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Shilok
Tigerin




Dabei seit: Juni 2002
Herkunft: Amur- und Ussurigebiet
Nordrhein-Westfalen (DE)
Beiträge: 311
Shilok ist offline
  Sensationsbericht über Krähenangriffe im TVAntwort mit Zitat Beitrag editieren/löschen Nach weiteren Beiträge von  suchen Diesen Beitrag einem Moderator melden        IP Adresse Zum Anfang der Seite springen

Also ich kann mir nicht vorstellen, dass Krähen ohne Grund und gezielt Menschen attackieren ... das vorweg ...

Auf jeden Fall habe ich heute auf RTL oder so einen kurzen "Sensationsbericht" über die Krähenangriffe gesehen. Die Musikunterlegung war ganz klar eine "hitchcockähnliche" und auch die ersten Bilder ähnelten den Bildern aus "Die Vögel". Krähenschwärme, die sich auf einem Baum sammelten und dann alle zusammen plötzlich losfolgen. Vorher erklärte die Moderatorin, dass eine Frau schwere Kopfverletzungen erlitten hätte. Dann wurde in dem Bericht eine Joggerin interviewt, bei der die Krähen wie eine Vorwarnung eines Angriffs nur Millimeter am Kopf vorbei gefolgen seien. Dann wurde eine alte Frau gezeigt, die eine leichte Verletzung am Kopf hatte, die sie sich auch an einer Schranktür hätte zuziehen können (ich will jetzt nicht mutmaßen, dass es gar kein Krähenangriff war, aber hier von schweren Kopfverletzungen zu sprechen, ist dann schon etwas weit hergeholt ...). Zuletzt kam dann ein "Experte", der zunächst die Intelligenz der Krähen unterstrich und dann die Langeweile als Grund der Angriffe angab. Menschen sollen sich nun vor Krähenangriffen schützen, indem sie eine Mütze tragen oder einen Regenschirm benutzen ... nun ja, wenn's hilft


__________________
"A-o-ung"

05.06.2003, 16:10
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Spiritus, der Panther
Träumer




Dabei seit: Oktober 2002
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Nordrhein-Westfalen (DE)
Beiträge: 892
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Kleine Vogellehre:

Kolkrabe - Corvus corax (bedroht)
unser Größter Rabenvogel (& Singvogel) > Krähe
In Paaren lebend (ganzjährig bis lebenslang) oder in Trupps (nur Junggesellen)
Allesfresser

Saatkrähe - Corvus frugilegus (bedroht)
Größe = Rabenkrähe
Karakteristisch helle, nackte Schnabelwurzel der Altvögel
vor allem im Winter in großen Schwärmen, Kolloniebrüter
fressen Schnekcen, Würmer, Insekten, pflanzliche Abfälle, Körner

Aaskrähe - Corvus corone
Man unterscheidet Rabenkrähe (Corvus corone 'Corone') im Westen und Nebelkrähe (Corvus corone 'Cormix') mit grauem Rücken, Hals und Unterseite im Osten
während der Brutzeit Paarweise, ansonsten in Schwärmen
Allesfresser

Elster - Pica pica
< Krähe
in Gruppen
Allesfresser

Alle Rabenvögel sind sehr intelligent. Bei weiteren Anfragen melden sie sich beim Panther ihres Vertrauens

S, d P


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In Gedenken an Jamie Morand a.k.a. Pantherkönig
Vom 31.07.1975 bis 22.02.2003
Don't know where you are, but I'm whit you..

Das Leben ist der Sinn...

