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Nala
Löwin




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Auswilderung...

hat denn irgendjemand von Euch mal über ein Projekt gelesen welches reibungslos klappte? Wo alle nur erdenklichen Möglichkeiten auf eine gesicherte Zukunft der ausgewilderten Tiere bedacht wurden, wo das Erlernen der Fähigkeiten, die das Tier zum Überleben in Freiheit benötigt kritiklos möglich gewesen ist?

Ich denke nein.
Ganz davon abgesehen finde auch ich, dass das Beispiel dieser Lodge sehr wenig mit Auswilderung zu tun hat.. das Gegenteil scheint doch eher der Fall zu sein...

Aber hey... wir wissen, dass z.b. im weltberühmten Krüger Nationalpark durch die Einfuhr von europäischem Vieh vor einigen Jahrzehnten, die in Afrika bis dahin unbekannte Rinder-Tuberkulose eingeschleppt wurde. Zunächst wurden die Büffel angesteckt. Da sie ganz oben auf der Speisekarte der Löwen und Leoparden stehen, wurden die Raubkatzen mittlerweile auch infiziert.
Wir wissen, dass im Süden des Krüger-Parks 90 Prozent der Löwen Tuberkulose haben. Die Tiere magern dramatisch ab, und es gibt auch schon Todesfälle.

Also ist dort wohl oberstes Ziel die Nahrungsgrundlage der Raubkatzen TBC frei zu bekommen, bevor man dort wieder an Auswilderung von Raubkatzen denkt.

In Namibia muss dafür gesorgt werden, dass das Jagen von Großkatzen wieder verboten wird, ansonsten sind kostspielige Auswilderungsprogramme doch wohl für die Katz... (dieses Wortspiel ist absichtlich)

Aufklärung muss oberste Prämisse sein, damit die Bewohner der Landstriche nicht aus lauter Angst wild um sich ballern, Wege müssen aufgezeigt werden, wie Viehhirten mit Raubkatzen leben können ohne ständig zum Gewehr zu greifen (Lauri Marker hat gute Lösungsansätze gezeigt siehe dazugehörenden Thread )

Ich weiß, dass z.B. Geparden nur dann töten können wenn sie live gesehen haben wie man so etwas tut. Ob das bei anderen Katzen ähnlich ist kann ich nur vermuten. Allein deshalb is es schon unglaubwürdig, wenn z.B. die Damen und Herren der Harnas Ranch behaupten sie würden die Geparden, die sie mit der Hand aufgezogen haben wieder in die Freiheit entlassen....

So einfach ist das eben alles nicht.

Gepard hat einen schönen Bericht auf seiner Hompage, in welchem es um das Luchsauswilderungsprogramm im Harz geht. Wie viel Zeit und Geld so etwas kostet... und immer die Gefahr, dass es doch alles umsonst gewesen ist, weil Beispielsweise ein Jäger in Panik gerät und einen ausgewilderten Luchs trotz Verbot schießt, weil der Luchs vielleicht einfach doch noch nicht jagen kann oder was auch immer....

Sicher .. ich begrüße jedwede Art und Weise in welcher Menschen versuchen durch Eigeninitiative den Bestand an Großkatzen zu retten, aber wenn es auf solch unseriöse Geschichten wie hier in dem Beispiel der Intu Africa Lodge geschieht, dann habe ich Zweifel....


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...wonder where the lions are....

Dieser Beitrag wurde von Nala am 19.06.2003, 18:45 Uhr editiert.

17.06.2003, 06:30
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nettwork
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Ja Kaysha, genau das ist der Punkt, den die Organisation AfriCat kritisiert. Die Bedingungen sind völlig ungeeignet, um die jungen Löwen auf das richtige Jagen vorzubereiten.
Das Vorgehen wird sogar als unethisch verurteilt, da der Esel nicht mal den Funken einer Chance hat.


__________________
Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
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16.06.2003, 23:04
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Kaysha
Katz




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Kaysha ist offline
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Was ich hier ersteinmal bedenkenswert halte,ist,dass sich Touristen überhaupt über diesen Vorfall beschwert haben.Mich erinnert das irgendwie an den Begriff "Zivilcourage",auch wenn es hier nicht um den Mensch,sondern ums Tier geht.
Und sowas sieht man ja nicht mehr oft zu Tage,was dieser Thread ja zeigt.

