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Lucky Lion
Löwe




Dabei seit: Februar 2003
Herkunft: Okavango Delta
Bayern (DE)
Beiträge: 736
Lucky Lion ist offline
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@Tapion: Ich schliesse mich der Meinung von Souris an. Es ist sicher nicht sinnvoll seine Gewaltandrohung mit Gewalt deinerseits zu kontern, und genau das würdest du tun. Sprich mit ihm in aller ruhe darüber und zwar allein und ohne irgendwelche anderen Personen! Falls du unterstützung bei diesem gespräch brauchst frag deine mutter oder deine beste Freundin. Lass die Tränen fliessen falls dir danach zumute ist denn zurückhalten bringt nichts.

Ich kann dir keine Garantie für meinen Rat geben aber aus erfahrung weiss ich das dies wohl sicher nicht die verkehrteste Lösung ist.

Viel Glück, Tapion.


__________________
"Die Menschen sind intelligent - Jedoch oft zu dumm ihre Intelligenz zu nutzen"

13.10.2003, 20:34
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Souris
Panther




Dabei seit: März 2003
Herkunft:

Beiträge: 215
Souris ist offline
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Ich wünsche es dir auch Tapion. Ich weiss leider auch keine Antwort auf deine Frage. Vielleicht ist dein Vater einfach unsicher. Die meisten Menschen und vor allem Männer geben das nicht gerne zu. Ich würde ihn nicht vor der ganzen Mannschaft darauf ansprechen, sondern in aller Ruhe alleine (oder mit einer Person deines Vertrauens) mit ihm sprechen und ihm auch von deinen Sorgen erzählen.
Alles Liebe!


__________________
Er lebt in den Herzen weiter...

13.10.2003, 18:13
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Marina
Pantherkönigin




Dabei seit: September 2002
Herkunft:
Camargue (F)
Beiträge: 814
Marina ist offline
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Ja das wünsche ich Dir von ganzem Herzen. Antwort darauf, warum es so ist, kann ich Dir nicht geben, weil ich ihn nicht kenne. Aber es macht mich sehr traurig, dass es so ist. Und ich wünsche mir für Dich, dass er vielleicht doch nachzudenken beginnt und sich etwas in ihm ändert.

12.10.2003, 22:44
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Tapion
Jungwolf



Dabei seit: Oktober 2003
Herkunft: Aus dem Tal der Wunder
Hessen (DE)
Beiträge: 65
Tapion ist offline
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es tut mir leid das ich erst so spät antworte, doch war ich das wochenende wie gewöhnlich bei meiner mutter und ihr pc spinnt nun leider einmal.
ich möchte mich für eure antworten bedanken und weiter versuchen an mir zu arbeiten. aber auch dies schaffe ich nur durch unterstützung und ich habe glück so eine unterstützung zu bekommen, und zwar von meiner handballmannschaft. als diesen freitag mein vater mir mitten im training prügel androhte, nur weil ich ihn aus spieleslust leicht in die brust kniff konnte ich mich nicht mehr halten. ich kämpfte fast das ganze training mit den tränen (ich neige dazu sehr leicht in tränen auszubrechen, kann aber nichts dagegen tun) was natürlich nicht verborgen blieb. warum muss er mich auch nur so fertig machen, denkt er durch einen so leichten knuffer in der öffentlichkeit wird seine autorität in frage gestellt welche er nur mit gewalt am leben erhalten kann?
als mich meine freundinnen darauf ansprachen sagte ich ihnen ich würde in de kabine mit ihnen darüber reden. dies tat ich dann auch, was aber bei mir nur wieder in einen heftigen heulanfall überging. meine kameradinnen waren geschockt, denn sie hatten diese angriffe von meinem vater auf mich nie gemerkt, auch weil ich sie nie erwähnt hatte. sie konnten auch nichts ahnen, weil mein vater zu ihnen immer die reinste unschuld war. doch habe ich nun vor am mittwoch bei der mannschaftsbesprechung dieses thema gezielt anzusprechen und ihn vor der ganzen mannschaft zu fragen warum er mir prügel androht nur weil ich ihn in der öffentlichkeit leicht zwicke (wenn ich mit ihm allein bin macht ihm das nichts, dann balgen wir kurz, aber warum er in der öffentlichkeit sein kind lieber schlägt als es zu knuddeln weiß ich auch nicht).
also, wünscht mir für dann glück, das alles gut geht.

-Tapion die Freundin des Windes-


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Gekommen, um alles informative in sich aufzusaugen und ein Leben lang wie einen Schatz zu hüten.
DasLebenist einKreislauf.Alles fängt einmal wieder vonVornean.