02.06.2003, 20:41
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Black Panthera
the SilverDragon




Dabei seit: Oktober 2002
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Beiträge: 630
Black Panthera ist offline
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danke petra...
der letzte beitrag von dir ist einleuchtend...
ich habe mal die wild und hund von meinem vater rausgeblöttert...
steht wirklich drin...
(will damit jetzt nicht bezweifeln das das gelogen wäre von dir petra, aber wenn man schon genaue angben kriegt)

hab mir dann alles durchgelesen...
irgendwie doch realistischer...

naja...
dennoch hab ich da so meine bedenken...
warum "greifen" rabenpaare häuser oder vereinzelt menschen oder andere tiere an?
snd das verhaltensstörungen wie bei manchen anderen tiere, die normalerweise friedlich sind oder scheu vor dem menschen zeigen?

ich verstehe immernoch nicht ganz warum unser nachbar angegriffen wurde.
die jagdaufsich konnte hier in der umgebung der nachbarschaft kein nest des paares entdecken...
die vögel kamen aus einem angrenzenden wald...

eine weiter frage:
was muss ich unter halsringmethode verstehen???

ich habe zwar das hier gefunden:

Zitat:
Zur Feststellung der Nestlingsnahrung hat sich bisher die erstmalig von Kluyver bei Staren angewandte Halsringmethode besonders gut bewährt. Dabei werden den Nestlingen etwa vom dritten Lebenstag an, je nach Größe der Tiere entsprechend breite, dünne und gut biegsame Metallringe für längstens zwei Stunden so eng um den Hals gelegt, daß die Atemtätigkeit nicht behindert wird, daß aber ein Hinunterschlucken der in den Rachen gestopften Nahrung unmöglich ist. Mit der Pinzette lassen sich dann leicht die Nahrungsbestandteile dem Rachen entnehmen. Die Halsringe werden danach wieder entfernt, und die Altvögel können nun normal weiterfüttern. Um die Jungtiere nicht übermäßig zu belasten, legt man täglich nur einmal Halsringe an. Selbstverständlich erfordert diese Methode eine gewisse Übung und verantwortungsvolles Verständnis im Umgang mit Alt- und Jungvögeln an und im Nest.

Quelle: halsringmethode

allerdings frage ich mich...
wie die das machen???
ok, den tieren wird ein ring um den hals geschnürtt...
die tiere fressen dann. können es aber nicht vollständig runterschlucken...
sammelt sich die nahrung im kropf???
oder warum spucken die tiere es nicht wieder aus??

und dann frage ich mich...
wie die das bei krähen untersuchen konnten...
denn das wird nicht lange gelasen...
und ich verstehe hier überhaupt nicht wo sich die nahrung dann befindet...
bildlich kann ich mir das nicht so ganz vorstellen...
auch verstehe ich nicht warum die tiere nicht wieder ausspucken wenn die nicht schlucken können...


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In Memory: J A M I E


Weiss wie Schnee, wandelt meine Seele dahin,
in der Welt, wo ich nicht bin.

Lange Zeit soll gehen, bevor ich dich wieder sehe,
solange werd ich im Untergrund vor Schmerz vergehen!

02.06.2003, 12:53
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PetraB.
Alpha-Wolf




Dabei seit: Februar 2002
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PetraB. ist offline
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Ich bin ganz und gar nicht der Meinung, dass Rabenvögel Menschen in ihr Beuteschema aufgenommen haben ... und wenn sie dreimal keine Alternativen zur Singvogel-Brut hätten (die sie aber gerade im Stadtgebiet sehrwohl haben => Mülldeponien und eben die Hinterlassenschaften von Menschen in der freien Natur, wie es Thealon bereits erwähnt hat). Die ''Angriffe'' MÜSSEN andere Ursachen haben, wenn eine Verteidigung der Brut als Ursache auszuschliessen ist.

Die Gefährlichkeit der Schnäbel wird in dem von mir und zur Sicherheit auch noch von Marozi geposteten Link wie folgt beschrieben:

Zitat:
Die Presse berichtet immer wieder von Rabenvögeln, die Lämmer, Gänse oder Mutterschafe töten. Es erscheint aber recht unwahrscheinlich, dass Rabenvögel tatsächlich gesunde Säugetiere töten können. Dazu ist ihr Schnabel nicht geeignet. Sie sind nicht in der Lage die Haut zu öffnen. Das Picken kann praktisch von jeder Position aus durchgeführt werden, ist jedoch wenig effektiv.

