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Drea
Panther



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Nordrhein-Westfalen (DE)
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Also ich kenne die aussagen und berichte von Dr.Birmelin,und muss klar sagen als studierte veterienärin ich bin erschüttert ,für mich gilt ganz klar raubkatzen egal ob nun klasse cirkus oder weniger klasse,sie gehören dort nicht hin,und ein verhaltensforscher der sich nun dem sozialverhalten von wellensittichen witmet und solche aussagen in bezug der raubkatzen von sich gibt der sollte sich meines erachtens sich eventuell noch mit goldfischen beschäftigen und die finger von dingen lassen wo er keine ahnung von hat,sorry aber für manche kollegen kann man sich in der tat nur schämen!!!!!

20.04.2004, 11:53
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Nala
Löwin




Dabei seit: Januar 2002
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Manchmal findet man auch als Dauergast Beiträge, die einem irgendwie "entflutscht" sind, also antwortet man eben etwas später, ist jedenfalls immer noch besser als nie...

Ich werde mich hüten zu beurteilen, inwieweit man seine Aussage
Zitat:
-Raubkatzen "das ist gar kein Problem" "die können sehr gut gehalten werden..."
als wahr hinstellen kann... Klar, wenn man davon ausgeht was das Gesetz an mindestbestimmungen verlangt, dann macht Krone das hervorragend... Ich empfinde diese gesetlichen Vorschriften aber als unzureichend, nun bin ich kein Studierter Veterinär, glaube allerdings dennoch recht zu haben . So ! *setzt sich wieder *

Oft zitiert, hier also auch nochmal....
Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen (PDF-Datei, 140 KB)http://www3.verbraucherministerium.de/da...AACF76A6A.0.pdf

Zitat:
Auszugsweise hier die Haltungsvorschriften für Raubkatzen
Unterbringung
a) Innenkäfige (meist Zirkuswagen, durch Anbauten vergrößerbar, s. Allgemeiner Teil): Mindesthöhe 2,2 m (Bei Zirkuswagen,die vor dem 01.10.2000 gebaut wurden,sind 2 m tolerierbar). Mindestkäfiggrundfläche:
12 m2 für 1-2 Tiere, für jedes weitere Tier 4 m2 zusätzlich. Alle Tiere müssen gleichzeitig ihr Ruhe-und Komfortverhalten ausleben können. Die
Wagen müssen wärmegedämmt sein.
Optische Rückzugsmöglichkeiten (z.B.
halbeingezogener Schieber) müssen vorhanden
sein, um Stress zu vermeiden.
Rangniedere Tiere leiden unter dem
ständigen Blickkontakt des ranghohen
Tieres.
Bodenbeschaffenheit/Einstreu: Sägemehl
- Stroheinstreu, Wärmedämmung. Möblierung: “Kratzbaum“ zum Krallenschärfen
und Markieren, zudem Spielgegenstände.
Erhöhte Liegeflächen sind einzurichten
und so hoch anzubringen, dass die Tiere schadlos darunter durchgehen können. Für die Geburt und in den ersten Wochen nach der Geburt ist im Käfigwagen ein separates Abteil (mindestens 12 m2) für das Muttertier und den Wurf bereitzustellen.
Es ist dafür Sorge zu tragen, dass der Wurf gegen extreme Witterungsverhältnisse
und vor Belästigungen von aussen
geschützt ist. Sobald die Jungtiere den Nestbereich verlassen, muss pro Jungtier eine zusätzliche Käfigfläche von 4 m2 zur Verfügung gestellt werden. b) Außengehege: Außengehege sind unerlässlich. Die Tiere können sich darin Sonne, Wind und Regen
nach freier Wahl aussetzen. Gut eingerichtete
Außenkäfige bieten ein reichhaltiges
Reizangebot (z.B. Gerüche, optische
Eindrücke). Mindestgröße: 50 m2 für bis zu 5 Tiere, für jedes weitere Tier 5 m2 mehr. Einrichtung zum Beispiel mit Kratzbäumen,
Spielgegenständen, Heu, Zweigen, Gras, erhöhten Liegemöglichkeiten, insbesondere
bei Tigern und Jaguaren Bademöglichkeit.
Der Käfig muss so beschaffen
sein, dass ein Entweichen der Tiere verhindert wird. Unter 10 °C müssen sich die Tiere in den Innenkäfig zurückziehen können (Ausnahme:
Sibirischer Tiger). Jede Raubkatze muss sich mindestens 4 Stunden pro Tag im Außengehege aufhalten
können.


