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Sesshoumaru
sama




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Deutschland
Bayern (DE)
Beiträge: 2462
Sesshoumaru ist offline
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Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich finde diese Ostalgie-besessenheit mehr als Deplaziert. Vor allem hinter welchem Hintergrund die DDR überhaupt entstanden ist. Im Jahre 1949 hat man im Westen schon an die Wiedervereinigung gedacht und mache im Osten denke heute offenbar gerne an die Trennung.

Man hat sogar extra der BRD keine Verfassung, sondern ein Grundrecht gegeben. Es wurde sogar festgeschrieben das nach der Wiedervereinigung das Volk sich eine eigene Verfassung geben sollte (juritisch z.G. ausgehebelt worden -> gibt zuviel irre heutzutage). Und ich empfinde es schon fast als "undankbar" wie sich heute mache Leute äußern.

Ich habe schon einmal jemandem hier gesagt, daß wenn er Lust auf "DRR reloaded" hat, das er einfach von hier das Weite suchen soll und uns hier nicht auf den Senkel mit seiner Rückwärtsgewandtheit gegen soll. Ich stehe nachwievor zu dieser Aussage. Vielleicht legen wir ja alle zusammen und kaufen den armen Leute die die DDR wieder haben wollen ein Erdmöbel damit sie ihre Ruhe finden!!


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

07.10.2003, 23:45
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PetraB.
Alpha-Wolf




Dabei seit: Februar 2002
Herkunft: NRW

Beiträge: 1301
PetraB. ist offline
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Ich habe mich mit meiner Meinung zum Thema bisher zurückgehalten, weil ich als ''nichtwissende'', da im westlichsten Westen der Republik geborene Person ja wirklich gar nichts weiss.

Nun gut, mein ''Semi-Wissen'' und meine Meinung werde ich jetzt dennoch rauslassen. Ich finde diese ''Ostalgie-Shows'' gelinde gesagt zum kot*en. Wenn wir allein die Bedeutung des Begriffs Nostalgie betrachten (Sehnsucht nach einer vergangenen Zeit *die als besser, glücklicher betrachtet wird*) dann muss ich fragen: WIE BITTE?¿

Wie kann sich denn nur EIN klar denkender Mensch nach einem System zurücksehnen, das seine Bürger im Land einsperrte, das seine Bürger erschoss, oder bestenfalls als Staatsfeinde wegschloss und ''behandelte'', wenn sie das Land verlassen wollten. Nach einem System, in dem nur eine Meinung Gültigkeit hatte, nämlich diejenige, die vom System vorgegeben wurde. Nach einem System, wo schon Schulkindern die moralischen ''Werte'' Bespitzeln und Denunzieren, wenn auch unter Namen wie vielleicht ''Systemtreue'' vermittelt wurden. Nach einem System, das noch nicht einmal in Schulbüchern der Primarstufe vor Propaganda halt machte (''Drei Junpioniere, die stolz ihr blaues Halstuch tragen, haben 12 Äpfel, die sie brüderlich untereinander aufteilen sollen ...'' *der genaue Wortlaut ist mir leider entfallen*)

Neee Leute ... beim besten Willen ... alle, die jetzt ach so ''ostalgisch'' daherkommen, die sitzen vor ihrem PC, haben einen Opel, BMW, Toyota vor der Tür stehen, die gehen zum REAL oder zum OBI und kaufen das, was sie brauchen und müssen nicht schauen, ob's das zur Zeit oder in naher Zukunft oder überhaupt irgendwann einmal gibt. Diese Leute reden heute genauso wie alle ''Wessis'' als AUSSENSTEHENDE über die Zeiten der DDR.

Wenn einer nicht mehr im ''Sumpf'' sitzt, dann kann er leicht mit verklärtem Blick auf die ''wunderschönen'' Blüten aufmerksam machen, die da und dort aus dem stinkenden Morast herausschauen. Und trotzdem verwandelt NIEMAND den Gestank in Rosenduft.

Von denjenigen Bürgern der DDR, die auch damals schon etwas ''gleicher'' waren als der Rest des Arbeiter-und-Bauern-Staats, wie beispielsweise Parteifunktionären, Spitzensportlern, oder dem guten Onkel Erich selbst, will sicher auch niemand wissen, dass diese besonders ''gleichen'' Genossen westlichen ''Luxus'', von Lebensmitteln über Möbel, bis hin zu Elektronik frei Haus in ihre Datschas geliefert bekamen. Es hat sicher auch gar keiner bemerkt, dass sich die Staatskarossen weder Trabant noch Wartburg noch Volga noch Lada noch Skoda nannten, sondern eher Marken wie Volvo und Citroen zuzuordnen waren. Das war ja sicher alles ganz anders, gell?

