Registrierung Kalender Tigerforum-Chat Häufig gestellte Fragen Suche Mitgliederliste Moderatoren und Administratoren Statistik Database Galerie TopListe Glossar Startseite
Tigerforum » Allgemeines » andere Räuber, Jäger, Tiere... » Kryptozoologie & andere Phänomene » Die schottische Kellas-Katze » Hallo Gast [registrieren|anmelden]
« Vorheriges Thema Nächstes Thema » Druckvorschau | An Freund senden | Thema abonnieren | Glossareintrag vorschlagen
Antwort erstellen Neues Thema erstellen
Autor
Beitrag
TamedTigress
Amurtigerin




Dabei seit: April 2003
Herkunft: Edinburgh
Rheinland-Pfalz (DE)
Beiträge: 2187
TamedTigress ist offline
  Antwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Keine Kellaskatze, aber ehe ich einen neuen Thread aufmache dachte ich stelle ich hier die schottischen Wildkatzen vor die ich am Wochenende im Kingussie Highlandpark besucht habe.

Es gibt qualititav bessere Videos bei Youtube, aber dies hier ist dafuer mein eigenes: Ihr seht Dusty, Elvis und ein Fasanenbein (unterwegs in Dustys Magen).

Man sagt es gibt noch etwa 400 Schottische Wildkatzen, von denen leider nur etwa 10% reinrassig sind da sie sich leider gern mit dem gemeinen Hauskater einlassen.

TamedTigress

Dieser Beitrag wurde von TamedTigress am 05.01.2009, 22:19 Uhr editiert.

05.01.2009, 22:07
Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an TamedTigress senden Schicke TamedTigress eine ICQ-Nachricht  
Marozi
Panthera leo maculatus




Dabei seit: Januar 2003
Herkunft: Pforzheim
Baden-Württemberg (DE)
Beiträge: 329
Marozi ist offline
Themenstarter Dieses Thema wurde von Marozi gestartet
  Die schottische Kellas-KatzeAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

„Mein Herz ist im Hochland, mein Herz ist nicht hier! Mein Herz ist im Hochland, im wald’gen Revier! Dort jag ich das Rotwild, da folg ich dem Reh, mein Herz ist im Hochland, wo immer ich geh“. Worte, die der schottische Nationaldichter Robert Burns einst schrieb und die so treffend jenes Gefühl beschreiben, das nicht nur die Bewohner der schottischen Highlands empfinden wenn sie an ihre Heimat denken. Endlose Heidelandschaften, zerklüftete Felsen und tiefe unergründliche Seen, all das macht die wildromantischen und geheimnisvollen Highlands aus. Genauso unergründlich und genauso von mystischen Geheimnissen umgeben ist die sagenumwobene schwarze Katze aus den Legenden des schottischen Hochlandes.

Alte Sagen berichten von einer hundegroßen, schwarzen Katze mit einem weißem Fleck auf der Brust, der mythischen Cait Sìth (gälisch, in etwa "märchenhafte Katze"). Nach dem Glauben einiger Hochländer sind die Cait Sìth verwandelte Hexen, was sie auch greifbarer macht als so manch andere Feenwesen. Kryptozoologen vermuten in diesen verzauberten, schwarzen Katzen uralte Berichte oder Erinnerungen an die moderne Kellas-Katze, die erst im Jahr 1984 ihren ersten öffentlich nachprüfbaren Auftritt hatte. Am 19. September 1984 berichtete die im schottischen Moray beheimatete "Forres Gazette" in ihrer Titelstory von einer großen und bislang unbekannten Katze, die drei Monate zuvor im Hochland auf der Revack Lodge nahe Grantown in einer Fuchsfalle gefangen wurde. Unter der reißerischen Überschrift "Mystery "Big Cat" Could Shake World!" wurde ein Foto des stattlichen Katers gezeigt, das in der Tat äußerst sensationell war.