Zitat:
Hinweise für die Überprüfung
Zu achten ist auf vollständige Eckzähne und
Vorhandensein der Krallen. Häufig zu beobachtendes
nervöses Schwanzschlagen weist auf unqualifizierten Umgang mit den Tieren hin. Unverdautes Futter im Kot kann auch ein Hinweis auf Stress sein. Schwanzverletzungen können durch unsachgemäßen Gebrauch der Schieber verursacht werden. Der Zugang zum Außengehege sowie zum Zentralkäfig muss grundsätzlich für alle Tiere sichergestellt sein. Kontrolle des Futtervorrates.



Also:
Dr. rer. nat. Immanuel Birmelin
Gilt als Fachmann für Verhaltensbiologie.
Er hat an der Universität Freiburg Biologie und Chemie studiert. Danach wechselte er an die Universität Bern und promovierte dort über das Schlüpfverhalten beim Wellensittich. Mitte der 80er Jahre begann er, als Fernsehautor für das ZDF zu arbeiten. Dabei entstanden der Film "Kein Krieg in der Manege" und ein Vierteiler mit dem Titel "Wenn Tiere reden könnten".

Das Thema Manege beschäftigt den 58-jährigen auch weiterhin: Dr. Birmelin gehört unter anderem der Sachverständigen-Kommission der deutschen Bundesregierung zur Haltung von Zirkustieren an. Daneben wirkt der freie Wissenschaftler als Autor zahlreicher Bücher haupsächlich über Wellensittiche und schreibt Artikel für verschiedene Zeitschriften. Gefragt, warum er sich gerade für Wellensittiche interessiert, kommt die Antwort prompt: "Das Sozialverhalten dieser Tiere ist hochspannend!"
(zu finden auf irgendeiner drei sat seite)


Das Parlament sagt zu den Zootieren (allerdings schon im Herbst letzten Jahres)
http://www.das-parlament.de/2003/43/Bundesrat/002.html

Die FDP sagt zu den Zootieren (uiuiui eune Meldung aus März 2004 die die des Parlamentes wohl Lügen straft haha von wegen schnell... na kennen wir ja)
http://www.liberale.de/portal/?presse=1&id=38138


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20.04.2004, 09:15
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Phantom
Panthera lupus




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war die letzten tage weg und weiß daher nicht, obs wer gesehen oder auch schon gepostet hat:

am 21.11. hab ich zufällig beim zappen auf mdr was zum Thema gehört. dort wurde ein "Verhaltensforscher" zum Thema befragt, ob das generelle verbot nicht ein Schuss übers Ziel hinaus wäre. hab mir da nur nen paar Stichpunkte machen können, die ich hier unbedingt mal posten wollte.

also der "Verhaltensforscher" hieß glaub Immanuel Birmelin. er machte natürlich gleich nen Unterschied zwischen guten Zirkussen (wie z.B. Krone, Barum, Knie) und den anderen und berufte sich auch immer wieder darauf, dass die Tiere in den genannten zirkussen gut gehalten würden. dann sollte er sich dazu äußern, welche tiere seiner meinung nach im Zirkus gehalten werden könnten, und welche überhaupt nicht.

also bei guten Circussen (siehe oben) können gut gehalten werden:

- Raubkatzen "das ist gar kein Problem" "die können sehr gut gehalten werden..."

- Elefanten
- Seelöwen
- Giraffen gut, aber nur bei guten Circussen

- sonstige Paarhufer ist kritisch, daher jein

auf keinen Fall gehalten werden sollten:

- Primaten
- Schimpansen


dann meinte er noch, bei Charly würde sich keiner aufregen... (aber im Circus)

(dabei weiß ich nur zu gut, was es bei Charly schon an kritik hagelte)


kennt diesen "Verhaltensforscher" zufällig wer?

also der kam mir ziemlich merkwürdig vor. wie der gleich meinte, Raubkatzen könnten doch sehr gut in Circussen gehalten werden, aber auf keinen Fall Schimpansen. ich wurd das gefühl nicht los, daß das nen Schimpansenforscher war...

mir is nach dem Bericht jedenfalls nix mehr eingefallen.