Es fehlt aufgrund des ungünstigen Stands und der ungünstigen Hebelverhältnisse die zielgerichtete Kraft des Hackens, was Abb. 1 verdeutlicht. Dieses Verhalten wäre [grundsätzlich] auch bei einem sich bewegenden Lamm möglich. Verletzungen sind hierbei aber als Zufallstreffer anzusehen und nur geringfügig . (KUGELSCHAFTER nach HENNIG, 1997)

Dieselbe Untersuchung erbrachte, dass ein Kolkrabe im Schnitt 40 Minuten benötigt, um an das Gehirn eines toten Lammes zu gelangen, um die Nieren zu erreichen war eine ganze Stunde erforderlich.

Nur an besonders empfindlichen Körperstellen wie beispielsweise den Augen oder dem After können Rabenvögel sofort fressen (siehe Abb. 2). Deshalb gibt es auch immer wieder Berichte von Schafen, die durch das Auspicken der Augen zu Tode gekommen sind.

Dabei handelt es sich vermutlich um bereits tote Tiere, denn diese Verletzung reicht im Allgemeinen nicht aus um ein Tier zu töten. Dieses gelingt den Rabenvögeln höchstens bei extrem kranken und bewegungsunfähigen Tieren.


Die selbe Quelle bietet die folgende Information zum Nahrungsspektrum von Elster und Rabenkrähe während der Brutzeit:

Zitat:
Mit der Halsringmethode konnten 335 Nahrungsproben von Elstern und 130 von Rabenkrähen gewonnen werden. Bei beiden Arten wurde das Nahrungsspektrum mit 90,9 % (Elster) bzw. 83,4 % (Rabenkrähe) der Beuteobjekte eindeutig von (epigäischen) Arthropoden dominiert. Demgegenüber sind die übrigen Nahrungsbestandteile von ihrer Anzahl her fast bedeutungslos. Bei der Elster erreichen nur noch Oligochaeten (Regenwürmer; 2,8 %), Kirschen (2,1 %) und Getreidekörner (1,4 %), bei der Rabenkrähe Regenwürmer (7,6 %), Getreidekörner (5,2 %) und Wildkrautsamen (1,7 %) erwähnenswerte Anzahlen. Innerhalb der Arthropoden dominieren die Insekten mit 85,3 % (Elster) bzw. 78,4 % (Rabenkrähe), wobei den Käfern mit alleine 67,2 % (Elster) bzw. 45,2 % (Rabenkrähe) eine herausragende Bedeutung zukommt (vgl. auch Übersichtskasten).

Elster/Rabenkrähe

Die Hauptnahrung besteht aus:

Oberirdisch lebenden Gliederfüßlern: 90,9% / 83,4%

- davon Insekten: 85,3% / 78,4%
- davon Käfer: 67,2% / 45,2%

Regenwürmer: 2,8% / 7,6%

Kirschen: 2,1% / -

Getreidekörner: 1,4% / 5,2%

Wildkrautsamen: - / 1,7 %

Vogeleier und Jungvögel: 0,2% / 0,1 %

Wirbeltiere, v.a. Wühlmäuse u. Eidechsen: 0,6% / 0,5 %

Reste von Niederwild konnten nicht nachgewiesen werden

Wirbeltiere wurden mit maximal 29 (Elster; 0,6 %) bzw. 11 Individuen (Rabenkrähe; 0,5 %) nur in geringen Anzahlen nachgewiesen. Dabei handelte es sich überwiegend um Wühlmäuse (sowie andere Kleinsäuger) und Eidechsen. Der Anteil an Vögeln (bzw. Eiern und Nestlingen) war mit maximal 12 von 4900 (0,2 %; Elster) bzw. 2 von 2266 (0,1 %; Rabenkrähe) Beuteobjekten gering. Festgestellt wurden 8 Eidotter, zweimal Eischalenreste und 4 Nestlinge. Die Vogelnachweise fanden sich in 3,9 % (Elster) bzw. 1,5 % (Rabenkrähe) der Proben und nahmen einen Gewichtsanteil von 2,8 % (Elster) bzw. 1,6 % (Rabenkrähe) ein. Reste von Niederwild konnten nicht nachgewiesen werden.