Das Fell des Tieres war struppig und hauptsächlich von schwarzer Farbe, jedoch von Flecken langer weißschimmernder Deckhaare unterbrochen. Der Kopf war breit, lief jedoch zur Schnauze hin schmal zu und wies ungewöhnlich große Eckzähne sowohl im Unter- wie auch im Oberkiefer auf. Das Tier war insgesamt etwa 105 Zentimeter lang, sehr grazil und schlank gebaut mit relativ langen hinteren Extremitäten. Gleich nach der Entdeckung des Kadavers durch Ronald Douglas, den Jagdaufseher von Revack Lodge, wurde das tote Tier nach einer nur oberflächlichen Untersuchung durch den örtlichen Veterinär John Robertson und den Direktor des „Highland Wildlife Park“ Edward Orbell tragischerweise an einen Präparator nach Kirkmichael in Perthshire gesandt - und tauchte erst einige Jahre später als Fell wieder auf.
Doch die eindrucksvolle Schlagzeile der "Forres Gazett" hatte inzwischen auch Tomas Christie gelesen und sogleich in der geheimnisvollen Katze von Revack Lodge das Pärchen erkannt, das er selber bereits 1983 nahe dem Fluß Lossie bei der kleinen schottischen Ortschaft Kellas gesehen hatte. Das Männchen eben jenes Katzenpärchens tötete er zu diesem Zeitpunkt und ließ es als Jagdtrophäe in einer aggressiven Pose auf einem Baumstamm stehend präparieren. Nach dem Verschwinden der Katze von Revack Lodge handelte es sich bei dieser einen Trophäe nunmehr um das einzige vorhandene Exemplar, das unter dem Namen "Specimen K" bekannt ist. Durch das große öffentliche Interesse wurde der Kater schließlich zum Namensgeber des ungewöhnlichen Katzentypus, benannt nach dem Ort wo er erlegt wurde - Kellas-Katze.