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~ Wer sich vor dem Wolf fürchtet, der soll nicht in den Wald gehen. ~

24.11.2003, 14:00
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Kaysha
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Kaysha ist offline
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..ja die Wildtiere aus den deutschen Zirkusen werden keinen besseren Platz finden, das heißt also dass es Bären,Löwen und Co.anfänglich nicht viel nützt. Aber dann wird es dauerhaft kein Wildtier in einem deutschem Zirkus geben..das heißt doch,dass ein Anteil der Zirkus-Tiere verschwindet..und DAS ist was..


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Dieser Beitrag wurde von Kaysha am 26.10.2003, 20:40 Uhr editiert.

26.10.2003, 20:40
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PetraB.
Alpha-Wolf




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Tja,

der Zirkus Roncalli hat schon seit Jahren ausser Pferden nur menschliche ''Artisten'' im Programm. Und wie man sieht: ES FUNKTIONIERT, und zwar SEHR GUT.

Der Zirkus Elfi Althoff-Jacobi kam schon vor dem Verbot in Österreich ohne Wildtiere aus. Der Cirque de Soleil, der Chinesische Staatszirkus, der Zirkus Flic Flac => allesamt erfolgreich, gänzlich ohne Tiere.

Aber zurück zum Thema. Die Übergangsfristen für die Zirkusunternehmen sind natürlich unerlässlich, sollte das Verbot in Kraft treten. In der Praxis wird das aber leider dann zur Folge haben, dass die Tiere an ausländische Unternehmen verhökert werden und sich an ihrer Situation nichts ändern wird. Von wegen: ''dauerhafte gute Unterkunft'' ... leider.

Wie denn auch? Wo sind die Auffangstationen für grosse Katzen? Wer wird die Tiere übernehmen können? Aber ich wiederhole mich, sorry ...


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26.10.2003, 18:54
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Nala
Löwin




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... und Bernhard Paul, der Direktor des Circus Roncalli macht mit!
Er sprach sich langfristig frür ein Verbot von Wildtier - Dressuren in Zirkussen aus. Laut seiner Aussage gibt es zu viele Unternehmen in seiner Branche, die es mit den Vorschriften zur Tierhaltung nicht so genau nehmen.
(BamS)

Und ja ihr kleinen, am rande des finanziellen Ruins stehenden Zirkussunternehmer, die ihr die Zuschauer nur noch anlocken könnt in dem Ihr Tiere zur Schau stellt, dann geht doch Pleite!!!
Jammert weiter und versucht Euch zu rechtfertigen, in dem Ihr sagt, dass die Wildtiere Euer Kapital seien. Solange Ihr nicht in der Lage seid, sie auch so zu behandeln wie es sich für eine Existenzgrundlage gehört, nämlich mindestens artgerecht, und das ist nun mal bei Tiger , Bär, Robbe und Co nicht möglich, stört es mich nicht wenn ihr nicht mehr durch die Lande reisen könnt.

Und zu der Frage wohin nur mit den armen Tieren, die ja nun nicht mehr auftreten können... Ihr werdet genau wie die Östereicher genug Zeit haben eine dauerhaft gute Unterkunft für sie zu finden. Euer Argument - es wird Massentötungen von Zirkustieren geben - zieht nicht!
Denn wenn es Euch untersagt wird neue Tiere zu kaufen, dann wird es irgendwann auf ganz natürliche Art und Weise keine Robben mehr in der Manege geben, denn die werden nun mal keine 80 Jahre alt.

Und auch Euere Pfeile, die ihr in Richtung der großen Zirken abschießt, nach dem Motto: Roncallie ist nur dafür, weil er auch ohne Tiere überleben kann, sind nicht wirklich tödlich. Denn es zeigt, dass es anscheinend wirklich ohne Wildtiere geht.....


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26.10.2003, 14:45
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Hessen hatte den Antrag auf ein Verbot von Affen, Grossbären und Elefanten gestellt und Bayern hatte ein grundsätzliches Verbot für Wildtiere im Zirkus beantragt. Der Agrarausschuss des Bundesrats hat sich dem Antrag Bayerns angeschlossen.

Das habe ich aber bereits am 01.10.03 hier in diesen Thread gepostet.

