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tiger-lilly
Tiger




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tiger-lilly ist offline
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Einerseits ist der deutsche Wald (mehr dazu in der FAZ) krank wie nie zuvor, aber andererseits können wir wieder einen Fortschritt beim Kyoto-Protokoll verbuchen:

Aufatmen: Das Kyoto-Protokoll tritt ab 2005 endlich in Kraft
Letzte Hürde für weltweiten Klimaschutz ist genommen: Russland unterzeichnete das Protokoll

Russland hat das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz unterzeichnet. Die Unterzeichnerstaaten müssen nun bis 2012 ihre gemeinsamen Abgase um 5,2 Prozent reduzieren.

Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat Freitag im Kreml das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz unterzeichnet. Mit seiner Unterschrift kann das Abkommen nach sieben Jahren des Wartens 2005 nun endlich in Kraft treten.

1997 hatte sich die Staatengemeinschaft im japanischen Kyoto verpflichtet, ihren gemeinsamen Ausstoß von sechs gefährlichen Klimagasen - Kohlendioxid und andere Treibhausgase - bis 2012 um 5,2 Prozent unter den Stand von 1990 zu bringen. Um in Kraft treten zu können, muss das Abkommen von mindestens 55 Industriestaaten ratifiziert sein, die 1990 mindestens 55 Prozent der weltweiten Abgase zu verantworten hatten. Nachdem der Hauptemittent USA (36,1 Prozent der Schadstoffe) vor drei Jahren die Unterzeichnung abgelehnt hatte, wurde Russland mit 17,4 Prozent zum Zünglein an der Waage.

Innerhalb Russlands war das Abkommen umstritten. Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Schukow hatte betont, dass Russland seine Emissionen in der nahen Zukunft überhaupt nicht reduzieren müsse: Wegen des Zusammenbruchs der Industrieproduktion aus der Sowjetzeit lägen sie heute um 30 Prozent unter jenen von 1990y.

Und Putins Chefberater Andrei Illarionow hatte im STANDARD-Interview das Kyoto-Protokoll als "einzige große Lüge" bezeichnet: Es gebe keine fundierte wissenschaftliche Untersuchung, wonach die im Protokoll vermerkten Gase tatsächlich Auswirkungen auf das Weltklima hätten. Ein Drosseln des Energiekonsums wirke sich nachteilig für die Wirtschaft aus: So hätten die Unterzeichner durchschnittliche Wachstumsraten von 1,9 Prozent und "Verweigerer" 3,3 Prozent. Die Ratifizierung sei eine "rein politische Entscheidung".

Die Zusage Putins, zu unterzeichnen, war in der Tat als Entgegenkommen gedacht: Die EU sollte im Gegenzug den russischen Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO unterstützen.

"Der internationale Klimaschutz ist nun völkerrechtlich abgesichert", begrüßte Umweltminister Josef Pröll (ÖVP) Freitag die Ratifizierung. Er sehe hierin auch ein klares Signal an Washington, das sich mit seiner ablehnenden Haltung isoliere. Und SPÖ-Umweltsprecher Kai Jan Krainer forderte von der Bundesregierung, endlich echte Maßnahmen für die Reduktion des CO2-Ausstoßes zu setzen, denn "Österreich ist vom nationalen Ziel der CO2-Reduktionen weit entfernt." (east/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6./7. 11. 2004)

derstandard

07.11.2004, 16:50
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Sesshoumaru
sama




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Sesshoumaru ist offline
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Kyoto-PleiteAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Ich weis nicht was man bei solchen Nachrichten noch sagen soll. Alle reden immer wieder von Naturschutz und Reduzierung von dies und das und jenem. Aber irgendwie kommt genau das Gegenteil dabei raus, da nur die aktuelle Wirtschaftslage gesehen wird, mehr nicht. Was soll man noch tun? Was muss man tun um die Leute kapieren zu lassen?????

Zitat:
Treibhausgase machen schlechtes Klima: Auch EU droht Kyoto-Pleite

Die hehren Bemühungen um einen weltweiten Klimaschutz haben einen gehörigen Dämpfer bekommen: In den reicheren Industrieländern ist der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen wieder kräftig im Steigen.

Von Edgar Bauer, dpa

Bonn (dpa) - In diesem Jahrzehnt (2000-2010) muss mit einem Anstieg um im Schnitt 17 Prozent gerechnet werden, wie aus einem neuen UN-Report hervorgeht. Damit gerät das Kyoto-Protokoll in Gefahr, nur Papierwerk zu bleiben. Auch die EU bewegt sich von Kyoto weg und hat nach der Datenlage insgesamt wohl kaum Chancen, ihre eigenen Verpflichtungen zur Verminderung von Treibhausgasen zu erfüllen.