Mit der Präsentation der ausgestopften Kellas-Katze wurde sie auch für die wissenschaftliche Welt erstmals interessant und vor allem untersuchbar. Die Zoologin Di Francis bekam von Tomas Christie die Erlaubnis sein Exemplar zur Untersuchung an das Nationalmuseum in London zu senden. Glücklicherweise kam es dort auch tatsächlich an, doch sollten man bis zum Frühjahr 1985 keine Stellungnahme hören. Professor Charles Thomas, Frank Turk und Daphne Hills hatten Probleme bei der Untersuchung, denn die Katze erwies sich aufgrund einiger fehlender wichtiger Knochen nicht wirklich gut für die notwendigen Tests. Dank der Kleinsäugerexpertin Daphne Hill wurden die Ergebnisse der Untersuchungen letztlich auf inoffiziellem Weg bekannt. Obwohl ein Hybrid zwischen Haus- und Wildkatze nicht endgültig ausgeschlossen werden konnte, wurden Hinweise darauf gefunden, dass es sich um die erste melanistische Wildkatze in Großbritannien handelt.
Diese Meinung wurde von vielen anderen Zoologen geteilt, doch bereits im April 1985 erreichte eine neue tote Kellas-Katze das Museum. Das zwölf Monate alte Tier, das von dem Wildaufseher Leslie Mallinson an der Aberlour-Straße, nahe Hamlet gefunden wurde, eignete sich wesentlich besser zur Untersuchung. Die Katze war völlig dem vorangegangenem Exemplar gleich, bis auf einige altersbedingte Unterschiede und nur unter bestimmten Lichteinfall zu sehenden, minimalsten Streifen am Schwanz beziehungsweise an den Hinterbeinen. Doch die Ergebnisse der anatomischen Untersuchung, die bei "Specimen K" wegen fehlender Knochen nicht durchgeführt werden konnte, wies zum Erstaunen der Fachwelt auf Ähnlichkeiten mit einer gewöhnlichen Hauskatze hin. Dadurch wurde nunmehr die Identifikation als Hybrid gefestigt. Die Serie von auftauchenden Kellas-Katzen ging, nicht zuletzt Dank des Interesses der Bevölkerung, nahezu ununterbrochen weiter. Im Oktober desselben Jahres erschoss ein Wildaufseher ein junges Männchen des gleichen Typus nahe Kellas. Erneut wurde die "Forres Gazette" aktiv und schickte unverzüglich eine aus dem Herz entnommene Blutprobe zur genaueren Bestimmung an die Universität von Aberdeen. Man versprach sich jetzt endlich Klarheit über die Identität der Kellas-Katzen, doch leider erwies sich das Blut als kontaminiert und somit als unbrauchbar.
Zwei weitere Kellas-Katzen wurden bei Darnaway Estates erschossen, und nochmals zwei nahe Aberlour. Die bislang aufgetauchten Katzen, gaben den Forschern jetzt auch einen kleinen Überblick über das Verbreitungsgebiet. Anfang des Jahres 1986 erhärtete eine von der Universität Aberdeen untersuchte, als Kellas-Katze identifizierte (die zwar ähnlich aussah, jedoch in Wahrheit durch signifikante Unterschiede klar erkennbar keine solche war) lebend gefangene Katze, die Hybridentheorie. Im Frühjahr desselben Jahres schaltete sich auch der Fernsehsender BBC indirekt in die Geschehnisse ein. Einem Filmteam, dass für die Fernsehdokumentation „Tomorrow’s world“ nahe Kellas einige Fallen aufgestellt hatte, gelang es eine lebende, weibliche Kellas-Katze zu fangen. Die Katze wurde in den „Wildlife Park“ nahe Kincraig von Edward Orbell verbracht, eine Blutprobe für weitere Untersuchungen zu Dr. Fox von der Aberdeen University. Die Ergebnisse hier waren eindeutig, es handelte sich um einen Haus-/Wildkatzen-Hybrid. Ganz wie es die Art von BBC ist, wurde das inzwischen schon seit drei Jahren bestehende Rätsel um die Kellas-Katzen als gelöst betrachtet. Doch diese Meinung wurde von den zahlreichen Menschen, die sich mit den Kellas-Katzen direkt beschäftigt hatten, nicht geteilt. Die gefangene Katze wies signifikante Unterschiede zu dem Kellas-Katzen-Typus auf, denn so war zum Beispiel der Körper insgesamt kräftiger gebaut, die Beine und die Eckzähne um einiges kürzer.
Di Francis und der Zoologe Karl Shuker (der sich ebenfalls intensiv mit diesen Fällen beschäftigte), berichteten auf der sechsten Mitgliederkonferenz der "International Society of Cryptozoology", die 1987 im Nationalmuseum von Edinburgh stattfand, über die bisherigen Untersuchungen und deren Ergebnisse, die nach wie vor keine unwiderlegbare Bestimmung der Art lieferten. Ein knappes Jahr später, wurde eine weitere wilde Katze vom Kellas-Typ durch Tony Sill, dessen Gänse seit einiger Zeit regelmäßig verschwanden, nahe Ross-shire lebendig gefangen. Das männliche Tier war insgesamt etwa neunzig Zentimeter lang und wog sechs Kilogramm. Als Tierfreund brachte er sie ebenfalls in den „Wildlife Park“ von Edward Orbell, wo sie untersucht wurde und sich als identisch mit der Revack Lodge-Katze erwies.
Von den bisherigen präparierten Kellas-Katzen wurden zwischenzeitlich unter Leitung von Robert Berry, Zoologe des Universitäts-Colleges von London, Proben genommen um sie auf ihre DNA zu untersuchen. Ein genaues Ergebnis dieser Untersuchungen wurde jedoch offenbar niemals öffentlich bekanntgemacht. Di Francis gelang es die Katze von Ross-shire und den Kater von BBC zur Zucht zu bekommen. Freda und Fred, wie die beiden von ihr genannt wurden, brachten einige Kätzchen zur Welt von denen viele leicht gestreift waren. Nach einigen Wochen jedoch starben viele aus unbekanntem Grund. Die Ergebnisse ihrer bisherigen Forschung und der Zucht von Freda und Fred veröffentlichte Di Francis in ihrem Buch „My Highland Kellas Cats“.
Seit 1988 sind die Sichtungen und toten Exemplare von Kellas-Katzen sehr stark zurück gegangen. Im Jahr 1994 wurde zwischen Elgin und Forres eine weitere Kellas-Katze gesichtet und erschossen, (die Größe des Schwanzes deutete auf eine Hauskatzenabstammung hin). 2001 wurden von verschiedenen Leuten angeblich Kellas-Katzen nahe Five gesichtet, gesichert ist jedoch nur die Existenz eine ausgewachsene Kellas-Katze aus dem Oktober 2002, die in einem Gebiet nahe Aberdeenshire getötet wurde und heute ausgestopft im Foyer der zoologischen Abteilung der Aberdeen University steht.
Die gefundenen Exemplare wiesen insgesamt eine erstaunliche Bandbreite an Ergebnissen auf, was alle die sich mit diesen Tieren beschäftigten, lange Zeit vor ein Rätsel stellte. Was steckte hinter den Kellas-Katzen?