Black Panthera,Warum Löwen züchten um sie auszuwildern?
Ich denke mal,das dient der Arterhaltung(wird doch auch in dem Text genannt),auch wenn es bei dieser Lodge bestimmt auch noch andere Hintergründe gibt.

An diesem Vorfall stört mich dann aber besonders,dass die Löwen in nem Gehege jagen lernen und der Esel domestiziert ist.
Okay,ein Esel ist dem Zebra ähnlich,aber wie sollen die Löwen in einem Gehege jagen lernen?Sie werden das Tier auf jeden Fall erbeuten,wenn es keine Fluchtmöglichkeit gibt.Das is unfair gegenüber den Löwen und dem Esel,denn ein Zebra kann in der Wildnis flüchten und so lernen die Löwen doch was ganz falsches,wenn sie denken,dass sie immer ihre Opfer erreichen.Tolles Auswilderungsprogramm...


Ps: Danke für die Übersetzung


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Dieser Beitrag wurde von Kaysha am 16.06.2003, 21:57 Uhr editiert.

16.06.2003, 21:55
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Black Panthera
the SilverDragon




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Black Panthera ist offline
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was ich bezweifle ist auch die aussage der auswilderung...
warum erst züchten um sie dann auszuwildern???
ich glaube die machen das nur um touris anzulocken...

naja...
selbst wenn die aussage stimmen würde...
wie schon erwähnt wurde, das ziel wäre schwerlich erreicht worden.
denn ein esel (domestiziert) ist wohl nicht dasselbe wie ein nicht domestiziertes tier...
und nur der verletzungsgefahr, also in der freien wildbahn werde die beutetiere nicht nur flüchten...
sondern sich auch verteidigen...

also ich hoffe das die lodge entweder ihr system ändert und verbessert oder ganz geschlossen wird...
man sollte touris die echten dinge der natur zeigen....
nicht die gestellten..


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In Memory: J A M I E


Weiss wie Schnee, wandelt meine Seele dahin,
in der Welt, wo ich nicht bin.

Lange Zeit soll gehen, bevor ich dich wieder sehe,
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16.06.2003, 17:39
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Sesshoumaru
sama




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Sesshoumaru ist offline
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Na sein wir doch mal ehrlich.
Was erwartet der Durchschnitts-Tourist auf einer Löwensafari oder beim Bereisen eines afrikanischen Landes?? Etwa Löwen die faul rum liegen und sich sonnen???

Ich könnte wetten, daß der Leiter dieser Lodge mal testen wollte wie so eine Show ankommt. Hätte sich keiner beschwert, dann wäre ein Unfall in dieser Art bestimmt ein paar mal in der Woche passiert.

Abgesehen von der Vorschiebung von Pseudoargumenten die Auswilderung betreffend war dies alles in allem noch ein harmloseres Beispiel. Solche eine Show lockt aber bestimmt viele Touris an, die den Löwen - die Bestie Afrikas - mal in Aktion sehen wollen.

Auf der einen Seite ist solch ein Verhalten einfach unseriös und zeugt nicht gerade von echten Engagement für die Tiere. Die Medallie hat aber zwei Seiten. Wenn die Logde kein Geld mehr dafür hat die Löwen zu halten, dann könnten sie als lukrativer Abschluss plötzlich in einer Hunting-Farm auftauchen. Ob das dann das Ziel war wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall wirft dieser Vorfall einen großen Schatten auf diese Lodge.


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

16.06.2003, 13:51
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nettwork
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Esel an Löwen verfüttertAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Esel an Löwen verfüttert
IntuAfrica Lodge, Namibia (The Namibian>> , 13.6.2003)

Ein britisches Touristenpaar wurde Zeuge eines Vorfalls, den sie als ''inszenierte Jagd eines Löwen'' bezeichneten. Das hat große Empörung unter Conservation-Anhängern und der Tourismusindustrie ausgelöst.

In einem Brief an The Namibian berichten John und Julie Gregory, wie sie mit einem Jeep in ein 500 Hektar großes Areal gebracht wurden, in dem sich 3 Löwen aufhielten. Dort waren anfänglich keine Beutetiere zu sehen.
Dann sahen sie einen Esel, der domestiziert wirkte und keine Angst vor den herannahenden Menschen zeigte.
Der Führer begann den Esel in Richtung der Löwen zu treiben, die auf einem Hügel dösten. Sobald die Löwen die Beute erkannten, begannen sie sie zu umkreisen. In kurzer Zeit wurde der Esel von den Löwinnen gerissen und die Touristen, unter ihnen auch 2 Deutsche, wohnten dem Schauspiel bei. Zu dem Zeitpunkt, als der Wagen 40 Minuten später den Schauplatz verlies, war der Esel nach Aussagen der Briten noch immer am Leben.