Aus Wild und Hund vom 27.03.1999:

Zitat:
Priv.Doz. Dr. Hans-Wolfgang Helb (57): Biologe und Ökologe, Universität Kaiserslautern, Rabenvögel-Gutachter Rheinland-Pfalz, Generalsekretär der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft

Als einer der Rabenvögel-Gutachter des Umweltministeriums bekräftige ich das eindeutige Ergebnis: Es gibt keine Berechtigung für eine Bejagung der Rabenvögel!

Selbst gehäuft auftretende Elstern rotten keine Singvögel-Arten aus. Es ist bedauerlich, daß von seiten der Jäger dieses Vorurteil ständig neu angefacht wird, obwohl die gegenteiligen Fakten zugänglich sind.

Die Rabenkrähen stellen keine Gefahr für das Niederwild dar. Im Futtereintrag für die Jungvögel konnten keine Nachweise dazu erbracht werden. Ein gewisser Anteil an Vögeln und Säugern in der Beute ist zudem ökologisch normal und nach dem Naturschutz- wie auch Jagdrecht kein Schaden.

Der Schutz der Rabenvögel besteht zu recht. Naturschutz-rechtliche Ausnahmen existieren und genügen völlig. Die vor allem durch die Landwirtschaft verursachten ökologischen Verschlechterungen können nicht den Rabenvögeln angelastet werden. Übervermehrungen finden wegen der Selbstbegrenzung der Populationen ohnehin nicht statt.


Vor diesem Hintergrund halte ich die Behauptung, ''Krähen gefährden Niederwildbestände'' für etwas weit hergeholt.


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... and yesss ... my rage ...
© Alpha P.

01.06.2003, 22:28
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Black Panthera
the SilverDragon




Dabei seit: Oktober 2002
Herkunft: Deutschland
Rheinland-Pfalz (DE)
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Black Panthera ist offline
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wenn ich mir hier die beiträge anschaue...
dann hab ich das gefühl das ihr so irgendwie nicht davon betroffen seid...
wir hier haben öfters mal krähen die hier schaden anrichten...
und ich rede nicht von lämmern...
sondern von niederwild (fasane, hasen, kanin)...

ich habe schon mehrmals bemerkt wie sie sich zu gruppen zusammenrotten und gemeinsam fressen...
gejagt hab ic hsie nur einmal beobachtet.

und ich denke das hängt alles vom nahrungsverhältnis ab...
also ich mein...
vll. finden die hier nicht so viel nahrung wie de in der stadt, obwohl das unlogisch klingt...
oder vll. haben wir hier wirklich rabenprobs...
was mir auffällt...
thealon schrieb ja tauben...
ich habe noch nie eine tote krähe in der stadt gesehen...
aber ich sehe regelmäßig tote tauben...

und zum taubenthema:
es gibt derer mehr... und das prob ist...
viele sind behindert...
vom verkehr verletzt...
von der intelligenz unterscheiden sich beide vogelarten schon..
aber überleben tun beide...

hmmm...
irgendwie gerechtfertigt alles nicht die tötung von tieren...
vll. liegt alles an den verhältnisen der umwelt ...


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In Memory: J A M I E


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01.06.2003, 21:38
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Thealon
Tripel-As




Dabei seit: April 2003
Herkunft: Wo immer meine Phantasie mich hinführt

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Thealon ist offline
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Ich wohne mitten in der Großstadt, aber nicht einmal dieser dichte Betondschungel schreckt die Tiere. Sie sind nicht nur clever, sondern auch anpassungsfähig.

Ganz in der Nähe ist ein Park, in dem sich regelmäßig Dutzende Nebelkrähen sammeln. Dieser Anblick ist immer wieder faszinierend. Unglaublich viele dieser Vögel sammeln sich, hie und da hört man sie krächzen, und alles in allem kommt es einem tatsächlich wie in Hitchcocks Geschichte vor (also scheinbar etwas anders als bei Dir, Spiritus). Mit einem einzigen Unterschied: Die Vögel sind weitgehend friedlich. Mich haben sie nie angegriffen, meine Hündin nie, Leute aus der Umgebung nie, und mal ganz ehrlich gesagt, ich bezweifele, dass das nur an unserer so netten Aura liegt.