12.10.2003, 21:02
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Thealon
Tripel-As




Dabei seit: April 2003
Herkunft: Wo immer meine Phantasie mich hinführt

Beiträge: 179
Thealon ist offline
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Ich möchte hier einmal anmerken, dass Angst und Respekt in meinem Augen auf keinen Fall dasselbe sind, nicht einmal ähnlich.

Respekt empfinde ich für viele Leute, doch vor keinem von ihnen habe ich Angst. Denn Respekt ist etwas, dass aus Bewunderung entspringt. Es ist so, dass jeder, der mich beeindruckt, meinen Respekt verdient. Wohl angemerkt sei, dass Respekt stets etwas positives ist.
Angst hingegen bedeutet für mich (in diesem speziellen Falle) schlicht aber ergreifend die Furcht vor Schmerzen. Angst bedeutet, dass ich jemandem eher aus dem Wege ginge, und ich kann einem Menschen, den ich fürchte, nur sehr schwer respektieren. Mich beeindruckt nicht die Kraft, Schwächere zu verletzen. Nala hat es gut gesagt, Respekt muss man sich verdienen.
Ich weiß, dass ich vielen dies hier überhaupt nicht erklären muss, aber ich möchte, da diese beiden Worte teilweise etwas hastig eingesetzt wurden, einmal darauf hingewiesen haben.

Ich für meinen Teil wurde nicht autoritär erzogen, oder zumindest nicht mit der Rute. Aber es gab einfach Dinge, die ich nicht verstand, weil ich sie nicht verstehen konnte. In dem Falle musste ein klares Nein nun mal ausreichen. (Oder ein gutes Contraargument, auch hierfür hat Nala ein schönes Beispiel gegeben). Das beliebte Beispiel der Herdplatte ist jetzt zwar inadäquat, aber wozu gibt es denn das Fernsehen. Sicher kennt ein jeder die Szene, die ein kleines Kind macht, wenn es sich mal von der Mattscheibe trennen soll. (All jenen, denen ihre Kinder nicht regelmäßig in den Ohren hängen mit „ich will aber noch, und ich bin auch gar nicht müüdee...“ verdienen meinen absoluten Respekt, denn sie haben ihren Kindern etwas beigebracht, was ich erst seehr spät eingesehen habe .
Leider muss also ein Kind manchmal „dressiert“ werden. Solange die Einleuchtung später noch kommt, ist daran meiner Meinung kaum etwas auszusetzen.

In diesem Fall -als Musterbeispiel für noch viele andere- reicht eine Erklärung einfach nicht aus. Selbstverständlich sollte man aber niemals über das Verbale hinausgehen, denn ein Wort muss reichen. Da ich allerdings mehr als einer Partei damit zustimme, würde ich sagen, dass sich hier grundsätzlich sowieso alle einig sind. Niemand ist für die Prügelstrafe, man scheint nur an der hauchfeinen Grenze zwischen Klaps und Wort rücken zu wollen. Man korrigiere mich, sollte ich das falsch verstehen.

Ich für meinen Teil erziehe gegenwärtige keine Kinder, was aber noch kommt, steht wohl in den Sternen. Einem Kind muss man immer Liebe entgegenbringen, man sollte versuchen, Dinge zu erklären, aber man muss auch genug „Strenge“ aufweisen, um in bestimmten Situationen ein Machtwort zu sprechen. Vielleicht macht es wie immer die Mischung.

Anbei: man vergebe mir, dass ich vieles wiederhole. Fünffach hält besser .

Thealon


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Grüße an die Zukunft.

10.10.2003, 22:44
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PetraB.
Alpha-Wolf




Dabei seit: Februar 2002
Herkunft: NRW

Beiträge: 1301
PetraB. ist offline
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Zitat:
Ich hatte tierischen Respekt vor allem wo meine Mutter anfing zu bruellen oder mein Vater mich gehauen hat.


Na klar geht es SO auch, TamedTigress. Das habe ich nie bestritten. Aber Du hast es ja selbst gesagt: Du hattest Respekt (oder vielleicht auch Angst) vor allem, was den ''äusseren Reiz'' Deiner Eltern auslöste. Kann das aber der Sinn sein? Ich wäre nicht damit zufrieden, wenn mein Kind, ohne zu wissen warum, einfach nur wie ein gut dressierter Hund, den von mir ausgesendeten ''Signalen'' folgt.

Zitat:
Bitte, dass soll jetzt nicht heissen dass ich es gut und richtig finde sein Kind zu pruegeln! Das finde ich das letzte!! Ich finde nur dass gerade fuer ein Kind das ja noch viel staerker auf "aeussere Reize" oder wie immer ich das jetzt nennen soll reagiert ein Klaps sich vielleicht mehr einpraegt.