Wo war denn die Gesinnung der ''Vorzeige-Sozialisten'' wie beispielsweise Katarina Witt nach dem Zusammenbruch der DDR? Ich erinnere mich nur zu genau, dass die gute Frau schneller als Gesicht im (gesamt)deutschen Werbefernsehen präsent war, als vielleicht manch einer überhaupt realisiert hatte, was da in Deutschland vor sich ging.

Und überhaupt: Wer wird hier und heute gezwungen, sich der westlichen ''Dekandenz'' auszusetzen? Media-Markt ist KEIN MUSS, weder DVD-Player noch sonstige Elektronik, weder Super-Dickmanns noch McDonalds, weder Mallorca noch Gran Canaria. Aber soviel Konsequenz wäre ja wirklich zu viel verlangt, von den ewig Gestrigen, den ''Ostalgikern'' aus tiefstem Herzen, oder?

Mein Gott, Letscho und Spreewaldgurken, SERO-Annahmestellen und tschechische Ferienlager ... verdammt, holt es Euch zurück: gründet Gemeinden nach dem Vorbild der Amish, gründet einen Staat nach dem Vorbild Israels, oder geht einfach nach Kuba ... wenn hier alles so scheis*e ist.

SEID BEREIT!


Kommentare zum ''Ostalgie-Boom'' im deutschen Fernsehen:

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Süddeutsche Zeitung

Junge Liberale Rheinland-Pfalz


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... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

Dieser Beitrag wurde von PetraB. am 07.10.2003, 23:18 Uhr editiert.

07.10.2003, 17:21
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Nala
Löwin




Dabei seit: Januar 2002
Herkunft: Königsfelsen

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Nala ist offline
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Ich bin in Halle an der Saale geboren.
Habe meine Kindheit und Jugend bis zum 16 Lebensjahr im sozialistischen System verbracht und wünsche mir selbiges nie nie nie wieder zurück.

Ich kann nicht verstehen, wie man, wenn man dort gelebt hat, all das negative einfach vergessen kann. Es kann nicht durch "positives" aufgewogen werden.

Für mich steht fest, all jene, die sich an den Ostalgie shows erfreuen können, hatten zu DDR -Zeiten ihren Kopf genauso tief im Sand wie heute. Wenn man Sytemtreu war, hatte man ja auch nichts zu befürchten, und wenn einen die Einschränkung der persönlichen Freiheit nicht weiter störte ist's wohl ganz angenehm gewesen... Zufriedeheit gab es damals nicht und gibt es auch heute nicht, egal in welchem politischen System man lebt.

Ich finde es einfach unerträglich, wenn einem der Staat das Denken abnimmt oder nur eine Richtung zulässt. Schade nur, dass man diese Freiheit, die einem jetzt per Grundgesetz gegeben ist so selten nutzt....Der Mensch ist eben von Natur aus bequem.


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...wonder where the lions are....

07.10.2003, 08:27
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TamedTigress
Amurtigerin




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Beiträge: 2187
TamedTigress ist offline
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Ich glaube auch nicht dass in der DDR alles verkehrt war. Ich hatte eine Kollegin aus Erfurt, die erzaehtle mir Dinge dass ihr heute (also das war so Mitte der 90er) noch manchmal die Traenen in den Augen stehen wenn sie im Geschaeft vor der Obst- und Gemuesetheke stand und sah dass alles fuer sie verfuegbar war aber sie sagte auch dass z. B. nie ein Kind in der Schule leiden musste weil es die falschen Klamotten anhatte, dass die Kinder mit wenig einfachem Spielzeug zufrieden war anstatt wie hier alle nach einem Computer und Videorecorder schreien.

Ich habe neulich ein Buch ueber das kommunistische Sibirien und den Zusammenbruch des KOmmunismus gelesen und frage mich ob man das vielleicht ein bisschen vergleichen kann. Ich wuerde nicht dort wohnen koennen aber manchmal denke ich - die schieben ihre Eltern nicht ins Altenheim wie wir weil wir behaupten keine Zeit fuer sie zu haben...

