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Sesshoumaru
sama




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Unterwasser-WindmühlenAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Strom aus "Unterwasser-Windmühlen"

Vor Englands Küste geht ein neuartiges Gezeitenkraftwerk in Betrieb - Rotoren nutzen die Meeresströmung
von Holger Kroker

Lynmouth - Vor der Küste Devons im englischen Südwesten wird am kommenden Montag die Versuchsversion eines Gezeitenkraftwerks neuer Art offiziell den Betrieb aufnehmen. Wie eine Unterwasserwindmühle dreht sich im 30 Meter tiefen Wasser vor dem Küstenort Lynmouth ein Rotor im Gezeitenstrom. Der Propeller mit elf Meter Durchmesser ist immerhin für rund 300 Kilowatt Leistung gut.

Seit Anfang April war ein schwimmender Kran im Auftrag der Firma Marine Current Turbines (MCT) damit beschäftigt, das Testkraftwerk solide im Meeresgrund zu verankern. Schließlich zerrt die Gezeitenströmung im Bristolkanal mit bis zu neun Stundenkilometern. Hinzu kommen die von Wind und Sturm aufgepeitschten Wellen, die vom Atlantik heranrollen. 18 Meter tief in den Boden mussten daher die Pfähle für die Verankerung gerammt werden.

Die Versuchsanlage ist im Wesentlichen ein stabiler Turm, an dem der Propeller befestigt ist. Über die Wasseroberfläche ragt nur eine unscheinbare Spitze heraus. Für das Versuchskraftwerk rechnen die MCT-Manager mit Kosten von rund 4,7 Millionen Euro. Allerdings wird die Anlage noch nicht an das Stromnetz angeschlossen sein. Im nordnorwegischen Kvalsund bei Hammerfest will eine örtliche Ingenieurfirma Ende Juni eine vergleichbare Pilotanlage in Betrieb nehmen. Sie soll Strom ins Netz einspeisen.

Sollten die beiden Anlagen den Praxistest bestehen, also vor allem der mechanischen Belastung und der Korrosion durch das Meerwasser standhalten, planen beide Unternehmen den Gang auf den kommerziellen Markt. MCT will bis 2005 den Prototypen für kommerziell einsetzbare Kraftwerke bauen. Diese Einheiten haben dann Zwillingsrotoren mit 15 bis 20 Meter Durchmesser und Leistungen von bis zu 1,2 Megawatt, was etwa einem Kernkraftwerk entspricht. In Hammerfest sollen ab 2004 bis zu 20 Unterseepropeller genügend Strom für die Versorgung von immerhin 1000 Haushalten erzeugen.

Die Projekte wollen sich eine der letzten weit gehend ungenutzten Energiequellen der Erde erschließen. Expertenschätzungen zufolge könnte die Strömungsenergie der Ozeane rund 450 Terawattstunden Strom pro Jahr liefern - etwa so viel wie 40 große Kernkraftwerke. Dieses Potenzial ist zurzeit nahezu ungenutzt, denn mit Gezeitenkraft wird nur an wenigen Orten Energie produziert. Einer davon ist Saint Malo in der Bretagne, wo 1967 das größte Gezeitenkraftwerk der Welt mit 240 Megawatt Leistung den Betrieb aufnahm.

Das Problem liegt vor allem am Konzept. Kraftwerke wie das in Saint Malo bestehen aus einem gewaltigen Damm, durch dessen Turbinen der Tidenhub das Wasser treibt. Hier lohnt sich eine Anlage nur ab einem Tidenhub von drei Metern, und den gibt es nur an schätzungsweise 30 Orten auf der Welt. Unterwasserpropeller können dagegen nach Kalkulationen von MCT auch einfach durch strömendes Wasser ab acht Stundenkilometer Geschwindigkeit und ohne Tidenhub Strom herstellen. Nach Firmenangaben gibt es diese Bedingungen allein an den britischen Küsten an 36 Stellen.

Noch liegen allerdings die erwarteten Erzeugungskosten mit acht bis 14 Eurocent pro Kilowattstunde zu hoch. Konventionell erzeugter Strom schlägt mit durchschnittlich 2,5 Eurocent zu Buche, für Windenergie gibt es hier zu Lande einen Garantiepreis von 9,1 Eurocent. Damit also die Unterseepropeller nicht wie zahlreiche Projekte der erneuerbaren Energien zuvor an zu hohen Kosten scheitern, muss noch einiges Kostensenkungspotenzial mobilisiert werden. Doch die Befürworter der Technologie sind da optimistisch.


Quelle: Die Welt


__________________
Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

13.06.2003, 09:52
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