Der Manager der IntuAfrica, Howard Hebbard, bezeichnet das als ''bedauerlichen Unfall''. Es fänden keine ''inszinierten Tötungen'' statt und der Vorfall wäre auf keinen Fall für die Touristen geplant worden.

''Es besteht kaum Zweifel, aus meiner Sicht, dass der Esel in das umzäunte Areal gebracht wurde, um als Beute für die Löwen zu dienen. Gleichzeitig habe ich wenig Zweifel, dass die Löwen sonst schon lange vorher den Esel entdeckt und gefressen hätten.'', schreibt Gregory
Hebbard sagte The Namibian, dass die 3 Löwen bei der Lodge sich zur Rehabilitation in der Umzäunung befänden. Alle Löwen (ein Weibchen, 2 Männchen) wären jünger als 4 Jahre und sind bereits in Gefangenschaft geboren worden. Um die Löwen wieder in einen Park entlassen zu können, müssen sie vorher das Erjagen von Beute lernen. Hebbard gibt zu, dass neben Oryx und Zebras auch Esel und Strauße für das Training verwendet werden. Finanzielle Gründe und die Knappheit an natürlicher Beute führen zu diesen Maßnahmen. Esel würden sich aber ähnlich verhalten wie Zebras und wären so geeignete Beuteobjekte für die Löwen.

Die 3 Löwen werden von Yanna Smith beobachtet, die derzeit unabhängige Untersuchungen für ihre Diplomarbeit durchführt. Sie bezeichnet den Vorfall auch als reinen Unfall und gibt an, dass der Esel innhalb von etwa 7 Minuten tot gewesen sei. Domestizierte Esel würden darum eingesetzt, da das Verletzungsrisiko für die Löwen bei der Jagd geringer sei.

Conservation-Spezialisten und die Africat Organisation (AfriCat >> )sind über dieses Vorgehen stark verärgert. Sie fordern eine möglichst naturnahe Situation für die Löwen. Das Füttern mit Haustieren sei eine inakzeptable Praxis.
Donna Hanssen von Africat sagt, dass ein Erlernen der Jagd unter diesen Umständen nicht möglich sei, da die Beute keine fairen Fluchtchancen hätte. Außerdem wird die 500 Hektar Fläche als zu klein für die Löwen bemängelt.

Die Tourismusindustrie fürchtet, dass solche Vorfälle das Bild des Landes trüben und Auswirkungen auf den Ökotourismus haben könnten. Die Lodge wurde aufgefordert, in Zukunft umsichtiger mit Touristen umzugehen und solche Situationen zu vermeiden.

Die Gregorys schreiben in ihrem Brief, dass dieser Vorfall zwar eine unangenehme Erfahrung war, der Rest ihres Urlaubs dadurch aber nicht beeinflusst wurde. Sie hätten weiterhin einen guten Eindruck von dem schönen Land und den freundlichen Menschen.

Der namibische Minister für Umwelt hat in einer ersten Reaktion ein Team von Beamten zu dieser Lodge geschickt, um die Bedingungen dort untersuchen zu können.
Schon vor 4 Jahren wurde festgelegt, dass das halten von Carnivoren zu Schauzwecken verboten ist. Bisher ist ungeklärt, ob die Lodge überhaupt die Genehmigung besitzt, die Löwen in dieser Weise Touristen zu zeigen.

Minister Phillemon Malima erklärt, dass er - wie die Touristen - geschockt gewesen wäre, als er den Vorfall aus der Zeitung erfuhr. Der Minister hat den Tourismussektor aufgefordert, sich strikt an die Vorgaben des Ministeriums zu halten, was die Haltung von großen Carnivoren betrifft.

Das weitere Vorgehen ist nun vom Bericht der Beamten abhängig. Am Rande kam ans Tageslicht, dass Yanna Smith nicht die nötigen Genehmigungen besitzt, um mit den Löwen arbeiten zu dürfen.

Übersetzt und zusammengefasst von nettwork

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Und jetzt stellt euch mal vor, dass man damit nicht mal den Löwen hilft, wenn man sie mit ungeeigneter Beute versorgt. Tz tz tz


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16.06.2003, 13:11
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