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nettwork
Panthera leo




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Österreich
Salzburg (A)
Beiträge: 702
nettwork ist offline
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Bei Menschen in Ballungszentren treten die selben Effekte auf, die auch bei den Gibraltar-Affen untersucht wurden: Man konzentriert sich auf die Familienbande und vermeidet Kontakt mit Individuen, die eine unklare soziale Stellung haben.

Der Mensch wird aber auch hilfsbereit und gesellig, sobald er zB in einer kleinen Gruppe in den Bergen unterwegs ist. Das menschliche Rudel hilft sich dann gegenseitig, das erhöht die Chancen für den Einzelnen.

Bei solchen Beispielen bin ich mir sicher, dass auch bei uns die Grundzüge dieser Erkenntnisse noch greifen. Nur werden sie öfter von anderen Mechanismen überlagert. Und wir stellen uns ja sooo gerne außerhalb der Tierwelt dar


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Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
(Adidas Werbung)

31.10.2003, 10:12
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PetraB.
Alpha-Wolf




Dabei seit: Februar 2002
Herkunft: NRW

Beiträge: 1301
PetraB. ist offline
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Zum Thema kooperatives Verhalten und Helfersysteme habe ich einen interessanten Text von der TiHo Hannover:

Zitat:
Grundriß der Verhaltensbiologie
Teil 1: Verhaltensbiologie und –ökologie

Dr. Ute Radespiel, Institut für Zoologie, TiHo Hannover

9.6. Kooperatives Verhalten und Helfersysteme

Im Regelfall wird selbst-aufopferndes Verhalten und Helferverhalten im Kontext der elterlichen Brutpflege gezeigt. Aber es gibt auch viele andere Beispiele: Bei mehr als 200 Vogel- und 120 Säugerarten verbringen einige Tiere einen Teil oder sogar das ganze Leben damit, Artgenossen in der Fortpflanzung zu unterstützen. Sie helfen dabei, die Nachkommen anderer Tiere zu füttern oder zu beschützen, während sie selbst offenbar auf die eigene Reproduktion verzichten. Dieses Verhalten scheint altruistisch zu sein, wie Helfer anderen Individuen einen Nutzen zukommen lassen, während sie selbst Kosten tragen (ultimat: Verzicht auf eigene Fortpflanzung). Um die Evolution dieser Systeme zu verstehen, muss man zum einen die genetische Prädisposition einer Art für das Helfen verstehen (d.h. die jeweilige Basis der Kooperation, s.o.) und die jeweiligen ökologischen Randbedingungen, unter denen Helfen auftritt.

Das komplette Vorlesungsskript gibt es hier als .pdf



Den speziellen Textauszug zu diesem Thema hänge ich meinem Beitrag als .doc an.

Was nun die Spezies Mensch angeht, so bin ich der Meinung, dass die verschiedenen Motive des Menschen von heute in Bezug auf ''Helfen'' einer evolutiven Grundlage entbehren und somit in solchen Untersuchungen nichts verloren haben.

Darüber hinaus wird ''Helfen'' auf altruistischer Basis in der heutigen Gesellschaft wohl ohnehin eher als exotische Absonderheit oder als Unmöglichkeit angesehen.

Wenn ich für einen mir völlig fremden Jungen, der an der Kasse im Supermarkt steht und vergeblich wieder und wieder alle Taschen nach dem Geld für seine Tüte Chips sucht die 1,69 € bezahle, damit er die Chips mitnehmen darf, dann werden mir alle möglichen Motive unterstellt, es wird krampfhaft nach einem Nutzen gesucht, den ich aus dieser Sache gezogen haben könnte/habe ziehen wollen. Es wird nach einer Gegenleistung gesucht, die ich erwartet haben könnte.

Es wird alles mögliche ... nur nicht akzeptiert, dass ich einfach wollte, dass der Junge aus dieser ihn deutlich überfordernden Situation befreit wird und seine Chips essen kann. Einfach so, weil ich die 1,69 € hatte und er nicht.

Attachment:
Grundriß der Verhaltensbiologie.doc (48 KB, 6304 mal heruntergeladen)


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... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

31.10.2003, 02:15
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Spiritus, der Panther
Träumer




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Beiträge: 892
Spiritus, der Panther ist offline
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Hm, sehr schön, da gehört Spezies Mensch doch auch zu, zu den Wirbeltieren, nicht oder? Also warum wieder diese Abgrenzung zwischen Mensch und Tier? Glaub kaum das die mal nedlich den Mensch zu den Tieren zählen...

S, d P


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In Gedenken an Jamie Morand a.k.a. Pantherkönig
Vom 31.07.1975 bis 22.02.2003
Don't know where you are, but I'm whit you..

Das Leben ist der Sinn...

30.10.2003, 19:55
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Sesshoumaru
sama




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Hilfsbereitschaft ist Frage der GeneAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Hilfsbereitschaft ist eine Frage der Gene

Tiere unterstützen vor allem ihre engsten Verwandten
Ceryle rudis

Hilfe unter Tieren ist nur scheinbar selbstlos. Denn wenn Tiere engen Verwandten dabei helfen, ihre Jungen aufzuziehen, sorgen sie dafür, dass ihr eigenes Erbgut weitergegeben wird. Diese Theorie der so genannten Verwandtenselektion haben Ashleigh Griffin und Stuart West von der University of Edinburgh im Wissenschaftsmagazin Science jetzt bestätigt.
Der Theorie nach, die 1964 von William Hamilton aufgestellt wurde, hilft ein Tier eher bei der Aufzucht seiner Geschwister mit als bei der Aufzucht seiner Nichten oder Neffen. Denn je enger Tiere miteinander verwandt sind, desto mehr Gene teilen sie miteinander.

Bisherige Studien zur Verwandtenhilfe bei mehreren Wirbeltierarten haben die Annahme nur zum Teil bestätigt. So entspricht zwar beispielsweise das Verhalten des Graufischers (Ceryle rudis), einer Eisvogelart, der Vorhersage. Der ebenfalls zu den Eisvögeln zählende Lachende Hans (Dacelo gigas) verteilt dagegen seine Hilfe unabhängig vom Verwandtschaftsgrad.

Diesen Gegensatz erklären Griffen und West, indem sie versuchten, eine weitere Voraussage der Theorie zu bestätigen. Hamilton hatte postuliert, dass Tiere ihre engen Verwandten vor allem dann unterstützen, wenn diese Hilfe einen überaus deutlichen Nutzen hat. Nur dann sei die Wahrscheinlichkeit für den Helfer hoch genug, dass seine mit der Familie geteilten Gene tatsächlich weitergegeben würden.

Die zusammenfassende Analyse der britischen Zoologen von Studien an 18 Wirbeltierarten zeigte, dass solche Arten gezielt nahe Verwandte unterstützen, denen die Hilfe besonders effektiv nützt. Machen die Helfer dagegen nur geringe Unterschiede zwischen engen und entfernten Verwandten - wie etwa der Lachende Hans -, so ist ihre Hilfe auch wenig nützlich. Diese Tiere helfen ihren Gruppenangehörigen deshalb, weil sie in der Gruppe größere Überlebenschancen haben, glauben Griffin und West. (tka.)

Quelle: Berlin Online


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

30.10.2003, 00:12
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