TamedTigress

06.10.2003, 21:00
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Phantom
Panthera lupus




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Beiträge: 1080
Phantom ist offline
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hm...also ich bin nicht aus der DDR. aber wir hatten mal ne Bekannte da, als es die Mauer noch gab. (ich schätz mal, daß es dadurch bestimmt auch ne stasi-akte über uns gab)

nen andrer Bekannter saß nen paar jahre da im knast, weil er Fluchthelfer war... hätte da nich einer drin gesessen, den die BRD wollte, wär er da wohl auf ewig drin geblieben...

zu zeiten der mauer hätt ich dort nicht leben wollen & nicht leben können (komm mir schon vor wien eingesperrtes tier, wenn ich bloß in nem raum hock, wo die fenster nich aufgehen)
aber es gibt einiges, was ich "drüben" toll fand/finde: gab tolle Kinderfilme, Kinderbücher (Trompeterbücher, die waren einfach klasse ) & vor allem is die Landschaft da voll schön (ohne Mauer natürlich

is ja schön, das die mauer weg is, aber is blöd, das dadurch gleich viel kaputt gemacht wurde... kaum war die Grenze weg, haben sich die "Wessis" auf die freien gebiete gestürzt, um möglichst schnell ihre Wessi-Geschäfte dort aufzubauen... das fand ich so blöd, als ich da im urlaub war. überall baustellen...


__________________

~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

04.10.2003, 12:05
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TamedTigress
Amurtigerin




Dabei seit: April 2003
Herkunft: Edinburgh
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Beiträge: 2187
TamedTigress ist offline
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Hallo,

hat einer von Euch den o.g. Film gesehen? Er war kuerzlich im Kino.

Es ging um eine Frau in der DDR die lange in Koma lag und als sie wach wurde war die Mauer offen. Ihre Kinder mussten dies aber vor ihr verheimlichen weil sie alles was aus dem Westen ist so vehement ablehnt und eine fanatische Kommunistin ist - obwohl sie dadurch ihren Mann verloren hat.

Ich finde diesen Film ernst und komisch zugleich. Es war lustig gemeint aber irgendwie fand ich es traurig als z. B. die Kinder die modischen tollen Moebel raus und die alten Sachen wieder reinraeumen mussten als Mama aus dem Krankenhaus kam und wei sie in Muelltonnen nach alten Ost-Gurkenglaesern suchten in die sie dann die guten Bonduelles fuellten.

Wuerde mich mal interessieren wie dieser Film bei denen angekommen ist die in der DDR aufgewachsen sind?

TamedTigress

04.10.2003, 08:23
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Willi
Kleinkatze



Dabei seit: April 2002
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Beiträge: 24
Willi ist offline
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Ich weis nicht wie es Euch geht, aber besonderst an einem Tag wie heute kann ich das Fernsehen nicht verstehen. Immer wieder sehe ich "Ostalgie-Shows" und Sendungen in denen über die DDR geredet wird als wäre es ein heiterer Ort gewesen an dem alles schrullig aber lustig war.

Aus dieser Zeit kann ich ein Lied singen. Aus heutiger Sicht frage ich mich, ob es das kennenlernen einer Haftzelle für Dissidenten wert war nur einmal seine eigene Meinung zu sagen. Persönlich habe ich von 1988 bis 1989 in einer solchen Zelle gesessen nur weil ich der Meinung war mir nicht sagen zu lassen wie mein Haus gestriechen wird. Und das soll politischer Verrat gewesen sein?

Nein - ich verteufel dieses Land. Kein Land der Welt muss seine Menschen einsperren, um sie zu halten. Viele meiner Nachbarn reden sogar davon das es besser wäre die Mauer wieder aufzubauen, da es allen vorher besser ging. Da kann ich mich nur fragen in welcher DDR diese Leute nur gelebt hatten. Bei den ganzen "Prominenten" wie sie zu Hauf in diesen Ostalgie-Shows auftauchen läuft mir die Galle über. Die DDR ist in meinen Vorstellungen wie Atlantis. Sie soll verschollen sein in alle Ewigkeit. Nichts, gar nichts war an diesem Leben lebenswert. Wer anderst denkt, der sollte mal in den "Genuss" einer solchen Dissidenten-Zelle und Behandlung kommen.

03.10.2003, 23:34
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