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Sesshoumaru
sama




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Gigantischer Tierfriedhof

Meiningen/Weimar (dpa) - Riesige Geparden jagen in der Steppe Thüringens, eine Herde Südelefanten zieht zur Wassertränke, Luchse und Pumas durchstreifen die Felslandschaft: Vor einer Million Jahren glich Mitteldeutschland eher der afrikanischen Savanne als dem gemäßigten Europa.

Erhalten geblieben ist ein riesiger Tierfriedhof in Südthüringen, der dieses erstaunliche Bild zeichnet. "Die Knochenfunde liefern ein beeindruckendes Bild gravierender klimatischer Veränderungen lange bevor die Gletscher aus dem Norden Europas nach Deutschland vorstießen", sagt Ralf-Dietrich Kahlke, Leiter der Weimarer Forschungsstation des Senckenberg-Instituts (Frankfurt/Main).

Die größte Hyäne der Welt, die meisten gefunden Riesen-Rotwölfe, das älteste Reh Europas, die größten Nilpferde der Welt, der erste Schädel samt Geweih eines möglichen Vorfahren der Damhirsche - wenn Kahlke über die Ausgrabungen seines Instituts redet, spricht er in Superlativen.

Beim Blick auf die Überreste des weltweit größten Geparden, der je gefunden worden sei, gerät der 47-Jährige ins Schwärmen: "Das ist eine Sensation. Je ein Vorder- und Hinterbein ist nahezu vollständig erhalten - über mehr als eine Million Jahre konserviert im Sand." Auf der Welt wurden bislang nur drei entsprechende Schädel gefunden, zwei davon stammen aus dem Werratal bei Meiningen.

Die Spezialisten aus Weimar legten in den zurückliegenden drei Jahren bereits 800 Funde aus dem so genannten Unteren Pleistozän frei. "Die nächste Sensation: ein Puma", berichtet Kahlke. "Thüringen hat uns gelehrt, dass es Pumas auch außerhalb Amerikas gab." Auch Skelette von Südelefanten - entfernte Vorfahren der Mammute mit bis zu 4,40 Metern Schulterhöhe - zählen zu den Präparaten.

Doch wieso liegen diese wertvollen Funde derart konzentriert in dem Landstrich nahe der thüringisch-fränkischen Grenze? "Zu verdanken haben wir das einer gigantischen Flut, die in ihrer katastrophalen Wirkung das Elbehochwasser vom August 2002 um ein Vielfaches übertroffen hat", sagt Kahlke. Nach extremen Regenfällen war ein Talhang, etwa 60 Meter über der heutigen Werra, ins Rutschen gekommen. Im Fließschatten des reißenden Stromes lagerten sich in großer Zahl Kadaver und Teile toter Tiere ab und wurden eingebettet. Aufmerksam auf den verborgenen Schatz wurden Arbeiter bei Sandhubarbeiten bereits 1978.

Zwei Monate arbeiten die Wissenschaftler pro Jahr mit Schaufeln, Spateln und feinen Haarpinseln, um das geborgene Material in den folgenden zehn Monaten auszuwerten und zu präparieren. Manche Teile sind kleiner als ein Millimeter. Laien würden es übersehen, die Senckenberg-Forscher und ein von ihnen geleitetes internationales Team von 30 Fachleuten aus 14 Ländern tragen zusammen, analysieren, konservieren.

Um die Funde für die Nachwelt zu erhalten, entwickelten die Weimarer ein eigenes Verfahren. "Wir nutzen Vorstufen bestimmter Lacke, wie sie in der Autoindustrie verwendet werden", beschreibt Chefpräparator John-Albrecht Keiler die Arbeit. Weil die Probleme weltweit die gleichen sind, erreichen die Thüringer nach eigenen Angaben nahezu jede Woche Anfragen aus dem Ausland.

Insgesamt mehr als 50 000 Präparate von hunderten von ausgestorbenen Tier- und Pflanzenarten zählen die Sammlungen der Weimarer Forschungsstation für Quartärpaläontologie, die auf die Erforschung der Lebenswelt des Eiszeitalters spezialisiert ist.

"Die Sammlungen sind erstklassig. Weimar ist das Anlaufzentrum für Forscher aus aller Welt", meint Schrenk, der auch die Abteilung für Paläoanthropologie und Quartärpaläontologie des Senckenberg-Instituts in Frankfurt am Main leitet. "Die Verbindung von Weimar und Frankfurt erlaubt uns die verzahnte Forschung zwischen der Suche nach dem Klima und den biologischen Aspekten sowie den menschlichen Vorfahren. Das ist europaweit einmalig."

Quelle: Frankfurter Rundschau


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

16.09.2003, 14:40
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