Man kann hier also sehr viele Rabenvögel sehen. Auch Elstern und Raben, aber die stehen nicht zur Debatte. Aber nicht einer von ihnen stellt ein Problem dar, oder gar eine ‚Bedrohung für die menschliche Spezies’. Sie schnappen sich, was immer wir auch an Essbarem übrig lassen, ohne uns je anzugreifen. Manchmal schnappen sie sich auch Dinge, die wir nicht achtlos liegen lassen, sondern eigentlich noch behalten wollten (gerade die Elstern, nicht aber ausschließlich), aber so sind sie eben. Ich jedenfalls verurteile sie dafür nicht.

Was aber mindestens genauso häufig anzutreffen ist, sind Tauben. Ich weiß, dass es zumindest zum Thema Tauben schon Diskussionen gab, aber ich merke hier noch einmal an, dass ich das maßlose Töten dieser Vögel für absolut unüberlegt und ungerechtfertigt halte. So fiel mir denn auf, dass bemitleidenswerte Bettler und bettelnde Obdachlose ebenfalls zunehmen. Wie wird man mit denen fertig? - Kein Vergleich? Was wäre denn ein passender Vergleich??? (Und versteht mich hier bitte nicht falsch, ich habe tatsächlich Mitleid mit Leuten, denen es am Nötigsten fehlt. Dennoch sehe ich Parralelen.)

Man stelle sich einmal vor, jeder zerstörte alle nun vogelfreien Krähennester- und Eier. Wobei auch nicht garantiert ist, dass jedermann solche auch erkennt, und nicht zufällig einen Kolkrabenbau einebnet. Da käme es dann auf die aufklärende Qualität der Infobroschüre an. Das Resultat wäre also klar, dadurch würden es der Vögel weniger. Deren Nahrung würde somit zunehmen, und das sind viele, wirklich viele, so richtig nette Insekten. Manche von ihnen stechen, manche saugen dabei Blut, und wieder andere übertragen zusätzlich zum Stechen und Blutsaugen panikverdächtige Krankheiten. Ist das denn so viel besser? Dem natürlichen Gleichgewicht (welches die Menschen scheint’s in und auswendig kennen und kontrollieren) dürfte es eher wenig behilflich sein.

Ich bin nicht ganz informiert, was die natürlichen Feinde der Krähen anbelangt, vielleicht könnte mir jemand hinsichtlich dessen helfen. Ansonsten würde ich in Erwägung ziehen, diese Fressfeinde anzusiedeln.

Thealon


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Grüße an die Zukunft.

01.06.2003, 21:21
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nettwork
Panthera leo




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Nun ja, eigentlich war doch hier die Rede von den Angriffen durch Krähen und nicht das Töten.
Wenn die Tiere die Scheu vor dem Menschen verloren haben, dann wird sie wohl ihre Neugierde dazu bringen einen Menschen auszuprobieren. Wenn der nach einem fehlgeschlagenen Angriff gleich schreit "Die wollten mich töten!", dann wird das als bare Münze genommen.

Rabenvögel sind aufgrund ihre Schnäbel in der Lage schwere Verletzungen zu verursachen. Sie benötigen diese ja auch, um Fleisch zu sich zu nehmen (wenn auch von Aas).

Zitat:
Auch der Vorwurf die Singvögel zu dezimieren ist nur in den seltensten Fällen gerechtfertigt. Die Singvögel haben nämlich hervorragende Strategien, um ihre Jungen vor Rabenvögeln zu schützen.


...und wenn sie diese nicht haben, heißt das also (im Modellfall), dass sie potenzielle Beute sind.