Ich denke hier unterschätzt Du die geistigen Fähigkeiten eines Kindes gewaltig. Natürlich kommt es auch auf den ''Input'' an, den man dem Kind anbietet. Aber selbst wenn ein Kind noch nicht in der Lage ist, sich in für uns ausreichender Form verbal zu artikulieren, so begreift es doch schon so viel!

Ich finde es beispielsweise gar nicht blöd, dass Souris ihrem 8,5 Monate alten Sohn schon das ''nein'', das für ihn gilt auch erklärt. Wenn er auch noch nicht alles versteht, so schafft sie aber doch die Basis für die spätere ganz sicher erfolgreiche erzieherische Kommunikation zwischen Eltern und Kind.

Zitat:
Mit anderen Worten, der Säugling kennt nur das "hier und jetzt". Ihn davon zu überzeugen, dass er durchaus noch warten könnte, ohne dass ihm ein Härchen gekrümmt wäre, scheitert einstweilen an seiner fehlenden Einsicht in zukünftige Geschehnisse mit gleichem, ähnlichen oder mit speziell von ihm erwarteten Inhalt. Ein solches Denken bezeichnet man als Antizipation (geistige Vorwegnahme eines Geschehens). Solche Antizipationen als geistige Operation kann ein Säugling aber erst dann vornehmen, wenn er a) uneingeschränkte Authentizität (Ichbezogenheit) seines Denkens und Empfindens erlebt, b) sich als alleinigen Verursacher von seinen Handlungen erkennt c) eine Grundvorstellung von Dauer der Zeit entwickelt hat. Demzufolge kann man antizipierendes Denken wahrscheinlich frühestens im zweiten Lebensjahr erwarten.

Somit erscheinen sämtliche, auf fortgeschrittenen geistigen Fähigkeiten basierende Erziehungsprinzipien beim Säugling zum Scheitern verurteilt. Die Erfahrung im Umgang mit Säuglingen lehrt, dass diese Ansicht richtig ist. Zwar kann man einen Säugling wie einen Hofhund auf gewisse Verhaltensweisen konditionieren, aber das Ergebnis eines solchen Vorgangs ist kein Lernprozeß im eigentlichen Sinn.
Denn Lernen ist einsichtiges Verstehen von lebenswirklichen Grundstrukturen und deren zweckmäßiges Anwenden. Lernen wird somit zu einem unumstößlichen Bewußtseinsanteil des menschlichen Gehirns, welcher erst durch einen Umdenkprozeß revidiert werden kann. Konditionierung ist dagegen ein reiner Automatismus, unverstanden vom konditionierten Individuum, welcher ebenso leicht wieder umprogrammiert werden kann wie zunächst implementiert (eingerichtet).

Dr. med. Rüdiger Posth


Zitat:
Geistige Entwicklung

Die geistige Entwicklung eines Säuglings vom Neugeborenen bis zum aktiven Kleinkind durchläuft mehrere Phasen.

In den ersten Lebensmonaten nimmt der Säugling viele Eindrücke in sich auf, die er unbewußt verarbeitet. Die Sinne spielen hierbei eine sehr große Rolle, denn nur über diese kann der Säugling Informationen aufnehmen. Jede Information wird im Gehirn gespeichert und erweitert auf diese Weise seine Kenntnisse von der Umwelt. Bei der Geburt sind die Nervenzellen des Kindes noch sehr spärlich vorhanden und nur wenig verzweigt, nach drei Monaten jedoch konnten sie durch die vielen Informationen, die über die Sinne aufgenommen wurden, bereits ein dichtes Netz bilden.

In den folgenden Lebensmonaten erweitert sich dieses Netz soweit, daß der Säugling sich langsam vom passiven Wesen, welches hauptsächlich Informationen sammelt, zu einem aktiven Kind entwickelt, welches seine Umwelt durch eigene Pläne und Handlungen mitgestaltet. Das Kind erkennt und registriert in seinen ersten vier Lebensmonaten einfache Gewohnheiten und reagiert auf diese eher mit Zufallshandlungen.

In der Zeit zwischen dem vierten und achten Monat wiederholt es ständig vertraute Schemata, obwohl auch in dieser Phase die Anzahl der Zufallshandlungen noch sehr hoch ist. Das Kind übt die Koordination der bisher erworbenen Funktionen und Schemata.