Eine der ersten und zugleich abwegigsten Vermutungen die aufgestellt wurde, ist die von Jungtieren der schwarzen Großkatzen, die in ganz England ihr Unwesen treiben und in der Kryptozoologie unter dem Sammelbegriff „British Big Cat“ bekannt sind. Die These erwies sich jedoch schnell als heiße Luft, denn die Untersuchungen sprachen eindeutig eine andere Sprache.
Auch mit morphologisch veränderten Hauskatzen stand es nicht besser. Zwar wäre das in der Theorie durchaus vorstellbar, jedoch aufgrund der hierzu notwendigen evolutionären Voraussetzungen (einer geographische und genetische Isolation) und der hohen körperlichen Unterschiede realistisch gesehen unmöglich.
Weitaus wahrscheinlicher war die Theorie von melanistischen, schottischen Wildkatzen (Felis silvestris grampia), da die körperlichen Ähnlichkeiten sehr hoch sind. So sprachen zwar durchaus einige Anzeichen für diese Identifikation, wie zum Beispiel die bei dem Advie-Exemplar gefundenen Streifen im Fell (ähnlich den melanistischen Leoparden), doch einige der körperlichen Eigenschaften passten einfach nicht ins Bild. Melanistische Katzen unterscheiden sich manchmal in ihrem Verhalten und ihrer Größe von den normalfarbigen Vertretern ihrer Spezies, aber bedingt durch die speziellen Gene nicht in der generellen Körpererscheinung (kürzerer Kopf, längere Beine usw. im Vergleich) wie das bei den untersuchten Kellas-Katzen der Fall war. Somit blieb nur die Möglichkeit, dass die Kellas-Katzen ursprünglich vielleicht melanistische Wildkatzen waren, sich im Laufe der Evolution aber in ihrer Morphologie und ihrem Verhalten entsprechend entwickelten.

Die zahlreichen Analysen deuteten nichtsdestotrotz wie bereits erwähnt, signifikant auf einen Hybriden, also einen Abkömmling zweier unterschiedlicher (aber dennoch nah verwandter) Arten hin. Das allein konnte dennoch nicht die Lösung sein, denn die überwiegend uniforme Körpererscheinung der Kellas-Katzen und die in den Ursprungsarten, sowie den bekannten aus diesen entsprungenen Hybriden nicht vorhandenen spezifischen Merkmale wie die langen Eckzähne, die auffällig grazile Erscheinung, der kleiner Kopf usw., konnten hierdurch noch immer nicht geklärt werden.
Der britische Zoologe und begeisterte Kryptozoologe Karl P. N. Shuker, brachte als erster eine Theorie auf, die letztlich und endgültig eine Erklärung für den Kellas-Katzen-Typus bot und ihn zur Zoologie überführte. Innerhalb der untersuchten toten und lebenden Kellas-Katzen zeigten sich, weit mehr als das hier im einzelnen aufgeführt werden konnte, weitreichende Unterschiede. Diese reichten auf der einen Seite von äußerlich normalen Hauskatzen mit seltsamen Veränderungen im Knochen- und genetischen Bereich bis hin zu Katzen mit auffälligen Wildkatzenmerkmalen die jedoch morphologisch auch durch einen Hybriden nicht erklärt werden konnten, auf der anderen Seite. Die Bandbreite an Merkmalen in einem einzigen spezifischen Gebiet deutete für Karl Shuker auf eine ganz spezielle Art von Hybriden hin. Entwickelte sich ursprünglich durch die Paarung einer Hauskatze mit einer schottischen Wildkatze ein Hybride, pflanzte sich dieser Nachwuchs in der Folge kontinuierlich untereinander und mit den beiden Ursprungsarten fort. Im Laufe der Zeit festigten sich durch das andauernde Eindringen der neu eingeführten Gene spezifische, körperliche Merkmale wie sie beim Kellas-Katzen-Typus auftreten. Die breiten Variationen sind einfach dadurch entstanden, da die Merkmale nicht immer in der gleichen Ausprägung auftraten. Diese Art der Hybridisation kennt man unter dem Begriff Introgression.

Die geheimnisvollen und mystischen Katzen aus den Highlands von Schottland sind also nichts anderes, als introgressive Hybriden. Dank der Forschung, die im Rahmen der kryptozoologischen Methode erfolgte, und den Schlussfolgerungen eines professionellen Kryptozoologen ist die Kellas-Katze heute ein fester Bestandteil der Zoologie und ein Paradebeispiel für diese spezifische Art Hybriden.

Quelle: siehe Signatur


__________________
"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Lepardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower

Dieser Beitrag wurde von Marozi am 29.12.2003, 17:59 Uhr editiert.

29.12.2003, 17:58
Profil von Füge  deiner Freunde-Liste hinzu Email an Marozi senden Homepage von Marozi Schicke Marozi eine ICQ-Nachricht  
  « Vorheriges Thema Nächstes Thema » Standard | Brettstruktur | Baumstruktur
Antwort erstellen Neues Thema erstellen
Gehe zu:

Powered by: Burning Board 1.1.1 © 2001 WoltLab GbR
Code-, Style- und Templateanpassung © 2004 by Sesshoumaru
Seitenabrufe pro Tag im Durschschnitt: 14744.70
.: Kontakt :. | .: Impressum / Disclaimer :.