Nach dem Kyoto-Protokoll müssen die Industrieländer ihre Treibhausgase bis 2012 (im Vergleich zu 1990) um im Schnitt 5,2 Prozent vermindern. Doch die Vereinbarungen von 1997 hatten, wie jetzt deutlich wird, wohl eine große Schwäche: Sie resultierten aus politischen Taktierverhandlungen und nicht an wissenschaftlichen Daten.

Die Vereinten Nationen legten die aufrüttelnden Daten zum Auftakt einer zehntägigen Arbeitssitzung der Weltklimakonferenz am Mittwoch in Bonn vor. Die Chefin des Klimasekretariats, Joke Waller-Hunter, sprach diplomatisch von einer «frühzeitigen Warnung». Die Dinge liefen «nicht in die richtige Richtung». Dabei sind die Fakten für engagierte Klimaschützer eher niederschmetternd.

«Das ist ein Desaster», sagte der Germanwatch-Experte Christoph Bals. «Die Kluft zwischen Worten und Taten wächst.» Auch der Direktor der Abteilung Klimapolitik am renommierten Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Hermann E. Ott, hält die Zahlen für «beunruhigend» - auch für die EU. Umso wichtiger sei es, dass die Europäer weitere Maßnahmen ergriffen und vor allem die Richtlinie über den Emissionshandel für Unternehmen endlich verabschiedet werde.

Dabei sind die Erkenntnisse zur globalen Erdwärmung vor allem durch den Menschen und dessen Verbrauch fossiler Energieträger wie Öl, Gas und Kohle längst erdrückend. Steigende Temperaturen, zunehmende Wetterextreme mit Dürren und Flutkatastrophen, schmelzende Gletscher und ausgebleichte Korallenriffe: An Besorgnis erregenden Zeichen für einen Klimawandel fehlt es nicht. Doch das energische Umsteuern fällt schwer, weil wirtschaftliche Interessen auf dem Spiel stehen.

Nirgendwo gilt das mehr als in den USA. Der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen (etwa ein Drittel entfällt auf das Konto der Amerikaner) geht unter Präsident George Bush seinen eignen Weg und hat sich vom Kyoto-Protokoll verabschiedet. Dies hat dem gesamten Kyoto-Prozess einen schweren Schlag versetzt. Hinzu kommt auch die zögerliche Haltung Russlands, deren starkes Gewicht als Emittent zählt. Noch immer ist das schon Ende 1997 beschlossene Kyoto- Protokoll daher nicht in Kraft. Präsident Wladimir Putin sagt einmal zu, Russland werde ratifizieren, das andere Mal hält er sich bedeckt.

«Wir schauen alle auf die Russen», beschreibt Waller-Hunter den Schwebezustand. Verschiedene Ministerien hätten unterschiedliche Positionen, und es werde geprüft, was die Kyoto-Vereinbarungen für die eigene Wirtschaft oder die Energie-Exporte bedeuteten. Ott verweist darauf, dass die neuen Daten paradoxerweise «auch etwas Gutes» haben könnten. Denn Russland werde damit signalisiert, dass es vom Kyoto-Protokoll profitieren könnte. «Wenn die EU über ihrem Ziel liegt, wird sie Emissions-Zertifikate von Russland zukaufen müssen.»

Deutschland, das in der EU der mit Abstand größte «Verschmutzer» ist, gehört nach den UN-Daten nicht zu den erwarteten Klimasündern. Bis 2000 (im Vergleich zu 1990) verzeichnete Deutschland bereits einen Rückgang der Emissionen um 19 Prozent. Bis 2010 sollen es 33,6 Prozent werden. Damit läge Deutschland deutlich über seinem Ziel von 21 Prozent Reduktion. Kritiker betonen allerdings, dass Deutschland vor allem von einer großzügigen Ausgangsanrechnung der alten DDR- Industriestrukturen profitiert.

Insgesamt wird die EU laut UN-Report bis 2010 (im Vergleich zu 1990) nur ein leichtes Minus von 0,6 Prozent schaffen. Vorgesehen sind laut Kyoto-Protokoll bis 2012 aber 8 Prozent. Weit verheerender sieht die Lage in den USA und Japan aus. Beide verzeichneten in der Dekade 1990-2000 ein Plus von 14 Prozent (USA) und 11 Prozent (Japan) und dieser Trend hält an.

Ein neuer Anstoß für mehr Klimaschutz könnte aus der Wirtschaft selbst kommen. Selbst Ölmultis wie Shell und BP sehen den Handlungsbedarf. Inzwischen dringen auch Finanzgesellschaften, Banken und Versicherungen darauf, den Klimawandel als Risikofaktor zu bewerten. «Es wird mitentscheidend sein, ob der Finanzmarkt bei seinen Investitionsentscheidungen zunehmend Klima-Aspekte berücksichtigen wird», sagte Bals. Unternehmen ohne Klimastrategie könnten dann zu einem Finanzrisiko werden.

Quelle: Vistaverde


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Sesshoumaru-sama, Lord of the Western Lands
GVD

04.06.2003, 21:41
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