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Marozi
Panthera leo maculatus




Dabei seit: Januar 2003
Herkunft: Pforzheim
Baden-Württemberg (DE)
Beiträge: 329
Marozi ist offline
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Naja, immerhin war der Mississipi-Alligator in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts hart an der Ausrottungsgrenze. Heute ist er nur noch im Appendix II der CITES aufgeführt, gegenwärtig also nicht gefährdet.
Seit der Einführung der Schutzmaßnahmen (international und national) und den gezielten Management-Programmen sowohl der Regierungen von Lousiana und der Alligator-Farmen ist die Zahl der Tiere also insgesamt erheblich gestiegen. Beinahe das gesamte küstennahe Gebiet ist eine riesige Alligator-Ranch, die für genügend Wildpopulation sorgt. Die Farmen enstanden erst in jüngerer Zeit, nachdem man herausfand dass sie ökonomischer sind als Wildfänge aus den Marschen. Ein kommerziell verwertbarer Alligator mit etwa einem Meter Länge wird dort in einem Jahr herangezüchtet. Die dort in Kammern aufgezogenen Alligatoren nisten bereits mit sechs Jahren, die wilden Tiere tun dies erst mit etwa zehn Jahren. Bei richtiger Fütterung und Haltung werden in den Farmen auch mehr Nester bzw. Eier angelegt als in freier Wildbahn.
Alle Farmen müssen von der Regierung genehmigt werden und entsprechenden Bedingungen Folge leisten. Es gibt in Lousiana über dreizehn dieser Farmen, auf denen über 21.000 Alligatoren beherbergen.

Dennoch werden auch wilde Alligatoren von einigen Farmen entnommen, da die Farmtiere (mit Ausnahme der Zuchttiere) nur die ökonomische sinnvolle Minimalgröße erreichen. Diese Entnahmen aus der Wildnis sind jedoch streng reglementiert und überwacht und dürfen beispielsweise nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr erfolgen.

Solange die Nachfrage besteht, wird sich an der eigentlichen Grundsituation die uns ja stört, aber nichts wesentliches geschehen...


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"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Lepardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower

29.12.2003, 10:02
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Spiritus, der Panther
Träumer




Dabei seit: Oktober 2002
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Nordrhein-Westfalen (DE)
Beiträge: 892
Spiritus, der Panther ist offline
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Ich finde dieser Bericht ist absolut widersprüchlich. Alligatorfarmen, um damit den Wildbestand zu schützen. Die Eier werden allerdings aus den Nestern wilder Alligatoren geklaut. Und wer auf seinem Land alles in Ordnung hält, bekommt viele Abschussmarken... Mich wunderts, das es noch Alligatoren gibt. Okay, es werden immerhin 14% wieder ausgewildert, aber in welchem Alter? Frisch geschlüpft, ohne den Schutz der Mutter, na dann kann man se gleich verfüttern.
Ich weiß nicht genau wieviele Eier so ein Alligator legt, wobei ich mal einen größeren Rahmen von 50-100 nichtmals unrealistisch fände, aber trotzdem, 35? Pro Nest? Dann wären jene, die nicht befruchtet sind, oder von Krankheitserregern vernichtet werden, jene, die vor oder während des Schlüfens von Nesträubern gefressen werden, und jene, die nach dem Schlüpfen von Fischen, Schlangen, Waschbären, etc verspeißt werden. Wie gesagt, ich wundere mich, das es noch Alligatoren gibt.
Und bei der Unterbringung ist es kein Wunder, das denen keine Zucht gelingt...

S, d P


__________________
In Gedenken an Jamie Morand a.k.a. Pantherkönig
Vom 31.07.1975 bis 22.02.2003
Don't know where you are, but I'm whit you..

Das Leben ist der Sinn...

