glück - eine Gazelle zu reißen, danach ist er jedoch oft so erschöpft, dass er sich erst einmal erholen muss. Bis er sich schließlich den Magen voll schlagen kann, haben ihm oft schon Löwen und Hyänen die Beute abgenommen. Und zu allem Überfluss ist der Gepard auch noch wählerisch: Er braucht ständig frisches Fleisch, Aas verschmäht er.

Im Gegensatz zu Löwe, Tiger und Leopard ist der Gepard gar keine richtige Raubkatze. Er hat sehr viele Eigenschaften des Hundes. Der Körperbau mit den langen Beinen erinnert an einen Windhund. Geparden klettern nur selten auf Bäume und können ihre stumpfen Krallen nicht einfahren. Auch ihr Charakter ähnelt dem eines Hundes. Von klein auf an den Menschen gewöhnt, werden sie handzahm.
Wie man die restlichen Populationen erhalten soll, darüber gehen die Meinungen der Tierschützer auseinander. Projekte wie die Farm Harnas in Namibia kaufen Geparden auf, die Farmern in die Falle gegangen sind. Dann werden sie zunächst in Gefangenschaft gehalten - in der Hoffnung, sie eines Tages an einem weniger gefährlichen Ort wieder ansiedeln zu können. Noch hat aber niemand eine dafür geeignete Gegend gefunden.

Diese Art der Tierliebe stößt bei anderen Naturschützern auf starken Widerspruch. "Diese Tiere sind aus Sicht der Arterhaltung tot", sagt Flip Stander. Der Raubtierkoordinator des namibischen Umweltministeriums sieht eine ganz andere Lösung des Problems: Er macht sich für die kontrollierte Trophäenjagd stark. Der Gedanke: Wenn die Farmer wissen, dass die Geparden ihr Kapital sind und ihnen 1500 Mark pro Tier einbringen können, werden sie ihnen nicht mehr selbst an den Kragen gehen. Legale und überwachte Jagdquoten für eine bestimmte Anzahl Geparden auf Farmgebiet hält nämlich die Viehzucht-Konflikte klein und bringt sogar noch ein "nachwachsendes" Einkommen, ohne die Geparden dort lokal auszurotten.

Der Raubtierbestand auf kommerziellem Farmland in Namibia ist auch einer der Forschungsschwerpunkte der Okatumba Wildlife Research. Die Einrichtung wurde vor drei Jahren von Birgit und Harald Förster gegründet. Auch das deutsche Forscher-Ehepaar ist der Meinung, man müsse mit den Farmern zusammenarbeiten und auf ihre Sorgen eingehen, um den Gepardenbestand zu sichern. Mit den Methoden von Harnas sind sie nicht einverstanden. "Wir würden den Farmern niemals dafür Geld geben, dass sie das Tier nicht erschießen", sagt Harald Förster. "Alles, was wir ihnen anbieten, ist, vorbeizukommen, das Tier zu betäuben und wieder freizulassen. Dann bleibt es dem natürlichen Lebensraum erhalten."

Noch gilt der schnurrende Räuber in Afrika nur als gefährdet, nicht als bedroht. Noch weiß man allerdings auch noch viel zu wenig über diese Tierart. Das Schnurren von Katzen ist übrigens nicht immer ein Ausdruck dafür, dass es ihnen gut geht. Manchmal wollen sich die Tiere damit in Stresssituationen beruhigen - beispielsweise im Todeskampf.

Dominik Baur
Quelle: Spiegel.de


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

26.01.2004, 23:01
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