Hier noch zu den Bären:

Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Landraubtiere (Fissipedia)
Überfamilie: Marder- und Bärenartige (Arctoidea)
Familien: >Marder (Mustelidae), >Kleinbären (Procyonidae), >Bären (Ursidae)

Kleinbären:

Kleiner Panda
Waschbär
Krabbenwaschbär
Nasenbär


Bären (Grossbären):

Eisbär
Kragenbär
Lippenbär
Malaienbär
Brillenbär
Großer Panda

Braunbären
- Europäischer Braunbär
- Grizzly
- Kodiakbär
- Syrischer Braunbär

Schwarzbären
- Baribal
- Zimtbär
- Gletscherbär
- Kermodebär


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18.10.2003, 14:29
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Sesshoumaru
sama




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In den Nachrichten hörte es sich so an, als würde der Bundesrat ein Verbot für Wildtierhaltung im Zirkus generell aussprechen. Hier lese ich das im ersten Anlauf nur Elefanten, Affen und große Bären (was sind kleine Bären?) verboten werden sollen. Nichts für ungut, aber wenn man weiter unten von Tieren spricht die mit Elektroschocks dressiert werden, dann verstehe ich nicht warum Löwen, Tiger und andere Wildtiere nicht mit erwähnt werden. Oder hab ich hier was falsch verstanden??

Zitat:
Für einen Zirkus ohne Elefanten, Affen, Bären

17. Oktober 2003 Die Länder haben die Bundesregierung aufgefordert, das Halten von Elefanten, Affen und Großbären im Zirkus zu verbieten. Darüber hinaus soll zur besseren Überwachung der Tierschutzvorgaben ein zentrales Tierschau- und Zirkusregister geschaffen werden. Dieser Antrag Hessens fand am Freitag im Bundesrat eine breite Mehrheit. Das zuständige Bundesverbraucherministerium kündigte an, gemeinsam mit Ländern und Tierschutzverbänden zu prüfen, wie die Probleme bei der Haltung von Zirkustieren gelöst werden können.

Die Länder appellierten an die Regierung, eine Rechtsverordnung auf den Weg zu bringen, die das Halten von Affen, Elefanten und Großbären in Zirkusbetrieben zu verbieten. Für vorhandene Tiere soll es Übergangszeiten geben. „Wildtiere stellen besonders hohe Anforderungen an ihre Unterbringung, Ernährung und Pflege sowie an die Sachkunde des Halters“, heißt es in der von Hessen eingebrachten Initiative. Zirkustiere verbrächten aber einen Großteil ihres Lebens in engen Transportwagen und bekämen nur eingeschränkten Auslauf.

Die wenigsten Zirkusbetriebe hätten außerdem beheizbare Winterquartiere; sie könnten sich zudem notwendige Ausrüstung und Tierarztkosten nicht leisten. Die Folgen für die Tiere zeigten sich oft in Verhaltensstörungen, Krankheiten, aber auch in Todesfällen. Wildtiere seien nicht domestizierbar und stellten daher hohe Ansprüche an Unterbringung, Ernährung und Pflege sowie an die Sachkunde des Halters.

Leben in engen Transportwagen

Bei einigen Arten könnten diese Ansprüche in einem reisenden Zirkus schon im Grundsatz nicht erfüllt werden, da die Tiere einen Großteil ihres Lebens in engen Transportwagen verbringen müßten. Auch hätten die wenigsten Zirkusse geeignete, beheizbare Winterquartiere. Sie seien zudem oft nicht in der Lage, die finanziellen Mittel für erforderliche Anschaffungen, Unterhalts- und Tierarztkosten aufzubringen.

Die Bundesregierung hatte bereits zuvor erklärt, sie sehe beim Tierschutz kein rechtliches Defizit, aber bei der Überwachung, die Ländersache sei. Bei der Schaffung eines Bundeszentralregisters für Zirkusse wolle die Regierung „gern behilflich sein“, erklärte der parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherministerium, Gerald Thalheim.