28.12.2003, 19:44
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Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
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Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
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Paradox: Alligatoren-FarmenAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Alligatoren-Farmen beliefern Luxusfirmen und Naturreservate

Alligatoren-Farmen in den Südstaaten der USA beliefern Luxusfirmen in aller Welt - aber auch heimische Naturreservate.
Von Arno Schütze, dpa

Cut Off (dpa) - Alligatoren riechen nach Fisch. In der Häutungs- Halle von Savoies Alligator-Farm in Cut Off bei New Orleans hängt heftiger Alligator-Gestank. Nackte, hellrosa Reptilien-Körper stapeln sich in eckigen weißen Plastikbottichen. Dick mit Salz bestrichen liegen die wertvollen Häute daneben auf einer Palette. Die schwer verkäuflichen Krokodil-Gebisse landen in Eimern. Mit geschickten Skalpellschnitten schlitzt der 60 Jahre alte Angestellte Paul Billard anderthalb Meter lange Reptilien-Körper auf. Kaum drei Minuten braucht er, um die schuppige Haut mit einer Zange vom Fleisch zu ziehen. Seine blutige Arbeit dient Luxusfirmen wie Prada, Gucci und Rolex - aber auch dem Naturschutz.

Mit Hilfe von Farmen hat sich der Alligatorenbestand im US- Bundesstaat Louisiana in den vergangenen Jahrzehnten stabilisiert. «Laut Gesetz müssen wir 14 Prozent unserer jährlichen Aufzucht auswildern», sagt Farmbesitzer Jerry Savoie. Schwammen in den 60er Jahren nur noch rund 200.000 der urtümlichen Reptilien in den Sümpfen rund um New Orleans, ist der Bestand mittlerweile auf über anderthalb Millionen angewachsen. «Seit 1986 wurden über eine halbe Million Tiere ausgewildert, aber noch wichtiger ist eigentlich der Biotopschutz, den wir mit dem Farmprogramm erreichen», sagt Noell Kinler. Er ist Chef des Alligatorenprogramms der Wild- und Fischereibehörde in Louisiana.

«Das Geschäft mit den Alligator-Farmen und eine sorgsam gemanagte Jagd geben den Landbesitzern einen Anreiz, die Sümpfe zu erhalten», sagt Craig Hoover, der Direktor des nordamerikanischen Wildlife-Handels-Monitoring Programmes der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF). «Für Alligatoren-Eier werden 7 bis 10 Dollar gezahlt, für ein erlegtes Tier im Schnitt 100», sagt Kinler. «So wird der nasse, wilde Sumpf Geld wert.» Und die Besitzer entwickeln ein Interesse im Kampf gegen Plünderer. Zuletzt gab Kinlers Behörde 33.000 Abschuss-Marken an die privaten Landbesitzer aus, denen drei Viertel der Sümpfe in Louisiana gehören. Die jährlich festgelegte Zahl der Marken orientiert sich an der Qualität der Biotope.

Zum Sammeln von wild gelegten Eiern gibt es bislang noch keine Alternative. «In Gefangenschaft legen die Weibchen kaum fruchtbare Eier», erklärt Alligatorfarmer Savoie. «Also fliegen wir im Juni/Juli über den Sumpf, orten die Nester und sammeln die Eier ein - im Schnitt 35 pro Nest.» Nach zwei Monaten im Brutkasten schlüpfen die Mini-Krokos und kommen in dunkle, trübe Wasserbecken mit Wellblechabdeckung.

Heißer leicht fauliger Dampf steigt auf, wenn Savoie die sechs Quadratmeter großen Boxen öffnet, in denen je 400 Alligatoren schwimmen. «Sie fressen selbst gemischtes Futter - hauptsächlich Fischmehl», sagt Savoie und schwenkt eine Ladung Pellets über die krabbelnde Masse. 40.000 Alligatoren zieht Savoie im Jahr auf. «Jeden Montag schlachten wir 2000 und verarbeiten sie dann über die Woche hinweg.» Bis zu 120 Dollar bekommt er für eine Alligator-Haut.

«Früher war es schwierig, genug Häute zu bekommen. Jetzt produzieren die Farmen genug und die Jagd-Quote wird stetig heraufgesetzt», sagt Jaques Lewkovic. Er ist der Chef der Krokoleder-Gerberei France Croco (Paris) und beliefert Hersteller wie Gucci und Prada. «Die bis zu 1,20 Meter langen Häute werden in den Farmen sehr schön, größere haben wegen des Platzmangels oft Verletzungen.»

Quelle: Vistaverde


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

27.12.2003, 23:15
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