Im letzten Drittel seines ersten Lebensjahres beginnt das Kind, Mittel und Zweck zu differenzieren. Bisher bekannte Schemata werden wiedererkannt und auf neue Situationen angewandt. Das Kind ist nun soweit, daß es Zusammenhänge erkennt und Situationen analysieren kann, auf die es mit vorausgedachten Handlungen reagieren kann. Der Prozeß der Analyse und Synthese hat also begonnen.

In der Zeit bis zum 18. Lebensmonat erweitert das Kleinkind seinen Horizont, indem es über das Ausprobieren und sein experimentierfreudiges Verhalten wieder neue Schemata entdeckt. Zu seinen bisherigen Verhaltensweisen kommt das Versuch-Irrtum-Verhalten.

In den folgenden Monaten werden die bereits erworbenen Fähigkeiten immer mehr erweitert und vervollständigt. Das Kleinkind fängt an, durch geistige Kombination neue Mittel zu entdecken, die es wiederum in Verbindung mit seinen bereits erworbenen Kenntnissen bringt.

Uni Köln


Soviel zur geistigen Entwicklung und den geistigen Fähigkeiten von Kleinkindern. Und da ich fast immer sooo lange für meine Postings brauche, sind inzwischen schon einige andere interessante Beiträge verfasst worden.

Und dass es EIN Erziehungsmodell gibt, das ähnlich einer Bedienungsanleitung auf jedes beliebige Kind anzuwenden ist, glaube ich ebensowenig, wie meine Vorredner. Und nein, Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, aber dennoch nicht ausserstande, kindgerechte Erklärungen zu verstehen, zu verinnerlichen und ein eventuell daraus resultierendes Verbot zu akzeptieren.

*lol* Marina ... die Situation im Laden habe ich mehr als einmal erlebt. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht für jeden deutlich hörbar und mit Nachdruck der Verkäuferin hinter der Theke gesagt hätte: Die/der Kleine ist jetzt dran!


__________________

... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

Dieser Beitrag wurde von PetraB. am 10.10.2003, 16:44 Uhr editiert.

10.10.2003, 16:43
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Marina
Pantherkönigin




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Marina ist offline
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Tapion: Souris hat vollkommen recht mit dem, was sie geschrieben hat. Du denkst nach, Du äusserst Dich, ich denke, das ist ein sehr guter Ansatz und es wird bestimmt klappen.

Shilok: Mit den "ach so studierten" Pädagogen meine ich wirklich solche, die am Schreibtisch Rezepte suchen und Muster und von Praxis nicht viel Ahnung haben. Dein Beruf ist ein wichtiger und auch nicht leichter Beruf. Das weiss ich. Aber so wie ich Dich einschätze, bist Du die Richtige dafür.

Eines möchte ich noch sagen: Ja, ein Kind muss ernst genommen werden, auch wenn es nicht erwachsen ist.

Folgendes darf auf keinen Fall geschehen und erlebe ich leider oft. Kommt ein Kind in einen Laden, vielleicht sogar ein wenig schüchtern (gibt es noch). Es käme als nächstes dran und wird gar nicht beachtet, weil da Erwachsene hereintapsen und sich gleich selbstbewusst bedienen lassen wollen. Ist ja nur ein Kind oder? Nein, das macht mich wütend. Als ich im Museumsladen gearbeitet habe, habe ich darauf geachtet, das anders zu handhaben.

Oder es wird diskutiert. Ein Kind äussert sich zum Thema. Auch wenn es viele Zusammenhänge noch nicht sehen kann, hasse ich, wenn es herablassend behandelt wird. Ich werde immer versuchen, das zu meiden. Und ja, das Warum erklären ist wichtig, in einer Art, in der es das Kind verstehen kann.

Dieser Beitrag wurde von Marina am 10.10.2003, 16:02 Uhr editiert.

10.10.2003, 16:00
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Shilok
Tigerin




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Shilok ist offline
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Natürlich sind Kinder keine kleinen Erwachsenen, aber man muss sie und ihre Belange dennoch ernst nehmen und auf sie eingehen, z.B. - um bei dem Beispiel der Herdplatte zu bleiben - indem man dem Kind (nach dem „Nein!“) erklärt, warum es gefährlich ist, auf die Herdplatte zu fassen. Man muss die Kinder respektieren und auch sie müssen im Gegenzug die Eltern respektieren bzw. wie Nala schreibt sich gegenseitig achten. Wenn diese Achtung fehlt, muss es Konsequenzen geben.
Grenzen und konsequentes Handeln sind das A und O bei der Erziehung allgemein, sei es Kinder- oder Hundeerziehung. Klar dürfen auch das Einfühlungsvermögen und das Hineinversetzen in die andere Person nicht fehlen. Und ganz klar reagieren verschiedene Menschen auf dieselbe Handlung aufgrund ihrer Vorerfahrungen immer anderes.