Ich glaube, man darf diese intelligenten Tiere in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen. Mangelnde natürliche Nahrung und völlig geänderte Verhältnisse in den Städten könnten schulde daran sein, dass sie jetzt auch Menschen als Beuteobjekte testen. Illusion allerdings ist, dass sie einen Menschen auffressen! Aber man weiß ja auch von anderen Berichten, wie Menschen in höchster Panik zu Tode kommen. Dann wiederum könnten sich die bösen Krähen freuen...


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Unmöglich ist eine Meinung
und keine Tatsache!
(Adidas Werbung)

01.06.2003, 21:08
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Marozi
Panthera leo maculatus




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Marozi ist offline
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Aus zoologischer Sicht dürfte (wie Petra es ja mit ihrem Zeitungsartikel gepostet hat) nichts an der Killerkrähe dran sein. Schon anatomisch sind die Vögel nicht dazu ausgerichtet aktiv zu töten wie ein Raubvogel, auch wenn sie Aas durchaus nicht verschmähen.

Diese Diskussionen sind nicht neu - Link

Dennoch - mich überkommt auch ein gruseliges Gefühl beim Anblick eines großen Krähenschwarms...


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"In diesen Bergen gibt es zwei Arten von Löwen. Da ist der simba und da sind die marozi. Diese marozi sind keine Löwen. Da ist der Leopard und da ist der Gepard. Da ist der Löwe und da ist der marozi."

Ali, der Lepardenjäger im Gespräch mit K. G. Dower

01.06.2003, 20:03
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Spiritus, der Panther
Träumer




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Spiritus, der Panther ist offline
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Bei mir in der Stadt hab ich persönlich noch nicht so viele Krähen gesehen, es sei denn auf einem Acker oder in der nähe einer Grünfläche. Eher sind hier Elstern unterwegs (immerhin die selbe Familie). Diese wiederum heben des öffteren mal Taubennester aus. Und von angriffen auf Menschen hab ich noch nichts gehört, nur auf einen Jungen Hund, der sein Futter gegen das Federvieh verteidigt hat.
Ich glaub auch nicht, das Krähen ohne Grund Tiere oder Menschen angreifen, und überhaupt übertreibt der Mensch in seinen Handlungen meist sofort.

S, d P


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Das Leben ist der Sinn...

01.06.2003, 19:48
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PetraB.
Alpha-Wolf




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PetraB. ist offline
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Das Szenario des Krähenangriffs erinnert mich sehr an A. Hitchcock's ''Die Vögel'' ... brrrrrr ... aber nun mal ernsthaft: ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass Krähen völlig grundlos Menschen oder Tiere attackieren. Un ich habe den Verdacht, dass da vielleicht ein bisschen was dazugedichtet wurde ... also Krähen, die sich zusammenrotten und dann gezielt Angriffe fliegen ... das will ich nicht so recht glauben. Dass die Tiere ihre Gelege gegen den ''Feind'' verteidigen wollen, das würde mir dann schon eher einleuchten.

Und an das Ammenmärchen mit den lämmerkillenden Krähen und Raben habe ich eh nie geglaubt. Wie Recht ich doch hatte => Beweis

Es hat ja einen Grund, dass es die Krähen in die Städte zieht. ... Und nur weil wir plötzlich so viele Krähen sehen, heisst das noch lange nicht, dass es eine Überpopulation gibt.

Wenn der Mensch sich nicht so frech als Exklusiv-Nutzungsberechtiger der Welt sehen würde, dann wäre sicher auch eine einvernehmliche Lösung mit den Krähen möglich ... auch in den Städten ...

Ich gehe hier noch ein bisschen weiter und behaupte, der eigentliche Dorn den die Rabenvögel dem Menschen im Auge sind ist, dass sie so unglaublich schlau sind, und dem Menschen immer wieder die Stinkefeder zeigen ...

Hier noch ein ziemlich interessanter Link zum Thema Rabenvögel

Ich halte die Zerstörung der Krähenbrut nicht für einen gelungenen Ansatz zur Lösung des ''Krähenproblems''.


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© Alpha P.

01.06.2003, 19:09
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