„Verlogene Vorführungen“

In den rund 200 Zirkusunternehmen in Deutschland verbringen die Tiere nach Angaben des Vereins Europäischer Tier- und Naturschutz (ETN) 90 Prozent ihrer Zeit in Ketten oder im Käfig. In der Dressur würden sie oft mit Schlägen, Tritten oder sogar Elektroschocks gequält. Zirkustiere sterben den Angaben zufolge auch deutlich früher als ihre frei lebenden Artgenossen. „Wer das erbärmliche Leben von Zirkustieren hinter den Kulissen einmal erlebt hat, wird nie wieder Freude an den verlogenen Vorführungen haben“, behauptet der Verein.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten forderte die zuständige Agrarministerin Renate Künast (Grüne) auf, den Antrag der Länder schnell umzusetzen. Die Organisation forderte ein Haltungsverbot für alle Wildtierarten im Zirkus. „Die Haltungsbedingungen sind auch für Tiger, Löwen, Giraffen, Flußpferde, Nashörner, Robben und Wölfe aus Sicht des Tierschutzes untragbar“, sagte Referentin Elke Körner. Die Haltung von Zirkustieren wird bisher durch Leitlinien des Ministeriums beschrieben.

Quelle: FAZ


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

18.10.2003, 12:26
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PetraB.
Alpha-Wolf




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  Ein Teilsieg für die TiereAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Wo es zunächst so aussah, dass die Initiative scheitert, hat sich nun der Agrarausschuss FÜR ein Verbot ausgesprochen:

Bundesratsentscheidung
Keine Wildtiere im Zirkus


ngo-online/29.09.2003 - Die heutige Entscheidung des Agrarausschusses des Bundesrates für ein grundsätzliches Wildtier-Haltungsverbot in Zirkussen (z.B. Affen, Bären und Elefanten) bezeichnet die Artenschutzorganisation Pro Wildlife als einen Meilenstein für den Tierschutz. Der Agrarausschuss hat am heutigen Montag einen Antrag Bayerns angenommen, der ein grundsätzliches Haltungsverbot für Wildtiere in Zirkussen empfiehlt. Der Vorschlag erweitert eine Initiative Hessens, die Haltung von Affen, Großbären und Elefanten zu untersagen. Das für Tierschutz zuständige Bundeslandwirtschaftsministerium hatte noch am Freitag im Bundesrat erklärt, die artgerechte Haltung von Wildtieren in Zirkussen sei durch das Tierschutzgesetz ausreichend geregelt.

Doch die traurige Praxis in den Zirkusunternehmen widerlege dies, so die Kritik. "Ministerin Künast, die zum Beispiel bei den Legehennen großes Engagement für den Tierschutz bewiesen hat, muss nach der Entscheidung des Bundesrates nun auch für Wildtiere im Zirkus aktiv werden", so Pro Wildlife Sprecherin Freyer. Für Wildtiere seien die Lebensumstände in Zirkussen völlig inakzeptabel. Bundesministerin Künast sei jetzt aufgefordert, die Entscheidung des Bundesrates möglichst schnell in die Tat umzusetzen, um das Leid in der Manege zu stoppen. Auch die beschlossene Einrichtung eines Zentralregisters für Zirkustiere würde zukünftig eine bessere bundesweite Kontrolle der Tierhaltung und -herkunft ermöglichen.

Als Durchbruch beurteilt Freyer auch den Beschluss, ein Zentralregister für die Tierhaltung in Zirkussen einzuführen. "Bislang scheitern Auflagen von engagierten Amtstierärzten vor Ort daran, dass der Wanderbetrieb nach kurzer Zeit weiterzieht - oft mit unbekanntem nächstem Aufenthaltsort. Eine Kontrolle, ob die vom Tierarzt angeordneten Verbesserungen tatsächlich umgesetzt werden, ist damit bislang nahezu unmöglich", erläutert die Biologin. Zukünftig könnten Amtstierärzte die Vorgeschichte und Herkunft eines bestimmten Tieres zentral überprüfen.

Tierschutzverbände hatten sich bis zuletzt bei den Bundesländern für ein umfassendes Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkussen eingesetzt. Unter Zirkusbedingungen seien die Bewegungsmöglichkeiten für die Wildtiere drastisch eingeschränkt, ausgeprägtes Wanderverhalten (wie bei Bären, Elefanten oder Giraffen), Klettern ( Affen, Tiger) oder Schwimmen (Robben, Flusspferde) wären nicht möglich. Fatale Folgen habe auch das Ignorieren des artspezifischen Sozialverhaltens, wie die Einzelhaltung von Gruppentieren (bei Affen, Elefanten, Löwen, Giraffen, Robben) oder die Gruppenhaltung von größtenteils solitär lebenden Arten ( Bären, Tiger). Die Haltungsbedingungen in Zirkussen führten in der Praxis häufig zu massiven Verhaltensstörungen (zum Beispiel Autoaggression, stereotypes Auf- und Abgehen, Weben), Krankheiten und frühzeitigem Tod.