Und auch die "ach so studierten Pädagogen" können nicht immer Handlungsrezepte aufgrund toller erziehungswissenschaftlicher Theorien nennen, die auf jeden Fall klappen. Die Praxis lehrt sie eines Besseren. Jedes Kind ist verschieden und auf jedes Kind muss anders eingegangen werden, was sich wiederum als schwierig herausstellt, wenn 30 Kinder in der Schule sitzen und davon 10 Kinder wenig bis keine grundlegenden Verhaltensweisen gelernt haben, wie man sich in einer Gruppe verhält und dann auch noch 2 oder 3 von diesen Kindern meinen, sie müssten – genau wie bei Mama und Papa zu Hause – immer die erste Geige spielen und bevorzugt (wie der große Pascha) behandelt und verwöhnt werden. Wenn dann keine positive Aufmerksamkeit bekommen, dann versuchen sie negative Aufmerksamkeit zu erlangen, was leider viel zu häufig vorkommt und was die positiven Aufmerksamkeiten doch leider viel zu sehr einschränkt.

Ich unterstütze ebenfalls ganz klar und eindeutig die gewaltfreie Erziehung, obwohl das Wort „Gewalt“ auch ganz entscheidend definitionswürdig ist.
Z.B. Ein Kind, das im Begriff ist, ohne zu gucken auf die Straße zu laufen, und das ich dann feste am Arm packe, um es festzuhalten … Ist dieses „feste-am-Arm-Packen“ nun schon Gewalt oder ist es notwendig ?
Der Gewaltbegriff beschreibt natürlich nicht nur die körperliche Gewalt, sondern auch die seelische Gewalt, die zum Teil auch weitaus schlimmer sein kann als die körperliche. Am besten ist es einfach nach Möglichkeit gar keine Gewalt in irgendeiner Form aufkommen zu lassen, denn wie schon gesagt wurde, zeugt das nur von Hilflosigkeit, wenn man nicht mehr in der Lage ist, Konfliktsituationen gewaltfrei zu lösen.


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"A-o-ung"

10.10.2003, 15:42
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Souris
Panther




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Souris ist offline
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Hallo Tapion, ich finde es sehr schön, dass du dich mit diesem Thema hier beschäftigst und dass du so offen über deine Erziehung berichtet hast. Du hast geschrieben, dass du nicht gelernt hast mit Menschen umzugehen und deshalb oft falsch verstanden wirst. Hey, es ist doch ein Anfang was du hier machst, du gehst hier auf die Menschen zu und wer dich besser kennt, wird dich sicher nicht falsch verstehen und ausserdem kann man doch auch nachfragen. Du bist schon auf dem richtigen Weg, denn du hast eingesehen dass Gewalttätigkeit nicht die Lösung und nicht das Richtige ist.

Ich stimme dir zu Pattàrchta, es gibt keine Bedienungsanleitung für Kinder, jedes Kind ist anders und eine eigene Persönlichkeit und natürlich sind Kinder keine kleinen Erwachsenen, trotzdem sollte man sie ernst nehmen und ihnen Dinge erklären auch wenn sie es noch gar nicht verstehen können. Ich finde es auch wichtig für die spätere Neugier des Kindes, dass es nachfragt "Warum..."


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Er lebt in den Herzen weiter...

10.10.2003, 15:29
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Tapion
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Tapion ist offline
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puuh, alles gelesen!
als ich die posts gelesen hab kam ich richtig ins grübeln über meine Erziehung (welche noch nicht ganz abgeschlossen ist).
mein vater wurde/wird immer gleich böse wenn ich etwas falsch mache, meine mutter hingegen nicht mehr so, früher war es ähnlich. aber meine erziehung ist bisweilen eigentlich im eimer, weil mit 6 jahren eh nur den ganzen streit und scheidungskrach mitbekam. von da an erzog mich eh nur noch mein vater weil meine mutter mich nurnoch zum ausheulen brauchte als ich bei ihr war. dies hatte/hat zur folge das auch ich auf ungewollte dinge sehr leicht mit gewalt reagiere.
irgendjemand hat geschrieben kinder seien bis zum 6 lebensjahr am meisten zu prägen, leider ist mir gerade entfallen wer dies erwähnte. also vor dieser streiterichen zeit wurden mir auch die verbotenen sachen mit klapsen und androhungen verwehrt.
nur sehr schade finde ich das ich durch diese erziehung nicht richtig gelernt habe mit menschen umzugehen und mich mehrere deshalb falsch verstehen.

-Tapion die Freundin des Windes-


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10.10.2003, 15:14
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