Quelle: NGO-Online



Im Klartext heisst das natürlich, dass erst auf ganz lange Sicht die letzten Wildtiere aus deutschen Zirkusunternehmen verschwunden sein werden. Denn zum einen werden ganz sicher keine Tiere beschlagnahmt, die entsprechend den ''Leitlinien für die Haltung, Ausbildung...Einrichtungen'' gehalten werden, zum anderen kann weder Deutschland noch das benachbarte Ausland einer derartigen Menge von Wildtieren eine angemessene Unterbringung bieten.

Allerdings kann man davon ausgehen, dass keine neuen Wildtiere mehr in der ''Tretmühle'' Zirkus ein erbärmliches Dasein zum Zwecke der Zuschauer-Kurzweil zu fristen haben werden und dass den schlimmsten Tierschindern vielleicht doch das eine oder andere Tier beschlagnahmt werden wird.


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© Alpha P.

01.10.2003, 10:27
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Marozi
Panthera leo maculatus




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Herkunft: Pforzheim
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Marozi ist offline
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Auch der Tierschutzbund geizt nicht mit Kritik an Zirkussen: Viele Zirkusse halten Wildtiere nicht artgerecht

In den meisten der schätzungsweise 200 bis 250 Wanderzirkusse in Deutschland werden Wildtiere nach Meinung von Tierschützern nicht artgerecht gehalten.

Bonn (dpa) - Der Referent für Natur- und Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund, Torsten Schmidt, sagte in einem dpa-Gespräch in Bonn: «In diesen zumeist kleinen Betrieben besteht zunächst das generelle Problem, dass die Tiere in den Käfigen nicht ausreichend Bewegung haben.» Hinzu komme, dass exotische Tiere wie Bären, Elefanten und Löwen im Gegensatz zu Hunden oder Hauskatzen besonders hohe Ansprüche an die Pflege oder das Futter hätten. In vielen Zirkussen verfügten die Mitarbeiter jedoch nur über wenig Sachkunde.

Von diesen Missständen sind nach Erkenntnis der Tierschützer Bären und Großkatzen wie Löwen oder Tiger besonders betroffen. In acht von zehn Fällen, in denen sich Tierärzte beim Tierschutzbund nach einer Zuflucht für ein vernachlässigtes Tier erkundigten, handele es sich um ein Exemplar aus diesen Gruppen. «Großkatzen brauchen viel Bewegung und Bären kletterten gern oder graben häufig nach Futter.» Das sei in den oft engen Käfigen nicht möglich.

«Aber auch Elefanten oder Affen leiden unter dem Leben im Zirkus», berichtete Schmidt. In den vergangenen zehn Jahren sei etwa jeder dritte Zirkus-Elefant gestorben. Derzeit gebe es rund 100 Elefanten in den Zirkussen Deutschlands, schätzte Schmidt. «Die Pflege eines Elefanten ist sehr schwierig.» Er brauche ein warmes Zelt, einen festen Stall und die ständige Aufsicht eines Tierarztes. Affen seien ihrerseits auf einen großen Sozialverband angewiesen, den kaum ein Betrieb garantieren könne.

«Deshalb sollte im Zirkus generell auf die Wildtierhaltung verzichtet werden», zitierte Schmidt die grundsätzliche Forderung seines Vereins. Im Bundesrat soll an diesem Freitag auf Initiative Hessens über das Verbot der Haltung von Wildtieren im Zirkus diskutiert werden.

Schmidt forderte ferner, in einer Zentraldatei die Daten aller Betriebe zu erfassen, um zu wissen, wo sich der Zirkus aufhalte und wer dessen Eigentümer sei. Das bedeute auch, dass jeder Zirkus ein Winterquartier beziehen müsse, in dem die Tiere etwas besser untergebracht werden könnten als während der Reise

Quelle: vista verde news


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"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Lepardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower

28.09.2003, 18:56
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